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Full text of "Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense"

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in 2013 









http://archive.org/details/briefevonalexand01humb 



3* i i e f e 



»Ott 

cm 

au§ btu Sauren 1 82 7 — 1 8 58> 

SluSjügen aus SJarnljagen^ Sagefindjern, 

unb 

§rofen tarn ite#p xmir JMte an JwmlwM 

$tw f 0*: 

Verlag Hit 2 ♦ Käufer, 
2>eMt uon 3ofe#) Sötecf, 17 Wortl) Sittiam ©tieet. 



III 



„3$r Iefctea mir fe^r et)renöoTIe$ ©^reiben enthielt 2öorte, bie id> 
nicfyt mtf^erfietjen möchte* ,,„@ie gönnen ftdj faum ben 23ejtfc meiner 
3mptetäten." " Ueber foldj (Eigentum mögen (Sie nacfy meinem 
baldigen ipinfcfyeiben malten unb fc^alren» Sßa^r'^ctt ifl man im 
Seben nur benen jtfmlfcig, bie matrttef a^tet, olfo 3^en." 

Sttlcjanber tjon ^umfiolbt an SBandjagett* 

OBrief uom 7, 2>ecemBer 1841.) 



SB o r o x t 



£>te sorliegenben Briefe ^umBolbt^ enthalten einen Settrag öon 
unvergleichlicher Sßichtigfeit $u bem realen, etilen unb unöerfchleier^ 
ten 33ilbe feines ©etfteä unb (Sf)arafter$, Daß fie ber Dejfentlichfett 
nad) feinem $obe üBergeBen würben, roar fein SBunfd) unb 2Bi(le, ber 
aud) in ben al3 Sftotto tiefem Suche öorangeftetlten SBorten einen 
cntfdn'ebenen 2lu3brud gefunben hat* 9Mrgenb$ tyat er ftch freier nnb 
aufrichtiger au£gefprod)en, alä in ben Mitteilungen an Sarnhagen, 
feinen irieljährigen treuen $reunb, ben er fcor allen fchäjjte unb liebte* 
3hm fd)enfte er ba$ rücf|a!ttofefie Vertrauen, bei ti)m legte er nieber, 
roa$ er, ber bie nteiften ber an ir)n genuteten Briefe ^u jerftbren 
pflegte, aU bebeutfam beroahrt unb gerettet roünfchie, Sr regnete 
barauf, ba§ ^arnhagen, ber 3üngere von Betben, tt)n überleben mürbe, 

Dod) SBarnhctgen jrarb siterft, unb übertrug mir bie Pflicht, bie 
nun eine boppelte geworben, biefe merfroürbigen 3eugntffe beö Sebent, 
ber £tjätigfett unb be$ £enfen$ be£ großen Mannet herausgeben. 
Sei ber Erfüllung einer folgen $fUd)t roar es eine SlufgaBe ber 
«Pietät, jebeö 2Bort getreu fo fielen ju laffen nrie es aufgezeichnet 
roorben, ja, eö ^atte geweigert, ben (Blatten §umMW$ Beledigen, 
märe id) fo anmafjenb geroefen, an feinen tefpriidjen Steuerungen 
fcoqunehmen. 

3d) fomtte bat)er aud) auf ben roohlmeinenben Sunfch t>er 23er* 
lüg$l)anblung, foldie Slenberungen ju machen, eBenfo roenig eingeben, 



VI 



als id) eigenem 2Bunfd)e unb eigenen SHüdftd)ten irgend einen (Einfluß 
tabei geftatten burfte. Jpier galt nnr bie (Eine 9tüdjidjt: bie enuge 
2Bal)rtyett, bie idj #umbolfct, ber ©efcfyicfyte unb ber Siteratur, unb bem 
mir ^eiligen 2ßitten besjenigen, ber mir biefen Auftrag f)interlajfen 
l)at, fdjulctg bin. 

(So foK benn ganj unb oollftänbig ba$ $ermäd)tnijj erf^einen, 
ioelcfyeö in meine £änbe ntebergelegt »orten ! 

3u ^umbolbfä Briefen bilben (Stetten aus Sßamfyagen^ £age^ 
bücfyern eine lebenbige (Ergänzung, inbem fie ben fdjriftUcfyen 
Steuerungen ipumbolbfö aud) bie münblicfyen Mn^ufügen. SSon ben 
©riefen SSarn^agen^ fmb leiber nur fe^r toenige erhalten ober aufeu* 
ftnben geioefen. £0$ prägen ftd) fdjoit in bem SSor^anbenen bie eble 
greunbfdjafr, ber jtets rege ©etflesoerfeljr, bie treue ©enojfenfdjaft in 
bem gemeinfamen Sirlen für ffiijfenfdjaft unb gretyeit, wel^e 
£>umboIbt unb Sarnfyagen fo oiele %a$xt oerbanben, |inreid)enb au«, 

£ie Briefe »ieler anberer Berühmter unb ausgezeichneter $erfonen, 
meiere beigefügt fmb, geigen .Spumbotbt in feinem ausgebreiteten Sßefc 
oerfefyr, in einen mannigfaltigen S3ejie^ungen ju ©ele^rten unb 
8d)rift|Mern, ju (Staatsmännern unb durften, bie ftd) ü)m f)utbigenb 
nagten. 

33 erlitt, im gebruar 1860. 



mmiUa »fffog. 



Briefe Don Sflcjaiiocr Oon #nmMbt 

an 



I. 

^umbolfct an Sarnfyagcn. 

©erün, bat 25. «September 1827. 
Darf tcf) %&titn, mein SSeretjrtefter, ben bejten 2(bbrud meiner 216^ 
Ifyanblung*) anbieten, kr mir übrig bleibt ? Die legten 3 e ^ e ^ werten 
Sie nad)ftd?tiger für bie übrigen ma^en* 

Dienstage 2L »♦ £umbolbt 

2. 

ipumbotbt an ^arnljagen. 

^Berlin, ben 1. SRofccmber 1827. 

(Sie tyaben mir einmal einige freunblid)e 2ßorte über meine $er^ 
(u&e gefagt, bie $atur lebenbig unb bod) mafyr (b. i. in ber ftrengften 
Uebereinftimmnng mit bem 23eobad)tcten) fdnlbern. Dajj biefe 
SBorte mir angenehme ßtnbrüdc gelaffen, erfennen @ie an bicfem 
fcfewadjen 2lu3brud metner Danfbarfeit.f) 3$ babe bie Sridu^ 
t e r n n g e n faft atte umgeanbert, unb ben Sl^obif^en ® e n t u 3 
gugefefct, für ben ©Ritter einige Vorliebe jeigte. Dtit ber freunb? 
fc^afttidjflen £>od)ad)tung 3^ 51. £ u m b o I b t 

<8onberbar, ba§ mir Äoreff nie geantwortet auf ba$, ma3 wir Jjter 
für itjn getfyan ! 

3, 

£umboIbt an SSarn^agen. 

33 er l in , ben 21. ^ofcember 1827. 
2ftittroo#, fta^tS. 
Da t<$ SÖofylwotlenS unb meiner 9toten, bie td) fireng be* 
folgt, fixerer aU be$ 9tad)fd)retben$ ber 3nt)örer bin, fo überfenbe tdj 

*) lieber bie #cm£t*Urfad)ctt ber Xemperatur^erfcfn'ebenljeit auf bem 
dCrbför^er. 

f) ^Cnfic^teu ber Sßatur. ffteue Auflage, 



3t)nen t)icr, mein 2>ere!t)rtefler, tie ganje fünfte ©tunbe fammt ter 
heutigen 9iefapitu(ation. ©ie werten tarin gewi§ feine antipbilo* 
fopfytf&e Sßentung ftnten. ÜJ?ad?en 6ie jeten beliebigen ©ebraud} 
oon tiefen flattern, nur feine s 2lbfd)rift jum £rurfe, unt 
fenten Sie fte mir gütigft &i$ Sonnabent gurücf; tag tiefe 9toten 
nur für midj waren, erfennen <Bie auö ter 33erroorrenf)eit ter 3fletac^ 
tion, aber ter Sßunfd) offen ju Banteln, fegt mid) über jete 33eforgnijj, 
bie mir meine (Eitelfeit einflößen tonnte, hinweg. 

51. £umbolbt. 

(§)ic SBIä'tter fottten bem *ßrof. §egel mitgeteilt werben, bem hinter* 
Brad)t worben war, £umbo!bt fyätte Slnjüglicfyfeiten gegen bie ^itofopfue 
einfließen laffen.) 



4. 

£ u m b o 1 b t an $arn^agen. 

35 er! in, ben 15. $prif 1828. 
dürfte id) @ie X)eute jwifcfyen 2 Ul)r | unt 3 Ut)r auf einige 
2lugenblide ftören, unt (Bie um einen litterarifdjen $atfy bitten? 
9ftein 33ud) foü beiden: 

„(Entwurf einer pb^ftfcfyen SBeltbefdjrei&ung." 
3$ wünfebte tie intioitueüe SSeranlajfung ter 33 o riefungen auf 
tem Site! anzugeben, unt boeb füllen laffen, tag id) metjr unt etwaä 
antereö gebe, aU tie Sorlcfungen. ,,9iad) (Erinnerungen au» 33or^ 
lefungen in ten 3^ren 1827 unt 1828, bearbeitet oon 21. ». §um* 
boltt" b,at man, bore icb, läcbjerlid) unt prätentiös gefüllten. 3$ 
gebe eö gerne auf; aber "Souvenirs (Tun cours de Physique du 
monde,' 7 "Souvenirs d'uu voyage enPerse, 11 febienen mir unfdät? 
lid). 2ßie foft td) ben Site! einrichten. „(Entwurf einer pfypf. $3. 
Pon 51. ». £. (auf 3>eranlajfurtj oon Sorlefungen neubearbeitet/' 
ober: „tfyetfweife nad) SSorlefungen bearbeitet.")? SlUeö taä febeint 
mir unbeholfen. 2Itoerbta ftnt unpajfcnt für Sfcttel. Sie wenn id) 
mit ganj flehten Settern gufe^en liege: „Sin SfyetI tiefer ©ebrift ijt 
ter ©egenjhnb ton $orlefungen in ten 3a^ren 1827 unt 1828 
gewefen."? 21ber ta3 ift lang, unt tann taö Serfotm! „5luf 3Ser^ 
artlaffung" ift bielleicbt bod) beffer. 3* pertraue auf 3br Salenr. 



(Bit werben mir gewiß auä biefem Saburinttje heranreifen. 9ftit 
freunbfd)aftltd)fter 2tnt)dngUd)feit 3^ gefyorfamfter 

21. £umoolbt. 

(2lnmftrfungfconS3arnhagen. 3% felfcft Mte jenen erften 
Xitd an ber £afel be8 ^rinjen Sluguft getabelt, unb 5?umo©lbt e8 burdj 
SBeut^» wiebererfafyren.) 

5. 

§umoolbt an SBarnljagen. 

93erlin, ben 3. Sfyrtf 1829. 
3$ werbe tommen, 3hnen »erfönltf $u banfen, mid) auf einige 
SlugenbUde %fym Sftücfhmft unb ber frönen (Sinbrüde, weife 3^e 
neue ®eff aft*tr;ätigfeit überall gelaffen, gu erfreuen, unb in ben un^ 
glüdlifen $erf)altmffen meiner Familie bie ^Berjei^ung 3&*er 
geiftretf en mir ewig teuren ©attin $u erfntten. Der ^onig laßt 
ßd) nie (fet&ji öon $ürft 2Bittgenftein mdjt) ein 23ud) überreifen. 
@3 muß burf ben gewölmUf en Seg fommen. 3f werte e£ aber 
TOred) t fetjr, fetjr empfehlen.*) 3$ Ö e ^f t, unb reife in äff 
Sagen ! 

grettagä. 21* Jpt* 

6. 

£umooIbt an SBarntjagen. 

33erün, ben 26. VLpxxl 1830. 
3$ ftube tiefen 5lugenHid üon 3>otebam $eimf etyrenb 3^e teuren 
Briefe unb 3^ mir fo angenehmes ©eff cnf. Der 3^enjorf wirb 
mtf fefyr, fet)r erfreuen: eö ift eine inbi^ibueüe $In)ßognomie wie 
Saoater, (Sarbanus. Ueber bie neuere $ietifteret <3. 22. bie in £affe 
au^ubrefen anfing, habe if gelächelt. 3h r ©djlujj bes 2Berf3 
ift »ott Sßürbe unb 2fr.mutl). — 3$ freue mtf, ju ^ören, baß ©ie 
meinen cri de Petersbourg, eine $arobie »or bem ipofe gehalten, 
freunblif behalten wollen, — ein gedrängtes SBerf zweier 9täf te, ein 
SSerfudj ju ff meißeln otme (Srniebrtgung, 31t fagen was fein fottte. 
Da (Sie unb 3bre getftreif e $rau, meine oieljafjrige gütige $reuntin, 



*) (Sin 23uf toon kernte. 



— 4 — 



an allem Sljett nehmen, was mir $reunblicbe$ begegnet, fo melte i$ 
3b,nen, ba§ mid) ber König wafyrenb fced 5teid)ctagö jum Kaifer fd)irft, 
»akfcfeeinlidj reife icfy jugleicfy mit bem Kronprinzen, ber bie Kaiferin 
gnm SRenbeaöouö in gifcfybadj abholt» 3^ ^- 
Sinjentorps Briefe an ben £eüanb waren wofyl leferltdjer ! 



7. 

£umbo!bt an Sarntyagen» 

«Berlin, ben 9. Sult 1830. 

9cet)men <5te nnt) 3^e geiftretebe trepcbe ©atttn, in abermaligem 
^Begreifen meinen warmften £anf für 3^ neue» mir fo angenebmes 
©efdjenf.* ) £er 9Jiann, beflfen (Sigentbümltdfyfeiten @ie fo finnig 
entwidebn, war mir perfönlid) unbefannt; er geborte ju benen, bte 
burd) inbtoituette $erfönlid)feit beroortreten, im fiebert wiebtiger, ald 
turd) U)re ©Triften geworben ftnt. Gin 9ftamt, ber fiel) einbildet, 
car) feine Erinnerungen bis inö erfte 3^r fyinauffteigen (tie ■äftarf* 
grafin redmete anterS: j'etais un enfant tres-precoce, a deux ans 
je savais parier, a trois ans je marchais!), ein 9ftamt, ber einen 
(Bcbujjgeift im fcbwaqen Hantel, wie darbanuö r)at, nüchtern alte 
3ungfern liebt, Hof um fte gur £ugenb unb Sitteratur ju bef ebren ; 
ein 9ftamt, bem baö (Sd)tdfal beutfdjer ^rofejjoren unter beutfeben 
dürften tragifeber ati baö ber ©rieben erfdjetnt, — $at meine gan^e 
23ewunberung als Seltenheit. £ie Ktrdjenjeitung wirb ibn niebt 
unter bie ©laubigen sagten, unb bie @d)immelmann$ werben e$ 
3^nen, mein $erel)rtefter, nidjt Dan! wijjen, ba§ bie ©cbrtft an bie 
banifc^^b;oIfteinif^en (Saturnalien empfmbelnter Demagogie erinnert ! 

freut mid) unenblicb;, ba§ Sie ftdj mit Hartenberg Befdjaftigen 
wollen, eine fdjwierige aber banfbare Aufgabe, wenn »Sie nur bie 
Sporen ju unterfc^eiten wiflfen, unb ber $arteibat3 einft fdjwetgen 
Wirt. 2Iucb für #egel fcbieint er enblid) $u metner freute in ber 
Stfatemie $u febweigen. Danfbarft 3^r 

freitags. 21. £umbolbt. 

•) £)enfwürbigfeiten be8 $f)tfofopf)en unb Birgtes 3of>ann Benjamin 
Ertjarb. herausgegeben toon Ä. SSarn^agen toon (Snfe. Stuttgart 
unb Bübingen, GEotta. 1830. 



— 5 — 



5£ßir finbcn aus jener %t\t in 93arnfyagen'8 Sägeblättern fotgenbe 
©teile: „SUeranber Von £mmbolbt jagte nad? ber 3uü*tootution ju 
ÖauS, bei aüju »arme Hoffnungen von ber neuen Regierung fyegte: 
„©laufen ©ie mir, lieber ftreuno, meine 2Bünfd;e (tiutmen mit ben Obren 
überein, aber meine Hoffnungen finb fd;toad). ©eit vierjig Safyreu fefy' id) 
in ^aris bie ©enwltbaber rocdjfeln, immer falten (Sie burefy eigne Untüd)* 
tigfeit, immer treten neue 53erfpredmngen an bie ©teile, aber fie erfüllen 
ficf> uid;t, unb berfelbe ©ang be8 23erberbenS beginnt auf neue. 3d) l)abe 
bic meiften ber 2J?änner beö £age8 gefannt, jum Xfyäl vertraut, e8 ioaren 
ausgezeichnete, »ofylmeinenbe barunter, aber fte Ivetten nicht au§, batb 
roaren fie nicht beffer als ihre Vorgänger, oft nmrben fie noch größere 
©dmfte. $eine Regierung hat bis je£t bem SSotfe SBort gehalten, feine 
ihre ©elbftfud;t bem ©emeintoohl untergeorbnet. ©o lange baö nicht ge* 
fd)ieht, rotrb feine 9JZad;t in granfreidj) bauernb befielen, 2)ie Nation ift 
noch immer betrogen roorben, unb fie toirb nneber betrogen. 2)ann nnrb 
fie aud) toieber ben 2ng unb £rug [trafen, benn baju ift fie reif unb ftarf 
genug." 

8. 

SSarn^agen an §umbo(bt 

23 er I in, ben 23. Januar 1833. 

freilich mar ich e$, ber (Ew. ©reellen^ neulich im ©omtenfeheine 
ber 9Rittag$ftunbe begegnete, nnb @ie fpät erfannte, wie von 3^nen 
31t fpät erfannt würbe, ©ern wäre ich Sfyntn nachgeeilt, aber fo 
rafcfje, jum (Einholen nötige ©ebritte wollten mir no$ nicht ge3iemen! 
3<h ^atte (Ew. (Ercellenj ein 2ßort, Hrn. von 23ülow in Sonbon be^ 
treffenb, mit^utkilcn gettmnfcfyt, baö bamafä noch Ö an 3 a u3 
ftcherfrer Duelle, unb wahrfcheinlich auch 3h ne *t ttoc^ neu war, eine 
Sicherung beö Königs nämlich, wonach bie (Gefahr, in welcher jener 
verwegene ©efanbte fchwebte, alö vorübergegangen ansehen ift. 
©eitbem haben (Ew. (Ercettenj von allen Drten her bie ^unbe längjt 
vernommen, unb meine SEfttttheilung ift veraltet. — 

9tun haben wir $rcu£cn ja enbltch auch eine allgemeine SSolfä* 
Vertretung empfangen, über vielmehr, mir ^atttn fie lange, unb wujjtenä 
nur nicht. Hr. 33ifdjof Stiert §at uni bie 5lugcn geöffnet, er hat 
guerft ba3 gro§e 2£ort au^gefprochen, ein ^weiter Sftirabeau an Siebt 
ber (Tetanien unb Kühnheit be£ februefe; id) benfe mir, nidjt nur 
ber Sftitterfaal, fonbern baö gan^e ©chlog erbitterte, als er ben gemäjU 



— G — 



tigen Sprud) in bie Versammlung tonncrte, tie Vertretung be3 ganzen 
8oK$, aller Stänte unt 3ntcreffcn (et — ras Drtenefeft! 3$ beuge 
mid) in (Ebrfurdt unb 33ewunterung tiefer foloffalen Kübnbeit, tiefer 
neuen unerhörten Kombination, woburd) tte elcnten 3«ftitutionen, 
tte Bieber für Volfäsertretung in Suropa gelten turften, Parlamente, 
Kammern, Staute, Sorten unb tergleicfcen mebr, in i^r nicfytd ge* 
fdleutert werten. 3& §afce ben Sftctner nur burd) ten lautlofen 
9)iunt tcr Staatcjeitung vernommen, aber öw. (Evceüenj waren ebne 
3wetfel gegenwärtig, unb gewiß betauern Sie mid), untr rufen mir 
ju, wa$ in alter 3"t tton 3>moftl)ene3 sorgelefener $ele gefagt 
würbe: 3a, toenn 3^ erft if)n felbft gehört hattet! Unb ba$ beifällige 
Sädeln, bie gnätige 3 u f r t e benf>eit ter £örer, bie froren 33Ude ber 
(Btaunenben mit anjufekn, mu§ ben (Sintrucf nod) mefrr erf)5t)t fiaben ! 

D unfere eoangelifd)en Pfaffen fmb auf gutem Sege, fte »er* 
fpred)en ben fattyolifdjen, wie fte in tt)rer f)üd)ften Pfaffenblütfye waren, 
nidt^ nachgeben ! Sold) glei$nerifd)er Sd)waqrocf madt un3 $um 
©efpött son ganj Suropa. Volfcsertretung Ijin, 35 olf Vertretung t)er, 
mag fte gegeben werten, ober oerfagt bleiben, baß lümmert mid) in 
biefem 5lugenblide nidt, aber ba§ ber Kerl ba$ Drbensfeft bafür ein^ 
fdneben will, baö ift ein Unterftefyen, worauf baö Solkaus ober ba$ 
3ud)tfyau3 ftefjen fotfte. — 2lber nid)t einmal ein Siefc, ein ©affen^ 
f)auer, ein Sd)eqbtlb beftraft fold)e Ungebühr, e3 ift alles ftill ! — 

Unb ba e3 benn Sdjlafcn^ett ift, fo will td) mid) aud) nieber^ 
legen, unb 3§ntn unb mir angenehme träume wünfcfyen. SDitt 
tieffter £od)ad)tung *c. jc. je. 35. 

(SSergt. 8. fc. £umbolbt8 33ittet an fftatjet bom 1. ftefcr. 1833.) 
9. 

§umboIbt an Stapel. 

33 er Ii n, ben 1. gefcruar 1833. 
Wltin frühes Antworten ift fein gutes 3 e ^ en / meine oerefyrte 
^reunbin ! 2Bemt in biefem Sanbe etwaö gu Staute fommen foll, fo 
mujj c$ 14 Monate baucrn, bann ift Hoffnung, £er 33rief, ben ich 
(Sie ja bitte, nidt in ber £anb 3^er $reuntin 31t Iajfen, fagt alles. 
Wem l)at mid) müntlid) unb fd)riftlid) erft freuntlidft unt finnig an^ 
gebort, aoer t)eute fritf) famen bie fd)önen, feljr fd)onen 3^^«««9 e « 



— 7 — 



gurücf ! Tat unterffricbene SBort tonnte mir nod) einige Hoffnung 
geben, aber icb, täufde mich lieber felBfl, ati Untere, unb Die 8efHmmt* 
beit b0B Gbarafterä son ©eutfy, tcr t>ter allein entfdciret, »erfperrt 
bic 8lit$(icfct. Taj) ren tbätigften Jöiüen gezeigt, wie (S i e e3 
Wollten, frctarf feiner Srflarung. ta3 füllte bei 3bnen ein tyifko* 
rifdjer QMaube fein, 9J?i3dten Sie mir toeb ein tröjlenfcea ©ort 
über ten teuren Sarnftagett fagtn, tie einige gläti3cntc ©tufce 
unferer Sitteratur (im Öftren (Sinne fceä SSortcö) unfereö Sötern 
lautet, „in lern, fagt ber 23ifdof mit bem gejüdten 
(Sdroerte, aueb He anögejeiebnetften Talente, alö folcbe, 
feine 2lu^eidmung oerbienen. Sä ift fein Söunber, fcajj fo etwa* 
auögcfagt toirb, aber tt>a$ nieberfdlagenter ift, fdeint mir bte 
<Sdled)tigfeit tcr ©efellfcfyaft, in ber man l)ier lebt, unb bie oon 
foleben umoürbigen 2leu£erungen and) nidjt einmal, aufgeregt mtrb. 
<Sd)onen <Ste 33eibe 3br bcjfered ©ein. 21. £t. 

10. 

£umbolbt an SSarntyagen. 

53 erlin, ben 3. gebruar 1833. 
3d) bin unentlid) banfbar unb gerübrt bureb 3^en fdönen 
Brief. Slnmutfy nnb 2Sol)lflang ter <Sprad)e füllten fo immer 
bte 2lnmut£) ber (Sitten begleiten. Sftein Bruter, ber jioei $age 
§ter mar, aber meift unter bem SBellenfdlage ber ^rin^en, bie nn^ 
tterbittlicfy ju Uttm baä 3led}t baben, trägt mir auf, 3t)uen, öer^ 
Carter greunb, gu fagen, nüe fel)r er fül)le, maö ©djmetdjelfyafteä 
in bem Verbieten liege, aber er ifl fo feljr mit bem £rud feines 
Duartbanbeö über bte mit bem ©anäfrtt öenoanbten ajlatifdjen 
(Spracben befdäftigt, baj? er ntdt annebmen fann, ioa$ er für etn>a3 
fetyr SBic^tigeö $ält. (Er n?ünfd)t für ben diufym beä gro§en 216* 
gefdictenen, tag eic bie Arbeit übernehmen mödten. 3$ toöre 
mit (Scbuter^, tag (Sie unb 3ftre gciftrcid)e greunbin nur Sin 
Heine* (Srüdden ©efuntbeit \}abm, taö (Sie ftdj bbflidft gcgen-< 
feitig ableiben — eine 2lvt bei $}edfeUUuterrid>t3 ober 2l^aic'fder 
ilompenfatton, über melde id) tief traure. 3d habe einen langen 
Brief oon grau son Sotra. &i fdjeint, aU ioerbe fte felbft bie 
Allgemeine 3^"«0 für ftd) übernehmen, nüeber eine ant^falifde 



£eben3regung. 2Bte fcocb, gu gewiffen Stitm ein *Prinjip immer 
bte ganje SQBcIi durcbdringt: örwaefyen de$ s 2lelter^©eglaubten, un=? 
Knrüftücbe SricjDendlufl, 9fti§trauen in jede Sejferung, £alent^ 
IBajferfc&eu, fircfylicfyer UnitäUjroang, diptomatifcfye ^rotofoüfucbt... 
cardines rerum. 2L $t. 

(Anmerfung »ort ^arnbagen. 3* blatte im tarnen 
son Slabel, tie wegen .ftranfbeii niebt formte, das an fte geriete 
tete SBiüet com 1. beantwortet, unfc naebfebrifilieb den SÖunfcb aus.-. 
gedrüeft, der 9ftimfter son ipumboldt mbebte für die 3afyrbüd)er der 
Äritif den eben erwartenden üollendeten &mji recenftren. 

11. 

Humboldt an Stapel. 

Berlin, fcen 9. gefcruar 1833. 

3$ bin no$ einmal bei SBeutf) gewejen, um if)m feine alte freund? 
febaft mit 2. inä $edacbtni§ gu rufen. (Sr meinte: e* würde für 
die Familie nüfclid) fein, Ca» rein Arcbiteftonifcbe son rem bfo§ 2and^ 
febaftlicben und den Äupferfti eben $u trennen. 9?ur da* "Urcbitefto^ 
nifebe fönne feinem 3nitt*ute nüfcen, und wenn der ^amiüe daran 
läge, fo würde er für einige hundert $baler (4 — 500 jfttl. ?) a\u 
laufen fbnnen. (So wenig einfadend aueb dtefer ^orfcblag i#, glaubte 
icb doeb* öerebrteße $rau, 3bnen Jenfetben mittbetlen ju dürfen. 
23eutb wünfebt dann unmittelbar mit jemand $u unterbandeln, der 
ibn in feinem £aufe ree^alb befueben wollte. SSftbge die ^rübling^ 
fonne 3bnen Seiden SÖarme, £>eiterfeit und Äräfre gewabren. £a£ 
b^antinifebe 3fteicb (atlbier) ift fefyr ernftbaft in gwei Parteien de$ 
S3unfen*fcben ©efangbueb* und de£ Slener'fcben Siederfcbafceä getbeili. 
Tie Kriege? und Adjutanten? s Had?t iß für den 2teder|'cba|. 3$ biß 
aotb unentfebieden. 

(Sonnabend. £t. 



12. 

ipumboldt an SSarnbagen. 

©onnafcenb, ben 9. Sftärj 1833. 
Sinem (Seifte wie dem 3fyrtgen, mein edler freund, ift (Sinfam* 
feit und Stube nötbig, See febbpfen nur auc ftA fdbft. Renten Sie, 



— 9 — 



ba§ id) tie <Sd)reden3nad)rtd?t* ) erft gefiern 9tacbt turd) $ürfi Sa* 
rolatlj erhielt» (Sie miffen, welche manne, langgeprüfte, nadftdjt^ 
volle ^reuntin id) an 3fo ^r 3* er te ^ reö ®efdfed)t$, verliere; wie 
liebencivürtig jte nod) für mid) mar bei bem fleinen mir anvertrauten 
©efd)afte bei Seutfy ! So tief mit allem hinfälligen unfc Grüben te$ 
£cben£ vertraut, unt fcod) fo Reiter unt fo milte! Sei fo viel ©eift, 
fo gemüttiltd) unD fo l^Itd) ! Sange mirt 3^nen tie Sßelt öte er* 
feteinen, aber ta$ 23emu§tfein, bt3 jum legten ipaueb, einer fo fd)onen 
(Seele gegeben ju l)aben, roaS ©etft unB £erj uni 2lnmutb ter «Sitten, 
tvie t?ie 3f)rige, teurer $arnl)agen, gewähren fönnen, ift bod) ein 
23alfam für tie Sßunte, Schonen (Sie, id) befdmöre Sie, 3l)re 
©efuntf)eu\ 2L £umboltt* 



13* 

ipumboltt an SSarn|ageti. 

Berlin, ben 3. S)ecemBer 1833. 

SSerjeifyung, taufentmal Ser^eibung, tag id) 3^en fo fpat erft 
tie flafftfd)en (Studien von $riebrtd) ©Siegel jurüdfente. 3d) fyabe 
fte fleißig ftutirt, unt mtd> überzeugt, ta§ viele 2lnftd)ten te£ l)eüeni^ 
fdjen 2lltertl)um3, tie bie teueren ftd) jufdreiben, in 2luffä£en von 
1795 (eine £eufaIionifd)e $or^eit) begraben liegen, 2lud) ter 
2lngelu3 Sileftuö, ben id) nun erft babe fdä^en gelernt, Bat beiren 
Brütern grofe freute gemalt. ®$ iß eine grömmigfeit, tie einen 
tvie eine milte $rül)lingcluft anmeBt, unt ter Sereangten mvfteriöfe 
Merogl»pl)tfd)e 9fterf3cid)en machen mir 3tyr ©efdjenf doppelt tbeuer. 

(Spifer Bat auf eine tvunberbare Sßeife einen ©enittv „aftrono* 
mifde Beobachtungen 2tleranterö von £umboltt" für eine Unter* 
febrift bei ter 2lnjeige von Dltmannö £ot geBalten ! 3$ fterte e$ 
o^ne Bertdjtigung ftekn laffen. 9Jtit aller 51nl)ängltd)feit 31)r 

51» £umbolbt* 



14, 

£umboltt an Barnftagen. 

Berlin, ben 9 Secemfcer 1833. 
3& tkile 3Bnen, Bo$verel)rter greunt, einige ©orte ter liebend 
*) ftaBel's £ob. 



— 10 — 



foürbigen £er$ogin »ort £effau mit. 2WeS roaS bie Unfertge an* 
geneljm berührt, muj} 3|rem iper^en treuer fein. 

21. s. £nmbotbt. 

(Sonntag. 

„Seff«H, ben l. £)ecember 1833 
— (Empfangen (Sie aud) meinen beften £anf für bie mitget^eil^ 
ten 33üder, tic micb jeteS in feiner 2Irt fe|r intereffirten. £ie 
„3flat)el" nidt perfönlid) gefannt baben, betauere icfo, jumal nad- 
bem mir U)r 3nnereS fo flar geroorben, id) fcatte gern bie äußere Sr* 
fdjeinung, unb roie ftd) in tiefer ber $em erfennen Ue§, beobachtet. — 

Srieberife iperjogin JU 2lnfyalt." 

9tod) öofl 23erounberung über „bas 23nd) aller 23üder!" 
2)arf idj «Sie, fcerefyrter gveunb, um $riebrid) (Sct/legePs fämmtlidje 
SBerfe etroa ben brüten Sfyeil Utttn ? 



15. 

ipumbolbt an 5>arn^agen. 

^Berlin, ben 19. 2>ecember 1833. 
£urd) bas langweilige nnb Iebenbige #ofleben abgebalten nridj 
nacb? ber tfyenren ©efunbt)eit meines ^reunbeS perfönlid» jn erfunbu 
gen, mnj? icb; leiter ! fdjriftlicf) bitten, mir gütigfi ten S3rief ber £er* 
^ogin öon £ef[au, ber freunfclidje $3orte für bie Serflärte enthielt, 
jurüdjufenben. 

21. ö. £umboIbt. 

donnerstags 



16. 

£ u m b o 1 b t an SSambagen. 

33 er t in, ben 24. DftoBer 1834. 
3& fange ben Xxuä meines 2£erfS (bes SBerfö meines SebenS) 
an. 3ct) fyabe ben totten (Einfall, bie ganje materielle Sßelt, alles 
roaS roir ^eute tton ben Srfdetnungen ter £>immeleräume unb teS 
(Erbenlebens, tton ben ftebelfiernen bis jur ©eograpbie ber Sftoofe 



— 11 — 



auf fren ©ran itf eifert, wiffen, aüeö in (Einem ©erfe tarjuftcllett, unD 
in einem Sßerfe, taä jugieid) in lebendiger Spracte anregt unt taä 
©cmütt) ergibt« 3?te 9 ro F unC »iebtige 3tee, rie irgentwo aufge* 
glimmt, mujj nehm fcen £batfad}en fyier «erjeiebnet fein. £s mu§ 
eine GpoaV ter geiftigen Sntwitfelung Der 3Rertjä)&eit (in ifyrem SHjfen 
»on ter Statur) tarftetien. Tie ^rolcgcmena jtnt meift fertig, Ter 
gan^ neu umgearbeitete, son mir frei gehaltene, aber an temfclben 
Sage tiftirte Discours d'ouverture, tas Sßaturgcmäblre, tie 2ln* 
vegungemtttel jum SRaturftutium im (Reifte unfercr 3eit (treicrlei: 
1) Poesie descriptive unt lebendige <2dnlrerung ter SKaturfcenen 
in moternen 9teifebertcbten 2) Sanrfcbaftcmalcret, Tarftellung, 
finnlidje, einer erotifeben 9tatur, wann fie entftanren, mann fie 25e* 
fcürfnijj unt) ^or)e freute geworren, warum raö leirenfcjaftlicbe 2Uter* 
tbum fie ntdjt tyaben fonnte, 3 j Pflanzungen, ©ruppirung nad> ^flan* 
genpt^ftognomif, (nickt botanifebe ©arten) ; ©ei'cbicbte ter p^ftfeben 
SBeltbefdjreibung, wie ric 3tee ter 2BeIt, Deö 3ufammenl)ang3 aller 
firfebeinungen, ren SBölfern turd) ren Sauf ter 3atyrlmnrerte ^ar 
geworten ift. Tiefe ^rolegomena ftnt rie Jpauptfacbe, unt enthalten 
ten generellen $l)et(, it)'m folgt ter fpejieüe, — tie Sinaelnljeiten, 
geortnet, (id) lege 3fwen einen SEfyeil eines tabettarifdjen Stegijierö 
bei). Weltraum — tie ganje pbtyftfcbe 2ljtrenemte — Unfer fefte 
(Srrförper, 3nnerec, 2leujjere3, (Eleftro-^agncti^mUö te* 3nneren. 
SSulfanUmuS, t. b. 3Reattion tes 3uneren eine» Planeten auf feine 
Dberflacbe. ©lieterung ter Waffen, Sine fleine ©eognofte — s D?eer 
— Suftfrctä — Klimate — JDrganifcbes — ©eograpl)ie ter Pflanz 
gen. ©eograpbie ter $t)iere — •SD f c'enf(fren*9ftacen unt (Spraye — 
fceren tarnt pfypftfcfce Drgantfation (Slrtifulation ter £one) oon ter 
3nteÜigeng (teren $>rotuft, SfJcamfeftation ter ©pradje ift) beberrfd)t 
Wirt. 3« fcem fpejieüen £t)eile alle numenfeben SRefuItate, tie ge^ 
naueften wie in Laplace exposition du Systeme du Monde. Ta 
tiefe ßinjelnbeiten niebt terfelben titterarifeben Tarftellung fäbig ftnt, 
aU tie allgemeinen Kombinationen beß ^caturwiffenä, fo wirt taä 
nur gaftifefce nur in furjen <^ä|en fajl cabeflarifd) geortnet, fo tag 
3. 33. über Klimate, über SrtmagnettemuS ter fleißige Sefer in wes 
nigen flattern alle SRefultate $ufammengetriingt (inten mujj, tie ein 
©turtum öieler 3abre nur liefern würte. Tie ^ormäbnlictfcit 
(litterarifebe Uebereinftimmung) mit tem allgemeinen £beile wirt 



— 12 — 



»ermittelt fcurd) Heine (Stnleituncjen 31t jerem fpesieüen «RaptteL Dt* 
friet) Müller hat in feiner vortrefflich gefebriebenen 2trcbäologie riefelbe 
Metbore febr glürflieb befolgt. 

3cb babe gewünfebt, ra§ Sie, boebserebrter greunfc, einen reut* 
lieben Segriff oon meinem tlnternebmen rureb mieb fettft erbaiten 
möerten. (Es ift mir niebt geglüdt, DaS ©an^t in (Einen 33ant? 3U* 
fammenjutrflngen, unr rod? müroe rä in tiefer jtuqe ren großartig* 
ften (Eintrucf binterlajjcn baben. 3* boffe, ra§ jwej Sunre ra# 
©ange faffen $eine 9?ote unter rem Stejcte, aber hinter ren jtapi* 
tcln 9coten, welche gang ungelei'en bleiben tonnen, tie aber folire 
(Erurition unr mehr (Einzelheiten enthalten, Das ©anje ift nietjt 
was man gemeinbin p h 9 f i fa 1 1 f ch e (Srobefdjreibuncj 
nennt, es begreift jpimmel unr (Erre, alles ©efebaffene. 3$ ^atte 
oor 15 S^ren angefangen, es fran^bpfd) git fdjreiben, unr nannte es 
Essai sur la Physique du Monde. 3 n Deutfchlanfc roollte ich es 
anfangs ras Such oon fc er Statur nennen, wie man rer* 
gleicben im Mittelalter von Albertus Magnus $at, £aS ift alles 
aber unbeftimmt. 3^t ift mein Sitel: $ o S m o S. (Entwurf 
einer pbpfifeben Sßeltbefcbreibung üon 5L o. 
91 a cb erweiterten Umriffen feiner S o r l e f u n g en 
in ren 3abren 1827 unD 1 828. Set (Eotta. 3* 
wünfebte ras 2Öort ^oemoS hinzufügen, ja feie Menfcben ju zwin* 
gen ras Sud) fo ju nennen, um ju oermeiren, ra§ man niebt £. 1 S 
pbt)ft|'cbe ßrrbefebreibung fagc, was renn Das £ing in fcie klaffe rer 
s Dlittcrfad>er 1 fd>en ©griffen werfen würte. Sßeltbbefchrcibung (nad) 
SBeltgefcbicbte geformt) würbe man als ungebräuchliches 2ßort im* 
mer mit (Errbefcbreibung oerweebfetn. 3$ wei§, fca§ Kosmos febr 
oornebm ift uno niebt ohne eine gewiffe Affeterie, aber ter Site! 
fagt mit einem (Scblagworte Gimmel unc Sroe, uno ftebt 
ter ©aa (rem etwas fd)lecbten (Errbucbe oon $rof. 3 f une, einer 
wabren (Errbefcbreibung) entgegen. Mein Srurer ift auch für ren 
£itel $oSmo3, icb babe lange gefebwanft. 

yinn meine Sitte, tbeurer ^reunr! 3& fann es niebt über 
mich gewinnen, ren Anfang meines ManufcripteS wcgjufenren, obne 
(Bit anzuflehen, einen fritifdjen Slitf rarauf zu werfen. «Sie baben 
ein fo grojjeS Talent rer anmuthigften ©direibart, Sie ftnfc aueb fo 
geiftreieb unr unabhängig, ra§ ©ie formen res <2d)retbenS niebt 



— 13 — 



grabehin äurücfjrojjen, bie inbioinuell fint), unb tton ben 3Mgen 
abweisen«. Scfen Sie gewogentltcbft Die SHete, unb legen Sie ein 
Blattchen an, auf weichet Sie fc^reiben, ganj ohne ©rünfce anfüge* 
Ben: fo ... hätte ich lieber ftatt fo ... tiefet. Nateln Sie aber 
nidbt, olme mir $u Reifen, 2lud) berulngen Sie mich über ren 
Sitel. Sftit innigfiem Vertrauen 3t)r 

SÄ. ». fiumfcoltt,- 

Montags. 

Die £auptgebred>en meinet Stils ftnb eine unglücflicfce Neigung 
ju allen bichterifchen formen, eine lange spartigiptal^onftruftion 
unb ein ju grofjeä ^onjentriren vielfacher 2tnftchten, ©efühle in Sinen 
^eriobenbau. 3* glaube, ba§ tiefe meiner Snbiötbualität anhan* 
genben SftafcifaUUebel burch eine daneben beftehenbe ernfte (5tnfad$eit 
unb Verallgemeinerung (ein Schweben über ber Beobachtung, wenn 
ic^ eitel fo fagen bunte) gemindert werben. (Sin Buch oon ber 9tatur 
muß ben öintruef wie bie Statur felbfi hervorbringen. Sßorauf ich 
aber befonter» mie in meinen Slnfichten ber9tatur geaebtet, 
unt> worin meine Lanier oon ^orfter unb (Ehateaubrianfc ganj oer* 
fd)iecen ift, icb fyabt gefud)t, immer wahr befchreibenfc, beliehnem», 
felbft feientiftfd) wahr ju fein, ohne in Die bürre Legion be$ 2öiffm3 
gu gelangen. 



17. 

£umbolbt an Barnhagen. 

Sertin, ben 28. Dftofcer. 1834. 
Sie $abm mich aufgerichtet unb erfreut burd) 3^en liebend 
WÜrbigen Brief unb 3^re noch IiebenStoürbigere Sorgfalt. Sie ftnb 
ganj in ben ©eifr meine* Bejlrebenä eingedrungen, nur hat tie 2leu? 
fjerung meines liebenten Vertrauens (eine SEftanifeftatton ter 2Bür* 
bigung 3fore$ fchönen SalentS in ber jpumbolDtifcben Familie) Sie 
ju nacbftcbttg unt> lobenb gemaebt. 3& r * Bemerfungen h a ^ en 
63rafc ber Reinheit, res ©efebmaefs unb reö ScharffmuS, ber mir Daä 
Verbeffern 3um angencbmften ©efdjäft gemaebt. 3* babe alles, fajl 
alles benu£t, über neunjclm 3n?anjigftel, einiger Gtigenjmn bleibt rem 
erften SRefcafteur immer. 3* bitte taufenfcmal um Belebung, Mjj 



— 14 — 



id) 3^" cn SMättcr gefantt f in benen id) ( gegen bas ßnbe ter 9tebe) 
Das 9teus2tngcflebre nidrt Durcbgefefyen. (Einige trafen waren ganj 
cmbrouittirt. Sie erlauben mir, Da§ id) in liefen Sagen 3^nen 
nod) münDlid» taufen Darf. Dann werte id) 3^nen Sie ^erbefferun^ 
gen am (Sdjlujfc Der diele oorlegen. — 2tud) id) roürDe mtcb glütfltd) 
gefebäkt haben, l)ätte id) Der Unferigen einige hefer Sfteifebilter oor* 
legen tonnen. Danfbarft 3^ 

0. £umbolDt. 

2£enn es bod) im Deutfd)en ein fo ttortrefpiebes, ganj unraifonir^ 
tes @pnonpmen^33ud) gäbe, als Das beiliegende, roeld)es ©ie gerotjj 
niebt fennen, unD Das mir Der Slbfcö Weitste angeraten, weil es einem 
»iel, öiel 3ett erfpart. roenn man ein äfynlicbes 2Bort fuebt. 9ftan 
ftebt gleid), auf roeId)em Sßege Der (Srfaj} möglid) ift. 3$ §olc Das 
S3ud) ab, . 



18, 

£umbolbt an 35arn^agen, 

33 e r Ii u, Sonntags 6 Uljr frülj, 
ben 5. 2tyrü 1835. 

(Sie, mein teurer SBamfjagen, ber (Sie ben (3d)mer$ ntebt fürdj* 
ten, unb if)m finnig in ber Siefe ber ©efütjle na&fpüren, Sie muffen 
in tiefer trauerooüen 3ett einige Sßorte ber Siebe, bie 3tynen beiDe 
23rüDer gotten, empfangen, Die (Srlöfung ift nod) nidjt erfolgt. 3$ 
»erlief? tfyn geftern 2lbenb 11 Ui)r, unb eile lieber f)in. Der geftrige 
Sag roar roeniger erfd)üttemb. Sin tyalb foporöfer 3«f^«b, öiel, nid)t 
fet)r unruhiger ©djlaf, unb bei jebem £rtoad)en Sßorte ber Siebe, bes 
Sroftes, immer nod) bie ßlartyeit bes großen ©eifies, ber aües faßt 
unb fonDert, feinem 3 u f tan ^ e nad)fpaf)t. Die (Stimme roar fein* 
fd)road), raub; (Reifer) unb finblid) fein, baljer man U)m nod) blutige! 
auf Den ßefyffopf fefcte. Völlige 33eftnnung ! ! „Denft red)t oft an 
mid), fagte er oorgeftern, bod) ja mit ipeiterfeit. 3$ war fetjr glüd* 
lid) : aud) fyeute roar ein fd)öner Sag für mid) : benn bie Siebe ift bas 
£öd>fte. Salb merDe id) bei ber Butter fein, (Einfielt tyaben in eine 
fcöfyere SMtorbnung." ♦ ♦ ♦ $ttr bleibt feine ©pur »on Hoffnung. 



— - 15 — 



3d) Raubte nicfyt, baß meine alten 2lugen fo »iel fronen Ratten» £0 
bauert ad)t Sage. *) 



19. 

# u m b o I b t an Samfyagen. 

53 c r l i n, ben 5. 9D?ai 1835. 2)ien§tag8. 
3d) Mn leiber ! »on ben ttielen fürftüd)en Cremten fo befefjen, som 
2öetterfd)Iag, bem falten unb bod) mcfct erfrifcbenben, fo fyingeriffen, 
baß id) faum 3eit fmbe, 3£)uen, ct>Icr $reunb, $u banfen für ben 33olI* 
mann unb bie 33iogrartie beö £)ingefd)iebenen, in ber id) 3fyren $in^ 
fct unb bie 9i e t o u d) e n nid)t serfannt fyatte, aU bie ©taat^eitung 
in meine £änbe fiel. 25 on wichtigen Männern fottte man in folcfeen 
blättern ^u reben nid)t unternehmen ; gmifc^en einer Familie, einem 
Senfor unb einem eifigen $ublifum ift baä Problem "feiger ju löfen, 
beft£t man felbft 3 tj r e n ©eift ! £er 9tame 9flunbt ^at micfy an 
einige fetjr merfoürbige (Seiten feiner Sftabonna über ben ipang 
ber Deutfc^en su bumfcfen -ftaturgefüfylen erinnert. (5$ ift t>iel 2ßa^ 
res in biefen 23etrad)tungen, unb td) glaubte meine eigene 3Serbamm^ 
niß barin lefen. (So »tri, teurer greunb, über bie, uns 23eifcen 
seröbete SBeft. £anfbarft 3()r 

2T. £umboIbt. 

(5$ fd)mer$t mid) bod), bajj Sie bie ©rofprftm nid)t feiert tr-oüen. 



20. 

£umbotbt an Sarntjagen. 

Sertin, ben 6. Sflai 1835. 
3d) fenbe bie überfd)idten §cftc jurüd, »eil fte tfyre ©erieä untere 
brechen tonnten. 34 ^be faft alle 9flenfd)eu natye perflmlid) gefannt, 
bie Möllmann feljr lebhaft unb ml)x filtert. SSftan ftet)t, tt?te er felbft 
jteigt, inbem er fort lebt, in ttnd)tigere SSer^altrtiffe tritt. (Sin fon* 
berbarer SebenSpfab, medecin de sauvetage. 34 babe bejfere Sin^ 
brüde nun öon ttjm burd) Sie empfangen, benn, o^rte bajj Idj bie 
redte Urfadje erratben fonnte, fant id) Sottmamt in Safagette'ö %a* 
milie in ben legten 3al)ren nid)t beliebt. — 

21. £. 

*) 23il$efet ton §umbolbt ftarb ben 5. Hpvil 1835 ju Sieget 6 Ufa 
Slbenbs. 



— 16 — 



21. 

£ u m b o l b t an 23amf)agen. 

SB er I in, (gennabenb ben 23. Wlai 1835. 
Senn 3bmen, teurer greunb, baö SSflorgcnHatt »om 18. 9ftai in 
bie £anbe fällt, fo »erfett Sie gütigft ben ÜBIitf auf einen eben nic^t 
angenehmen 3(uffa| : SBilbelm $en £umbolbf$ 23egrabni§. -Stein 
Sruber wirb gefebübert alä öon feiner Familie vertaffen fterbenb. 
2iber folgen üflljfteutungen febenfe icf) wenig 2Iufmerffamfett; »>a$ ic§ 
aber ^u ratfyen roünfdjte, ift baä ßwettc, waö mein 33rutcr nädft bei 
Sftuftf nicht serftanb, nnb wa3 man nicht nennen fann. 3ft <35ott 
ober eine Unjudjt ? 3$ »eiß son feinem £)tftura ber Ulrt son ihn. 
Suchen Sie, mein teurer, bod) gu erfpäfyen, tüte man tiefen Stu^ 
fprueb im ^ublifum beutet. 2tuc^ meinet Kruberg politifche^ SfotS* 
febeiren ift fo weltbefannt, tag e$ fonberbar ijt, gu Jagen, man wijfe 
nicht, ob er baran Sduilb fei. (Sie fehlen, tdj rufe ihren Scbarffmn 
unb %fot Siehe gern an, um gu ergän3en waä mir an erfterem fehlt. 
£anfbarft 3*>r 

2t. £umbo(rt. 

22. 

ipumbolbt an Sarn^agen. 

55 er! in, ben 28. 2Kär$ 1836. 
(Sin ©ciji wie ber 3^rtge f ebler brennt, weiß in feiner SDWre 
unb Starfe für alles eine Slechtfertigung 31t erfinnen : tejjbalb fürchte 
ich auch nid)t, nach fo langer 2tbwefenbeit, mä> einem burd) fürftlid>cn 
SMenf&Iag unb Seftüchfeüen gerrijfenen hinter, heute Vormittag 
hittenb »er 3bnen ju erfcheinen. Sie ftnt in ber tonarmen, geiftig 
geröteten Start ber (Einzige, ber «Sinn für üftajj im Slusbrud traurig 
ger ©efüble unb für Harmonie be-5 Stilen $eigt. £arf ich; Sie bitten, 
einen fritif&en tßliä auf rie beütegenben SBIätter ju werfen. *) £ie 
SSartationen auf ber lebenren Seier für »terjig 3ubü)ifcuen war eine 
läftige, (Ufoerberoenbe Sftottjlöenfcigfeit. (E>3 war heftimmt, wer an rie 
grojje JEafel gelaben Werben fottte. 3$ benfe auch, barauc habe id) 
mich, burd> einige intUntueüc 23ejeidmungen nur grafcuirtftt £ob* 
gefang, nid?t gang albern gerettet. 3cb bitte Sie, mir ju erlauben, 

*) ^errebe jn Stlhelm« öon .§umbc(bt Sßetl über bte $tatcu Sprache. 



— n — 



gegen 11 Ut)r @ie $ eu t e befuckn 31t türfen, um bte SBlättcr, mit 
benen man in ber Drucferei fefyr eilt, fammt ü)ren münblicfyen Vernes 
fungen abgutwlen. 3$ änbere, falte eö nötfyig ift, sous votre dictee 
6ci 3bnen fetter. ö*5 wäre mcnfcfylicfy, wenn (Sie mid) oor 3^rem 
23ette empfangen wollten. Verehrungen 3fyr 

Montag. %. £umbotbh 

3d) fomme um eilf Ufyr. 



Varn^agen fcfyrieb ben 11* 1836 in fein $agebu$ : „Jpeute 
gang frity tarn 2lleranber »on ipumbolbt gu mir unb blieb anbertfyalb 
(Stunben. £)er $auptgegenftanb be$ ©efprädjd waren bie frangöft^ 
f et ett grinsen, bie fyeute fyier anfamen. Die Verlegenheit be3 Königs 
ift ntd)t gering, er möchte ben Cremten bie größten 2lrtigfetten er* 
geigen, unb babei gugleid), bafj tiefe 2lrtigfeiten in (St. $eteröburg 
aU ®robkiten erfdjienem Der 2J?inifter 2lncttton f)at ftd) nid)t ge* 
traut, bem Kronprinzen bie enblicfye ®ewij$eit jeneä £ie$erfommen3 
mtt$utr;eilen, er fyat e$ bem ßnhU überladen tlm baoon gu unterridj* 
ten. Unfre ^rin^en kauften fefyr auf, unb fdHmpften ükr ben unwilk 
fommenen SBefud); bie $rinzefftnnen 2lugufte unb 9flarie, welche 
giinftig baoon fprad)en, betonten t)arte 2Borte. Wan fprad) baoon, 
ba§ im Sljeater Sarm entftetjen würbe, einige 2eute würben flatfdjen 
wollen, tyoffentltd) weit mehrere giften, 3« &w ift Won bie 
Durdjreife burd) einen Vorfall foldjer 2lrt begetdmet werben. 3ube§ 
werben unfere $rtn$en, tro£ atteä ^Ujjgefüfyte, boefy fetjr artig fein, 
ba ber Sitte beö Köntgö hierüber il)nen gu beftimmt au^gefproeben 
worben. Die Königin ber 9ttebcrlanre, bie gerabe ^ier ift, unb bie 
man am erMttertften glaubte, getyt mit gutem Seifpiel ooran, unb 'er* 
Hart, fte werbe bie ©äfte bei ftd) annehmen. — $rükr Ratten ber 
©efanbte iperr 23reffon unb Jperr *on $umbolrt bie Steife abgeraten. 
Da§ fte nun boeb erfolgte, ftfeint ein betrieb be£ dürften son Detter* 
nieb, ber in ben orientalifcben 2tngelegenl)ettcn granfretd)3 öinwtrfen 
kbarf, aber gugleicb 3ftu§lan febonen mö&te, unb bakr ^reufeti 
öorfdüebt, naefy beffen Veifpiel nun bie 3lufnabme ber fran^eftfden 
^ringen in 2Bien nur eine notfywenbige $olge wirb. Die <Sacbe ifi 
attcrbingS ein (Ereigni§ unb i?on großer ©irfung auf bie ©cfmnun* 
gen unb ^nfidten, eine JbatfaA: te ju jebermann fpric^t. Unfer 



— 18 — 



£of, bas muf? jeber benfen, r)at entweber bte ®runbfä£e nidtf, bte er 
biö^er m tyaBen fdnen, ober er ift m fcftwacB, fte Behaupten m formen, 
unb muß anbre kugeln. 3n teilen fallen fcfylimm ! — u 



23, 

£umBolbt an 23arnhagen. 

23 erlin, ben 31. 2M 1836. 
(UeBer ben 5trttfet in ber Allgemeinen Leitung gegen Räumer, Horn 
9J?ajor fcon ^abotüilj angeBlid; toerfafet.) 
!Eer Srieffteller mn§ wenig von ber lügenhaften SluSfage ber 
®efd)wäd)ten m Beforgen gehabt l)aBem 3n kr allgemeinen 2lnftd)t 
üBer bie Untiefe unb £alBigfeit beö großen ©efd)id)t$for* 
f d) e r $ Bin td) feiner Meinung. £am liefet ftd) £err »on Räumer 
„al$ wenn man (Stodprügel frtegt," nnb bas" leibe unb »ergeBe 
td) nie* 

24* 

#umBolbt an 23amljagen. 

2ftontag§, ben 24. 2tprill837. 

(5« ift gar trbftlttfc, baj? Beibe trüber in tiefer intellektuell öer^ 
bieten ©tabt) rcie glänzte fte in Stauer ö IBlüt^e^eit !) in beut 9m? 
beulen be$ Sinnigen leBen, bem Sinn, unb jarte (Sitte unb Slnmutr) 
ber 9tebe geBlieBen fmb. 

Alle meine 9tad)forfdmngen üBer ben einzelnen ABbrud bee %vl\* 
fajeö waren heute sergeBenS, ja id) fyaBe md)t einmal ben einzelnen 
23qnb ber Afabemie 1822, weil td) bamafö in $)ariö leBte. £od) in 
wenigen klagen Bringe id) 3hnen biefen, and) geige td) 3hnen bie 
Sifte aller hinterlaffenen SBerfe meinet verewigten 33ruber£, bie ich 
müBfam angefertigt, unb bie (Sie vielleicht vermehren, CEotta wirb 
Silier bruden, aud) bie ad)tBunbert (Sonnctte unb geiftlidu* — eBen? 
falle ungebrudte — ©ebidjte auö (Spanien. 3# arBeite mit fHetat 
an ben (Emrtdbtimgen 3U btefer 21 u $ g a B e, bamit id) Beruhigt vor 
ber ^ollenbung hinfterBen lann. 

2Bie würbe ich je ben SSerbacht gegen Sie ^egen, tBeurer ^reunb, 
ba§ Sic mid) Bei ber trefflichen ^ürfttn eine Sontag werben 
(wie im (Salon ber ^rinjefjin SSclgiojofo), eine SrMBttion machen 



— 19 — 



fojTw l 3$ »crtc gern tefen in einem fleinen 3^et öon gtvölf M$ 
fünfjefm $erjonen, andere benimmt md)t, »eil SSerlin eine Heine, 
unlitterarifdje unb baju überfyämijck Statt ift, bie e£ Facber(id> ftn- 
ben foürte, »enn id) nad) $n?ei leider fd)on foöffentlidjen (Scfcau* 
fpielen ein tritteö gäbe, ©Iüdflidjerwetfe bin id) ofmebie* feine Son^ 
tag in 23ertin, unb bie SSortefung fann bafter febr fügüd) ein secret 
de comedie Bleiben* (Sie ftnb footjl men(d)(id) genug, in meinem 
(Sinne reben, unb mid) nid)t $u tabehu 9ttU aller .fpocfcadjtung 

21. »♦ $. 



25* 

£umfcoIbtan bte^ürfHn »on^ücfler. 
«Tarrive la nuit meme de Potsdam et paeeepte avec plaisir 
Paimable offre de madame laprincesse pour de m ai n mercredi 
soir ä huit heures precises, car le spectacle dure une heure. Je 
crains de prendre jeudi, vu Pincertitude des perturbations pla- 
netaires. Toutes les personnes que vous voulez bien choisir, me 
sont agreables, je prierais seulement madame la princesse de ne 
pas inviter Rauch, Gans, et M. et Mad. de Rühle parceque 
deja ils ont passe par cet ennui. M. de Yarnhageu ajoutera 
qui il voudra. Rien ne surpasse le taet qu'il a pour deviner 
qui pourrait avoir quelque indulgence ä m'entendre. Mille re- 
spectueux et affectueux hommages. 
Ce mardi 2 Mai 1831 

AI. Humboldt. 



26. 

£umBotbt an Sarn^agen. 
3d) tarn, tkurer gretmfc, auu jtt)ei ©rünben : 1) Um 3tynen 
baö opus vom 9Jiüüfter .ftampt? (casus in terminis, ju 25 (Everns 
plaren gebrudt) bringen, baö (Sie öietletdjt nod) mebt gefefyen, 
unb taö ein anbereis febr beftigeö be3 feltg verbrannten Stre? 
lifcifd)en ^Rinifterö öon Derlen veranlagt l)at. S3ie man jemanb 
treiben fann, tefen Sie S. 302). Sßoüte \& Sic bitten, uidt über 



— 20 — 



mity $u letzen, wenn (Sie morgen gn einer Seitüre Bei ter gürjHn 
eingelaten werten, 3$ ^nn tä 3^en befebroören, e3 liegt minier 
(Eirelfeit (öön ter id) übrigen^ gar niebt frei Bin), ati ©dnväcbe bed 
^.arafterö unt ©utmütfyigfeit in tiefem «Schritt 3$ glaubte ter 
Sürftin tiefe (Battsfaftion geben ju müffen, — tie Socbter trang 
auefo in mieb, — unt fte geigte mir eine barmlofe Sifte oon je^n $er^ 
fönen. Kotten <Sie jemant oter mehrere oorfcblagen oter mübrtn? 
gen, fo ift e3 mir fe^r angenehm, nur niebt Seute, tie febon gehört 
tyaben. 3^e greunte fmt tie meinigen. $on ten 3^ngen fann id) 
9tacb;ftd)t erwarten. 3$ behaupte, ta§ e$ nicbjt unoertienftlicb ift, 
wenn ein 9)tenfcb, ter fein Seben mit 3 a ^ en m< t) steinen juge^ 
bracht, ftdj fo fcie( Arbeit gegeben b;at, beutfefy fcfyreiben gu lernen, 
3*>r 

211. $t. 

Die heftige ©ebrift be$ ©treti^ifeben SDftnifto, in ter weit mein* 
©eift ift, l)offe tcb, 3*>nen aud) ju fdjajfen. 



Sarntyagen bemerft ten 3. 9ftär$ 1831 in feinen Sägeblättern: 
M 2Ibent>3 bei ter ^ürftin üon ^ücfler tie langft befproebene Sorlefung 
Oon £erm oon £umboltt. — Tie 35orlefung war febr fd>ön, unt 
maebte ten beften Sinrrucf. 3* fP ra ^ mit tem ©eneral oon SR üble 
über ipumbolrt^ Sßefen ; er ftimmte oöüig ein, „roenn ter einmal 
tott fein Wirt, tann roirt man erft red>t roiffen, was man an ü)m 
gehabt $at." — 

£err oon Sumboltt roar geftern bei mir, unt braebte mir tie 
Heine, nur in fünfunt^oanjig Exemplaren getruefte ©törift fceö WIU 
nifterö oon $amp£ "Casus in terminis, 11 roorin er tie fran^ftf^e 
Sbronocranterung in taö befte Siebt fteüt, unt tie mecflenburgifd)e 
£>eiratt) rednferttgt. (So gegen feine fonftigen ©runtfa^e, ta§ id) 
gletd) fagen fonnte : „$ätte er ftd> nur toppelt, fo fperrte er fieb Stn^ 
mal ein !" ©egen tie #eiratb feblt e3 nod) immer niebt an Sßittt* 
fprueb. Ter Serjog $arl oon 9fterfIenburg?<Streüj3 bat fötrmftdj ta^ 
gegen intrigutrt, unt einen Sunt in ter mecflenburgtf^en unt preu^ 
f it'cb cn Bamilie gu ftiften gefugt, eine Serbrüterung unt 23erpfltd^ 
tung gegen alle Seiratben mit tem Drleanö , fcben Saufe ; cc war fo^s 
gar oon einer förmÜcben |)rotejtotion tie 3^ete. Me3 im beftigften 
feiterftreite gegen ten au£gefpro&enen (Sinn te$ Könige ! Ter 
Seqog $arl ift nun roirflid) franf ; auc $crrru§ unt Stergcr, nid;t 
Mojj oon tiefer (Safte, fontern aueb oon autern." 



— 21 — 



27. 

§umBolbt an SßarnJjagetu 

23 erlitt, ben 10. 2J2at 1837. 
(SnbHd), mein teurer greunb, fann tcfy 3*)nen ben 3T^eit ber 
afabemtfcfyen ©djriften [Riefen, ber bie mistige TOanblung über bie 
©efd)td)te enthält 3$ »erbe tiefen erborgten £l)eil Balb 3*)nen mit 
einem anbern öertaufcfyen, ben (Sie behalten follen. fdjeint, als 
|aBe es nie Befonbere 2lBbrüde gegeBen. — (Sie oerfcfywanben fo 
fcf)nett nad) bem legten © d) a n f p t e le, ba§ id) red)t fürd)te, 3^ 
2lu3gel)en an jenem üertyängnijjoollen Sage fei eine Blofie Slufopfe* 
rung für mtd) gewefem 3$ f^Iagc eroteje $enbelfd)läge awifcfyen 
spotäbam nnb Berlin, borgen fdjon lieber nad) $ot3bam, wo wir 
(am 16ten) bie UeBen^würbige $rin$effm *) erwarten, bie ba£ gange 
^eflenifdje Sager entzweit fyat, unb bie man ftd) jejjt freuen wirb „Bei 
weitem nicfyt fcfyön genug" ju fmben. £anfBarft 3§v 

21. £umBolbt. 

9ittta>o<& 

Je savais depuis longtemps que le general Bugeaud ne 
parlait pas frangais, je vois ä present que sa veritable langue 
est le Mongol. Sßelcfye £imurtben^roflamation ber "armee civi- 
lisatrice." 

deines Kruberg 2luffa£ geBört ju bem Sollentetfien in 
@ p x a § e, baö er gefcfyrteBen. „(Sott regiert bte 2Belt; (@. 317) 
bie ©efdnd)t3aufgaBe ift ba3 2luffpüren liefer ewigen geBeimni§oolIen 
SftatfyfcBIüffe," ba$ ift t>od) eigentlich bas Stefultat, unb über bieä Sit* 
fultat fyabe id) bisweilen mit meinem 23ruber, id) fcarf nicfyt fagen ge* 
labert, fonbern bisfuttrt. Dies 9tefultat ift allerbings ben uralteften, 
in allen (Sprachen ausgefprodjenen ®efüBlen ber 9ftenfd$ett analog, 
kleines SruberS 5lBl)anblung ift ber Kommentar (ber entwidelnbe, 
beutenbe, BeloBenbe) biefes bumpfen ©efütyled* 2luf eben tiefer 2lrt 
fdjafft ftd) ber $^ftolog fogenannte Sefcensfrä'fte, um organtfdtf £r* 
fckinungen $u erflären, weil feine Äenntntg ber pBpftfcBen, in ber 
fogenannten tobten 9tatur waltenben Gräfte tfym nicBt ausreißen, 
bte£ ©piel ber lebenben Organismen $u erflaren. <8tnb barum 2e* 

*) Helene, ^rinseffm ton 9KectlenBurg'@c^wertn, nad$ertge §erjogtn 
toon Orleans. 



— 22 — 



oen&rräfte erwiefen ? 3$ t»eig, (Sie werben mir girrnen, »eil Sie 
erraten, bafj bie .Spau&tifcee tiefer $errlidjen 2lbl)anblung mid) ntd)t 
gang 6efriebigt. 



28. 

£umBolbt an SßarnBagen. 

SD^itttoodt), ben 17. 2Rai 1837. 

Sie tyaBen mir, mein tjocfyjerefyrter $reunb, einen frönen (Senujj 
Bereitet. 3$ $offe, ^§ bicfc Betrauungen über bie 2Irt ber ©efdjidjt* 
fcfyreibung einmal einem neuen Steile 3^er oortrefflicBen Keinen 
©Triften Beigefügt werben ! Der Bltd fdjmtntelt aüerbtngs »or ber 
Bülle beö Materials, baS neu eröffnete Dueüen $on allen SSölfcrn 
%er gufül)ren. © i e geigen, wie tiefer Stoff bem (Reifte unterworfen 
werben !ann. (Einfacher wirb ftd) alles im na^ften 34^aufenb ges- 
palten. Das tnbtötouetle 2 eben ber Nationen fonnte ftdj erhalten 
tro|3 ber £eergüge burd) bie $efte. Seit ber großen (SpocB ; e son (£o* 
lumBuS unb ©ama, feigem ein Styetf, eine Seite bes Planeten, ber 
anbern funb warb, $at bas Bewegliche Siemen*, bas 9fleer, gteicfyam 
bie 2lügegenwart einer ©attung ber Siöilifation (ber wefteuropaifcfyenj 
mögltd) gemad)t. Bon allen Konturen bes Starren aus bringen 
anbre Sitte, anbrer ©laufte, anberes SeBensBebürfnij} aucfy in bie 
ungegliebertften Sänbermaffen ein. Die <3übfee*3nfeln (Inb ja fd)on 
proteftanttfcfye ÄircBfpiele; eine fdmnmmenbe Batterie,, ein einziges 
Ärieggfdn'ff seräntert baS Sdjidfal ton &l)ili.... 

$rin$effm Helene X)at burd) it)re fyolbe 51umutlj unb getfttge ttelBer* 
legenfycit aud) geftern mannen rotyen wiDerftreBenren Stoff Befiegt. 
Sö war rccBt läcBerlicB, wie einige $erfonen ftd) zwangen, ernft, wiuv 
big, unb — alBern gu erflehten. Sie geljt, was mid) BefonberS er^ 
freut, mit ber größten ^eiterfeit bem neuen £anbe entgegen. 3$ 
wünfdte, ba§ fte mefyr allein ben SR^ein pafftrte. Die Butter ift 
Braü unD geBifret, aber fdüdtern, unb anbere ©eftalten ber UmgeBung 
foüten Billig auf bem bieffeittgen Ufer Bleiben. ©lüdlicftcrwetfe ift 
man in Ter gro§en franjbfifd^en 2ßelt gang üon ber fleinlid)en 
SSftoquerie unb £aDelfud)t frei, bie in Berlin unb $otebam fyerrfcBtf 
wo man Monate lang gefcanfenleer an einem felBftgc fcfyaff enen 
Bitte matter ÖtnlnhungSfraft naget. 



— 23 — 



SA $atte ben ®e|. #abinet3ratlj Mütter, ber <5ie unb 3^re 
©etfteäprotmfte $u fdjajjen weiß, meine freute teilen (äffen* Gr ift 
aber, aU Suvtß, ^ uc ^ auf ben erften Sogen 9to. 63. (^Regenfton t>eö 
^rooinjialrecbtö oon ©oejje) abgefcfyweift. Sollten Sie, tfyeurer 
^rennb, mir nicfyt, für SJlüüer, ben Anfang jener Sftejenfton Riefen ? 
Danfbarft 3*)r ». £nmbolbt. 

29. 

£umboIbt an SBarn^agen. 

Montag, ben 30. 2Kat 1837. 
(Sie tonnen, mein verehrter $reunb, gan$ über ben 2f)eil ber 
Slfabemie btöpomren, bte id) 3^nen ein eigenem Sremplar fd)affe. 
Die 9Jftttl)eilung für ben geiftreicfyen ©anö ift mir befonbers ange- 
nehm. £egeP$ gefd)id)tlid)e (Studien werben mid) fcefonberS intern 
efftren, weil id) bt$l)er ein wilbeä 23orurtf)eil gegen bie Slnpdjt l)ege, 
ba§ bie SSölfer, ein jebeö, etwaö reprafentiren muffen; ba§ alleä ge^ 
fdje^en fei, „bamit erfüllet werbe" was ber $l)ilofopl) »erfyeift. 3d) 
Werne aufmerffam lefen, unb gern »on meinem $orurtl)eile jurüaV 
fommen. Styv 21. o. £umbolbt. 

30. 

§umbolbt an $arn1jagen. 

«©onnabenb, ben 1. 3uli 1837. 
borgen Segel unb Montag Slbreife nad) bem ewigen Quell, bei 
bem mir ber 2lnblitf be$ dürften oon SGarfdjau bie trübe (Seele nid)t 
erweitern wirb — e$ ift mir ba^er ntd)t gegeben, 3bnen perfönlid) 
meinen innigen Dan! bar^ubringen. (Sophie Sljarlotte unb. JpegePö 
$l)tlofopl)ie ber ®efd)id)te werben mid} begleiten unb mir beibe ein 
großer ®enuj$ fein. 2lu£ ®emütf) wenbe id) mtd) lieber gu 3^nen. 
Sin SBafo oon 3been ift freiließ für mid) in jenem ipegel, bem ©ans 
fo meiftertyaft ben ^arafter feiner großen Snbioitualitat ge* 
laffen fyat, aber für einen 5ftenfd)en, ber, wie id), mfeftenartig an t»en 
33oben unb feine ftaturöerfd)tecentyeit gebannt ift, wirb ein abftratteö 
behaupten rein falfd)er £fyatfad)en unfc 2lnftd)ten über 2lmerifa uno 
bie inbtfcbe $3elt freit)eitraubenb unb beängftigenb. Dabei oerfenne 
id» alles baö ©roßarttge niebt. 



— 24 — 



3rt 3^cn ifl alles tief unb mitte sugteich, unb Sie beftljen was 
Jenem fehlt, bie ewige Einmuth unb 3ugenb ber (Sprache. 

51. £umbolbt. 

9JMn Seben habe td) red)t fehlest eingerichtet, ich t^ue alles um 
red)t frü^ ftupibe ju werben. 3^ t^äte gern „Vergeht auf baS eu* 
ropäifche Sftmbfleifch/' baS #egel (S. 77 fo oiel beffer als baS amcm 
fanifc^e fabelt, unb lebte neben ben fdswachen fraftlofen (leifcer 25 
$u§ langen) ^rofobilen. (S. 442—444 hat unfer etle brennt» mir 
gewiß munbrechter gefeilt. — 

31. 

ipumbolbt an Vamhagen. 

33 er t in, ben 4. DftoBer 1837. 
(Sie geben bisweilen fo gern <Dauer flüchtigen (Erfcheinungen, 
unb bewahren was bie 2ßinbe battontragen, ba§ id, tbeurer greunb, 
3bnen tic Heine Siebe fchide, weide bte 3^itungen fo oerftümmelt 
mitgeteilt tjaben. !Der (Sinn wirb $bnm gefallen, wenn auch ber 
SluSbrud bei »ollig mangelnber Vorbereitung, gewählter fein formte. 
£aS poltttfde Jpannooer h<*be ich gefunten, wie «Sie es aufgefaßt, 
unb sprioatgefpräche mit bem $ömg Srnft, bic gleichzeitig ßoxn unb 
$urdt ausbrüden, betätigen bie Anficht. Seift aus (Stabe unb fein 
fünfftünbiger Vortrag foüen aber neuerbings fchmeidelnb gefchatet 
haben. 3^ 

21. ipt. 

(Stteglij}, SBilhetmS ältefter $reunb, unb ber ihm einjt in ber 
Seine baS Seben beim 53aben rettete (mein 23ruber fchrit ihm gu, mit 
beifpiellofem (StoiciSmuS: „3<h fterbe, a b e r eS th ut nichts!"), 
war mir eine ernfte ©efpenjter-Srfcheittung. SS ift mir etwas Un? 
heimliches in feiner (SetfieSwirfung. 



32. 

Jpumbolbt an Varnhagen. 

Sonntag, ben 22. OftoBer 1837. 
Nachts 2 U^r. 

3ch ftnbe nach einem faft achttägigen Aufenthalte in $otSbam, 
ber mid) fet)r entmutigt hat, 3^ liebenswürbigeS Slnbenfen. 



— 25 — 



Empfangen @te, öerefyrter $reunb, nod) tiefen 2Ibenb meinen wärm* 
ften Tanf; (£ie tjaben an mir gelobt, fconacb icb am miften ftrebe, 
nidbt foffil $u werten, fo lange icb mieb noeb bereeae, unt feft an 
tem (Glauben ju galten, „ba§ Tie 9iatur ibren ^lucb gebangt bat 
an las <StilIeftel)en," £te 3^3^ ift ba£ ^tymbol bfs ftoiticbrcüenS, 
unt) bie, roelcbe jejjt regieren, (bie berliner 2£elrelepl)anten) sont des 
momies en Service extraordiuaire. ©ute 5Rad>t» 

21, §um6oItt. 



33, 

£ u m 6 o l b t an 23 a r n b a g e n. 

93 er Hn, 2)ien§tag ben 7. SRo&emfcer 1837. 

2)er Anfang meinet SriefcS ift fcfcn?ad): ba« (Snbe 
vernünftiger. 3t6er @ie fallen ben bramatifa^en (Sffcft 
be8 ©anjen md;t vertieren! 

2ßaS fte fortern, mein ttjeurer $reunb, ift febr Iebenc ; gefäbrlid>, 
benn e$ fcantelt fid) niebt Mo§ um meine ®erüMe, fontern aueb um 
bie einer ^anulie, bie ängft(id) beutet. 3? trejfenrer unD geift? 
reifer §hvt Filterung befonbers ©. 10 — 15 ift, [,,£r ging öon 

3been aus" „2Baö il)m Viele ganj abfpradben". . . .] tefto un? 

tietmlicter wirb mir aüe3 in einem fo furzen Sluffafce, ba tac 
bernte in ter Xarfteüung eine* ganzen, polttifdj unt liteiarifcfc 
niebt unroiditigen Sebens liegen würfe. Xiefe »ofljMntigere £ar* 
ftellung ift aber jefct unmöglicb, tatier mein $3unfcb immerter bleibt, 
für feinen 9lufym bur* Verbreitung feiner litterarifcben Arbeiten ju 
forgen. 2£eglaffen, Verändern, in tiefem febönen Sluffafce, würbe 
it)m 9tei$ unb $rafi nebmen. (Sie fyaben taä ©an*e in ter etelften 
(Stimmung gefebrieben, aber e3 giebt fünfte (SHeinefe $ucfc3, ba3 
5Serfcaltni§ ju $rau üon £umbolttJ, bie befonterö jeijt nod) ntebt 
angenebm ju berübren ftnb. Da @ie Mo§ inbtoituefle Sintrüde 
frei öon mir aufgezählt »erlangen, fo roiU icb ^imn biefe roieber* 
geben, Dft ftnb es Mo§ 3roeifel, 

©♦ 5: ,$remb bem abfiraften 'Denfen" £ie 33ejeidj* 

nung „mittlere $biIofopl)ie" gefct roobl auf tie Äantifcfre, ter er 
am meiden antong. (Sr glaubte gerabe, ba§ 9Jtetapb9ftf, aber Vor* 

2 



— 26 — 



£egelfcbe, ta$ jpauptracb [einer 3ugcnt gercefen fei. 3* reünfcbte 
Mojj einige fcbarfere 33e^eicbnung. 

©« 6. „3™ et^cntlid>en ©intie niebt protuftio."? $bu 
(ofcpbie ter Spracbe nacb gan$ neuen Slnfictten, (ikift De6 Älter* 

tbums, Bearbeitung ter ©efcbicbte, tiefer Sinn für $oefie in 

aüen tiefen gacbern bat er tocb nicbte Unbeteutentes protuurt. 

S. 8. „Stil lauter miltern Sie etroaä. Sie t^un eö 

ja felbft S. 30 reo ta$ ©ort „ermannt." 

S. 13. „(So ift ter Sfluf ball entfetteten, unt ter Warnt ^e* 
pbtftopbeleö oter ^einefe. . . ." s IRan roürte tie jroei be^eiebnenten 
tarnen reegroünfcben, fca$ adec im Vorigen in ter glücflictften Seb? 
tyaftigfeit tee 2. tili gefagt ift. „9ftcpbiftopbeIee" . . . . erinnert an 
ten iperjog $arl. 

S. 14. Tiefe $rage über ©emütb unt ter 2lu?fprucb Salleprant*, 
Den icb niebt fannte, unt ter nur einen Sinn tureb Sebent e^iebungen 
politifeber Unfctlüiftgfeit bat babm fbnnen, jint niebt angenebm. 
"CTetait un des hommes d'etat dont l'Europe de mon temps 
n^en a pas compte - trois ou quartre," fyabe icb Saüe^rant fagen 
fyören. 

S. 15. „2Ba$ ifym SBiele gan$ abipracben" . . . . febr febarf. 
finnig unt febön. Tie alte *Prin$ej) Souife fagte son 3fc»en: „Ste 
feien am meiften $u fürebten, trenn Sie reebtrertigten." 

S. 18. 9ftein Bruter eqäblte oft, ta§ tbn Stiegt gerettet, 
aber tie o r te-, tie in feinem ^unte rubmretig geroefen reären, 
tybrte icb jefct son Sticglifc. Sie ftnt febr cbarafterijtifcb unt tr-abr. 
Sllfo 3U rounfdjen blo§ ein erlauternteö, SKif^erftant linterntc* 
Sßort. — 

S. 23. £a§ er Sftabel unentltd) berounterte, ift febr, febr 
ttabr ! 

S. 28. „$erfaffung£gruntfäfce." 2öenn Sie je üon tiefen 
Blattern ©ibraucb macben, mein Xbeurer, fo fcbalten Sie ja ein: 
„roenn er gleicb fpäter in antern SHuffäfcen auf ta3 befHmmtefre auf 
tie 9?otbrrentigfeit einer aOgemeinen ^eprafentatio^erfaiTung ge^ 
trungen batte." Tie Sinfcbränhing tfi nötbtg. 3* felbjr 
feinen $lan ju jßerfaffung unt $um Sßatlmotue in ganten gebabr, 
unt er ift in tiefen 3^?n geftorben. 

S. 31. Statt „©ei^:" $u grofje Sparfamfeit. 



— 27 — 



3$ lefe nocb einmal: mit mefyr ©eifleörube fürte icb tat ©anje 
$u rem Seilen, waä ©ie je gefcbrieben. <3. 6. 7. 10—12 ! 13—20. 
24—27.301! alle*, faft aUeö, und mit unendlicher Wliilt baben 
Sie wiedergegeben, waö »Sie hier und da etmad fcbroffer $u neunten 
(dienen. 

II n'y a rien de maudit, fagte der gro§e Sftabler ©erard, que 
de consulter la famille sur la ressemblance du defunt. II y a 
de quoi se pendre, teile est leur exigeauce ! Iis auraient fait 
bon march6 du parent vivan^" <So werden <Sie oon mir jagen. 
3<h frage mich nun am Sd>lu(fe felbft, ob ich nid>t dem son mir fo 
zärtlich und fo forgfam geliebten 33ruder einen großen 9tul)m 
enthebe, trenn id) Sie im Eingänge bat, nickt Druden ? 

2iUerding$ würde tcb ihm einen 3tubm entziehen, 
denn wer roirD je fo eingreifend wabr und fo beredt über ifm febreiben. 
2llfo was id) aufzuopfern wünfehe, ju erflehen wage, ift ja fo wenig; 
bei %iwv ©ewandtbeit de$ Stil» fo leiebt gu ändern ! £s beliebt ftcb 
auf die wenigen 3e\Un, die id? <S. 13 und 14 untertrieben, 9tabeP$ 
Urtbeü ©. 14 und 15 aber niebt eingerechnet, fte ift immer milde, 
und gerecht, und anmutbig. 

jpaben Sie den wermften, inntgften £anf, mein oerehrter freund ! 
Antworten Sie mir nicf)t. 3<h Ginnte morgen früh 9 e 3 e « 12 Ufyr 
$u 3^nen. 3br 

21. Humboldt. 



34. 

#umboIbt an 23arnhagen. 

23 er 1 in, ben 9. Sunt 1838. 
3<h bin fehr glüdlicb, verehrter freund, 3hnen ^ c einzigen Heber 
erfebienenen feinde deö großen ruffifeben £tcbter3 gum ©efebenf Dar* 
bieten $u tonnen. (Soll ich morgen (Sonntag 1 Uhr gu 3^ten fonu 
men, damit meine klugen die fchönen klugen fehen, welche (Sie in daö 
jTaoifcbe epracblabprinth (ju unferem Utterarifd^en #eil) hineinge* 
jogen haben ? 

Sei #errn $ bin ich ätoeimal gewefen, da er nid>t ju £aufe war, 
habe td) ihm harten gelaffen; da^u babe id^ ibm einen zärtlichen 
33rief mit 2lnerbtetungen für Petersburg (gur 0tei|e nach ®enf) ge^ 



— 28 — 



fdjriebcn, — aoer feine (Silbe fettoem son tfym gebort. Sin folcfye* 
Senefymen öon einem jungen Spanne, ber ofyne mid) nod) alö $ofafen* 
fcbreiber in Drenburg ft^en mürbe, lägt ftd) ferner enträtseln. Qmh 
Barft 3^r 2t. £t. 

(Sonnabcnb. 

Antworten (Sie nid)t, wenn td) lommen barf. 



35. 

£ u m b o l b t an $arnfyagen. 

33 er liu, ben3. 2Iugufti838. 
<Ste ftnb für mid>, mein üerefyrter $reunb, wie ber SHtdtfer beS 
guten ©efd^madeS, fo aud) ber 2Hid)ter beä 2tnftanbe3 unb üornebmer 
(Sitte. 3& ftabe für Sotta^ neue Duartal^3^tfd?rift gwet Sluffäije 
gefdmeben (nod) nid)t publigirte), oon benen feine Sftatbgeber fctjr 
ent3Üdt ftnb, eine 9kturbefcbreibung be3 $lateau tton Sogota unb 
über (Sdjwanfungen ber Qklbprobuftion feit bem Mittelalter. Sr 
fdndt mir bafür (es ftnb üier gebrudte Sogen) einen SBedsfel auf 
$rcge in fünfzig $riebricbeb 1 or, bas ftnb über jwölf ^iricbrid^or ber 
Sogen. 3$ (fo fefcr id) ©eil) Brause) Sujt, bie Hälfte gurüd^u- 
geben — aber inbem id) ben (5ntfd)lufj au^füfyre, fällt mir ein, mid) 
üorber gu erfuntigen, wag man wofyl jejjt ali 9Jcarimum beö Hono- 
rars für 3ournaMuffa{3e betrachten barf, ob fecba, acbt ober jebn 
^riet-rito'or «Sitte ift; bann (durfte id) weniger ^unitf. fann 
mir wichtig werben für Die $olge. Serben (Sie bie profatfcbe 2In* 
frage unb fdireiben <Sie mir nad)ftcbttfSo£l in einigen Jagen ein paar 
Sßorte. 3d» ge^e fyeute nacb ber 3nfel. Jpt. 



3n 55arnkgen 1 ö Jageblättern öom 9. 5luguft 1838 bcftnbet ftd) 
$o!genbe6 angemerft: „£)umboltt er$äl)lte mir, in einem langen 23e^ 
fud\ iie 9teuigfeiten öon £öpli£. £er $önig oon $mt§en unb Der 
$aifer tton 9iu§lanb baben e3 beirerfeitä üermieten, mit einander 
allein au fein, intern jerer nur $erlegcnl)eit tacon bcfürcbtete. £er 
^aifer fprad) bei mehreren 2lnläjjen gang »eracbtltd? twn bem je^igen 
fran^öftfcben 9iegierung3wefen unl> nocb fcbltmmer son bem Könige 
2ouiw ^bilipp inebefonfcre. Ter f$ürft »ou Metternich war leicht unt> 
gerftreut, für bie ©egenwart wollig obne (Sorge, näbrte aber ftet3 t-en 
büftern (^ecanfen, oafj mit bem Jose ßuiwig $>l)iltpp$ eine neue 



— 29 — 



Sßentung beginnen unt ter Krieg unscrmeitlicb fein warte. 2Biü 
er tieä ten intern fürerft einreden ? frage Uty« Sei ^etterni* mu§ 
mau immer ^uerft prüfen, wiefern eine Meinung gerade im &ugen^ 
Miefe für feine Stellung taugt. — " 



'Een 9. 2lprtl 1839 Berichtet Sarnbagen in feinen Sageblättern: 
„£umboltt fam unoermutbet, unt) maebte mir tie größten SntfcbuU 
tigungen, tag er mid) fo lange nicht gefeben. Unt nun fdmttete er 
feinen Sacf au*, mit taufen!» 9tcuigfeüen, oon $ari3, öon fyier; 
wol)l swei Stunten lang. l£r fiebt tie Saften in ^sranfreieb für febr 
betenfücb an, unt l)at in tiefem (Sinne auch julefct an ten dürften 
tton 9Jictternicb taten gefebrieben ; beute noeb fei tte franjoftfebe 
Grifte gan$ eine innere, aber morgen febon tonne fic ftd) nacb au§en 
Kenten, unt wie nötfyig fei e$ ta, ta§ Xeutfcblant , in ftcb befeftigt 
ftefye, tag tie fölnifcbe unt bannboerfebe Dummbeit abgetan fei !— " 



"Den 19. 2Ipril 1839 erjablte Sarnfyagen in feinen Sageblät* 
tern : „3cb befuebte $umboltt, ter mir vielerlei mittbeilte, au* ein 
fepned 23iltnij$ oon 51rago setgte, ta3 mir befonterä woblgeftet ! 
©r fpracb t>iel über tie Serwidlnng ruififcber unt englifeber 53e$üge 
in Dftintien unt Werften, unt er^äblte, wa3 er auä tem "DJJunue te3 
rufftfcfyen Kaiferö felbft bterüber gebort; ter Kaifer war febr erbittert 
gegen tie Snglanter, unt legte ten größten Sßertb tarauf, ibrer 
Sperrfcbaft in Elften .entgegen^uwirfen. ipumboltt giebt mir tarin 
$ted>t, tag noeb gute fünfzig 3^bre bingeben tonnten, ebe ten fing- 
läutern in Dftintien wirüid>e ©efabr £on ten Stufen Drobte, Dafj 
aber 33eforgni§ unt Stfer auefy obne 9Zotb früher, atö ter 3 u f am;: 
menftog tort erfolgen tonnte, einen in Suropa fyeroorrufen Dürften,' 
wiewot)l man ftcb oon beiten Seiten gewiß etwa» beftnnen würte, 
et)e man eö tafytn triebe ! — " 



£en 25. 9flai 1839 febreibt Sarnbagen in feinen Sageblättern: 
„3cb traf £>umboltt unter ten hinten ; wir plauterten lange. ©r 
jäblt mir, ta§ man am £>ofe über ten £ot oon ©an£ abfcüeulicb ge* 
fproeben, mit ^Ucnabme teö König*, ter nie öon Sotten übel fpriefet, 
unt tes Kronprinzen, ter fogar ein 2Bort fce« 23etauern$ gefagt; 
tie antern ^rin^en baben gefroblodt, tie gürftin son £iegnü; aud? 
fel)r mtjjwoÜeut gefprodmi." 



— 30 — 



36. 

£ um b o Ifct an $arnf)agen. 

33 c r t i n, Montag ben 3. 3imt 1839. 
£>a$ 23ucb wa£ @ie mir gelieben *), mein tbeurer $reunt, ijl 
ein föftlicbeö 33ud>, wie alles roftlicb genannt werten mu§, wa* tie 
3ntioituaütat ter Sftenfcben bejeicbnet. deines 53ruter« Briefe 
ftnt febr fcbön. (Bein Urteil über ten ©taatsfanjler macbt (einem 
^arafter otel Sfyre, unt in tem Sftacfcfafje, ter tem au^gefprocbenen 
2oBe etwa3 gu nehmen fcbeint, liegt ein tieferer politifcber ©inn 
»erborgen. Sr begießt ftcb wofyt auf einen anteren großartigeren 
2lu£gang, ten jene (Sntwicflung ter SBeltbegebenbeiten Ratten baben 
fönnen. 53efonter3 freut mtcb tie 2Inerfennung 3 b r e ß Jalentä, 
3 b, t e r £arftellungeweife, tie 2Inerfennung tes (Beelenreicbtbumß, 
ter in SR a t) e 1 1 6 Briefen (wenigen offenbaret) liegt. 2Jtam 5Jtüf^ 
ler'ö ariftofratifcbe 9cücfen, unt tie fo bäurifcb n a t ü r I i cb oer* 
liebte, bucflige unt fcefjbalb gewi§ etwas unjücbtige ^rinjefpn **) 
gewähren ten fyerrücben ^ontraft tes polittfcben unt menfcblicben 
Unratb*. „Das Saterlant retten, fagt ®enj?en'S erfter s 3Jtenfcb, 
tyeijjt ten preu§ifcben 2ltel wteter in feine beerte einfefcen, ibn un* 
befteuret ju laffen, tamit er, nacb einer furzen ^legojiajion, tem 
9J?onarcben fein don gratuit frei tarbrtngen tonne, ^a^u mu§ ter 
■äJlenfcb unauflödieb an ten 23oten gefeffelt bleiben. 2£ie tie s 3)iont* 
morenci^S ter Ufermarf ftcb miiffen gefreuet traben wae nufcloö in 
ibren armen Seelen lag, in fo fcbulgerecbte Dogmen gegoffen, in fo 
gebildeter Spraye son einem talenboüen 8cbriftfte(Ier auögetrüdt ju 
feben ! %n $aum unt 3<?it iß tiefer ^aftengeift niebt gebunten, 
©efpenfterartig Wirt er ftcb trobent einft geigen, wenn icb niebt mebr 
^ein roerte. 3& frage mieb, oft, ob unter ten 33:freu$igten, tie (wie 
tie Jpomcrifcben gelten) außgeftreeft im 2£ollmarfte auf ibren (Säcfen 
ter Sftube pflegen, 2ltam Mütter niebt wieter Unterfcbriften fammeln 
tonnte ? Benjamin Sonftant bat tiefen unbeweglicben Srbtbeil ter 
©eftnnungen febr bübfcb in ter Parabel tee eebiffbruebs au?getrücft: 
"Grand Dieu, je ne suis pas assez indiscret pour vous prier 
de nous sauver tous. Sauvez-moi tout seul." 

*) 2)orow'8 2) en ff Triften unb 'Briefe. 3?anb III. 
•») ©opbie SBilbelmtne, fNcinjefftai fcon ^aireutb. 



— 31 — 



2ßemt <3te einen 2lugenMid Mu§e bahn, fo lefen ©te blatternb 
im brüten 23anDe meiner ®efdjtd)te Der ©eograptite Deä Mittelalters, 
roaä idj über Die 9faturanftct/ten unD Den (Stil son £l)rift. Solumbua 
enhuitfelt t)abc. S.III. ©.232. Ten £raum @. 316. ga 
roar Der ©egenfianD einer Seftüre bei SfyateaubrtanD unD MaDame 
3lecamier, unD gefiel, roie Der 2lu*brud) te^ (S3efübU gefällt jumfcben 
Den ören Steppen minuttöfer SruDition. 3m fyoffe balt) %knm Die 
erfdnenenen fünf 23anDe Darbringen gn fönnen. £ie 9cacbläfftgfett 
meineö 23ud)t)änDler$ fyinDert mid) je£t Daran. 21. £t. 



Den 9. 1839 bemerft $arnf)agen in feinen Jageblättern: 
„$umbolDt beftätigt meine aud) fd)on öfters auSgefprocbene 23ei)aup^ 
tung, Da§ aus Dem ©cbroeigen Der Tutoren ntcbt s u ,^ gefolgert 
roerDen Dürfe. (Er füfyrt Drei wichtige, ganj unläugbare Sfyatfacfcen 
an, üon Denen man Da, roo man es am meiften sorausfefcen müjjte, 
fein 3 eu 3 n ^§ flirtet; in Den Slrdu'sen öon Barcelona feine ©pur son 
Dem Jriumpt) Sin^ug, Den (SolumbuS Dort bielt, in Marco $olo feine 
(Enoabnung Der cbinefifcben Mauer, in Den Grebben *>on Portugal 
mebts über Die Reifen Des 5tmerigo l'espucci in Xienften Diefer Ärone. 
(®efd)icb/te Der ©eogr. Des bleuen Kontinents £b,. I\ r . <3. 160 ff.)" 



37. 

§umbotbt an Sarnfjagen. 

ftreitag, ben 13. ©eptemfcer 1839. 

iperr $iaget Ijat mir einen reefct angenehmen SinDrud hinter* 
«äffen. Sr roürbe mo^t etgentlid) Dem College franyais, als profes- 
seur de litterature ou d'histoire, am nü^iebften fein, aber baS 
peDantifd)e Dberleftrer^Sramen ftefyt entgegen. 3$ »erbe alles bei 
£errn üon SBerttjer öerfucfyen, reo freiließ ber etroas unlitterarifdje 
©dmaujbart unb Die langen fdjlidjten (SüDfee^aare etroas auffallen 
roerDen. 

Mit alter ^änglicfcfeit 3$r 

51. ö. £umbolbt. 

Söunberbar genug, ba§ bie 9teuf<fcatefler 9ftä$e beim Kabinette 
£errn $iaget abratben, par jalousie de metier ? 



— 32 — 



38. 

§umbolbt an 23amtjagen* 

23erlin, ben 29. £ecember 1839. 
ift eine fd)öne unb recbt menf bliebe ipanblung, ba§ (Sit 
mir, mein teurer Sreunb, tiefe fleine (Scbrtft*) leiten, bie mir genug 
entgangen wäre. £a3 £ob, wa£ <Sie Ü)r sollen, ber ©ie fo lebendig 
ein Sebensbtlb jn entwerfen, unb fo anmutig ju serfcbönern roiffen, 
ofme bie ©runbjüge $u serwifcben, ift eine grojje Autorität. Ärtea 
gehört übrigen^ unter meine 3ugenbfreunbe. 2£ir befugten jufammen 
bei £epne baä (Seminarium. 3^ bringe Styntn bie ©djrift balb 
Wiener. 2t. £umbolbt. 

Sn großer (5üe. 



39. 

£umbo!bt an Sarnfyagen. 

9ftitttt>odj Wadmüttag ben 26. g-ebruar 1840. 
3d) befrage mid), tbeurer $reunb, (Sie »etfeljlt ju fyaben* 3$ 
war febr leitenb am %u$, an einem elenben fleinen 9kgelgefcbwür, 
nnb roar fyeute nur $u meinem "ftacbbar Seopolb oon 33ud) (jum 
erftcnmale) gegangen, ipeqlicben Xanf für (S e fenf) etm.f) (Sie 
^aben wobl 9ftedt gebebt, tie fleine ödjrtft, bie im rwcbften ©rate 
einen beutfdven 5?arafter bat unb ein fo inniges 3ntereffe bureb 3fyre 
SSorrefe gewinnt, ber $ergeffenbeit gu entreißen. ®3 lebt in bem 
@cf)rtft&ert ein fd)öne$ ©efüt)I für bas was einem XeutfaVn in feiner 
SHtteratur mistig unb beilig bleiben mu§. Ter Wann burcbforfcfyt 
(Sefenbetm unb Xrnfenfyeim wie Slnbere bie Sroabe. Tie Sigen^ 
namen finb leiber weniger poettfd). Tie (Stellen <S. 12 nnb 13 ftnt» 
soll 51nmutb; be-3 (Stils ; bann wirb ber ^büologe fd)werfällig unge^ 
Wi§ über ba-3, t»aä er fyalb erforfdt, unftaVr wie über einen alten 
Sobcr, ben er 31t flüdtig geiefen. DB ?5ricterifenS (SdMreftern „beven 
man ftcb fo gar nidt an^unebmen W <&. 48, ob ber fatboliftfe 
©etftUcfye, ber fte „ju $aüe gebraut/' unb bann (nad) anberer 2eS? 

*) $r. Saceb'S 3ubelfcf>rift für $rie§ in @otba. 
t) Saüfabvt nad; Sefenbetm. $on Slnguft ^erbtnanb 9?äfe. £er* 
ausgegeben toon 51. ^arnbaejen toon (Snfe. Söerlin 1840. 



— 33 — 



art) auch nicht $atle gebraut, an bem alle greube haBen werten, 
entfcbieibe ich nid}t. lieber bie Kroate unb ben ©famanber ift man 
auch md)t hfd Steine gefommen, unb ipelena hat (tdj müjfen managen 
©riet$cn>$latfdj gefallen laffen. 

Stttt alter greunbfehaft banfBarft 3hr 51. ». £tt. 

40. 

£umBolbt an Sarntjagen. 

Montag, ben 9 Wäxi, 1840. 

Der Kronprinz bem td) an biefem borgen 3br inhaltreicbeö 
SeBen^ Buch gebraut, |at mir aufgetragen, 3hnw, »erebrter 
$reunb, feinen „freunbltchfren Danf" au£$ubrüden. Sr Bat [ich ba* 
Bei 3Brer „Sophie ßharlotte, 3hreS ©e»tlij3, unb ber immer an? 
mutfeigen Spraye, ber ©eroanbtbeit fchroierige 2e6cn$»erhältnijfe $u 
fchilbern" erinnert, Die freimütbige Stelle über ®rimm fyabe ich 
ihm »orgelefen. Sie |at fc|r gefallen unb ein (Sefpräch über #an* 
no»er herbeigeführt. Sr hat febr »erftänbige Sporte barüber fallen 
laffen: „Der König »on ^panno»er »erficht nicht, Deutfcbe gu behan* 
beln: er roei§ niebt, roic man tiefe gewinnt, roenn man ben 2luam? 
blid gemüthücber Anregung ju benutzen roei§. 3* roürbe an bem 
Jage, roo bie 9tachricbt ber entliehen Sßatyl in (Böttingen nach £an* 
no»er fam, einen» Mutanten ober (Sioil^Staatsbeamten neieb ®5t^ 
tingen gefanbt Baben, um ben ^rofefforen ju bauten unb fte ju be? 
fragen, ob es ihnen angenehm roäre, ba§ er allen fieben ^rcfejforen 
tie '(Stetten roieber gebe." Das ftnb SBorte, bte einer eteln 9?atur 
entftromen, 3Son Sijxtm 2luffa|$ über 9tiebuhr, mit bem ich ganj 
einöerftanten bin, refce icb bem Kronprinzen n i cht* 

mit alter SlnhängUcrfeit 3hr 

21. ». $bt 



41; 

£umbolbt an 25arnhagen. 

SDfittrooä), ben 18 SJZärg, 1840. 

Sine gefcbmadlofe ©treitfetyrift beS £errn ®retfcb gegen SReltju* 

noff unb gegen bas mir ganj unBefannte Sud) »on Koentg, »oll <Bu 

Binen, Strangulation, geheimen $onb$ unb ruflif^em Patriotismus, 

2* 



- 34 — 



ein unausfteblicbes 9ftacbroerf ! Sollen Sie es lefen, mein $beu* 
rer ? Denn «Sie allein üerfteben es gang. Das Bucb fönnte midj 
fajt mit $crrn Sftelguncjf öerfö^ntn, gegen Jen id> fcbon einigen 
©roll gefaßt. 3d> l)abe jroar feine (Erinnerung öon tbm unt meinem 
©efpräd) mit ibm, aber tie Spracbe, in Der icb ju t|m fpracb, mujj 
er [onterbar gebeutet unt in tie (eine übertragen baben, trenn er mieb 
gegen ten auftreten lägt, teffen gro§e geiftige ©aben unt) 2lnmutl) 
bes Stils rcie ber Sitten id) überall greife» 2ßie ift es glaublich, 
ba§ td) gegen Sie ausbrechen reerte in ter einzigen Unterhaltung, 
bie id) mit einem Spanne t)abe, ber mir einen SBrtef oon 3^er 
Ipanb bringt ! 2Ber !ennt mir fo unüorftcfytige Drinoco^Sitten ? — 

Sfftarfyeinefe b,at aud) einen ^eltgug in Jen frttifdjen Blättern, 
me^r gegen Saöignty als gegen Stal)l »oüfityrt. (£0 ift ttiel Scbärfe 
in ber Stift, unb bie S d) ro a r 5 e n ftnt nicfyt febonenb. Das gnte 
ter $bilippifa ift febr berett, im $Iimar öon ben SHationaliften turdj 
Sanft £egel ju ©altlei. Seiter ftnt tie sorbergebenben gtuölf 
Seiten obne alle ^arbe unt oon mittelmäfngftem Stile» ©örres 
unt Scbeüing roiffen beffer $u färben» 9JMd) tnterefftrt an tem allen 
nur bas Talent roas gezeigt oter nid)t gezeigt rcirb. (Säfareopapte, 
^erritortalf^ftcm, \a tie „Autorität öon b e ft t m m t e m p f U 
tioen Sel)rini)alte unt marfirter ^btyftognomie" tie £err 
9J?arbcinefe S. 41 berbeiroünfcbt, ftnt mir ©räuel oter ^arneoal* 
freuten. Seite $artbeten ftnt nur oerfebiebene Slrten oon $om* 
prefßons^afcMnen, unt ein „philo jopl)ifcb" begrünteter ebriftlicher 
Dogmatismus ron „marfirter $b;9ftognomie" ift oon allen Sdmür- 
labern mir bas läfttgfte. 

Räumer (Äarl) fyat „^reu^üge" herausgegeben, ^reu^üge 
gegen tie ©cognoften; bie Sarajenen ftnt Seopolt öon 53uc^ (3br 
neu 23efet)rter) unt idj, — 

21. $L 

Unt Sintenis in Sftagteburg, unb ber ?Reufd)ate£ter Staatsrat, 
„ber tie Süntflutf) bat oerbieten Iajfen", alles 1840, Drei Kometen 
ftnt nid)t hinlänglich. 

3cb ^abe einen Brief oom Marquis Slanricarbe aus St. Meters* 
bürg 00m 5 9Rärj, „man roiffe feit oier bis fünf Soeben nichts oon 
ber Srpetition üon ©fytroa", — " It is purely an attack upon the 
Khan whom they propose to dethrone, and to put his brother 



— 35 — 



in the place," @ie fefyen, tag er fefyr krutügt [feinen ttntl ! Sitte 
lämmermüfce ^olitif I — 



42. 

9Jt e 1 1 e r n t d) an £ u m b o 1 b t 

V i e n n e, ce 29. mars 1 840. 

Mon eher Baron ! 

Ne mettant point en doute, que Monsieur le Prince royal, 
auquel j'ai l'honneur de repondre aujourd'hui, vous donnera 
connaissance de ma declaration, c'est a ma lettre ä S. A. R. 
que je m^en rapporte. Yous verrez que je me mets ä ces or- 
dres, et cela toutefois sous la reserve de mon ignorance Archeo- 
logique. A cette ignorance vient se joindre celle des attribu- 
tions de la Presidence. 

Yoici en tous cas, ce que je pense d'une position indivi- 
duelle dans son rapport avec une association scientifique quel- 
conque. 

II y a trois especes d'hommes. Les uns sont de vdritables 
savants, et leur nombre est fort restreint. D'autres sont amis 
des sciences en gdneral, ou de teile branche des sciences en 
particulier ; leur nombre est bien autrement etendu. La troi- 
sieme classe qui est la plus nombreuse, c'est celle des ames se- 
ches, des esprits etroits, des vivears qui souvent sont de 
tres bonnes gens, mais pour lesquels les sciences et les arts sont 
du superflu. 

Je me ränge dans la seconde de ces cate'gories. Moi et mes 
confreres pouvons servir utilement la culture moraie pourvü 
que nous ne nous en melions pas trop en detail. La oü je crois 
pouvoir faire le bien, je regarde comme un devoir de m'y vouer; 
dans la präsente occassion cependant je n'aurai que de la bonne 
volonte a mettre dans la balance. Comme ma profession de foi 
est renfermee dans mes explications envers Tauguste Protecteur, 
c'est ä ce que j'ai pris la liberte de lui dire, que je prends celle 
de vous renvoyer. 

II y a si longtems, mon eher Baron, que vous n'etes venu 
nous voir, que quand vous vous corrigerez, vous eprouverez 



— 36 — 



plus d'une satisfaction oü bien des progres fort reels, que nous 
avons faits sur les terrains qui vous comptent au nombre des 
dorainateurs. Jaeger dont la perte et tres regrettable, a ete 
parfaitement remplace par Endlicher, homme d'un gerne e'mi- 
nent. Baumgaiten et Ettingshausen sont des savants tres dis- 
tingues. L'ecole polytechnique marche ä merveille et forme des 
savants et des ouvriers fort utiles. Hösel est le premier op- 
ticien de nos tems et le jeune Voigtländer marche sur ses tra- 
ces. L'etablissement du Charles Hügel a ouvert un nouveau 
et vaste champ ä la botanique. Les sciences et les arts mar- 
chent ainsi ä souhait. Ce qui leur manque, c'est un inspecteur 
tel que vous. 

Vous vous plaiguez, mon eher Baron, de vous trouver etre 
le plus ancien des etrangers dans Tlnstitut. Ce sort et sans 
doute triste, parcequMl est inevitable, ä moins qu'on ne fasse 
la sottise de s^n al'.er avant d'antres, mais il est naturel. 
prouve le mame sentiraent, et cela sur un champ qui certes est 
le plus vaste des champs ! De tous les Rois et chtfs de cabinet 
en fonetion entre les annees 1813 et 1815 les seuls vivants sout 
le Roi de Prusse et nioi. I/epoque n'embrasse cependant qn'- 
un quart de siecle, tant il est vrai que 25 ans sont toute une 
epoque hiitorique ! Ne nous decourageons pas pour si peu de 
chose, et allons comme si de rien n^etait. 

Mille sinceres hommages, mon eher Baron. 

Metternich. 



43. 

ipumfcolbt an SSamfyagen. 

2)onner3tag ben 9 Styrif, 1840. 
jpier sfcet (Salamanler. £er f n? a r g e (fdwarjgeräntcte) 
$önig üon Xänemarf ift nidrt Mos ein nor»cgifd??fonjiituttotieIIer r 
aud) ein imneralogifcbcr ßönig, tcr recht gute 9Jiemoire2 über ten 
SSefu» gefebrteben. £a fein Vorgänger ein affronomifefrer «ftbntg 
foar,\ftomcten^reife ausgefegt, gro § en Männern, trie rem ®e* 
neral s 3ftüf[Ung unl> mir, Chronometer gefebenft, aueb an einem $o* 
meten (in Ux 9fta$t ber (Entfcecfuna, itf ©aÜVfcben Kometen) ge* 



- 87 — 



ftorben i% fo fürcbteten t>te fcänifdjen 2lfironomen für i r fyimm? 
lifcbcö treiben bei fcem irfcifcben (unterirCifcben) Äönig. 3$ rource 
aufgefordert, eine alte Vorliebe für mieb geltenD macben. 3$ 
fuebte raber Den 23orroan£, roaä id) fonft nie getban, bei Der Xl)ronbe? 
ftetgung (SMüd $u reünfeben. Xa^ ift tie SSeranlaffung tee febroar* 
jen Drama 1 «. Der iBrief ift einfad) und flerftänfcig. 

21. £t. 

Scfen «Sie Jperrn Duinet (©teile über ©oetfye unt> 33ettina) unD 
geben @ie mir Caö ©ift jurücf. 



44. 

ÄBntgS^rtjHan berSIcfytettonDänemarf an 
£ u m b o I fc t. 

Copenhague, ce 13. janvier 1840. 

Monsieur le Baron de Humboldt ! Parmi les lettres parti- 
culieres qui me sont parvenues depuis mon avenement au tröne, 
aueune ne m'a fait un plus sensible plaisir que celle que vous 
m'avez adressee sous la date du 17. decembre. Yotre souvenir 
a le plus grand prix pour moi, et je me rappelle avec un bien 
grand tnteret les entretiens que j'ai eus avec vous, Monsieur le 
Baron, ä Paris, il y a dejä nombre d'annöes, mais depuis vous 
avez enrichi les sciences de nouvelles recherches, et la Siberie 
exploitee par vous, comme jadis l'Amerique, offre aux sciences 
naturelles des apercus nouveaux, qui ne sont dus qu'ä vous, 
Monsieur le Baron. Oui, je n^estimerais heureux de m'eutre- 
tenir un jour avec vous sur ces nouvelles recherches. 

Les sciences naturelles offrent toujours des interets nou- 
veaux et je ne negligerai certainement pas de concourrir ä leur 
avancement autant qu'il dependra de moi. 

Les travaux astronomiques et geodesiques de votre celebre 
ami Schumacher meritent certainement ma protection. Ce sa- 
vant s'est acquis un nom europeen et j'apprecie ses rares me- 
rites. — Quand aux observations magnetiques d^apres la me- 
thode de Gauss je m^occuppe de les amplifier ici ä Copenha- 
gue, oü un observatoire etabli depuis 1834 pres de Pecole po- 
lytechnique sera place plus convenablement sur le rempart d<» 



— 38 — 



la ville et nous y etablirons deux differents emplacements, Fun 
pour les obscrvations sur la declinaison, Tautre pour Pappareil 
de Finclinaison. Le celebre Oersted dirgera cet Etablissement. 

Je m'estime heureux, Monsieur le Baron, de pouvoir vous 
entretenir de Pavancement des sciences naturelles dans inon 
pays, vous y puiserez la certitude que je ne negligerai aueune 
occasion pour justifier les bonnes idees que vous avez de mon 
intdret pour les sciences et pour tout ce qui peut tendre ä ec- 
lairer mes sujets et les rendre heureux. 

Je desire, Monsieur le Baron, que vous tronviez souvent le 
loisir de vous entretenir avec moi et je m^mpresserai de cul- 
tiver des relations si agreables pour moi. 

La Reine me charge de ses complimems pour vous et je 
saisis l'occasion pour me dire avec la plus haute consideration, 
Monsieur le Baron de Humboldt, 

votre 

tout affectionnä 
Christian. 



45. 

£ u m fc o 1 1> t an $arn1)agen. 

©onnabenfc, ten 11. 2tpril 1840. 
Ter jlronprinj rcünfcht febr 3bren intereffanten ©rief son Surft 
{Stetternich [eben Dürfen. Tonnen Sie, teurer ^reunt, ihn mtr 
)eute 2lbent bis J nad) 8 Ufyr fcbitferi ? 21. £t. 



lieber liefen ©rief bemerft $arnbagen in feinen Tageblättern 
ttom 2. 2Xprit 1840: „Qu £aufe einen ©rief som dürften son 9ftet^ 
ternicb sorgefunten, einen gro§en, eigenhändigen. fir erflärt mein 
©ilt fceä Liener .ftongrejfe* für ein öoüfommen treues, biß auf n?e* 
niges, tas ju benötigen fei. Er felbft berichtet umftäntlicb Ut Er* 
jäblung tton lern Eintreffen ter Nachricht in Söien, ta§ Napoleon 
tie Snfel Elba »crlajfen fyabe. Sin SSricf »on gefa?icbtltcbem 2öer^ 
tbe!— " 

Xen 5. 2lpril 1840 erroäbnt ©arnbagen noch einmal in feinen 
Jageblättern ten ^Retternicb'fcben ©rief. „Wittags tarn ipumboltt", 
fdbreifci er, „er ^atte geflern turcb SMttgcnftetn son lern ©riefe ge* 



— 39 — 



hört, SMttgcnfrein hatte Nation aU üon Der merfrcürDigften ©acbe 
gefprorbcn, auch Dem (trafen Drlojf unD anderen gremDcn. £um? 
bolDt war auch fehr oernmnDert unD erfreut. (Er gab mir einen 
Srtcf gu Iefcn, Den t>er ftürjl öon Metternich ihm gefebrieben, über 
fcic ©teüung einiger 9faturforfcher in 2Bien, über Die $)räfirentfd\ift 
Der arc^äologifcben ©efeÜfcbaft in 9tom. — £umfro(Dt crgäblt mir 
traurige Setretbungen teä rbeini^roeftpbälifcben Slfcclä, Denen Der 
.ftronpring günftig ift. (£3 ijr im $lan, eine gro§e aDÜge unD fa? 
tbolifebe Gsrgiehungäanftalt gu errieten, eine 21nftalt, in Der ftd) Die 
3efuiten einniften tonnen. 2luf Die $3emerfung, Der «ftronpring 
febeine in Der 3crftreuung tttd)t einmal Daran geDacbt gu haben, 
iajj Die Äranfbeit Des Königs eine roid)tige $eränDerung gur $o(ge 
haben fönne, erroieDerte Der SDZinifter von Sftocboro : „D febr roobl 
hat er Daran geDacbt, unD mancherlei gang in 33ereitfd)aft gehalten, 
Womit er gleich hervortreten rooüte, nämlich in Den .ftirebenfacben 
folche 2lnorDnungen, Denen ich ftärfftenö hätte anDerfprechen müffen." 



46. 

£ u m b o l b t an 23arnhctgen. 

Den 13. 2Ipril 1840. 
I)er tonpring trägt mir au£DrücHtch auf, Sfynen, teurer SreunD, 
feinen £)anf für eine fo intereffante 9flittheilung Darzubringen. ®raf 
2lbeneleben war zugegen. 2lHe haben Den 53rief febr ehrenvoll für 
Sie unD 3bre ©ebüDerung De3 Äongreffeo, roie auch fehr auirge? 
geiebnet Durch eDle Einfachheit Der (Srgäbjung einer DenfioürDigen 
Gegebenheit gefunDen. „Et tout cela prouve que ma fille est 
muette", unD Da§ man ein Talent roie Da£ 31^9* (Talent Des 23e* 
ratbens, De» XarftetlenS, Der erprobten Skltflugheit) feiern tä§t, um 
bei 3h^em £cDe einmal, roie bei meinem 33ruDer, oerrounDernD gu 
beflagen, Da§ man nid)t früher Daran geDacht <&k gu benu&en. 
Cosi va il mondo. 21. Jpt. 

3* bin gang verquafert. 9ttiStre§ gr» unD SMfltam Man : 
Heine ^reDigten ir Den 3«cbtbäufern (Die fd?eueltcfcffrn, Die Die Qua? 
fereffe roobt je gefefyen) unD Heine Sraftätchcn gegen Das 33rannt> 
roeintrinfen» 



— 40 — 



47. 

£umbolbt an $ antragen. 

Freitag ben 29. 2ftär$ 1840. 
(Sntfcbciben (Sie, ber 57letfhr ber 2M)lreben£)eit unb beä $Ro$U 
f langö : 

3d) fyatte: „o o weit Humanität (©efittung) ben 
(Srbfretö umfaßte;" 

9Jttr gefallt je|t befter: 1) „®r fyat gleid) mächtig, fo 
roeit ©efittung nnb 2ö eltö erf eljr reiben, auf bie 
Jperrfcfyer wie auf bie Sölfer gemirft," (reiben, nidjt 
reiften, baö ld) tterabfd)eue,) ober: 2) „<5o weit ©eftttung unb 
2ßelberfel)r bie 9ftenfd)beÜ oerebelten," ober: 3) „Die 
$ftenfd)fyett empfängttd) matten/' ober: 4) „£>ie 
S 3J? enfcfyl) eü geeinigt." 

Sßäre Wo. 4 (baä lejjte) nid)t baö beffere ? ^teüeidrt traben Sie 
eine 3rtfpi rar ^ n * (Steden (Sie mir bei (Stagemann t)eute 2l6enb ein 
ßettelften *erftof)Ien in bie Jpanb. 5ßielleid)t ift bie alte £e£art bod) 
bie befte. 21. £t. 

„Humanität" gebe td) auf jeben $att auf, nad)bem i$ eben im 
legten Sanbe öon Sampe^ SBörterbud) fo oiet Sftoquerten barüber 
lefe. 

"Sedquamquam, primo statim beatissinii saeculi ortu, Nerva 
Caesar res olim dissociabiles miscuerit, princi- 
patum ac libertatem; augeatque quotidie felicitatem imperii 
Nerva Trajanus." Taeitus in Agricola, cap. 3. — 2htd) öon 
bemfelben alten (eblen unb litterartfd) fe^r geKlbetenJ 9Zeroa: "Quod 
si vita suppeditet, principatum divi Nervae, et imperium Tra- 
jani, uberiorem securioremque matertam senectuü seposui: 
rara teraporum felicitas, ubi sentire quae 
velis, et quae sentias dicere licet. 1 ' Tacit. Hist. 
I. 1. — 3d) werbe, um alle ju [bestelle 33ejie^ung gu bermeiben, 
natürlich nur bie numerifd)en Sitate geben, sie: Tacit. vita Ag. c. 
3. Hist. I. 1. £t 



— -41 — 



48. 

ip u m b o l t> t an SSarnfyagetu 

Berlin, £)ienftag 9Jad)t ben 27. Oftober 1840. 

2ßenn id) fo lange bei 3(jnen, oor unb nad) meinem noroifdjen 
genüge nid)t erfd)tenen bin, mein teurer l)od)oerefyrtcr ^reitnb, fo 
gefd)ab eö nur, weil eö Unmöglid)feiten be$ Sebent giebt, gegen bie 
man »ergebend anfampft. ®Ieic^ nad) ben fyteftgen heften wollte id) 
gu 3fy*wi eilen, aber bie Ungewißheit ob id) nad) $ariö ginge (waä 
id) abfd)lug, weil eö bamalö roeter tem Könige nodj mir efyrenoüll fein 
fonnte, wenn Greußen nicbt felbftftantig auftreten fann !) , bie naf)e 
Sloreife Sülow^ bie 5lnfunft beä franfen @eneral3 oon Lebemann 
unb feiner Familie, tote ein rtyeumatifcfyes lieber, ba3 mid) fed)3 Jage 
gu £aufe fytelt, haben alles oereitelt. borgen früh, um 8 Uhr, muß 
id) mid) wieber nad) (SanSfouci ü£>er|tebelnj aber wohl nur (hoffe id)) 
auf wenige Jage. 3$ ergreife ba|er jeijt bie $eber, um wenige 
traulid)e SBorte mit 3h nen gu reben. 2>utx\t meinen innigen Danf 
für bie talentoolle unb eble 23eljanblung ber ätemlid) mittelmaßigen 
„(Erinnerungen oon 2lmbt" ! 3$ tyfttte bie 2lnfeinbung gegen @ie 
allerbingS bemerft. Der Jon 3*)rer Kritif i(l bie ebelfte 2lrt ber 
9iad)e. Der Sftann, ben id) nie perfönlid) gerannt, ift burd) bie großen 
Gegebenheiten, nicbt burd) ftd) felbjr gehoben, ©onberbar genug, baß 
man ibm, in tiefen legten Jagen, am 2lbenb feines SeoenS roieber 
eine 2Bid)tigfeit gegeben, bie nidjt aus ber ©erechttgfeitsliebe allein 
entftanben i(t. 

Da (Sie alles Sttbtotbuelle Heben, fo will idj 3h™ greunb* 
lid)feit mit einer anbeten feljr flehten erwiebern. 3$ fdjenfe 
3^nen einen 33rief oon ©uijot, ben er mir nad) Königsberg ntd)t 
ohne 2tfrftd)t gefchrtebem Das Untertreiben gehört mir, wie 
(Sie oon felbft abmben würben: id) geigte ben 23rief bem Könige. (Er 
war gefd)rieben, als ber Seigier, 33ülow unb ©utjot in Sßinbfor ge^ 
wefen waren, unb bas ©cfdjäft £ojfnung gab, wie es biefelbe iejpt 
wieber giebt, wo JbierS auf (Einmal fo nacbgiebtg^fchwad) unb tyah 
merfton fo bogmattfd)4roj3tg auftreten, ©eben @ie aber ben 33rief 
nid)t aus ben #anben. 

%ixx bie 9kd)rid)ten über bie ®rimm ,, S banfe id) herzlich* (5s ift 
mir fefor wichtig, bie Sage ber Sadjen genau 3U oerfolgen. 3« 



— 42 — 



Monaten, tie tcf auf tem „biftorifcben Jpügel" gewobnt, babe icb, «on 
ten tyeterogenften (Elementen abwecbfelnt umgeben, micb, ununter? 
brocken frei unt in Siner SRtcbtung beiregt. 2£egen ter ©rimnTS 
batte ter König niebt mir, fontern Antern Aufträge gegeben: ta 
aber bi£ jur Siücffuwt ron Königsberg niebt* gefebeben war, fo babe 
icb ein $romemoria an ren König geriebtet über ta* wae in Königs- 
berg ftäntifcb hergefallen fear, wie über Öte 9totbwentigt"eit, in 
fingen, tie alle ©emütber bewegen, um tiefe ju öerföbnen, eigen? 
mäcbtig aufzutreten, tie beiten ©rimm, Albrecbt unt Xablmann $u 
berufen. %ixv Xablmann blieb nur wenig Hoffnung, Qllbrecbt wurte 
berufen, unt nabm niebt an, er fcbüfct feine Xanfbarfeit für (Bacbfen 
por. (S* märe für tie (Sieben eine ©enugrbuung gewefen, rag 211* 
breebt $>rofeffor in Berlin wäre. $3trt man toeb wenigften* in 
Hannover erfahren, tag ter König ten S I b i n g e r berufen babe. 
lieber tie ©rimm 1 * bat ter König ten feften $lan, ^Dctnifter Sieb? 
born foüe Urnen anbieten al* Afatemifer ju fommen, er folle ibnen 
betten, ta fie wie 9ftann unt $rau leben, eine von ten ©nrnm*'* 
felbft ]\i forternte ^enfton anbieten. £a§ ter König folebe 33er? 
baltniffe jart bebantelt baben will, teben (Sie aus ter 9tegotiation 
mit Üecf. 3 U Siblictbefaren fint tie sortrcffltcben Seute febr un? 
tauglicb, ob ter SMlbelm, ein Korrefpontent ter Afatemie, lieft eter 
niebt lieft, ift aueb febr gleicbgültig. £ie ipauptfacbe ift, ta§ man 
fte befijjt, $on „öinfcbmuggeln", „Srnictrigung", „yi fpat ibrer 
gerenfen" — dans un regne de cent jours — fann alfo feine $tete 
fein ! <£er Satenbergifcben Atminiftration maebt c* wentgften* Sbre, 
ta§ icb fte tabin batte bringen fönnen, Xablmann febr lobent form* 
lieb für tie Umserfttät Breslau, reo eine 53a!anj war, öorjufcblagen. 
3* babe pflicbtmäjHg Sßege eröffnet, tie Ausführung ijr niett in 
meinen ganten. (So wie icb ron $ot*tam jurücffomme, werte id) 
^inifter Siebborn beträngen, tie Angelegenheit ter ©ebrüter ©rimm, 
eine äebt teutfebe, paterläntifebe Angclegenbett, unmittelbar unt ganj 
offtciell ju betreiben. £a* Sinmifcben Vieler ift in tiefen Sacben 
perterblicb, obgleicb bei einem fo natürlichen 3ntereffe, ju reebt* 
fertigen. 

£)6 (Sie, tbeurer ^reunt, tiefe Sülm, teren (Sinn untatefl^after 
al* tie (Spracbe ifr, werten Iefen fönnen unt wollen ? (Sie ten £u 
plomaten brauebe icb nidjt ju befebwören, meinen S3rief niebt tem 



— 43 — 



„Jttnfce"*) »oqutefen, aber fcie Sagefcer ©acfye, an ter icb ni&tö 
fäumt, mu§ jie erfahren. 

21. £t. 

(£3 tfl feaä unauefprecMtcbe Unglücf vorgefallen, ta§ meines 
grcunre£ fce>* 2lftronomen 23effel einziger fünfuncänwnjiajdfcriger 
<Sobn, üon fcem ausgejeidmetfren matbematifeben Talente (an ter 
33aufdmle), geftern serfebtefc. Sin 9Ren>enfte6er. 

53opp'ü SHecenjton ift mir eine grojje freute» 



49, 

® n 1 3 1 an £ u m & l b t. 

Londres, 24. aoüt 1840. 

Monsieur le Baron. 

Yous etes parfaitement aimable d'avoir pense ä m'envoyer 
les deux nouveaux volumes des oeuvres de Monsieur votre 
frere. Je vous remercie, et du present qui a eu lui-meme taut 
de valeur, et du Souvenir qui en a au raoins autant pour moi. 
JVspere bien qu^ä travers toutes dos affaires, car ce sont vos 
affaires comme le miennes, je viendrai ä bout de lire quelque 
chose de ee grand travail. Je voudrais eniployer mon tems 
d'une fagon aussi complete et aussi variee que vous savez le 
faire. Gardez-en un peu pour travailler au succes d'une bonne 
et sage politique. Elle vous doit dejä beaueoup. Elle a eueore 
besoin de vous. 

J'envie au Baron de Bülow le plaisir de vous voir. Je re- 
grette infiniment sa societe a Londres. La conversation, la 
vraie conversation, nourrie et libre, et fort rare ici. La sie 1 nie 
me nnnquera beaueoup. Je voudrais bien aller quelque jour 
vous faire une visite chez vous, voir de pres votre pays, celui 
de tous ou Pesprit huraain joue le plus grand röle, et son nou- 
veau Roi, digne, me dit-on, d^un tel pays. En atteudant, gar- 
dez-moi, je vous prie, Monsieur le Baron, toute votre aneienne 
bienveillance, et croyez ä la duree comme ä la sincerite des 
sentimens que je vous porte depuis bien long-tems. 

Guizot. 

*) Bettina. 



— 44 — 



(Slnmerfung üon Jpumbolbt. Recu ä Königsberg pendant 
les fetes. A. von Humboldt.) 



50. 

21 r a g o an £ u m b o I b t. 

Paris, 12. mars 1841. 
Je ne dois pas, je ne veux pas croire que tu m'aies denian- 
de serieusement*), si je verrais avec plaisir ton voyage 
ä Paris. Est-ce donc que tu douterais de mon invariable at- 
tachement ? Saches que je regarderais toute incertitude sur ce 
point conime la plus cruelle injure. En dehors de ma famille, 
tu es, sans aucuue cornparaison, la persoune du monde que 
j^aime le plus tendrement. II faut aussi te resigner, tu es le 
seul de mes amis sur qui je compterais dans circonstances dif- 
ficiles. 

Je suis vraiment heureux de la pensde que je passerai quel- 
ques soirdes avee la personne ä qui je dois mon goüt pour la 
me'teorologie et la physique du globe. II y aura pour toi un 
lit ä Pobservatoire. 

Le pauvre Savary est dans un etat deplorable. Le mede- 
cin nPassure que sa maladie de poitrine ne permet aucun es- 
poir. Quel malheur ! 

Tu arriveras ä Paris ä l'ouverture de mon cours d'astrono- 
mie. Mon nouvel amphitheatre est d'un luxe scandaleux. 

Je suis charme de la guerison du pauvre Sheiffer (est-ce 
ainsi ?) Ton bon coeur t'a toujours cree une nombreuse famille. 

Adieu, mon meilleur ami. Mon attachement pour toi ne 
finira qu'avec ma vie. 

F. Arago. 

2t u m e r f u n g öon £ u m B o 1 b t.) ©einem getflreickn 
^reuntc SSarnljagen öon CEnfc mit ber innigen Q3itte jebe SSerbf* 
fentlicfrung eines fotdjeit 2Iutograpfcn »or 9rago v Stöbe $u »erlitten, 

21. $ttffifcofok) 

*) Sntnerfungöon^umBpIbt. Batte gefragt, ofc er c« 
für meglid) ^atte, bafj bte 5>evfd)iebenf>cit unferer £olitifd)en SSünfitc, 
(Ätteg mit 2)eutfd)Ianb,) nxg gegenseitig fttfren tonnten? 

21. §t. 



— 45 — 



51. 

£umbo!bt an 23ettina üon2{rnim. 
(3n 2lbfd;rift fcon Santfyagen'S #anb.) 

@onnabenb, ben 21. ^obemkr x840. 

£ßie tonnten <&ie nur baran jnmfeln, berehrungetuerthe grau, 
ba§ id) nicht banfbar fein mürbe für bie 9ftittheÜungen über bie roahre 
Sage ber ebeln Männer, benen man, nacb fo bieten ungerechten 2eu 
ben unb nach fo langer fchimpfMer $ernachlä|ftgung, enbltch eine 
forgenfreie (Stellung beretten will. 3$ h^ c geglaubt, bajj $u biefer 
<Btc((ung in Berlin breitaufenb $haler für beibe notbroenbig tvären« 
3n btefem (Sinne habe ich fortgefahren $u roirfen. £er ^onig hat 
ben ©runbfajj, in finanziellen Dingen nie eine 33ejtimmung üon fich 
ausgehen $u (äffen : er hat, roie alle Surften, auch gar fein 9Jcafj für 
ba$, roaS ©elehrte bebürfen. £)ie großen ©eijter, bie man um fich 
gu üerfammeln (hebt, tyaben biefelben profatfehen 33ebürfniffe roie bie 
Heinen. 2Bill man ben ßmä, fo mu§ man auch bie Littel trollen, 
unb bieä befonberä in einer <Sache, bie 2l(ler 21ugen auf ftcb gteht unb 
mit ber Shre beö Sanbeö gufammenhangt 9fttni(ter Siebhorn, bem 
jejjt allein bie Sefttmmungen übertragen fmb, freut ftch ber 2lnfunft 
ber ©rimm. ©r hat fchon früher mit %aUb ©rimm in ben freunb? 
fchaftlid)ften SSerfyältnijfen geftanben» 3$ roar noch bor einer ©tunbe 
bei U)m, um meine Anficht $u bertheibigen. Sr oerftchert, ba§ er 
alles allmahltg junt heften burchführen roerbe, aber man müffe 23er* 
trauen in ihn fefcen unb ihn ungeftört hanbeln laffen. 

(Smpfangen (Sie, gnabige grau, ben Sluäbrutf meiner Verehrung 
unb banfbarften ©efühle. 

VLL £umboltt. 



52. 

$umboIbt an 23arnhagen. 

Berlin, ben 22. 2)ecember 1841. 
3hr öri*f hat mir unenblich roohlgetban. 3cfo febe, ba§ roir 
uns gleich nahe ftehen, unb ba§ (Sie meine lange, mir trübe Unftcbt* 
barfeit nur ber 3^ri|Jenheit meiner Sage, einer Slnroenbung üon 
Gräften, bie nad) einem nidst $u erretchenben $i?U hinftreben, ju* 



— 46 — 



gefcbrieben baben. 21m 5lbent eineä ttielberoegten unt tocb nicbt 
recht erfüllten Sebent ift e3 ein ©enu§, itt ter Sichtung terer ^u Met* 
ben, teren Sinn unt ®et|i unt 2Bünfd)en man angehört. 3* n? ert e 
3bnen perfönlicb tanfen, unt für jperrn 2, nocbfyeute Sftacbmtt* 
tag Schritte bei ter 3)rin$efftn öon $reu§en tbun, aueb tie $atfer? 
liebe Jpobett anregen tag fie, mit if)rem Srnfte, miefc unterftüfce. 
Wit alter Seretyrung unt Siebe 3fc 51* ö * Jpumboltt. 

3* fyatte Seranlaffung, in $ot£tam, ^ w & forderte, tem 
$önig Scbelling'ä Sftete über 9catur unt Äunft ($büofopb). 
Sanften IM. I. 1809) »orjulefen. £ie Stellen über Raphael, 
Seonarto ta Sinei unt tie 9ftöglicbfeit einer erneuerten 33lütfye ter 
$unft geboren ju tem Slnmutbigften. roaä unfre Sprache gewährt. 
Xie Sorlefung maebte auf ten Äönig ten ötntrucf eines (ebenen 
©efangeS. Xer Sögel ift aber jejjt fiebenuntfecbjig 3af)re alt, unt 
fommt aus einem goltenen «ftäftg in einen antern. 



Sarnbagen fagt in feinen lageblättern $om 25. 2Ipril 1841: 
„£umboltt fam unt blieb über antertfyalb Ahmten, icb fant ibn 
fcblimm auqebent, aber frifeben, muntern ®eifte?, unt retfeliger alä 
je. (£r lobt ten $önig wegen feiner ©eftnnung, feiner ^lebten, 
meint aber, terfelbe fei fein 5Rann fceä Bantelns, unt wo er bantle 
gefebebe eö fto^weife, ofyne 3 u f amnien ^ an 9 unt SJcafj* Sei eä 
©üte oter 3 a 3^i^ 9 cn "9 w ^agt oft ntdjt, er am ftärfften 
wünfebt, unt gan$ leiebt fönnte; fo wartet er mit Ungetnlt, ta§ ter 
9Jcimfter oon 2£ertber ftcb jurücf$iebe, unt fragt JpumbolDt, ob ter? 
felbe ibm nichts ter Slrt geäußert habe I" — 

Xen 30. Slpril 1841 bemerft Sarnbagen : „ipumboltt bat öiele 
feinte Unter ten ©clebrten, wie am £ofe. Unaufhörlich roirt 
»erfuebt, ob man auf i^n febimpfen fönne; tbut jemant entfcbielen 
ten 9J(unt $u feinem Sobe auf, fo febweigt ter iatel gleich, cenn 
feiten füblt ftcb jemant im Stante ibn turcbjufübren. beultet) 
jagte mir ein £>err, er wiffe niebt, waä er son ^umbolct tenfen folle, 
er fönne mit feinem tlrtbeile nicht aups Steine fommen; icb erwie? 
terte : „Renten Sie immer tae 23efte oon ibm, trauen Sie 
ibm ftets tas 23efte ju, unt Sie werten tabei am fieberften fahren !" 
gin antrer $err äußerte bei antrer (Gelegenheit jjöbnifcb : , ^unt; 
bolrt roar ein großer ^Jiann bis er nacb Berlin fam, ta witrte er ein 
gewöhnlicher." Ta erinnerte SUtoriP Robert, ta§ febon ^Habel ör? 
ttxi gei'agt : „3n Berlin bält ftcb niebte, alle* fommt herunter, 
toirt ruppig, ja wenn ter $>abft naety Berlin tarne, fo bliebe er nietyt 



— 47 — 



lange $abft, er fcitrbe etwas DrbinaireS, ein bereiter etwa." *£aä 
$3ort oon SHabel ift ri&tig, icb erinnere mich reffen, ro* war e£ 
Mä fejjt nidjt aufgefftrieben. (Eigenfcbaft ^erlinö aber »äre 

tiefer ju erferfcbcn, fte teiltet auf eine febane ffla&t unentirirfcltet 
(Sröjje, unr fann/gwm ^efititen entwtrfelt, Merline böcbften SHubm 
tragen; bleibt fie im 9Iegatisen fteefen, fo wirr fte freilicb *ur 
€cbmacb ! ,,£ort lebt ein fo oerwegener 9flenf&enfcblag", fagte ®o.- 
ttye einmal; ba$ ift ungefähr Die nämliche ^ejetebnung. — " 



53. 

§umbo Ibt an Sarnfyagen. 

©onnabenb, ben 24. Styril 1841. 
Sin @dmter$, <Sie, teurer Breunb, ntebt gefunden gu ^aben ! 
^orrigiren «Sie mir ben Xitel, ben icb, »egfenten mu§. (£$ ift not!)* 
wenrig $u fagen, „ba§ e$ nid?t bie ^orlefung oon 1828 ift/' unb 
ben langen <&ai?> Ijabe id) fo artorifttfd> in fleiner ecfyrift auf ren 
Xitel bringen wollen. Sä mag ungewöhnlich fein, n a dj Dem 9Ja* 
men, aber id) wollte, (Sie lennten es billigen. §t. 

Sornas. 

(Entwurf einet p f) 9 f t f $ e tt 
2ß c l tt ef dj r ei b ung 

5t. D. £umooi&t. 



9tad) Umriffen öon ^orlefungen aus ben 3ö$«n 1827 
unb 1828, erweitert unb berichtigt bureb, bie ^orfc^ungen 
(Sntbecfungen ?) ber neueren 3eit. 



Naturae vero rerum vis atque majestas in omnibus 
moraentis fide caret, si quis modo partes ejus ac non 
totara coraplectatur animo. Plin. hist. nat. üb. 7. c. 1. 



Stuttgart. 



— 48 — 



54. 

£umbolbt an 25arnJ)agen. 

2flttttt)o<§, bcn 28. Steril 1841. 

(Seien (Sie rec^t freunblid> uub ttacbftcfytig inbem Sie midi lefen. 
3d) ftimfcbe, bafj (Sie einen recbit sollftärtbigett begriff öon ber Äom^ 
pofttion meineö 2Berfe$ erhalten. 3n 21 tjabe td) »ief »erbeffert. 
Sßerfen Sie Befonberö ben 33ltcf auf (S. 37 unb auf bie 9?oteu. 
©djetting'S Warne (S. 37 unb 68, £cgel S. 66. £ic beftimmte 
SBerftcfyeruug S. 64, ba§ id) md)t ben Schöpfer ber 9caturpt)tlofopt)ie 
anHage, wirb ibm mol;I meine äi?enbe (Sdjärfe über bie „betteren ©a^ 
turnalien", le bal en masque ber toüften ^aturptjilofoplen, »ergei^ 
lieber machen. II faut avoir le courage d'imprimer ce que l'on 
a dit et ecrit depuis trente ans. @$ ift eine bejammernönmrbige 
Spocbe gercefett, in ber £eutfcblanb hinter Snglanb unb granfretefy 
tief fyerabgefuufen ift. (Sine kernte, in ber man ftcb bie Jpanbe nidjt 
naß mad)te. 

£er Xiamant ift ein jum 23e»ufjtfein gefommettcr Wiefel, 
©ranit ift Mtyr. (SaruS. 

Xie ber ßrbe gugefe^rte 9ftonbfeite ijt öon anberer 5lnfcbn?el^ 
lung ate bie abgefegte, Urfacb, ber 9ftortb meebte bie liebenben 
2lrmc aueftreden, — er fann nidjt, Hidt aber bie (Erbe an, unb 
verlängert fein Untergejtcbt. 

£ie ©ranitblbde auf ben Reifen ftnb 3«dungen ber 9?atur. 

£te Sßälber ftnb befannlid) bie Jpaare beä SrbtbterS, bie an^ 
gefebroottene SIequatortalfette ift bie 23aucbfeite ber 9catur. 

2Imertfa ift eine foeiblicbe gorm, lang, fdjlanf, ftäfferig, unb 
im 48. ®rab eisfalt. £ie 23reitengrabe ftnb Safyre, birgrau 
hnrb alt mit 48. 

Dften ift Sauerftoff, SBeften Jppbrogen; e$ regnet, menn bie 
Dfhvolfen ftcb mit Sßeftrcolfen mtfeben. Scbeüing. 

3Serfteinerungen in geifert finb n\M 5tejh beö etnft Sebenten, 
es ftnb bie erften SSerfucfcc ber 9?atur Sbicre unb $flart$ett ju 
Mlben. (3n Sibirien fragen bie Jpunbe 3abre lang üon bem 
SBerfucfce — ein ftinfenber SIepbant an ber Sena^Iftünbung.) 
£aS ftnb bie (Saturnalien ! Schufen Sie einen befonbern 33üd 



— 49 — 



en gros ten 9toten, tton fcenen id) einige A. <5. 40—49. B. ©. 
55 — 57. beiTegc. 

34 wünfcbte bct3 $3erf fefbff in STffgemein^it unt ©ro§e ter 
Anficht, in SefotMgfeii unt too möglid) 2lnmutb fce$ (Etile, Ueber* 
tragung ter tedjntfdjen 2luetrüde in glüdlid) gewählte, befcfyreibente, 
mafylente Sluätrücfe. 

^orrigiren <5U frei, mein teurer ! 34 Mg« Ö ern / id) 
fann. 3" Öi« 9foten trollte tdj einige niebt ganj gemeine örutition 
bannen. ©o foütc taä 33ud) Ux SRefler. meinet ©elbft, meines 
Sebent, meiner uralten $erfon fein, 23ei tiefer $reil)eit ter 33e^ 
fyanttung fann id) apfyortftifcb »erfahren« foll mel)r angedeutet 
aU ergrüntet njcrtt-n. $?and)e$ mirt nur tton tenen red>t »erjkn* 
ten werten, tie tief ein einzelnes naturbtftort(d)e$ $ad) fennen; aber 
meine Sftete, teufe tcb, ift immer fo gehalten, tag niebtö tie frört, 
fcie meniger miffen. Der eigentliche tjt taö ©duueben über 

ten Dingen, tie wir 1841 ttüffen. Mens agitat molem, möge ter 
<55eiji nod) ta fein l 

Dag ein folctyeS 2Berf nid)t ttoflentet wtrfc üon Sutern aus tem 
^ometen^3at)r 1169 ift fonnenflar. Die einzelnen Fragmente 
fallen fo erfeteinen, in Waffen tton gwölf bis funfjetm 23ogen, ia§ tie, 
toelcbe mid) begraben fet)en, in jetem Fragmente etma» 2lbgc|cblojfes 
neö l)aben. ©o foüen erfebeiuen tton ten ^rolegomenen 1 — 4. 
($Rein Anregungsmitteln, bcfd)retbente ^Poeftc, tie @ie nod) niebt 
gefefyen, e3 ift ein ipauptftüd, auf ta« id) febr redme) ; 9Jo. 5. Die 
©efdnd)te ter 2ßeltanfd)auung, fcie id) ganj fertig l)a6e, fott fca$ ganje 
gleite ipeft füllen, 

Dem Dratortfd)cn mug fcaö einfach unt mijfenfcbaftlid) 23efdjreU 
beute immerfort gemtfd)t fein. ©o tjt tie 9fatur felbft. Die fun* 
feinten ©terne erfreuen unt begetftern, unt tod) Greift am Rimmels* 
getoölbe alle* in matt)emattfcben Figuren. Die £auptfacbe ijt, tag 
fcer 2lu3trud immer etel bleibe, tann fet)It ter (Sintrud tjon ter 
©roge ter Sftatur ni|t. 

©ie teerten tod) niebt tatein, tag id) (C.) in einer 9lote (alle 
9loten mit feljr fleiner ©cfcrttt nie unter ter ©eire, fontern am (Eure 
jete$ 5lbfdmttte$) tie toenig befannte ©teile ©baffpeare'ö citire i 
3<fe batte gefagt, tag ^aturfenntnig niebt gerate jum ©enug nott)* 
ttentig fei, aber tenfelbcn erbebt. 

3 



— 50 — 



SBeqeifmng für bie (Eile. 3* gel)e morgen frütj auf fed)$ kii 
fleBen Sage mit bem dortig nad) $otc>bam. 

2WU Hanfbarer ^reunrfcbaft 3l)r unleferlickr 

21 ♦ »♦ £>umBoIbt. 



55» 

£umoolbt an (Spifer* 

(C.) 

Shakspeare love^ labour^s lost, act. I. scen. 1. Stroit 
fprtdjt jum $ömg üon 9toarra: 

„2)en irb'fdfyen ^ßatfyen alter §immel§ltcl)ter, 
S)ie jeben girftern atfobatb getauft, 
$ommt if>re ©Ian^cSnadt)t nitf>t mefyr ^u (Statten, 
W benen, bie fyingefni, unhnffenb »er fie finb 1 
3u totetcö it-iffen, fyeißt ben 9?itl?m nur fennen, 
Unb jeben fann ein *J3att)e tt>et)I fcenennen." 

Daignez me renvoyer cette page. Je me sers de votre belle 
traduction dans uue note qifon imprirae dans mon Kosmos. 
Vous permettrez qne je dise: ,,9Jad) (Spifer^ IMertragung." 
Cela me fera plaisir: Aurai-je ä encourir la fureur du marquis 
Auguste de Schlegel ou de Tieck Acororabomis? Dites-moi 
s'ils ont aussi traduit ce morceau? Amities. 

Ht. 

(SInmerfung «on SBarntyagen» Die Ueoerfe^ung @pi* 
?er^ ift leiber in allem Setradjt fdjlecfyt,) 



56, 

£ u m 6 o 1 b t an SSam^agen. 

Montag 9?acfjt§, ben 3. SUeai 1841. 
3d) fteforge, mein tkurer $reunb, ba£ id) Donnerstag nod) ein^ 
mal werbe nad) Spotäbam unb fort oon ba ben 10— 12ren nacb $ari$ 
geften. 2fn Sotta foü id) »ortjer Wl\t. fd)itfen. Soffen (Sie midj 
nid)t fo lange fämUn girnfcben ©trafgertdjt unb 9ftadjftd?t* 3$ Bitte 
um einige SBorte mit ter ©cnbuug. 3^ ' 

2L ö. £umoolbt* 



— 51 — 



57. 

£ um B o l b t an Sarnljagen. 

2)ienStag ben 4. 2ftai 1841. 

Senn t$ aud) abregne, mein teurer $reunb, waö 3^ SBunfdj 
mid) 3U Bewingen feem Urteil 3 arteö unb (Sanftes zugefügt, fo 
BIciBt mir boct) in 3fy?em heutigen lieben Briefe überfiel beä Seglücfcn? 
ben übrig. 3$ werbe 3£)wn morgen frül) nac^ 11 U£)r bie 33 u g e*) 
auflegen, baß Sie mtd) auf einige 2lugenblide empfangen nnb meinen 
Dan! annehmen füllen. 

Das „fd)meid)le micty' muß wotjl öom 3lbfd)reiber fein, wenigftenS 
tjt es gegen mein Beftes 2ßtffen. (Einen fallen fcufatto <S. 44 
fotlcn (Sie mir geigen. (5s ift bod) nid)t „(Einfielt in ben 3ufammen* 
l)ang?" man fielet ja hinein. Der Sptfer foll serfd)Winben, id) 
al)n^ete bas 23öfe, unb laffe lieber bie gange (Stelle au$ englifd) weg, 
bie mel)r bie Unfenntnijj loBt, als anbeutet, baß bas Sßiffen ben ©e? 
nuß öerme^ren lann. 

UeBer „(Saturnalien" fef)e id), baß (Sie mir öolle $reilieit laffen. 
(Sie fagen, bes Dänen erwalmenb: „3$ Bemerfe nur, td) t|ue nid)t 
(EinfprucV 

3d) tyabe md)t «Steffens gebenlen wollen, fo ttiel audj er Bei feiner 
großen Seere in aller (Srfa1)rungSnnffcnfd)aft unb bei ftrafbar eiteler 
Faulenzerei einen £abel öerbienen würbe. 3$ nenne (Saturnalicn 
bas luftige aBer lurge $offenfpiel, öon bem id) 3()nen neulich einige 
$roBen gegeBen, bie aBer nicfyt tton (Steffens, fonbern einige (Stufen 
niebriger, öon feinen 5lnBetern finb. Söenn (Steffens ein armer, 
tton ben 9Jiäd)ttgen Bebrüdter ©elel)rter Ware, fo würbe id) furebtfamer 
fein, aBer ba (Sie autographa lieBen, will t$ %$nm eine« tterebrnt, 
aus bem Sie lernen müffen, wie norbifc^e Könige glauBen, baß es 
in Berlin eine (SteffenS'fcfye ^Inlofcpljie ! geBe, bie ben Ökologen 
l)cUfam ift, et qui n'est pas celle de Hegel ! ! (Steffens wirb glau- 
Ben, er fei mit begriffen unter ben „tiefftnnigen unb mächtigen Den? 
fern, gegen bereu Sftatl) man gefyanbelt." 5lud) folgt ber gefat)rltcBen 
^Pfyrafe unmittelbar eine anbere; „SSftißBraud) jugenblic^er Gräfte, 
benn ernfte, ber $tnlofopl)ie nnb ber 23eoBad)tung gleid)3eitig guge? 
wanbte ©etfter finb jenen (Saturnalien fremb geblieBen." (Solche 

*) 25er 5. SM, Bußtag. 



— 52 — 



Strafe iß eine defense, ein fort detache, unb (Steffens glauH 
genn§, tag er ßdj aucfy ber (Erfahrung sugewaubt fyat, »eil er cinjl 
in greibcrg in eine (Trufte gefahren l|t 3$ ^ürte twr^ 9ftin* 
berung alleä serberben, unb man mu§ im (Streiften bcn SRutlj 
tyafcen, ben man im ©predjen geigt, aber Beitel in terfelfcen leiaV 
ten unb ^eiteren Lanier. 

£afcen @ie in (Steffens langweiliger MenSrefcfyreifomg, bie 
mir in (Sancfouci eingequalt »orten ijl, aufgefunden, wie burdj 
^mtefac^e ^Befruchtungen alter ©rojjeltem, burd) einen (5runftt>f 
unb ßönig, ßdj yietUnmä unb 2lriftofrati$mu3 in if)m erflaren 
lajfen, ce sont des heritages! 21. »♦ -Spumfcollt. 



58. 

$önig (EljrtfHan ber Sickte »on £>anemar! an 
£umf>olbh 

Copenhague, ce 25. mars 1841. 

Monsieur le Baron ! C'est ä moi de remercier doublement 
le celebre Conseiller intime Dieffenbach de Pattention quMl a 
eu de nPenvoyer ses ouvrages sur Part de guerir le strabisme 
et le begayement, puisqu^elle nPa valu le plaisir de recevoir 
votre chere lettre du 24. fevrier. Introduit par vous, Monsieur 
le Baron, on est sür de reussir ; dans ce cas-ci les Oeuvres et la 
reputation de Pauteur dispensait d'en dire davantage, mais 
vous rendez pleine justice aux Services signales qne le Conseil- 
ler intime Dieffenbach a rendu ä l'humanite et je nPempresse 
de les reconnaitre en conferant mon ordre de Danebrog ä ce 
savant distingue. Ma lettre ä ce sujet lui sera remise par mon 
Envoye le Comte de Reventlau, et je recommanderai particu- 
lierement au Chevalier Dieffenbach les chirurgiens danois qui 
visiteront Berlin, pour s^approprier Part qiPil vient d'illustrer. 

Le porteur de cette lettre que j'ose recommander a votre 
protection est le Candidat en theologie Bornemann, jeune 
homme doue de talents et de connaissances, que j^envois ä 
Berlin aupres de mon compatriote Steffens pour etudier la phi- 
losophie ; non precisdment celle de Hegel, qui trouve d^autres 
pröneurs ä notre universite, mais celle qui peut contribuer ä 



— 53 — 



rectifier les idees souvent exagerees de nos pbilosophes mo- 
dernes. — Steffens est retenu ä Berlin par des liens sacres, 
fondes sur la reconnaissance qu'il doit au Roi, mais je desire 
que son genie et ses connaissances ne soient pas perdues pour 
nous, et que ce jeune savant profite de ses lumieres, avant qu'- 
elles ne cessent de vivifier tout ce qui vient en rapport avec 
mon celebre compatriote, qui, ä mon avis, vaut, ä lui seul, 
toute une faculte" academique. 

Je suis avec le plus grand interet, fonde sur Pamitie' la 
plus sincere et des rapports (deposition) que je ne saurais me- 
connaitre, tout ce que votre excellent Roi fait et entreprend 
pour le bonheur de ses sujets, pour la nationalite germanique et 
pour la conversation de la paix. Que ses eflbrts soient benis 
du Tout-puissant, et ses peuples verront une prosperite affermie 
et augmentee, ce qui contribuera puissamment au bien-etre de 
leurs voisins. 

Le Roi a eu tant de bonte pour mon fils, je ne puis assez 
le reconnaitre. J^envisage, Dieu merci, son avenir sous les au- 
spices les plus heureux, fondes sur Punion avec Paimable Du- 
chesse Caroline de Mecklembourg-Strelitz. 

J'apprecie les voeux que vous nPadressez ä ce sujet et je 
suis avec la plus haute consideration, Monsieur le Baron Hum- 
boldt, votre 

tout affectionne 
Christian, R. 



59. 

£tttttf>oUt an 33 arnfyagen. 

SBerTtn, ben 17. Wlax 1841. 

(23et $arnJ)agen aufgefd;rieBen.) 
(9Jitt bem Sortoorte ju Jßtlfyetm fcon ^umbolbt's ©Stiften.) 

@3 tft mir ein grofjer (Sdmter^ ©ie unter ben 23ebranantffett meb 
ner morgenben Greife (erft $otöbam, bann $ari3 biö Dftofeer) ntcfct 
ttorfccr umarmen gu lernten. 3$ wttöt nudj tmeber an <Bk ati an 
bie Duette — Bis Pudert fommt, bte einzige — beö reinen ©cfdmtadte, 
beö @prad)fmne$, beö garteften ©efüfyte für ©djicflidjfeit. ©freiten 



— 54 — 



<Ste mir recbt nac^mtsooll, waö idj in biefem Vorwort ftreicben fotl, 
geben @te aBer aud) Sftatl) wo Ste tatein. 3$ *>abe bie gmci (Seiten 
in trüber innerer (Stimmung in ber yiafyt nictcr^cfdnicbcn. Sie 
fyaben i)ieüetd)t eine ju fenttmental lobenbe Senbenj. 
Pag. 1. tyiit 2. „yio&i", weil tdj e$ nod) erlebe, 

Seite 10. „Die twd)begabten ©eifter" otetteidrt 3^cn 
mißfällig; „ffojtfdjem" ? 

51. 0. Jpumbolrt. 



SSarn^agen fdjrieb ben 21. 9tooember 1841 folgende 23emerhmg 
über ipumbolbt auf: ,,3d) lad f)cute bie Depefdjen, meldte SUeranber 
üon £umbolbt im 3<$* 1835 auö $ariö an Jen ßönig gefcbrtebcn 
fyat. ©ar ntdjt, wie son 5lIeranDer #umbotbt ! 3eber Rubere Kitte 
feie aud) fc^reiben fönnen, unb, wa$ ba6 Sd)Iimmfte ift, fein Unterer 
fyätte fte anberö fcfyreiben tonnen ! So fmb bie poKtifcben ©efcbafte, 
jie jerfatlen in $Ietnigfeiten, bie gar rittet wichtig jmb, aber e» fcodj 
werten, weil man übereingefommen ift, fie fo gu nehmen. Dabei Tie 
feftftebenbe Jpeuc^elei üon formen, $orausfe£ungen, Uebertretbungcrt, 
ba muß bie 2öal)rt)eit beftiinbig untergeben. Unb td) prüfte mid>, uno 
geftanb mir, ba§ tdj, einmal in folgen ©efcbäften, aud) nid)t fyeraud 
fbnntc auö tiefem ©eleife ! Unb ba wunbern fid) bie Seute, baß in 
Snglanb unb $ranfreid) bie 3eitung^fd)reiber Finifter werben ! 2lld 
wenn e$ nicfyt unenblid) leidster wäre, gewobnltaV Depefcfyen gu fdjreU 
ben, aU ausgezeichnete äettungSarttfel ! — " 



60. 

§umbotbt an $arnt)agen. 

greitag, ben 3. 3)ecember 1841. 
Unter bem, was \&) 3^en serbanfe, teurer $rcunb, ift mir Jpor^ 
mapr 1 $ fräftiger SBrtcf am tiebften gewefcn. Le style est tout 
l'homme. Der ftet)t ben Sftenfdjen, bie uns umgeben, unb oon benen 
bie beffern ftd) in „Stet^enien, Filterungen, ^nreigungen, Jpalbbet? 
ten" verlieren, nid>t atynlid). Sein ©taube an Fünfter^ Siberaltc- 
muö ift wot)I nur 23ertt)e<$feluna, ber Fotroe ber ^antlungcwcifc. 
3weifeIcot)ne I)at ©raf Fünfter auf bas etelfte jut Befreiung öon 
Deutfdtfanb betgetragen, er ttyat eö aber wabrlicb ntebt, um taö Sic^t 
burd)bred)en ju laffen, bas man beute nod) gefptnflerarttg furztet. — 
Der 33 r uno (23auer) bat rotdj praafcamitifdj befebrt gefurftett« 3« 



— 55 — 



meiner 3u$enb bauten bte £ofprebtger fo: id) würbe von einem ein* 
gefegnet, ber aud) erjagte: Xie (Evangeliftcn tyätten ftcb mand)eö 
aufgezeichnet, worauf man fpäter 23iograpl)teen cjet tobtet. 3<3f) fdnueö 
vor vielen Sauren : "Toutes les relig-ions positives offrent troia 
parties distinetes j un traite de inoeurs partout Je niörae et tres 
pur, un reve geologique, et un mythe ou petit roman historique, 
le dernier Clement obtient le plus d'importance." — 3d) 
3t)nen ben 33aron ©eefenborf Bei, ber and) eine 9iepräfentatton will, 
nämlid) ben " re puro", in ben ftd) baö SSolf incarnirt, alles in ptyU 
lofortif^cr (Sprache. Wlufy gefallen, benn olme tiefe 2lb)nbung tyätte 
er eä nidjt bruden (äffen, @old)en Seuten mu£ man feinen S^eifel 
über eigene Meinungen laffen. 3d) fyabe ibmt, tem 23ice^räfttenten, 
geantwortet: „3d werbe ilm aufmerffam lefen, fo fefyr and) mtfre 
polittfd)en ©runtfäjje über volfetl)ümlid)e Serfajfungen von einanter 
abwid)en," (Es ift für mid) eine trübe, fd y were Slbcntluft. — 
W\t alter 2lnf,ängüd)feit 3$r 

v, ipumboltt 



£en £ag vor tiefem Briefe, ben 2. £ecember 1841, fd)rtcb 
Sßarnbagcn in feine Tageblätter: „Jpumboltt geftern bei mir, (Ergäbe 
lungen von ^>ariö. Sie er unfre l)ieftgen @ad)en ftntet (Er teuft 
ernftlid) baran, ftcb ^nrürf ju^ieben ; er wet§ redt gut, ia§ nur fein 
9tame bem Könige nod> Serti) fyat, ta§ fein Sßirten von Sintern weit 
überflügelt wirt, Sfyters $at ihm in §hri$ gefagt, man rete fo viel 
von rem revolutionären granfreid, il)m fdeute aber s Preu§en aud) 
l)übfd) unruhig ! 3« einem Briefe von ®iu$ot an £umboltt ftant> 
Viel ©uteö für ten Äüntg, unt als §umboltt es biefem geigte, unt 
bas 2ßort succes vorfam, rief ber «ftönig: „ „2lcb lieber ©Ott, bamit 
ftefyt es fcfywad, bavon \vo\im wir nun (ItÖ fein !" " 3« ter £b,at 
ftnbet ipumboltt, ba§ Die (Stimmung ftcb; fyter auf erfdredenbe Seife 
verfd)Itmmert b)at; ber Äimig f)at geinte, unt in fel)r fwber ©pbäre. 
£er SDttniftcr (Etd)l)orn trägt allgemeinen £afj, unt fpielt am ipof eine 
bürfttge $tgur. — (Es fd)cint fein 3 we Ü" e ^ ta § S5unfen ®e^ 
fantter in (Englant Wirt. Xer ©raf }it Stolberg ift faß: ter einzige, 
ber fretmütbtg mit er Fünfen fprtdt. £umboltt fpottet über Buttfen 1 ^ 
(ErbauungSbüdletn H „tie (Ufte Sode " " 

Ten 3. Xecember 1841 bemerlt ^arnbagen: „3d befomme fo 
eben ein 33latt von ipumboltt, ber mir eine (Scbrift teö |)rä(ttetiten 
von ©erfentorf fdidt, worin „aud eine 9kpräfeittatton verlangt Wirt, 
ttämlict; ter re puro, in ten ftd baö 3?oH incarnirt." (Er fefet bin^u. 



— 56 — 



„ „$hi§ gefallen ; tenn obne tiefe 2Ibntung bätte er eö ntc^t brucfen 
laifen."" 3\iU$t Htgt er tief fdwermütbig: n JBU ift für micb eine 
trübe, fchrerc iHbentluft." " £$ ift bart, ipumbcltt fein, unt ta-:> 
fagen )U muffen, auf rem ©ipfel Ter (£bren,in tergulle tee 3fatt)me$! 
Sr bat in ter Sbat iuenig freute, uns nur feine fatyrifdje SRunterfeii 
madjt U)m taö £eben fyier nod) etrcaö erträglich." 



II« 

£> u m b o 1 b t an ^arntyagen. 

Berlin, 2Kcntag 9Za$t§ ben 7. Secemfcer 1841. 

3d) fyabe nicBt^u^e,3^ftt/ serefyrter $reunbjür 3&re geiftreietye 
unb biftorifeb^gettegene Xarfteüung *>on (Bcbmemfö Seben febriftüd? 
gu tanfen. Sin tiefes Sintringen in tie ^nlmtmlitat teö großen 
^arafterS Belebt fcaS ®an$e, mie SKatürlidbfeit immer, im 
Tarftcüen, baä eigentliaV (dement beö Sebent ift. Sin mürrifeber 
SKatt) gum 2ß e g r e i t e n , eine allein gewonnene ScHacfr r, 
ben tem Reiten feine gan^e Saufbabn unn>egfam gemaeft. Ta$ 
ßnte, mit ter $abne in ter §ant, in tem blutigen ©emefccl son 
bretge bntaufent tbeünabmlofen ^ftenfeben, filtert reebt maitferifcb tao 
Scben te3 ©reifet, ter, feie (EoIumbuS, grojj unt prefaifc^ geizig 
gugieiefy mar. Sßaö Ijier 3^em Talent aU ©efebiebtfebreiber befonter£ 
ßfyre maebt unt üon fielen gemij) überfeben morten ijt, liegt in ter 
^icbt^Unterbrecbung ter 9tarratton fceS @cfy(acbtgetümmete burd) 
©djtterin 1 * Job. — 

3cb merte 3^nen bie „gefammeften 2Berfe" felbji bringen, unt ton 
gweiten $beü teä ipormapr'fcben föftltcben ^feffertranfö erflehen. 3for 
le£te« mir febr ebrensolleä ©ebreiben entbiett 2£orte, tie icb niebt 
mifmerfteben möcbte. „(Sie gönnen fid) Faum ten 23efik meiner 
3mpietaten." lieber foleb öigentbum mögen Sie naefy 
meinem baldigen © i n f cb e i t e n malten unt f cb a I * 
t c n. © a b r b e i t i ft man im $ e b e n nur t e n c n i&ul* 
b i g , t i e man tief acfytet, a l f o 3 & « e n. 51. £. 



£en 18. Te^ember 1841 p$riel Santftagen in feine lageblätter: 
w 3dj (j&rt* beute tie abeiitbeuerltaV, gan} fseimltdi) mitgeteilte Sage, 
ter $öuig »erbe jur Saufe fceä SMajen con £öaüw nadj (E&gfanfe 



— 57 — 



reifen, ta$ märe gang im Stillen unterhandelt Worten, unt tiefe 
f^meid)eU)afte (Eröffnung fyabt febr beigetragen, tie (Ernennung 23un* 
jett'0 gnut ©efantten tem tortigen £ofe annehmbar gu machen. Xurcö, 
tiefen 3 u l a # mirD mir tie gange Dtadmcbt sjcrräd'tig. So liegen tie 
tiplomatifdum ^crbälrniffe nicht. — 3ft aber tennod» tie <3ad>e ge* 
grüntet, unt aud) nur im 33orfd)lage, fo mu§ natür(id) S3unfcn tabei 
Die &ant im Spiele hakn, unt es fnüpfen ftd) Dann große Xinge fca* 
ran. 9cad) meinem Urteile fc|r gefafyrlicbe Xinge, enger 2lnfd)lufj 
an (Snglant märe feb-on betenflicb; aber innige ^erbinüung mit ter 
anglifanifd)en $ird)e unt ten Torieö, — ein mabree ^erterben ! Unt 
gang Greußen, gang Xeutfd^Iant, gang (Europa mütte folebe 2SerMn* 
tung aU geroijj annehmen, aud) roenn fie nid)t Statt fänte; taä 
roare $oit taufentfacher Scbaten, ter Äönig verlöre in ten ©cmü^ 
tbern feiner Untertbancn mehr, aU er je^t nod) tterlteren tarf. — 3$ 
hoffe, tie gange (Ergählung ift eine $abel ! — £umbo!tt fagt: tie §t\xU 
mutfy habe hier ftarf gugenommen, aU er abgereift fei, beulten (Einige, 
jefct, nach f e ^ ner SBieterfehr, 2llle. Seine fcharfen unt rotzigen 33e? 
merfungen ftnt eine mahre (Erfrifchuug in unferm geifte^armen ©e* 
feHfdjaftäleben. 



$or feiner 5lbreife nach (Englant tarn £umboItt son Sarnr^agen 
Slbfcbiet nehmen; tiefer fdjrieb tarüber in feinen Tageblättern ten 
14. 3anuar 1842: „§umboIfct fam 2lbfchiet nehmen, er reift morgen 
2lbent. (Er mar beim ©rafen »on Sftalfjan, für teffen Seben man 
beute mentg Hoffnung tjat. „Sein Tot bringt un£ (Eantj? ber, niebt 
33ülom \" jagte $umbo!tt Hagent. 3$ tröfte ü)n tamit, tag auch 
(Eanij3 megfaüen fann. — „Unt roer fod tenn fommen ?" — 33unfem 
— ,/Eas märe toch gar gu arg ! hieher gurüdbeglciten mirt er 
ten «ftönig, taö ift fchon beftimmt \ u Stuf (Eanij3 ift £umbolrt fehr 
übel gu fpreeben, unb er begreift nicht, mie fo ich ten nicht mehr fürebte, 
ten erg^ariftofratifchett, erg^heologifchen — tarin aber febr albernen, 
ja gerategu tummen — ,ten erg^antifrangöftfehen (Eani£, ter fatirifch* 
hämifch fei, unt tarin oft ohne alle SBürte, — „gmar Sie (tut felber 
ein Torty !" fügte ipumboltt hingu. £amit ficht eö noch fo fo, er^ 
mietre ich, aber (Eani£ ift rechtfehaffen, fcharf unt grate, mirt öieleö 
turchfe|en, unt im fiebrigen merten ihn ©efcbjäfte unt SScrhältniffe 
fd)on gügeln \" 



9cacb ^umboltfö Stüdfetm fchreibt 55arnhagcn ten 24. Februar 
in feinen Tageblättern: „ftumboltt ^atte mir fehr febön »on (Englant 
erjablt. 2im ipofe tie grüjjte $racbt, aber tie Sebenöart einfach unt 
natürlich, ta$ ©efpräd) bequem, ter Ton überaus freuntlich unt quU 

3* 



— 58 — 



müthig, fogar äwifcfyen ben Herren unb tarnen entgegenftcljenber 
3>art^etctt* $eel gefällt ü)m ni$t, wie er il)m fchon ehemals nicht 
gefiel, fleht wie ein £otlänber au3, ift mehr eitel aU ehrgeizig, hat 
Heine ©eftchtöpunfte. £orb 2lberbeen ift ein öerftocfter ©tiüfchweiger, 
ber e3 aber burcfy fein Schweigen boch nicht bahin hringt, bte Seute 
glauben gu machen, er tonne viel kluges reten. 33unfen hat tie 
größten Saftloftgfeiten gemacht, alle Sßelt ift gegen ü)n, nur ter Lintig 
mefyr aU je für tt)tt. „ ,/Die ganje SHcife bes Königs war eine 3ntrigue 
Von 33unfen" ", fagten felhft (inglänber. 

„lieber unfre hieftgen 2lngelegenbeiten trirb viel geratbcn, vcr^ 
mutzet, öcrfichert. Sur baS auswärtige 9ttinifterium wtrt einftwcilen 
ber fromme 2lrnim von Trüffel hergerufen; fpäter wirb Sani| ernannt 
Werken, — ober 33unfen, fag 1 tdj. ®raf von 2llven£leben fotl nach 
SMen, SHabowiJ bod) vorläufig nad> Karlsruhe, hiö bie 33unrec<gcs 
fanrtfchaft frei wirb. Sftoch ift vielleicht ber Sftutl) nicht ba, 33unfen ju 
neunten, unfc 23ülow wegjuthun, aher jeber Vortat, jete 2£oche muß 
ben 9ftuth ftärfen, unb bann gefchieht hette*. — 2ln SQklfcan'ö £>ere 
ftcüung ift nicht 31t beulen, bie hejferen Sage machen ftetü wieber 
fch limmeren, bie gelleren 2lugenblicfe neuer Serbunlelung $la{3. Sin 
trauriger 3u(tonb," 



62. 

ipumholbt an 23arnhagen. 

33 e r 1 1 n, Montag, ben 28. gehruar, 1842. 
3$ wünfchte jwei fyikn üher 3hr mich beunruhigende* 35eftnten 
31t haben, mein ebler ^reunt). 3$ habe tem fehr verarmten recht 
talentvollen dichter ^reiligratl) in Darmjtobt, ohne alle Verpflichte 
ung im 21uelanbe leben*, eine ^enjion von treibuntcrt Jbalcm 
(eine elente, aher vorläufige) verfchafft. Tonnen (Sie mir feine 
©ebichte leiten ? 

21. $*♦ 

Slnmerfung'von SSarn^agen. dienstags, mit bem 
Feuilleton baö 3ournal be* £ebat£, worin $büarete CEbaeteö auf 
eine gemeine 2Öcife bie beutfehe Sittcratur unb Tie großen teutfehen 
Schrt'ftfteller fchmäl)t unb $tynt f fchrieb Jp.umboltt mir folgende 
Sorte: 

Unb tiefer SIente ift unter bem ©utjoffeben 5)cinifterium Pro- 
fesseur des langues du Nord (litt, anglaise, allemande) au Col- 
lege de France geworben. 23el)alten <3ie nur ras alberne gefebmaef* 
lofe Suhenftücf. 21. £t 



63. 

£ u m b o l b t an $ a r n l) a g e n. 

33 erlin, ben 16. TOq, 1842. 

Seien Ste fel)r Beruhigt über ba$ 9JM§gefdrt(f. £er ßönig 
lauft italiamfcbe, aber fcfclecfrterbingö titd>t frangBjifdbe 23ilder. £a« 
SÜfcnijj oon (Sfterubini ijf allerdings febr fdwn, und fo oiel icb mitfy 
erinnere fat) irf) e« bei (Sberubini felbfr. '£a tiefer niebt todt und 
3ugre« fet>r reid) ift, fo begreife id) niebt, wie ba« Portrait gu oer^ 
laufen fein fann. (Sagen Sie dem geiftreieben „Äinde" nur, (Sie 
hätten mir ben Feuilleton gegeben. 

3m legten gefommenen Journal des Debats jre^t ein febarfer, 
febr guter Slrttfel über da« fdjeufjlicfee Sudengefefc, tag man androht, 
und über welche« id) bereite fefyr eindringende Sßorte fyabe fyoren 
lajfen. 

£anfbarji 3$r 

21. £t. 

9Ritt»o$*. 

&« fotlte in dem (Eingang teS ©efe£e« oon bem „2Dunber ©otte«, 
bie jüdifebe Nation unter antern Golfern erhalten 31t baben, oonbem 
SBiüen ©otte«, die Nation abgeändert ju erbalten", geredet werden. 
3$ fyabe barauf geantwortet: ,,£a« ©efe£ ift mit allen $rin$ipien 
einer einigenden Staat«flugbeit ftreitend, — e« fei eine gefahrvolle 
2lnma§ung ber fcbwa&en ^enfebbeit, bie uralten £efrete ©orte» 
auflegen ju wollen ; bie ©efcfyicbte ftnftrer 3aWwnterte lefyre, gu 
welken Abwegen folcfye Deutungen 9ftu$ geben." 

3d) lebe unter bem (Schein äußern ©langet und bem ©enufj 
pl)antaftereid>er Vorliebe eine« eblen dürften in einer moralifeben ge^ 
mütbU&en 2lbgefcb ; iedenbeit, Wie fie nur ber nücbternc Seelen$uftand 
tiefe« geseilten erutiten ftd) bei gleichnamigen $olen abflößenden, 
mürrtfeben und dod) nad) Dft fieb täglich mein* einengenden Sande« 
(eine« wal)ren Steppenlande«) herbeiführen fann. föchten Sie 
mit bem aufrieben fein, ber, einfam, ben Siftutb, feiner Meinungen 



— 60 — 



64. 

JpumBoltt an 23arn$agen. 

23erlin, ben 21. Wläxi 1842. 
50?etn teurer, fo glüdltd) mir wiebergegebener $reunb ! 

(53 ift mir eine uncnbltd)e freute, au3 %imm fcftlicben Briefe 
fekn, ba£ bie in ber $bat redt anmutbige ©ejjpfljicfcaft bei Der Sürftin 
3&nen leiblich unb bei meinem ftrafbaren SftattriäligmttS fage id) 
barum aud) geiftig wollgctl}an bat. (Eine foldje öefeUfcb>r't, grcften* 
tbeilö aus feemfelben etwa* nüd)ternen berliner $u{?materia1 $ufam* 
mengewefyct, gewinnt in Sem £aufe ber ^ürfttn ^ücfler gleid) eine 
andere ©eftalt. ift wie t>er ®eift, ber in ben (Staat fyauefyen mujj ; 
ba3 Material fcfyeint oerebelt. — 

3l)re ^rijtlidje Glaubenslehre behalte tdj nod), ber id) mid> e|e^ 
maU fdwn in $ot*3bam an bem (Straujnfcben ipeilanb fefyr ergoßt; 
man lernt barauö nicfy bloß, wa3 er nicfyt glaubt, unb waä mir minber 
neu ift, aU oielmefyr, waö alles üon ben fcforoarjen Männern geglaubt 
unb gelehrt werben ift, bie ber Sfienj'd^eit jefet wieber neue 23anbe 
anzulegen »crftefycn, ja bie Lüftung ibrer ehemaligen fyinlt anlegen. 
£ie (Stelle, <8pino$a betreffenb, werbe tcb mir gern al'fd)reiben. Db 
bie gro£e 9teul)eit bes ^weiten ZbäU ber ©laubenslcfyre (1841) nidt 
dU Sinwentmng sorgcbradt werben wirb, ba man behauptet nad) fefyr 
alten heften ju lefen ? Wiv fdn'ene es ftratcgifdjer, bie unerhörte 
Und)ronologie mit einigen Semcrfungen über ben neuen (Glauben an 
ben ganzen roman historique ber apoftolifcfyen $tytl)enfammler gu 
tterüffentlidjen. Sßer fo öffentlich le^rt, mu§ ftd) aud) bie De[fentlia> 
feit ber Sertfyeibigung Slnbersfcenfenfcer gefallen lafen. (So eine »or* 
läufige münblidje 9ftitt()eilung im mtlben £on ber jtlage macbte bie 
fpätere öffentliche fcbwierig, unb bringt ni&p beroor, als oornebmes 
Säckeln, 2lbläugnen» 9?id)t ber @pinosiftifd)e Unfaü, nur biefer 
braud) ber ebelften getftigen Gräfte $um £tenfte eincngenber Sefyren 
ftnftrer 3Afcrl}unberte, ift mir orbcntlift fcbmersltd). £ie ^)er|ünlid)feit 
bes Cannes l)atte atlerbings ni#ts 2ln$tel)enbeS für micb, aber id) t>attc 
eine gewijfe Vorliebe für tljn, wie mtd> alles »erfübrt nnb bcgeiftevt, 
wo, wie in ber Üfiebe über bie Äunft, ber milbe £aucb ber $>|antajte 
ben SBofyltlang ber 8prad)e erwärmenb belebt, 9?un bin id) getrennr. 
3n ber legten Sftebe, nid)t über bie ftunß, fontern im ^adelfcfyein, i\t 



— 61 — 



ja tiott 2Beggel)en wie vollbrachter SRuftfuSreife (ber Be^(ten) bie 
S^cfce, — ift wol)l nur eine fentimentale Sßcnbung um $urd)t ju 
erregen» 

9?un einige Antworten über bie 2ebenSbefd)reibung, an bie id) bodj 
mit einigem Scfyreden benfe, nidjt t>eö $oltttfcfyen wegen, fontern aus 
gamiUenrütfftd}ten. 3cb redme feft auf 3*>r Serfpredjen. £er 9Jknn 
wirb bod) nid)t fo $tele betrüben wollen ! — 

SBilfyelm ift in $otsbam geboren, weil fein $ater $ömglid)er 
ßammertyerr unb jxigleid) bienfttfyuenber $ammerl)err bei fcer ^rin^ef* 
ftn oon $reu$en (Slifabetl) war» Sr verließ $otöbam, als bie $rin* 
jeffm nad) Stettin gebrad)t würbe. 9JMn $ater verblieb in ber 
lüften ®unft bes $rtn$en von Greußen, ber i()n regelmäßig alle 
3aJjre in Siegel befugte» £ies erflart 3f)nen bie «Stelle in ber eng* 
lifdjen £>evefd)e, wo es $et|jt (td) glaube fefyr früf) 1175? Sftaumer'S 
Seiträge gur neuern ©efcfyicbte, 21)1. 5» S. 29t): „£er£berg, <3dju* 
lenburg, tonnten ein SJMmfierium bilben, aber bie meifte 2Bafyrfd)em* 
ftdjfeit bes Erfolges fyaben, obgleich fte nidjt berfetben 2Irt fmb, 
biejenigen, welche als bes ^rin^en ©ünftltnge betrautet werben. 
3u ben erften unter irrten gehört iperr von Jpumbolfct, ehemals ein 
Beamter beim verbünbeteu Jpeere, ein Biaxin von einfachem SSerjtance 
unb febbnem $aratter, £>err von £orbt, ein unternebmenber (Senium.. 
XiaS ©ort Beamter ift ein fonberbareS ^t£verftänimi§. 9ftcin 
SSater (9Jiaior) war 2lbjutant bes £ergogS gerfcinanb von S3raun* 
fcfyveig, nähern er lange in bem ^infenfteuffcfyen Xragonerregimente 
gebient, er würbe oft vom £eqog an grtebricfy ben Stetten wär^renb 
ber böfeften Reiten bes ftebenjafyrigen Krieges gefdn'tft, ba^er $riefcrt$ 
ber 3wite in Briefen über bie 2ßebePfd)e Decoafiture fdjreibt: „3$ 
fyabe an .Spumbolbt alles gefagt, was man von fold)er ^erne aus fagen 
famt." (^anuffrip^ Briefe, bie ber $ömg neuerlich in Greußen 
gefauft.) 

teilte Familie ifl aus #tnterpommern. 9flem 33ruber unb ity 
waren lange bie legten unfers Samens. Steine Butter war eine 
Solömb, $oufme ber gürjiin 33lüdjer, unb alfo Siebte bcS alten 9>rä^ 
poenten in Anrieb (DftfrteSlanb). Sie l)atte fid) in erftcr Sbe mit 
einem 23aron von §olwebe verl)eiratbet. 2luS tiefer Gbe war mein 
Stiefbrutcr £olroeoe, einft im ©enbarmenregimente. Steine Butter 
fyat bas 23erbtenji, auf res alten ©eb. SRatfycS Äuntb Antriebe, uns 



— 62 — 



eine überaus forgfafttge (Erhebung geben. 2ßttt)elm tr>art in ten 
crften Satyrn son (Sampe als unferm £auele£)rer erlogen. Xen 
Q)runt gu (einen tiefen griednfcfyen (Stutien legte SöfjTer, ter SSerfaffer 
eines freigcfmnten 53ucbcS über ten 9?eu-9)latomSmuS ter ^irden? 
üäter, tamaIS©entarmen?Be(tprctiger, na&ber Dber^onftftortalratr) 
in ®etfya. Sftacbft Söffler nnterridtete $ifd>er tont ©rauen Softer 
ötele %al)re lang SÖUbclm im ©riednfeben, ein Sftann, ter, n>aS 
jiemlid) unbefannt ift, neben ter 9ftatl)cmatif öiet ©riedüfd} roufte. 
£a§ (Engel, 91 eitern eier, £ot;m unt «ftletn uns lange Kollegien gele? 
fen über $htlofopb)ie, 3uriSpruten$ unt (StaatSroi|l>nfcbaft, ift 3^nen 
befannt. Stuf ter Unioerfttät in $ranffurt (fed)S Monate) roobnten 
rotr in ßoffler'S £aufe, tort $rofeffor. 3k Böttingen freqnentirten 
roir beite (ein 3<rt)0 taS pb)iloIogifd)e (Seminarium öon £etme. 

deinem 23ater gehörte $eget (ein ehemaliges 3agtfd)Iojj tes 
großen ^urfürften, tafyer nur in (Srbpacbt genommen, erft SSilbelm 
^at es als Rittergut befeffen, taber <Sd?tn*el öier Stürme, um ten 
einen alten £burm aus ter gtit teS großen ^urfürften gu erhalten) 
unt Sftingenroalte, bei (Soltin in ter 9?eumarf. 3üngemralte ^at 
fpater mir gebort, temu ten ©raren 3teete unt 2IaMm 2Irnim. — 
2£übelm befajj bei feinem £ote £ege(, Surgörjter unt 5tuleben, 
(tureb feine $rau erroorben, ta ter Xacberöten'f&e M)nsneruS auf? 
geboben roart), ipatersleben im -Sftagteburgifcben, unt taS Sd(o§ 
Dttma&au in Scblcften, tie ibm nacb tem $arifer ^rieten gefebenfte 
Dotation. 

£aS (Sonnett I. 394. begießt ftd) auf ein groeites $int, glaub^ 
icb, taS $rau öon jpumboltt in 9iom öerlor. (Eines ift in $aris 
begraben. 

3& b e f d) ro b r e (Sie, nur tem Serfaffer niebts als öon mir 
fomment mitjutbeilen. Sr tr-ürte eS in ter Sorrete unöermeirlid) 
fagen, unt tann roürte td) refponfabel für öieleS roas icb fürebte. 

^eqeifyen (Sie ten ftercoranartigen gefd>roät3igen 23rei. 

(2lnmerfung öon 5Sarrt^agen. (Er ^atte roo^I eben 
in «StraufTs ©laubensleljre öon ten (Stercoraniften gelefen* £afyer 
l)ier taS SBort.) 



— G3 — 



65. 

ipumbolbt an Sarnhagen. 

•Donnerstag, ben 31. 2ftär3 1842. 
3d) ermatte ben 2ocu£feu, ber einen eigentfyümüdcn Duft be$ 
ttöt^erobottfdjett -2Utertl)um3 ^at, in bcm 2(ugenbiid, in bem id) mit 
bem blutig von $otötam jurüdfomme. Der 23rief, ber Den dnncfu 
fchcn ^)l)tlofopI)en begleitet, gtebt mir eiue trübe (Stimmung. 3$ 
fefye, ba§ Bit noch nicht ben StRut^ 3^er ©enefung fabelt, ba3 ©elbjfe 
gefüljl ber nüeterfebrenben pfy?ßfd)m Äraft. Daß 3faten bie geiftige 
ttidji gefdmälcrt ift, fagt jeter 3^'er Briefe. ©S tft mir boch feiner 
tiefer ^Briefe verloren gegangen ? 3$ fdrieb 3h nen vor root)l acht 
Sagen einen vier (Seiten langen 33rtef über ben cbriftltch bogmati* 
ftrenben ^pijilojopfyen unb bie Seanttvorrnng ber fragen be3 23io^ 
grapl;en, ber mich beunruhigt mit feiner pietiftifeben Neugier. 
Wlcin 23rief ift bod) in 3fyre Jpänbe gefommen? (Er enthalt auch ^iel 
©eferjunitpigeä über meinet 23rufcer3 erfte 25Ubung. Bit ewäbnen 
meiner ©efcb/roa£igfett gar nicht. (E3 barf mich bocb/ nidt beun? 
ruhigen ? 

9)?tt 23üloro ift eö un» geglüdt. (Er fornmt (Sonnabenb: es 
fönnte ber Anfang von etiraö fein, ober baö (Enbe, le bouquet, ber 
Stcbteffeft beö ©djaufpielö ? 

3d) a§ geftern mit 3;()otul unb 23edeborff in *Pot3bam. Bit 
würben mir fonft roob-I nid)t erfdjienert fein» 

9Rit treuer (Ergebenheit 3$r 5t. £t 



66. 

£umboIbt an 3Sarnbagen. 

Berlin, bcn 6. Styrtf 1842. 
9tacb bem fo übermütig veröffentlichten 3nqutfttton^=Urt^eife beö 
33runo Sauer barf ich 3fy*n ©traug rt>ot)t nicht länger beroabren. 
3d) gebe 3^neit baä merf'roürtige 33ucb, ba3 mid ju mandem 9?ad-< 
benfen veranlagt r)at, mit vielem Dante jurüd. Die ^etbobtf barin 
ift vortrefflich, auch lernt man bie gan^c ©laubenogefdidte ber 3^it 
fennen, in ber man gelebt, befonben? bie bfäfftfebe 2ift, mit ber, ttadj 
£d)(eiermader'fder SBeife, man ftcb äußerlich su allen formen ber 
ebriftiieben 9Jtytben befennt, ftcb 2tnbcrcbenfentcn aneignet, ben „ßeldj 



— 64 — 



geturnten" in Begleitung üon £ofequipag;cn serfcbarren lägt,*) wert)* 
renb jeglicbcr -Bfytfye eine fogenannte ptjilofop^tfc&e (Srflarung untere 
gehoben wirb. 2£aö mir an (2trau§ gar nicbt gefallen bat, iji ber 
naturtnftorifcbe Seicbtjtnn, mit rem er in Sntftebung bes Drganifcben 
auä bcm Unorganifcbcn, ja in 23ilbung beö SSftenfcben auö cbalräifrtem 
UrfaMamme feine (Bcfyanerigfeit findet* Da§ er son bcn blauen 
fingen {enfettä be8 ©rabeö wenig ju galten fd>eint, tteqcibe tct> itjtn 
leichter, ^ieüeid>t aud) nur, it?eil man, bei wenig gefpannter (Er#ar? 
tung, fid) um fo lieber unb angenehmer überrafd}en lägt» %üv (5ie, 
(Midlicher, ift e3 feine Ueberrafcfyung. SÄecbt fpanifcb; unb empörenb 
iji in t>er heutigen 3nquifttionßformel mir ber 2luebrud gewefen, ber 
23erurtl)eilte werbe „felbft erfemten"..! Neque aliud reges, aut qui 
eadem saevitia usi sunt, niri dedecus sibi atque illis gloriam 
peperere. 

3<Jj fcfytde %$ntn einen Don %uan f pxm Ztyü fefyr fcb)öne formen 
ber (Sprache, aud) $f)antafte. 3$ &tn neugierig, wie er <8ie an? 
fpreeben totrk 

. Der fonftitutionetle Roi des Landest) b;at gejtern, ttor üierjig 
Sftenfcben, trieb er an feinem Sifcfye gefagt: bie ©ettinger ^»rofef? 
foren batten in einer treffe ifym öon i^rem Patriotismus gefproeben, 
,,$rofefforen ^aBert gar fein Saterlanb; ^rofefforen, £uren (ber 
Xeutüd)feit wegen fej?te er b>in$u des putains) unb Sennerinnen fann 
man überall für ®elb haben, fte geben bafyin, wo man ttmen einige 
®rofd)en me^r bietet»" SBelc^e (Staube, ba$ einen beutfcfyen dürften 
ju nennen ! 

mit treuer Mänglicb.feft 3*)r 8. *t. 

TOtwod) ftaebt^ 



67, 

$ u m b o I b t an $arnbagen. 

SBerliu, ben 7. Stprit 1842. 
Der un« unrefannte greunb ijt febr liebenewürbig. 3* ^be 
o.lle 23cforgni§ »crloren. Sie rriffen |ebe Sßunfce gu Reifen» 3$ 
t^eile 3bnen gern tie Slbfcfjrift ber wenigen $i\kn mit, bie, wie eS 

*) @d)tetermad)er. 

t) ^önig (grnft %u$u)t ton ^annooer. 



— 65 — 



meine Slbßcfct fear, am antern borgen in teö $önig$ £ante gelange 
ten. 3$ brauchte ten Umrocg, roeil id) fo freier unt) unjufrietener 
fcbretbcn turfte. £ie Sacfcc ift auf freierem 2£cge, vielleicht aber 
nicbt unroieterbringltcb, aufgegeben« 3$ m"fi ©i* alfo 
inftäntigft bitten, tie 3 e ^ e ^ nic^t 
au$ ter £ant ju geben ! 
Sie roürten u n roieterbringlid) in tie 3 e ^ un 3 en üfcergefyen, 
unt meinem SMrfen in einer roidtigcn Sad>e fefyr fcfcätltd) roerten, 
£er $önig lieg rmd» fefyr ftity rufen, unt eä gereift ifym $ur Sfyre, 
tag er mir fef)r ^er^Hc^ für meine freie Steuerung getauft |at, 

3$ bin fyeute nicbt naco 9)otgtam gegangen, um tie 2ßa$l im 
pleno te$ talentvollen jütifcfyen ^öjtfera Sftiejj gu betreiben, 
Sie ifi für tie SIfatemie fel)r ehrenvoll aufgefallen, nur trei fdjroarje 
kugeln, 

3d) ge^e morgen tem Könige naco, bis Sonntag, 3$ wcric 
fuden etroa$ roicbtigeö autograpl)ifde3 5)oetifcbe$ (von 2Bill)elm oon 
£umboltt) für Stuttgart aufzutreiben. 2Ba3 id) felbft befitje, fint 
leirer! 2lfrfd?rifan. — Scbonen Sie, teurer ^reunt, 3^e ©efunt* 
|eit, tie nicfct ganj befeftigt ift, 3|r 

21. »♦ £umboltt 

Donnerstag 9Ja$t, 



68, 

$umooltt an SSarn^agen, 

ftreitag, ben 24. Sunt 1842, 
3ür freuntlicbeä 2lntenfen, mein verehrter geiftreicoer $rcunt, ift 
mir um fo roofyltbatiger geroefen, alä id) unrooU, fatarrfyaltfd) unrooljl 
Von Sangfouci jurüdgefommen bin, in allen ©raucht te3 Um^ie^enö 
lebe (in ein abgefd>madte3 Quartier te£ fibirifcben Stattviertete, ter 
Oranienburger Strafe!!) unt faum ein Tintenfaß auf tem Sifdse 
|abe. 

jpier nur ter Sluctrud meinet Dante*. Steine Stete ju SftarkU 
nefe tyabe icb, ibm felbft targebracbt. Sin Donnerroetter in ^orm 
einer ßafeinetöortre, in ten Sangen, mit einigen groben tcö 
Senfur^Unftnneö, roäre erfpriejjlickr aU fcaä unmöglich ^reggefcfc, 
unt ein ©rojnnquifttor $ur 2>egrüntung ter $rejjfreit)eit, SMr Ratten 



— 66 — 



uns (o ttieleS 31t fagen, unb tcb fyoffe ©ie üor 3^rer 2Ibreife nocb be* 
fuctyen 3U fönnen. £a$u ter beitere 2tnblid son vier Kronprinzen 
unt Sfyronfolgern, einem lentenlabmen Haffen, einem tterfoffenen 
3slänter, einem Hinten politifcb?Nütbigen, einem eigenfinnigen, 
geifteslafymen, — baS ift tie fünftige monard)ifd)e 2Belt, 3^ 

21. Jpt. 

3$ mit bem Konig an ten Stbein. £a§ id) für $etereburg 
fein $afynenlappen fein fonnte, serfteben ©ie. — 2) e r K a n 3 1 e r 
|at tie freute nocb immer rotten Sefcbultigungen son Seiten ter 
9tid)tgelatenen oter ttom 23anquet Vertriebenen ausgefegt jn fein. 
Sßie ®lasfnöpfe, ^fauenfetern unb Sanier bie ÜRenfcben auf? 
regen ♦ ♦ .*) 



(2Inmerfung ö n 23arnb;agen. Sflarbeinefe^s 2luf? 
föf> über bie anglifanif&e Ktrcbe in ten 3al)rbüd)ern für roiffenfdjaft? 
Itc^e Kritif, mit ein paar (Eenfurtummfyeiten.) 



SSarn^agen febreibt ben 26. 3unt 1842 in feinen Sägeblättern 
über ten neuen Orten: „$umboltt ergabt mir ausmbrlicb »on ter 
(Stiftung teS neuen OrtenS. <£er König bat juerft eine fiijie auf? 
gefefct, tie tarnen barte er mit ©anefritbud^ftaben gefdnieben; tiefe 
Sijle rourte an £umboltt, Si&born, ©aotgnp, Sbiele, jur 23eratbung 
mitgeteilt, unt) tann oft »eräntert, maneber 9?ame fam taju unt 
roieter tason, feebs Soeben tauerte taS ©ebrceben. Anfangs wollte 
ter König fecbSunfcöiertfg 9ftitglieter, fo siele als grietrieb ter ®ro£e 
9tegierungcfat)re säl)lte, tie 3al)l oier^ig »erroarf er wegen ter ©pötte? 
reien über tie Quarante ter franjöftfcben 2lfatemte, entlicb befebränfte 
er tie ^aU auf treißig. 3« alicm »erfuhr ter König fefyr nad) eig? 
nem ©tnne. 2lrago ift öom Könige urfprünglicb genannt Worten. 
Stetternich M Königs auätrüdflicber unt beharrlicher Sßitle. #tu? 
motyr fiel roieter weg. ©teffenä, meinte ter König, fei toeb eigentlid) 
nidjt ftarf genug, roeter als *Pbilofopb noeb als 9caturforfcber. £i$$t 
war teS Königs entfdüetene ©abl, unt feine Sinwentungen frudv 
teten, ©ponttni foüte ten Orten baben, aber ©asign^ unt Kabt? 
netcratl) 9)lttHet tonnten es ibm ausreten. ®egcn Sftoore fagte man 
tem Könige, er babe ©pottoerfe gegen s ])ren§en gemadtf: „'TaS gebt 
mid) gar niebta an !" fagte ter König. ®egen s )teUoni wantte man 
ein, tajj er ßarbonari unt $aupt einer revolutionären 3unta gewe? 
fen. „3ft mir gan^ gleicbgültig, meinte ter König, unt er roürie 

*) 23ejief;t fia) auf ben neuen Orten pour le merite. 



— 67 — 



DconeÜ ernennen, wenn ter folcbc wiffenfcbaftlicbe 93erfcienjte batte. 
Der ßönig wollte Stawmcr'n unt StanfeX Gicbborn unt (Sasignp 
nur 9tanfe 1 n, taritbcr fielen beibe au$« 3m SÖBtterfprud) mit obiger 
2lnft&t (bei 9Moni, s 3ftoore unt 2tra<?o) wurte toeb ter ©tftortfer 
(Sdjlojfer wegen fetner $)artbeinabme (?) befeirigt« s Jftettcrnicb batte 
ftcb über ta$ 33ietbum ju Serufalem fpötttfcb cjcäu§crt, fcamit er eä 
niebt aueb über Jen Drten tbäte, foflte er SJlttgliefc werten; tieö balt 
£umboltt für tie geheime Srtebfeter. Sßegen üftetternid^ä murre 
Uwaroff nid)t genannt, weil tann jener nid)t mefyr ter einzige feiner 
&rt gewefen wäre* 2inf wurte alö niefet gewichtig genug angefefyen." 



Den 21* Sunt 1842 fügt Sarnbagen noeb binju: „9tacbträg* 
liebet ton geftern: $umboIlt eqäfylte mir, er habe ten .ftönig im 
torauö benaebriebtigt, tag tie 2lfatemie ter 2Biffenfcbaften ten £erm 
Stieg, einen 3uten, alö SOtitgltefc aufnehmen wolle; ter «ftönig babe 
erwietert, er würbe fcte 2ßal)I obne aüea 23etenfen beffiitigen. „3$ 
fyoffe tod» niebt, fügte er fyinju, tag 3br 23ruter tie Dummbeit be^ 
gangen unt in tie (Statuten gefegt bat, eö türfe fein 3ute in ter 
SOatemte fein ?" Der ^inifter (Siebborn wugte, tag ter Jtönig fein 
Sßetenfen t)abe, ibm felbft aber war tie (Sacbe unangenebm, unt er 
glaubte fte aud) Sbiclc'n, 9Iod>ow ,, tt, Stolbergen unt wintern mijj* 
fädig, taljer lieg er fcaS ©efudb ter Slfatemte um tie ßöniglicbc 53e^ 
ftätigung erft fetbö 2ßod)en liegen, unt febrieb tann an tie 2lfatemie, 
ob fte aueb gewugt babe, tag £Rte§ ein 3«^^ fri? Die 2Ifatemie war 
über tiefe Anfrage fet)r aufgebraebt, unt antwortete einftimmig, fte 
balte ftcb an ibre (Statuten, |abe nacb tiefen gewäblt, unt weife tie 
$rage te£ SSftijiijterä als eine ungehörige jurücf, obne fte $u beant^ 
Worten, Diefe ©robl)cit jieefte Siebborn ein, unt Heg nun Daä 23c^ 
ftätigungSgefud) an ten ^önig abgeben, ter e$ aueb fogleicb bewilligte« 
Der $önig fdnen einige Unjufrietenbett ju empftnten, als er inne 
wart, tag er gewährte, wa£ grietrtcb ter ®ro§e oerfagt batte, nämlid) 
tie 3«iaffung eineö 3uten jur Slfatcmie; Srictricb batte tie ökibl 
Sftofcä ^enteIfot)n^ niebt beftatigt, man glaubt, auö SRücffttft für 
^atl)arina ^aiferin tton 9tuglant, welcbe 9JiitgIiet ter SIfatemie war, 
unt ton ter man nid)t gewig war, ob ifyr folcfye ©enoffenfdjaft auefy 
mtt fein wurte*" 



Den 30 ^luguft, 1842, bemerft SSarnbagen in feinen Sagcblät* 
tern: „£>umboltt erjablt mir SrbärmliAfeiten ton ®id$orn. Siel 
toom Könige, feiner ßiebenewürttgfeit, Saune, ©(^er^ftftigfeit. 
^Jlcint aber, feine £iebüng^ovfteüungen gebe er nid>t auf, er balte 
feine Sorbaben fejt, aud) wenn ** fte ptnufguiiefeen febeine. Der 



— 68 — 



jlöntg roar mit ®raf 9flortimer 9Mfcan jufriebner, als mit trgenb 
einem antern feiner 9Kinifter, batte volles Vertrauen in ifyn, traute 
ünn alles $u. — Unterfucbung über t>tc 23ebeutung beö SBorteS 
„geifireid)", unt roiefern man Jen jlönig fo nennen türfe. £um? 
boltt meint, ter .ftonig roolle aucb nacb ©riedenlant reifen, unt 
bann gebe er gerct& aud) nad) Serufalem. (5s fei $u befürchten, ta§ 
am önte tie Pfaffen ibn tod) nod) bedangen, fein muntres Naturell 
untertrieben ! — ipumboltt gebt in Aufträgen nacb öu jum Könige 
ber grangofen, bann nad) $artS ; im ^Dejember roill er rcteter in 
23erlin fein," 



23arnf)agen fcbiltert einen 23efud), ben $umbolbt tbm nad) feiner 
Sftüdfebr ton $)aris macbte, in einem Tageblatt oom 18 SWärj, 1843, 
roie folgt: „£umbolbt befucbte mid) fyeute; er fyat febr gealtert, feit 
id) ibn nicbt gefebcn, aber fein (Seift unt 9Jiutb ftnb frifü, (£r roar 
in $aris vergnügt unt Reiter, fyier l)at ftd) gleid) eine trübe @ttm? 
mung über ibn gelegt: roaS er oorgefunten, ift, roie er fagt erbarm? 
lieb, ras alte befannte SBefen, mit gefabrlid)en fingen in fintifeber 
ftroblicbfeit befebärtigh 3 u ^ em ^irt er wit plagen unt 2lnfprücben 
beftürmt, alle Seute roollen, er foll für fte i'precben, feinen @influ§ für 
fte oerroenten* „öinfluß !" ruft er aus, — „9tiemant t)at ibn ! 
2lud) S3unfen unt Sftatonnjj, tie ©ünftlinge beS Königs, baben 
feinen, fte fönnen nichts, als tie erfpäl)ten (Sinbiltungen unD 
@d)roäd)en nabren, ibnen btenen unb opfern, unb trollten fte etwas, 
baS au§erb)alb biefer 9tid)tung läge, fo roar 1 es gleid) mit ibnen oor* 
bei. 2>r $ b n t g tfyut was er gerate will, roaS aus feinen früt;? 
befefrigten 23orftetIungen ftei) entwickelt, unt ter Sftatb;, ben er allen? 
falls anbort, gilt ib,m niebts. Sr fprid)t mit $erad)tung ton öid)? 
tjom wnb ©aoigno, als gleijmertfcben 3lugentienern, tie ftd) oon 
it)ile, oon ©erlad), oon Jpengftenberg bestimmen laffen, — £er 
$onig ^at niebts aufgegeben oon feinen bisherigen Vorhaben, unb 
fann jeben 2Iugenbltd neue 23erfud)e barin mad)en, in ^Betreff ber 
3uten, ber ©onntagSfeier, ber englifeben 23ifd)ofSweibe, ter neuen 
2ltelsetnricbtungcn u\ f. w* Sr ^egt $lane, als follte er Muntert 
3abr alt werten, benft an ungeheure Rauten, ©artenanlagen, fünfte 
ausfübrungen, aud) an Reifen, ein 23efucb in Sitten ift fdon gur 
(Sprache gefommen, im Jpintergrunte fcblummert gewiß eine 2ßall? 
fabrt nacb 3?™^™ ! ^apoleonifcbe grietenS^üge, nacb Sonton, 
©t. ^etereburg, in ten Orient, eroberte ©elebrte unt Äunftler, an^ 
ftatt Kanter! ^unft unt $>bantafte auf tem ^brone, fanatiiite 
©aufelti uml)er, unt beucbleriiUer s JWt^braud) in Spielerei ! Unt 
tabet ter S M en f cb roab;rbaft geiftreieb, ioabrt)aft liebcnswürtig, oon 
beftem Hillen befeelt ! — SaS roirt aus tiefen Xingen nod) roer? 
ten !" — 



— . 69 — 



69. 

#umbolbt an Sßarnfyagen. 

»erlitt, ben 3 Styril, 1842. 
SBenn fd), mein teurer ^reuub, fo fpät erft für taö föjiltdje ©e* 
fcbettf 3bnen meinen roärmften £anf fcarbringe, fo ift e£, roeil id) 
erft einen 2tufentbalt oott $ot3bam ^abe baju anwenden muffen, um 
mit %\>nm 3fyre 3ugenfc ju turcbroanbern unb mid) in ten „erroet* 
terten" Verfyältniffett beö Liener 2ßeItfongreffe3 3U orientiren. (Sä 
ift eine glüdlicbe 3 u 9 a ^ e / bie 3^ früheren öntroideIung£gefd}id)te: 
fo!d)e ©eifter fiefyt man gern in ber bewegten 2ßelt auftreten unö oor 
unfern klugen einrairfen. 2Öte ungerecht waren mir einft in 23eur* 
Teilung ber Warmtv, bie im großen itongreffe Suropa ju fonftitutren 
»erfucbten: td) fage: wie oiel met)r erfyei(cb ( ten wir fcamate in folcfyer 
Uitgeredjttgfeitölaune, trenn je^t, in Vergleich mit ber (Slentigfeit, 
bie unö umgiebt, bte $u Sßten Verfammelten ati große (Staatsmann 
ner jidj in ber Erinnerung barftellen. Dafür tyaben wir #ofpt)Üo^ 
foppen, ^ifftonöminiftertnnen, Jpofttjeologen unb Ueberrafcfyung^ 
prebiger. . . . 

^inijler SBülow Hagr, bafj <Sie aud) fein einjigesmal ifyn 
^wifcfyen 8 unb 9 Ut?r in feiner Familie fcefucfct taten. Sr nimmt 
morgen Dienstag 2lbenb6 öffentlich an, unb <5ie würben ein ©djrmuf 
feines ftixttU fein. (Sr labet fcbriftlid) niemand oon Jenen ein, bie 
fo befiimmt wiffen, tag fte tt)m treuer ftnb. 

21. o. £umboIt)t. 
SSftontagö. 



§ u m b o I b t an Varntjagen. 

2)iert8tag, ben 13 3uni, 1843. 
Serben ©ie, fbeurer gretmb, baß burd) Steimels 2Ibwefenb;eit, 
meine eroigen Streuungen unb spenbelbewegungen, Vorbereitungen 
3U einer Heinen Steife nad> Bommern (13— 22ften), id) gewintert 
Worten Bin, 3bnen frübcr bie groei neuen $ßanu oon SBÜbelmä 
Sßerfctt 311 bringen. 3$ weiß, (Sie lieben ben Kommentar ju jper* 
mann unb Dorothea nid>t übermäßig. ör wäre freiliefe anmutbiger 
in eine ©d^rift über bie cpifcfye Dichtung im Allgemeinen »crwantelt 



— 70 — 



»orten, aber (Sie fe^en felbft im ,ftaroi^23ud)e, roie jener grofje ®eijt 
immer gern baö Allgemeine an fcaä (Spezielle anheftete, £te (Sonette 
finb üoü fyoben ßrnfteä unb soll Siefe ber ®efüf)le. 3d) fomme nod), 
(Sie umarmen, unb (Sie ju fragen, auf ioeld)em Sßegc id) ein (Er* 
emplar an £errn Stomas Sarlple (tdjer fann gelangen lajfen. 21. 
flößt mir rcentg Vertrauen ein, unb Süloro^ $afete dürfen nidjt an^ 
fcbroellen. iperrn (Earriere roerbe id) »erBtnfcftdjjl taufen. Xer 
„fofftle •Jftimfter", roet§ td), $at feine SeBenöfraft burd) einen liebend 
roürbigen Brief an (Sie, beurfunbet. Bon mir giebt e3 aueb; ein 
2 eben, dans les biographies redigees par un homme de rieD, in 
ber id) aU eine gefeu^djaftlicb^maligiofe Beftie gefd)ilbert Bin. (So 
etwa« tobtet nid)t, oejfert aber aud) roenig. Sftit alter £reue 3^r 

21. ». £t. 



71. 

# u m b o l b t an Barnfjagen. 

Berlin, ben 26. 3unt 1843. 
3d) Bin überzeugt, mein Sieber, baß id) 3fywH einige freute Be^ 
reite, intern id) 3bnen (allein) bac Fragment eines neuen Ban^ 
tes öon Sdermann mitteile. SBunberbare Anbetung ber 3ugenb* 
traft aU göttliche Quelle ber ^robuftbitat (2lnbetuug in einem 
©reife) : Eingebung an Napoleon, ot)ne alle (Störung burd) mora^ 
lifdjc Betrachtung ! 3d) mu§ (Sie inftanbig bitten, ben Bogen nid)t 
unferem $inte*) gu geigen, aud) nicb ; t mit Brodl)au3 über tie SRite 
Teilung gu reben, bie mir Scfermann gemacht. @3 tonnte ibm 
febaben, unb er tjl febon md)t glüdlid). 3d) ^ffe, Sityelmä Ie£te 
groei Bänbe ftnb entließ burd) Bufd)mann in ifjre £>änbe gefommen. 
5Da$ Detter §at unfere Sftorbreife fe^r Begünftigt. (Solare Reifen 
ftnb febr gut bagu geeignet, bie dürften über ben 3«P an b ber ©emiU 
tbicr gu täufeben. 3$ babe „aus einem $enfter" gu ber 3ugenb 
einige SOorte über bie geiftigen Banbe gefproeben, reelle gletd^eitig 
unt obne turd) räumlicbe Entfernung geminbert gu werben, ta$ 
Berftantnifj freier ©efüble, bauernber Hoffnung in allem be^ 
lebt, roaö bie ^ortfefcritte ber 9J?enf*bett ebrt. Sie finben tie Heine 
SRete in ter (Staat^eitung, roie id) fie gleicb, nad)tem id) fte frei 

*) Bettina. 



— 71 — 



gehalten, auffcfyrteb. Dtyne btefe 23orfid)t tüürtcn meine immer 
foaebfenben % r e u n b e bie 9tebe öerbre^t |aben. ßufttne tjabe idj 
tfyeilroeife fcem $i3nig »orgelefen. Sr tft unenbltd) getftrei&, unfc 
DerrÜd) getrieben. 34 fowe nur ^4 awet 23änDc, unt) gie^e ten 
erften oor, ba er eine neue ®rc§e ber tragifcfyen ^Begebenheiten mei* 
jtertyaft tarfletlt. Verehrung 3|r 

21. ». Jpumbolbt. 
Montag* 

©enben (Sie mir güttgft ben (Scfermann jurüd» 



72. 

§umboIbt an Sarnfjagen. 

2)ienfiag, ben 27. Sunt 1843. 
34 erfc^reefe ttor bem ©ebanfen, teurer $reunb, bag <Sie Ü)on^ 
nerstag na4 bieget fahren tonnten, nm ein leereö £auö ju ftnben. 
23ü(om nimmt heute $bfd)ieb »om $önig, nnb fyofft morgen, SJMtt* 
#o4, mit feiner $rau nnb ben jmei alteften £5d)tem na4 (Sd^Ian^ 
genbab au reifen. 34 f^reibe bieö in bem %aU, bag e3 mir (heute ) 
nidjt gtüden foüte, <Sie oor 3h rer 2lbretfe au umarmen. £er gadfel* 
aug in Düffelborf tonnte über mand)e$ a u f H ä r e n. 34 lege, ba 
(Sie atteä aufheben ttaö 3h re $reunbe betrifft, bie Heine SFtet>e bei. 

3h* 

51. $t. 



73. 

£umboIbt an Sarn^agen. 

SanSfouci, ben 27. Hugujt 1843. 
Sonntag. 

2Öie foUte id) nid)t eilen, mein teurer $reunb, 3^en für 3h r e 
foftlic^e <$abe, für 3^e UebeooHe Erinnerung an einen geifHg £a^ 
fdwinbenben au banfen! 34 ^ enne nid?tö $nmut!)igere3 in $ompo* 
fition (tief gemütlicher 5luffaffung), in 2Bol)IHang ber (Sprache, nnb 
# aUun g b e s l anbf d) afttid) en ^ o I o r 1 1 als 3h*e 2e^ 
benöbitber,. aU bie ^Beurteilung beffen, n?aö in unferer gemeinfam 
»erlebten 3eit, lüterarifchen SDerth gehabt. — 2£ie «Sie felbft meiner 
gebaebt, fo unbebeutenDer Sßorte, bie icb gefprc&cn, nenne icb grojj* 



— 72 — 



müthig. Vielfach bin td) fdjon in ten tret Tanten auf früher Betrete? 
tien, immer neu einlatenten $3egen, ^ntn nachgeeilt, aber in tiefer 
' Sylva Sylvarum" ift mir nic^td lieber gewefen, als was (Sie fo 
ernft unb wafyr über ten ^tftorifdben 3n - t^um ter „äcbtegermanif&en" 
(Stünocfonteruna, gefagt, II. 256—272. (Sie feiert, tag meine po< 
Itttfcbe 2B u t h mic^ nicht »erlagt, tag ich an tem Srtifcbcn 

hange, ta, wie ich »on 3h ne ^ ^ erne > ^fy ( na $ ^anfs 5lusfpruch) 
mit ter $ortrauer, nach & er fogenannten Sntfeelung, eben nicbt ötel 
<S t a a t machen foüen. „tas grünente Reis, bas in ber norttfcben 
Reifte Raum auffchog," (ich tottit boshaft), fyat (ich wenig afflu 
matifirt, unb gum Marren habe i ch wenig Seit me h r > mn 
fdwn breiuntfünfjtg 3<*h re h^rre . . ♦ £te £eutfchen werten noch 
manches Such über tie Freiheit f ch r e t b e n. — 

£er fartenfpielenbe 9ftann II. 157 Wirt in ter Stahe meines 
㣟gels" wieter einige Aufregung oerurfad)en. 3$ glaube aber bod) 
eine Filterung enttedt ju haben, an tie man freilich nicht gern er? 
innert. £as 2ßort: „tiefer elente 9flenfd)" ift, tenfe ich, entfdjwun* 
ten. (Sie fehen, tag ich 9 ern un *> ttic^t aus bloger 
gurcht. 

21. ö. 

SÖir t^a^en noch gar nicht »on Suftine^ 23ud) gefprochen. £er 
erfte 33ant ift als berette, getftoolle (Schilderung (teö £ramattfd>en) 
bas gelungenefte. 2ßie grüntlich ein folcbes 33ud) argern mug, felbft 
tie, welche ibre Rechtfertigung oerabfcheuen ! Ii y a des longueurs 
de declamations, ein gewijfeS rbetorifcheS (Scbwarj, bas ermütet. 
£ie Veröffentlichung bes hwertragifchen Briefes ($ürftin £rubet3foi) 
table ich f e hr* ^h^e bte Reizung, welche tiefe Veröffentlichung not^ 
wentig erregen mug, hatte ja eine neue Petition nod) Rettung hoffen 
Iaffen ! 2Bo ift bas Recht, ein fo gewagtes (Spiel ju treiben, felbft ju 
morten ! ferner erfcbrede ich über tie litteranfche Anbetung tes ©e? 
fcbreibfels ter 9flat. te ©irartin unb SDtafc. ®aö. £iefe Anbetung 
war einer fchönen ©rogfürftin allenfalls $u Oerzen. 

£>ag ter (Saint-<StmoniSmuS von einem preugifcben ©efchäfts? 
mann erfunten ift, ergibt mich unentltd). SBeil es Königsberg, will 
ich es hier »crfchweigen. — 



— 73 — 



Jpumbolbt an b e n grinsen »on $ r e u § e n. 

Seclin, ben 29. 2)cccmber 1843. 

(Sw. $önigltd)en ipofyett 
beeile td) mid) untertfyanigft anju^etgen, baß baö ßäfhfyen Die Untoer* 
fal?®eftirn lU)t ber betten (Erftnber Lieutenant B. unD £. *>. 21. . . . 
entfyaltenb mit ben gnabigen S3cfei)Ien oon 3^nett # richtig in meine 
Jpänbe gefönt men ift. 3d) werbe natürlich alleö tl)un , was in tiefer 
2lngelegenl)eit @w. $i>niglid)e £ol)eit angenehm fein fann. Tie beU 
ben Jperren Offiziere fyaben mir fd)on in einem ^Briefe auö Jemecmar 
»om 13. Tecember tiefet 3afyre$ Die 2lnfunft Des 3»f tvumente ^ mit 
bem fet)r natoen 3 u f a ^ e gemelbet : 

„tag id) betten (SrftnDern üon @r. SJlaJeflät bem $5nig, bem 

„2B e 1 1 * 9tt e b e c i n etiler fünfte ttnD SBtjfenfdjaften, eine 

„mtlitärifcfye Tecoration »erraffen foüe." 
Bamtt »on bem Sßeltargte aber fold>e 2Belt*2lr$net gereiebt werbe, 
muffen tiefe Herren einige Sailen an @e. SJlaJeflät felbft rieten. Tie 
fogenannten UnberfaU©eftirn Ufyren Rattert großen 9luf im Littel.* 
alter, werben aber in bem termaligen 3uf*anDe Der 2lftronomie auf 
feinem Dbferöatortum, wo Der 23cobad)ter felbft reebnet, benutzt. 
©rartifd)e (Srfmtungen ber 2lrt ftnD ba^er nur gu einer 23elolmung 
»oqufcfylagen, wenn bie StnfenDer ftd) in irgenD einen ©ontact mit 
bem s DZonarcfyen fejjen. Tiefe Siegel befolgt Der $öntg fogar bei 23ü? 
$em, für bie leine fdjrtftlicfye Banffagung erfolgt, wenn fte niebt mit 
einem Briefe begleitet fmb. 

(5w. Mn. $ol)eit werben unter tiefen Umjränben wof)l niebt miß* 

billigen, tag td) tem iperrn Lieutenant £. ».21. freunDlidft für 

taö mir gefeknfte Vertrauen Dante, ilm aber anrege, um mir ta$ 
Nüttel su erleichtern, t$m unD feinem greunbe, nacb tem Sßunfcbe 
unb ten 33efet)len Sw. $ön. £>ofyeit, nü'fcltd) ju werten, mir einige 
ßeilen für (Sr. ?DZajeftät Den $önig (mid) nennenD) ju fenten. Ter 
<Std)erf)ett wegen fyaben wofyl @w. $öntgiidje £obeit Die ®naDe Den 
nad) £cmeöwar beftimmten S3rief an ten £>errn ©efanDtcn ©eneral 
»on (Eam£ unter 3^em Siegel couüertiren ^u laffen. Tie Ätfte 
werte td> gcmeinfdjaftlid) mit Dem $>rofeffor Sude auf ter (Stern? 
warte eröffnen, unb biefen aufforbern, wie in foleben fallen gewöbn* 
Ucb, für baö ®el)etme Äabinet einen 33erid)t ju erftatten. Ba Das 



— 74 — 



©ort f i n n r e i d) aucb bei Snfirumenten bte nicbts neues t)aben im* 
mer angewendet weiten fann, fo werte id) tann febon fuetjen eine 
Heine Lotion ter „allgemeinen Sßeftmettctu" $u erflehen. 
3n tieffter (Ehrerbietung tfertyarre id>, 

6w. «ftönigltcben ipe^eit 

untertbanigfter 
2t. Jpumbolbt* 



75. 

£u mb o It t an Sarnbagen. 

33er Itn, ben l. Januar 1844. 
Son ter $ot*tamer (Sifenbabn gedrängt, eile icb 3bnen, tbeurer 
$reunt, trotj 3^er 2lnom)mität *u fagen, ta§ ter Äönig öor ten 
(Setfenblafen, tem Q3(eigie§en, rem (Sboral ter Xom^öngelcbbre unt 
bem eintretenten Sftadtfwacbter, große grojje freute über Das lieblicbe 
©efefcenf gebabt t)at. SS ift eine ©ruppirung soll ®ra$ie unt 2ln? 
mutb ter jlompofttion, 4 ter Gimmel im ERcflej: ter irtifeten Siebe. 
Der $önig bat fogleicb auf tie jungen $een, Settina 1 * ©efrwanen* 
Brut, geraden, nnt wünfd)t tanfen ju Dürfen» 

21. ». £t. 

r t » a t i f f i m e. 3* fcattc wegen teS £>ierogl9pben, ter ten 
(SdMran unt tie (Scbwanin unterfebeitet, einige 3 n?e * T " e ^ a ^ er Jer 
^önig meint, icb fei ganj arrriere über taS, was taö ^unftlebcn in 
ter neuen (Erhebung »eräntert t)abe. 

(2lnmerfung oon Sarnbagen. Settina son 2Irnim 
$atte mir eine jarte, wunterfeböne 3 e 'dnung, ein nadtes ^äteben 
unt einen naeften 3üngling an einem Saume fiebent, in reffen 
^rone eine 9iacbrtaaU fingt, mit tem Auftrage nigefreüt, fte anenpm 
anfterrn ü. ipumboltt $u febiden, tamit er fte anonym ab ^eujabr^ 
gäbe tem Könige überreiche. Xie austrüdlicbe 9(atftbcil teS Säug- 
lings tonnte aüertingS auffallen, toeb Si'ttincn leiebt »erjieben wer? 
ben. £a§ ter Äönig aber tenfen tonnte, tie Söcbter bätten taS 
33itt eben gejeiebnet, ift toeb gar ju arg, falte niebt eine firafente 
Rederei gegen Settinen in ter gebcucbelten 2lnnabme fteefen fotl !) 

Ten 1. 2lpril 1844 fdbrieb Sarnbagen in fein Sagebucb : „9?acb 
langer j$t\t wteter ein Sefud) von ^umboltt. Sr fagte mir alles, 
was er auf tem iperjen tyat» (Er tfyut was er tarnt, aber »tel fann er 



— 75 — 



nicht, unb ber Sierunbjfebgigjä'hrtge ift bodj einmal oierunbftebgtg? 
Ja^rig! fel&er wies mit söebeutung auf fein Sltfee bin. Seine 
gehäuften ©e|'d)äfte Drücfeu it)n, t>od) möchte er fte niebt mtffenj unb 
£of unb ©cfeüfc^aft jtnD il)m wie ein altgewohnte* Stammhaufel, wo 
man (einen #benb ^bringen unb [einen poppen gu trinfen pflegt. — 
©er König, fagt er, ift mit nid)ts als mit feinen SPtyantatfen befchäfc 
tigt, unb btefe gehen meift auf ©etjtigeö, Kird)lid)es hinauä, ©otte&s 
bienjt, Kircbenbauten, Mifftoncn u. f. m. Das 3*otfdje befümmert 
ibn wenig; ob SouiS ^hilippe'S £ob eine Krife herbeiführen wirb, 
was bei Metternichs Ableben eintreten fann, wie ftd) SRuflanb gegen 
unü »erhält, bas alles Xägt ihn gleichgültig, er benft faum fcaran. 
2ßer einmal fein ©ünftling ift, unb ihn nach Neigung befd)äftigt, ber 
hat gewonnen Spiel, Fünfen, 9tabowij3 unb Sanijj, flehen am 
höchften bei ihm, (Stolberg erft in gweiter Diethe. X^abei herrfcht bie 
größte 3^rftreuung unD Achtloftgfeih Pudert hatte ber Königin gu 
ihrer ©enefung hübfdje ®ebichte gefanbt, man fanb fie allerliebft, aber 
badete nicht lavan, fcajj auf folcfye Darbietung ein 2ßort ber ßrwiebe? 
rung fdjicflich fei; gang fpät fiel es boch ber Königin ein, unb Pudert 
follte gerufen werben, allein er war fdwn feit bret 2£od)en abgereift ! 
Stelling 'fleht ber König faum Einmal im ^aljxt; feit er ihn hat, 
befümmert er ftd) wenig um ihn» Auch (Steffens, ben er boch liebt, 
lagt er feiten einlaben» 3^eumont macht jettf eine Heine Ausnahme, 
er bat an ber ©ünjtlüigfdjaft SSunfenS unb beS ©rafen »on 23rühl 
etwas AntheiL (Man man macht ftdj über * * luftig, über fein 
Sanken u. f. »♦ £umbolbt fagte, er fei grün, wenn er nicht grabe 
gelb fei, ber $önig erwieberte, in*** fehe jebermann fo aus!) 
S3unfen hat an ^erftanb nicht gugenommen; er hat bem Könige »or* 
gefcblagcn, Kalifornien $u taufen, Mifjtonaire bortt)in gu fd)iden u. f. w. 
Die Unternehmungen ber $rau »on Reifert begünftigt er na&brüdlid), 
er wollte feinen eignen Solm mit ihr fd)iden, unb gwölftaufenb $funb 
Sterling aus eignen Mitteln gur ©rünbung »on 9?ieberlaffungen 
hergeben, wobei benn wieber Mifftonen begwedt waren, bod) gog er 
fein Anerbieten gurüd, als er bie ihellnahme beS Königs unft&er fab)- 
$rau »on Reifert hat etnftweilen »om Könige nur gehntaufenb Sbaler 
gefebenft befommen, ber Minifter Vorher hat ihre weiteren Anfcblage 
hintertrieben, boch gwei Agenten abliefen müffen, bie über ben ßuftanb 
ber 53efti3ungen ber $rau »on Reifert in Dfttnbien berichten follen. 
Auch an ben 9iteberlaffungen in $eraS hatte man ben König wollen 
XUil nehmen laflfen, immer mit Sinflecbtung religiöfer 3nterejffen. 
#umbolbt hatte an 33unfen eine ftarfe Mahnung gefd)rieben, er möchte 
boch (Siebhorn warnen, möchte ben fyafy bebenfen, ben bie ipanblungs^ 
weife biefeS Mannes erwede, unb ben ja ber König mittrage; hier 
fprad) er ihm auSbrüdlich in gleid)em Sinne, unb führte ibm alles 
gu ®emüth ; aber 23unfen, ber gwei Stunben eifrigft über Aegypten 



— 76 — 



mit Ujm gefprocben, erwiederte hierauf feine (Silbe, fondern flant» auf, 
und ging weg. Humboldt biilt ihn für eitel genug, ein 9JMmjierium 
hier anzunehmen. Wliv febeint, £umbolrt läft ftd) nod) viel ju viel 
mit Fünfen ein, unt) tl)ut gu freuntücb mit t|m ! — Die Königin, 
meint Humboldt, babe feine fatbolifd)e SSorliebe, fte fei im ®egentfyetle 
er^proteftantifch, und gfaubeneeifriger uod\ aU der $öni<j felbfr, den 
fte nur immer antreibt in diefer 9Ud)tung; fte würde ftiirfer einwirfen, 
wenn fte die (Sachen mebr verftanbe. — 

Slbenbä fendet mir Humboldt mit einem freundlichen (Schreiben 
baö 23ucb: "Russie, Allemagne et France, par Marc Fournier, 
Paris 1844," nebft acbtjebn faßbaren £andfd)riften öoit 2(rago, 
9}?ettcrnicb, $)eel, (Stanley, Sftecamier, ^Öa^ac, $re*cott, Brunei, 
£erfdcl, 23reffon, Helene von Orleans, ^erjogin von Dino, und ster 
vertraulichen, Reitern Stiletten des Königs an ihn. Sin ^)rad)tge^ 
fd)cnf !" 



U. 

Humboldt an $arnl)agen. 

93erttn, ben l. Hprtl 1844. 
3cb Witt verfueben, mein edler freund, ob tcb neben dem rutbenu 
feben ®iftgräuel*j %bnm heute 2Ibend durch unbedeutende ©efebenfe 
eine $reude ma$en fann. Da§ itn den ^Briefen, au§er dem Solinger, 
tcb felbft gefcbmetd>elt werde, ^at mich n W «galten muffen, 3h nen 
a^ubicten was (Sie interefftren fann. 

1) £ord «Stanley der je^ige 9ftinifter, dem ich den Detter unferes 
Dieffenbacb, SSerfaffer einer vortrefflichen Steife nach ^eu?3^ e ^«d, 
empfohlen. Der Reifende war in den granffurter 2Iufrubr impligirt, 
we^balb eine 2tnfrctlung in Deutfcbjand noeb fchwierig ift. 2ßcnn ich 
reifen fönnte, würde icb mir feinen andern ©efahrten wünfehen. 

2) Die Sermuthung aus «Solingen. 

3) Sin merfwürdtger 23rief von 33re|Jon, 6. Februar 1839. 

4) Sin febr gemütblicber 23rief von 2lrago, dem tcb das Examen 
de Phistoire de la geographie du 15 e siecle ded^irt. 3$ toeig 
niebt, ob ich 3bnen febon etwas von 5Irago^ £and gegeben. 

5) Sin 33riefdien des Königs $u einer ßnt, wo er mich febr un* 
terftü|te in der Befreiung junger Demagogen. öS handelte ftcb bier 
um den jungen JpöninghauS, mit dem es mir allerdings glüdte. Der 

*) Russie, Allemagne et France, par Marc Fournier. Paris 1844. 



- 77 — 



SSrief de« Kronprinzen gcugt öon edlem Unwillen gegen Kampj3 et 
Konforten. 

6) Sin SBricf üon der £ergogin öon Drlean«. 

7) Sin 23rief de« König« öon Xänemarf. 3$ tyatte gleich^ 
geitig mit 2lrago dem König den großen Mond^edmer jpanfcn in 
©otfya empfohlen. Unfere Sitte ward erfüllt, auch 21rago erhielt 
einen eigenhändigen fehr freundlichen 23rief öom Christianus Rex, 
einft fonftitutionell in — Norwegen. 

8) SBieder ein 53tdet de« Kronprinzen heiter und fein. S« lag 
ihm öiel daran, da§ Metternich die $>raftdentfchaft annehme, pour 
raettre la socidtd en bonne odeur ä Rome oü eile passe pour 
Bunso-heretique. 

9) Sin SBrief öon der £ucheffe de £ino, jefct Xucheffe de ZaU 
leprand. @ie ijt aber zur Herzogin öon «Sagan ernannt. 

10» IL) ^Bieder zwei heitere Briefe de« König«. Le (£ee^ 
hnnd, die Smpfehlnng eine« etwa« rohen bämfchen @düff«fapitan«, 
der 9taturforfcher jeden für 2500 9U1. (etwa« treuer) um die 23eit 
fahren trollte. S« wurde nichts darau«. Le seigneur Cados, 
ministre secretaire d^tat de« Uhrmacher« Duc de Isormandie, 
der an den Kronprinz fchrieb um pd) über die ungebührliche 2lrt gu 
Beilagen, mit der die @taat«zeitung ihn behandelte* 

12) 23runel, der£eld de« Tunnel. 

13) Sin ©rief Don @ir %o$n £erfdjel üoll @dmteichelet. 

14) Mr. de Balzac. 

15) @ir Robert $eel. Man hatte öon Drford au« an mtcb 
gefchrteben, da§ der erfte 23otanifer üon Suropa Robert 33rown 
pll^lich in groger ©eldoerlegenheit wäre, und dag $eel auf mein 
®efud) ihm eine der öier einigen Heilten ^enftonen öerfcbaffen 
würde, die da« Parlament für ©elehrte au«gefef?t. S« ift mir ge* 
glücft. 

16) Mad. Sftecamier. (Sie haben gewiß fchon mehrere Briefe 
öon ihr. 

17) Sin hüfcfcher S5rief üon prft Metternich, ausgeben gu der 
Majje, die (Sie öon ihm Befugen. 

18) £er gro&e amerifanifche ©efducht«fcbreiber $re«cott. 

3n ihren fanden ijt gerettet, wa« ich in meinem Uebermutbe 
gerftöre, 3^ befehwöre @ie, theurer freund, niemand gu fagen, 



— 78 — 



fcafj icb 3fynen tiefe tvenngleicb fo unbeteutenlen 23iüete bee £5n%3 
gegeben. Sä mürbe mir jejtf fd?aben. 
3RU alter $erel)rung 3fyr 

21. üon £>umbottt. 
Montag 2lbenb. 



3. JB. St. an £umbolbt. 

£ßfgen bei ©dingen ben 21. aflärj 1844. 
©m. SrceUenj motten mir nidtf ungütig nehmen, baj? tcb fo frei 
Bin mid) an «Sie gu Renten. $or einiger 3?it fyabe in ber 3 e ^ u «9 
gelefen, Dag einer auö Königsberg 3fyuen über 9taturge^ 
tyeimniffe, namlid) 2id)tbifoer in ber ginfternij} gu machen, fottte ge? 
fcfyrieben fyaben, morauö id) »erm-uttye ba§ Sit), ©reellen^ ein 9tatur^ 
forfeber unb mit greunben befannt, bie aueb 9?aturforfd?er fmb. Ta 
id) and) nnebttge gntbetfungen in ^aturgeBeimniffen gemaebt fyabe, 
meine jeipige ®efd)äfte e3 mir aber nicfyt erlauben meitere gortfcqrttte 
tarin 3U machen, fo ȟnfd?te tdj einmal mit 3fyuen be^alben fpre* 
d)en 3U tonnen, »tefleidjt fann einer bem anbern nod) wox)l nüfcüd) 
fein, id) will mir gerne gefallen laffen eine Steife ju 3fyuen nad) 
©erlitt ju machen. (Ew. ©rceüenj belieben mir, memt 3btten mein 
23efud) nicfyt gumiber, bod) balbigft 3U febreiben, um meiere fttit id) 
(Sie in Berlin fprecfyen Bunte. S^trer gefälligen Antwort entgegen 
fel)enb 

grüfjt Sw. ßrcetfen^ mit aller £od)ad)tung 

3^r ergebender 

3* SB- £. 

Ter Kaufmann iperr ©ottfrieb in ^Berlin tonnte 31)uen et^ 
matge ^uefunft über meinen ©taub unb Sfyaraftcr geben. 

(ftnmerfung oon £umbolbt. £ie $ermutb ; ung, bie 
3bnen feit einiger 3eü burd) ba3 gefeit eines polittfeben Blattes ent* 
ftanben ift, ta§ icb ein Üftaturforfckr fei, ift aüerbtngS gegrünbet. 3$ 
Ijabe tas Unrecht fd}on feit 1189 einige naturfytftortfcfye ©Triften ju 
pnblt3iren.) 



— 79 — 



£>er franaöftfdje ©efanbte ©raf 33reffon an 
£ u m b o l & t. 

BerliD, 6 fevrier 1839. 

Chere Excellence, 

Je suis heureux de pouvoir vous envoyer aujourd^iui un 
artete plus digne de vous que celui d'hier. Gardez ce numero 
des Debats. Je u'en fais pas collection. 

La reraarque de Mr. M. V. L. — sur le nescio quis P 1 u- 
t archus est puerile. Du reste, sou article est inspire par 
une juste appreeiation de votre gloire qui est nötre aussi et 
que nous revendiquons. 

Veuillez, chere Excellence, agreer mes affectueux et respec- 
tueux hommages. 

Bresson. 

P. S. Je finissais ce billet quand celui que vous m'avez 
6crit ce matin m'a ete remis. — Je le conserverai toute ma vie, 
et parcequ'il est un vrai monument historique et pour ce titre 
precieux d'aini que vous daignez me donner. Helas ! oui, nous 
verrons bien des choses, si Dieu nous prete vie, mais q^il 
fasse que nous ne revoyons plus Celles qui ont dejä pusse sur 
notre siecle 1 La coalition y travaille cependaut de toutes ses 
forces en sapant le pouvoir royal. C 1 est un acces de demence 
qui rappeile 1791. Ce sont des Girondius en herbe que nous 
anrions aimes, et ils seraieut les premieres victhnes englouties 
sous l'edifice qu^ls ebranlent. 

Est-il dont necessaire de faire un grand efifort de raison 
pour voir clairement que le Roi est le ciment de toutes choses, 
qu'il nous tient suspnndus sur le chaos, et que lui de moins ou 
lui de plus, la Situation change de fond en comble ? En con- 
science, le danger vient-il de lui aujonrcPhui ? et un ordre de 
choses si peniblement acquis, si laborieusement etabli, sera-t-il 
sacrifie ä la rancune de quelques horames, ou ä quelques vaines 
theories inapplicables eu France, bonne? tout au plus en Ang- 
leterre, ou elles sont consacrees par les ages, et, ce qui ne vaut 



— 80 — 



mieux encore, administrees par les seules classes eclairees et 
snperieures ? D. qui est un bon esprit, m'ecrit qu'il a foi dans 
Pis.;ue de la crise ministerielle. Mr. Mole a modifie sa resolution 
de ne plus rependre les affaires; il les reprendra si on lui assure 
36 ou 40 voix de majorite\ La reunion Jacquemiuot, qui rend 
de grands Services, y travaille. 

Voici les adieux, les derniers, de Mr. de Talleyrand ä Fon- 
taiuebleau le 2. juiu 1837 : Adieu, mon eher Bresson ; restez 
ä Berlin aussi longtems que possible : vous etes bien ; ne cher- 
chez pas le mieux. II y aura bien du mouvement dans le monde; 
vous etes jeune; vous le verrez. 

Je vous cite ces paroles parcequMles rentrent dans Pesprit 
de votre billet, dont je vous remercie encore et qui devieut pour 
moi titre de famille. 

(2lnmerfung öon £umfcoIbt. Lettre du Comte 
Bresson, ministre de France ä Berlin. Je Tai conservee ä cause 
de quelques inots de Mr. de Talleyrand. J'avais ecrit a Mr. 
Bresson que la position en France est des plus graves, que je 
crois encore a la paix, parceque ä cöte de la sagesse des gou- 
vernans, il y a de la medecine expectante, de la mollesse, et de 
la prudence timoree. Que ces choses ne peuvent cependant 
agir que pour un tems limite, et que ceux qui sont jeunes, com- 
me lui, verront en action ce qui court aujourd'hui comme vel- 
leites nationales ä racines profondes.j • 



79. 

Slrago an #umBolbt* 

Paris, 19. aout 1834. 

Mon eher ami. 

Les termes me manquent pour te dire combien je suis peine' 
de t'avoir donne un monient d^ennui. Persuade-toi donc, une 
fois pour toutes, que quelque puisseut etre envers toi, mes torts 
apparents on reels, je u'aurai jamais celui d'oublier combien tu 
as toujours ete bon pour moi ; Pamitie que je t'ai vouee ne le 
cede pas a celle que tu me montres et dont je suis ä la fois 
heureux et fier ! J^aurais bien voulu, ä Toccasion de ton 
aimable dedicace t'en douner un temoignage public ; mais di- 



— 81 — 



verses circonstances de ma position actuellement si difficile et si 
compliquee, y ont mis obstacle. Ce n^est, au reste, je Tespere, 
que partie remise. 

«Tapprends avec chagrin que tu n^es pas content de ta san- 
te. La mienne est dätestable et je nPeu inquiete peu. Tout 
ce que je vois journellement dans ce bas monde, de bassesse, de 
servilite, dMgnobles passions, me fait envisager avec sang froid 
les e>enemens dont les hommes se preoccupent le plus. La 
seule nouvelle qui pourrait aujourd^hui me tirer de mon spieen, 
serait celle — de ton voyage ä Paris. Pourquoi n^ai-je pas 
trouve dans tes lettres un seul mot d'espoir, meme pour un 
avenir eloigne ? 

Le monde scientifique est ici dans un calme plat ! c^est v6- 
ritablement a s^en desoler. Je pars apres-demain pour TAng- 
leterre avec Mr. Pentland. En rapporterai-je des idees plus 
consolantes ? 

Notre observatoire est de venu ä la fois elögant et tres- 
commode. Le Bureau a decide qu^l fallait nommer un direc- 
teur. Pai ete choisi ä Punanimite. J^aurai sous mes ordres 
quatre ou cinq jeunes gens avec le titre d^leves et 2000 francs 
d 1 appointment. Sous ce rapport nous allons enfin sortir de 
Porniere. 

Adieu mon eher, mon excellent ami. Mathieu qui n^st 
pas encore entierement gueri d'un cruel mal d^yeux, me Charge, 
ainsi que sa femme, de le rappeler ä ton souvenir. 

Tout ä toi pour la vie 

F. Arago. 



80. 

SB t e r Stilette $rtebrid)2ßilfyelm3i>e$$ierten an 
£ u m B o 1 1> t 

I. 

23. ®cc. 36. 2lknbS. 

Tie quasi namcnlofe Kummer t^at bie gelintefte aller (Strafen 

erwarten, fcenn fcer ©prud) roirti o $ n e 3 » ei f * I, $ ♦ 9 n 5 

gewig auf 6 Wlmatt mtt> 3jät)riae Unanfhttunjjäfafytgfeit gemil* 

4* 



— 82 — 



bert. 2Ug einigen 5Erofl fcfrtcfcn (Sie alö (Sbriftgcfcbettf nadj bem ötel* 
getreuen .ftrefelr. 35ietleid>t ! ! ? ! ! gelingt^ mir tte »eilige 53egna^ 
bigung tiefer Kategorie fyerbeigufübren. — (Empöreitb uttb borribel 
aber ift e£, ten armen 3ungen |"o lang im efeln Socfy febmaebtett $u 
lajfen. — 83et folgen (Eltern. — 2Öcnn eö Marren unD @pi{3* 
buben wären, feine (Eltern, bann ttwr'ä faum ju entfdmlctgen. — 
<Sefyen n?ir uns ^eut 2lbettb ? 

gr. 233* 



II. 

Cherissime Humboldt, vous connaissez tous les pretendants 
ä toutes les couronnes — lisez, de gräce, la lettre ci-jointe et 
faites moi connaitre le s e i g n e u r C a d o s, ses pere et mere 
et aleux, ainsi que ses droits ä la couronne de France, que je 
tächerai alors ä lui procurer. 

B. 21. fev. Frederic Guillaume. 

1839. Pr. royal. 



III. 

Sine (Epifobe au3 gtgaro'3 Jpoc^eih 
II y manque quelque chose — 
Quoi ? — 
Le cachet. 

gitylen «Sie bie feine 5(nfpielung, tbenerftcr $reunb. 3br (Siegel 
mu§ mieb au£ fafi eben fo großer Serlegenbeit reiben, aU jenes bie 
©räfm 2Uma»toa. (Sonft bemerft ber gürft, tafj tefy all baö (Schneid 
djelfyafte, was (Sie leiber ! üon mir gefagt fyaben, gelefen fyabe. Pour 
vous divertir lege icb mein (Schreiben bei» Vale. 

33 23. Wärt 1840. gt. 2B. 

[33 Ott ^umbolbföipattb: Autographe du prince-royal 
de Prusse. Le prioce-royal offrait au prince Metternich la 
place de president de Tlnstitut archeologique de Rome. JV 
vais du donner au prince-royal une lettre qu'il voulait inclure, 
corarae eile contenait quelques eloges il a desire quelle fut 
caclietde. 

Humboldt. 



— 83 — 



»Tai eu l'honnetete' et la maladresse de ne pas copier la 
lettre du roi au prince Metternich.] 



IV. 

Je vous communique la depeche ci-jointe de Copenhague 
pour vous avertir de la nouvelle seecatura qui vous attend 
d'un phoque du Sund qui vient vous demander conseil et assis- 
tance pour tourner autour de notre globe. La presente n'etant 
ä d'autres fins, je prie Dieu, monsieur le baron de Humboldt 
qu'il vous ait eu sa sainte et digue garde. Donne en notre cha- 
teau de Potsdam 29. avril 1848 (1849 ?) vers minuit. 
Sign. 

LS. Frederic Guillaume. 

(2lnmerfutt$ tton SSarn^agem 21tte$ genau fo feie 
fyter, al* @ $ e r $ !) 



81. 

^öntg (Sf)rifHan ber 2ld>tc öon £anemarf an 
$ u mbol fct. 

Copenhague, ce 3. mai 1843. 

Monsieur le Baron de Humboldt ! La lettre que vous m'a- 
vez adressee le jour avant votre depart de Paris a eveilld mon 
attention au sujet des tables lunaires qu'on doit aux travaux 
du Professeur Hansen et je me suis adresse ä notre celebre 
astronome Schumacher pour apprendre ce qui restait encore a 
faire pour completer cet ouvrage important. Suivant ses indices 
il a ete facile de trouver moyen de continuer ces travaux, les 
comparaisons des observations, et moyennant les secours neces- 
saires et alloues Schumacher espere de voir publier ces tables 
de la lune avant le tefme de deux anndes. — On trouvera sans 
doute la recompense de soins qu'on consacre aux sciences dans 
leur avancement meme, mais l'approbation des savant distin- 
gues donne une veritable satisfaction, dont on jouit doublement 
lorsque ces suffrages nous viennent d'uue voix qui vaut bien d'au- 
tres. Jaloux de meriter toujours votre approbation, Monsieur 



— 84 — 



le Baron, je ddsire etre guide par vos lumieres et je serai char- 
me' toutefois que vous voudrez m ''adresser vos Observation a 
scientifiques. 

C'est avec la plus haute considdration que j'ai le plaisir de 
me dire, Monsieur le Baron de Humboldt votre tout affectionne' 

Christian R. 



82* 

3of)tt £erf $et an £nmfcoIbt. 

Collingwood, 21. Dec. 1843. 
Hawkhorst. Kent. 

My dear Baron, 

It is now a considerable time since I received your valued 
and most interesting work on Central Asia, which I should 
have long ago acknowledged, but that I was unwilling and 
indeed unable in proper terms to thank you for so flattering 
and pleasing a mark of your attention, tili I had made myself 
at least in some degree acquainted with the contents. This, 
however, the continued pression of occupations which leave me 
little time and liberty for reading, has not yet allowed me to 
do otherwise than partially — and in fact it is a work of such 
close research that I despair of ever being able fully to master 
all its details. In consequence, I have hitherto limited myself 
chiefly to the climatological researches in the third volume and 
especially to the memoir on the causes of the flexures of the 
isothermal lines which I have read with the greatest interest 
and which appear to me to contain by far the most complete 
and masterly coup-d'oeil of that important subject which I 
have ever met with. In reading this and other parts of your 
work on this subject and of the „Physique^du globe" in all its 
departments — that which strikes me with astonishment is the 
perfect familiarity and freshness of recollection of every detail 
which seems to confer on you in some degree the attribute of 
ubiquity on the surface of this our planet — so vividly present 
does the picture of its various regions seems to be in your 



— 85 — 



iinagiuation and so completely do you succeed in making it so 
to that of your readers. 

The account of the auriferous and platiniferous deposits in 
the Ural and the zone in 56 Jat. has also very much interested 
me, as well as the curious facts respecting the distribution of 
the Grecians germs in those regions. I could not forbear 
translating and sending to the „Athenaeum" (the best of our 
literary and scientific periodicals) the singular account of the 
„monstre" of Taschkow Targauka — (citing of course your 
work as the source of the history) — in vol. III. p. 597. 

The idea of availing ourselves of the information contained 
in the works of Chinese geographers for the purpose of im- 
proving our geographical knowledge of Central Asia, appears 
to me as happy as it is likely to prove fertile — especially now 
that the literature of that singular couutry is beeoraing more 
accessible daily by the importation of Chinese books. — What 
you have stated respecting the magnetic chariots and hodome- 
ters of the Emperor Tchiug-wang — if you can entirely rely 
on your authority — gives a far higher idea of the ancient 
civilisation of China than any other fact which has yet been 
produced. 

In a word, I must congratulate you on the appearance of 
this work as another -great achievement — and if — as fame 
reports — it is only the fore-runner of another on the early 
discovery of America — it is only another proof that your 
funds are inexhaustible ! May you have many years of health 
and strength granted you to pour them forth — and may each 
succeeding contribution to our knowledge afford yourself as 
much delight in its production as it is sure to do your readers 
in its perusal 

Miss Gibson writes word that you have more than once eu- 
quired of her when my Cape observations will appear. No one 
can regret more than myself the delay which has taken place, 
but it has been unavoidable as I have had every part of the 
reduction to execute myself and the coustructioti of the various 
catalogues, chartes, and minute details of every kind consume 
a world of tiine, quite disproportioned to their apparent ex- 



— 86 — 



tent. However I have great hopes of being able to get the 
considerable portion in the course of the next year, into the 
printers hands. — Some of the Nebulae are already in suecess 
of engraving. Perhaps the subject wliich has given me raost 
trouble is that of the Photometrie estimation of the magnitudes 
of Southern stars and their companions with the Northern 
ones. — A curious fact respecting one of them — 7 Argus — 
has been communicated to me from a correspondent in India 
— Mr. Mackay — viz : that ithas again made a further, 
great and sudden step forward in the scale of magnitude (you 
may perhaps remember that in 1837-8 it suddenly increased 
from 2. 1 m to equal a Centauri) — In March 1843 aecording 
to Mr. Mackay it was equal to Canopus. „a Crucis," 
he says, „looked quite dira beside it." — When I first observ- 
ed it at the Cape it was very decidedly inferior to a Crucis. 

Believe me, my dear Sir, ever yours most truly 

J. F W. Herschel. 

I must not forget to wish you a ,,merry christmas and 
many happy returns of the season" in English fashion. 



83. 

Saljac an $um6otfct. 

Berlin, Hotel de Russie, 1843. 

Monsieur le Baron. 

Serais-je assez heureux en allant lundi ä Potsdam par le 
train d'onze heures, davoir l'honneur de vous y rencontrer, et 
de vous presenter mes respects ? Je ne fais que passer par Ber- 
lin, vous me pardonnerez donc de prendre la liberte' de vous 
indiquer ainsi le temps de ma visite; mais, n^est-ce pas d'ail- 
leurs vous prouver ä quel point je tiens ä ajouter quelques 
nouveaux Souvenirs ä ceux du salon de Gerard. 

Si je n'ai pas le bonheur de vous trouver, ce petit mot vous 
dira du moins que je voulais me rappeler ä vous, autrement 
que par une carte. Aussi, veuillez, Monsieur le baron, agrder 
Texpression de la respectueuse admiration d. v. t. h. et t. o. s. 

De Balzac. 



— 81 — 



84. 

Sftofrert $eel an £umfcoIbt. 

Whitehall, 4. Sept. 1843. 

Dear Baron de Humboldt. 

I was most flattered by your kind attention in transraitting 
for nay acceptance your most interesting work on Central Asia. 
It will be much prized by me, as well on account of its intrinsic 
vulue as a token of your personal regard and esteem. 

There is no privilege of official power, the exercise of which 
gives me greater satisfaction — than that of occasionally be- 
stowing a mark of Royal favour and public gratitude on men 
distinguished by scientific attaiumeuts and by Services rendered 
to the cause of knowledge. 

From the very limited means which Parliament has plaeed 
at the disposal of this Court, it has been my good fortune to 
be enabled to recognize the merit of Mr. Robert Brown. I 
have just conveyed to him the imitation that Her Majesty has 
been pleased to confer upon him for his life a Pension on the 
Civil List of two hundred Pounds per annum, in recognition of 
his eminent acquirements as a Botanist, and of the value of 
his contributions to the störe of Botanical knowledge 

Believe me, dear Baron de Humboldt, with sincere esteem 
very faithfully yours 

Robert Peel. 



85. 

Sftetternid) an £nm&oUt 

Vienne, Octobre 1843. 

Mon eher Baron I 
Yous avez bien voulu m , envoyer un exemplaire de votre 
Asia centrale; je Pappelle la votre car les decouvertes appar- 
tiennent de droit ä ceux qui les font et qu^tre Pauteur d'une 
decouverte vaut souvent mieux que d'etre le possesseur de Tob- 
tet sur lequel eile parte ! J 1 ai commence la lecture de Tou- 
vrage que je compte au nombre de ceux que je traite, comme 



— 88 - 



des esprits autrement faits que le mien traitent les productions 
futiles, ä savoir comme une grand resource. Tel est en toute 
verite le cas ; j 1 ai souvent besoin de me distraire des soins de 
mon travail de fabrique; alorsje chercbe denouveaux eleinents 
de vie et de force dans des productions serieuses. TJn livre 
comme vous savez en faire, est pour moi une source feconde 
d'elements pareils ; aussi mon but est toujours atteint ; j'ap- 
prends et j^aime ä apprendre, — et je ne me depite pas par 
tout ce que vous savez ! Ce que dans vos ouvrages il y a d'ad- 
mirable c^est la methode ; vous savez tracer une ligne pour ne 
plus jamais la perdre de vue. Aussi arrivez vous, ce qui n'est 
pas reserve ä tous ceux qui se mettent en route. 

Yous nfenverrez les volumes complets et je les attends 
avec un vif sentiment dereconnaissance. 

Yeuillez agreer, mon eher Baron, l'assurance de mes sen- 
timents de consideration distinguee et d^ttachment dejä fort 
ancien. 

Metternich. 



86. 

$reöcott an £umf>o(fch 

Boston, Dec. 23. 1843. 

Sir, 

A book on which I have been eugaged for some years, the 
History of the Conquest of Mexico is now published in this 
country, as it was some few weeks since in England ; and I 
have the pleasure to request your aeeeptance of a copy which 
sails for that purpose from New York in January. Although 
the main subject of the work is the conquest by the Spaniards, 
I have devoted half a volume to a view of the Aztec civiliza- 
tion ; and as in this shadowy field I have been very often gui- 
ded by the light of your researches, I feel especially indebted 
to you, and am most desirous that the manner in which my own 
investigation is condueted, may reeeive your approbation. It 
will indeed be one of the best and most satisfactory results ol 
my labours. 

As I have been supplied with a large body of unpublished 



— 89 — 



and original documents for the Peruvian conquest, I shall oc- 
cupy myself with tliis immcdiately. But I feel a great want 
at the outset ofryour friendly band to aid me. For although 
your great work — the Atlas Pittoresque sheds mach light on 
scattered points, yet as your Voyage anx regions equinoxiales 
stops short of Peru, I shali have to grope my way along 
through the greater paft't without the master's hand which in 
the Nouvelle Espagne led me on so securely. 

The Peruvian subject will, I thiuk, occupy less time and 
space than the Mexican, and when it is finished I propose to 
devote myself to a history of the Reign of Philip the Second. 
For this last I have been long amassing materials, and a learu- 
ed Spauiard has explored for me the various collections, public 
and private, in England, Belgium, France, and is now at work 
for me in Spain. In Ranke's excellent History : "Fürsten und 
Völker von Süd-Europa", I find an enumeratiou of several im- 
portant Mss. chiefly Venetian Relations of which I am very 
desirous to obtain copies. They are for the most part in the 
Royal library of Berlin and some few in that of Gotha. I have 
written to our minister, Mr. Wheaton to request him to make 
some arrangements, if he can, for my effecting this. The lib- 
eral principles on which literary institutions are condueted in 
Prussia, and the facilities given to men of letters, together with 
the known courtesy of the German character, lead me to anti- 
eipate no obstacles to the execntion of my desires. Should 
there be any, however, you will confer great favour on me by 
giving your countenance to my applications. 

I trust this will not appear too presumptuous a request on 
my part. Although I have not the honour of being personally 
known to you, yet the kind messages I have reeeived from you, 
and lately through Professor Teilkampf, convince me that my 
former publication was not unwelcome to you, and that you 
may feel an interest in my future historical labours. 

I pray you, my dear Sir, to aeeept the assurances of the 
very high respect with which I have the honour to be 
Your obedient servant 

Wm. H. Prescott. 



— 90 — 



87, 

$rau öon 9tecamier an Jpumo^Ibr. 

Paris, 28. joillet 1843. 
Je n^ai pas d^expression, monsieur, pour vous dire combieu 
je suis touchee de votre lettre, vous m'avez epargoe le saisis- 
seinent d'apprendre par les journeaux une uouvelle aussi dou- 
leureuse qu'iinpre'vue. — Quoique bieu souffrante et bien affligee, 
je ne veux pas perdre im mouient pour vous eu remercier. — 
Vous savez, monsieur, qu'il y avait bien des annees que je 
n'avais vu le Prince Auguste, mais je recevais constamraent la 
preuve de son souvenir. — Cest ä l'epoque la plus triste de sa 
vie que je l'avais connu chez Madame de Stael, oü. il avait 
rencontre tant de nobles sympathies; helas, de la reuniou si 
brillante et si agitee du chäteau de Coppet il ne restait que 
lui; il ne me reste plus ä present des Souvenirs de ma jeunesse 
et de tout ce passe de ma vie, que le beau tableau de Coriune, 
dont le sentiment le plus noble et le plus touchant avait orne 
ma retraite. Je n'ai pas le courage, monsieur, de prolonger 
cette lettre et de repondre aux details si interessants qui ter- 
minent la votre, permettez-moi de ne vous parier aujourd'hui 
que de ma douleur, de ma reconnaissance et de mon admira- 
tion. J. Recamier. 



88. 

£umf>olbt an $arnf)agen. 

3)en 31. SUtfluft 1844. 
3d) lege in ityre £anbe, toai itynen angenehm fein roirb: 

a) Bettina in ber Verfolgung. 

b) 3mi Gremplare meiner fek Heinen Sftebe. 

c) 3ioet Briefe oon ©ponttnt mit unbegreiflichen 31nfpielungen 
auf Surft HMttgenftein, ©raf Detern, £aj? gegen Sffteperoeer, 
nnb eine ernfte Antwort »on mir. 

d) Stnen ©rief üon ®ap Suffac, ati er fo gcfäfyrttdj bur# eine 
(Srplofton »erlebt war. 

e) (Einen recfrt menfcMckn SBrief üom ©roj$er$og »on $o*?cana. 
3mmer üerekungeooü %i)x 

©onnateno ftadrt*. 21. ». Sumbolit, 



— 91 — 



89. 

2eopoU,®roptjeräog »ort Zo i cana an 
§ u m b o l D t* 

Florence, ce 20 juillet 1 844. 

Tres eher Comte. 

Le Professeur de Botanique Philippe Pariatore se rend ä 
Berlin. II nPest impossible de le laisser partir sans le cuar- 
ger d 1 une lettre pour vous, eher comte, qui exprirae nies remer- 
eiments pour les recommendations que vous m^avez faites pour 
que le Toscaue put s'enrichir de plusieurs hommes illustres. 
Vous le pere et protecteur de toutes les sciences naturelles 
connaissiez Monsieur Pariatore et un jugement porte par vous 
suffisait : il est ä Florence, dirige le Jardin du Musee et pre- 
side a l'herbier central qui doit ä lui son existence. Un autre 
Physicien nous a ete recommande par vous, le Professeur Mat- 
teucci ; il est un investigateur de la nature, espion heureux, il 
mene la Science, fabrique les instruments pour l'interroger, et 
est maintenaut sur le chemin d 1 importantes decouvertes, il fait 
aussi un petit voyage pour se remettre d'un travail prolonge. 
Je ne sais s 1 il sera aussi heureux de rencontrer celui pour le- 
qucl il conserve taut de veneration et de reconnaissance. Notre 
universite de Pise a rasseniblö tout ce que Pon pouvait trouver 
en fait de S2iences naturelles et on en voit le fruit ; ä Florence 
les etudes pratiques de perfectionnement dans le grand Hopi- 
tal, j'espere, contribuent aussi ä inain tenir la medecine et la 
Chirurgie dans le vrai chemin de science naturelle, d'observa- 
tion et d'experience. Les congres des amateurs des sciences en 
Italie porteront leur fruit aussi, ces reunions innocentes met- 
tent la science ä la connaissance de beaueoup de personnes et 
etablissent de relations utiles entre beaueoup d^ommes de me- 
rite qui se connaissaient ä peine. On avait dit une fois que vous 
aviez Tintention de descendre en Italie. Vous auriez mis le 
comble a notre bonheur, vous auriez ete acclame unanimement 
le vr:ii protecteur des sciences naturelles. 

Yeuillez me croire toujours votre tres affectionne 

Leopold. 



— 92 — 



90, 

£ u m b o 1 b t an ^arnfyagen. 

2)en 2. (September 1844. 

Unb l)ätte 3>. $ru|3 in £alle in feinem verpönten 9flortj3 aud) 
ntcfyte gefcbirieben, atö roaä ber 9iarr <S, 40 oom SSolfe fagt, „bem 
man gwei Riffen geben foü, bamit eö mit bem (Scbjroanje roebelnb (tcfy 
in feine falte £ör;le oerfried)e", unb ©♦ 53 feie aud) poetifcb frönen 
SSerfe „3$ ^10^0^ eud), fünftige Regenten", fo begreift man, roie 
ba3 rounberbare «Stücf, in bem 9flort£ alle greunbe in'ö SBaffer ftüruy 
um bie ^reube $u fyaben, fte tobt ober lefcenbig, auf jeben %aü idmupfen? 
naf, §crau$suftfd)en, ^at a n r e g e n fonnen in lediger Seit. 

Sefen (Sie, teurer $reunb, ba£ 9J?anuffript, aber fcfytcfen (Sie e$ 
mir morgen ÜMenftagS Bi3 2 Ul)r aurüd. Die ©dritte, bie id) 
tt)ue, roerben üfcrigenä »ergebend fein. Sftan tonnte mit ber 2litjfu^ 
rung (Mb geroinnen für bie Uebcrfcfyroemmten, fo roäre bie ^oligei 
eine ^braulifdje ober gar eine £rodenmafd)ine. 

%. fr 

Montag. 



91. 

§umbolbt an Sarntjagen, 

Serlin, ben 6. ©cptember 1844. 
2tud^ icb begreife, roie Bit mein teurer $reunb, ba§ bie 3ftebe feb,r 
an? unb aufregenb l)at roirfen uiüffen in „unferem Korten" roie 
unter bem trägen $ole. (Sä gelingt 3$m in einer Silberfpracbe, 
bie freiltd) etroaö alte Silber oor bie (Seele fübrt, aber eine gerotffe 
ßartijett beS 2lu£brude3 unb ein fcbönes ®efüt)l für Sßoblflang ftnb 
nicbt 3U oerfennen* S$ ift überhaupt etroas &ble3, fo ein 23ebürfni§ 
ber freien 9tcbe ju Saufenben be3 Golfes immer oon neuem ju füblen, 
ein 23et)ürfnijj ber öffentlichen ^irtbeüung. Die ©rojjmutb, Die „bo* 
ben Diener" in ben föntgltcben Purpur fcfyüjpenb gu büßen, roirb roenig 
erfannt roerben. Darf man ficbbenn feint» lieb auf fca$ Heine „^aebt - 
gefteber" werfen ? Sin ®efübl, unb ein roel)mütl)ige3, bringt ftcb auf, 
ba§ ein fo boeb begabter $ürft, oon ben roobltooüenbften Slr-ftcbten gelei? 
tet, eine ^ri[cbl)eit beS ©eniütfeä freroabrent, bie il)n raftloö antreibt, in 



— 93 — 



ter 9Hcfo t u n g Der ©faatebewegung, gegen feinen heften 2BtlIen, 
getäufebt wirD. 2Ü3 $arrtt auf rem Sife mit oielen ©amoieDen? 
ipunDen nach lern $ole wollte, würfen ©chlitten unt Quitte immer 
oorwärtä getrieben. 2ßie aber Die (Bonne Durch Den 9?ebel 
brach unD Die $oll)ühe beftimmt werten fonnte, fant man, tag, ohne 
eä $u wiffen, man um mehrere ©rate rücfw ärtö gefommen war. 
Sine bewegliche, gegen ©üten tureb tte ^eereöftrbmung fortgerif* 
fene (Si^banf war Der 23oten, auf fem man o r w a r t S eilte. — 
Tie 9ftinifter fmt Der bewegliche, eifige 53oten. 3f* *k (Strömung 
Die togmatiftrente 9J?iiTton^$hilofophte ? - 21. £t. 

3m Briefe an ©pontini tjl: wunterbar oerfcbrteben la magie di- 
verse, anftatt la magie divine des sons pas d'aetion sur la 
prose de la vie. 

@ö ift nun gewig, tag Die Äaiferin nicht fommt, Der $önig Den 
15 ? in ©anefouet. 

92. 

ipumbolbt an Sarn^agen. 

93 erlin, ben 13. ©eptemfcer 1844. 

3$ tnu§ tiefen 21ugenblicf nach Der ©tettiner Sifenbahn wegen 
Der 2lnfunft De* Königs um 9 Uhr; Dann nacb ©anefouet auf et 
nige Sage, wo ich leiDer ! meinen 75jährigen ©eburtetag erlebe. 
3d) fage bloS leiDer ! weil iaj 1189 glaubte, Die 2BeIt würDe einige 
fragen mehr gelcft haben. 3* tyabc oiele$ gefeben, aber nach mei^ 
nen ^orterungen Doch nur wenig. 

3ch fann 3bnen über 3^e anmutbige ©dnlDerung $Ut$ $a* 
rtfer Aufenthalte 1810 beute nicht fcfcreibm. 9ftein guter ©hm 
l)at mieb gleicb Dabin geleitet, wo Der $)uft 3brer $reunDfcbaft mieb 
anhauebte. 3* habe erfahren, tag ich für Sob noch nicht abge^ 
ftumpft bin. 

2£ie grogartig antifcgttiifcf) hat (ich Die 23re£lauer Unfoerfltat 
benommen. 2ßie erftnDerifch wirD Der Sftcnfcb Durch poltttfcben 
3wang, lauter ©tricfleitcrn, gödjers© cbarrer, SBerfleiDungen, um 
an Die freie Suft ju fommen, unD wenn jte Die freie Suft haben, wer* 
Den fite acht Deutfch Darüber grübeln ob ihnen beffer fei ? Tann wti t 
e$ fein wie bei Dem ^rin^en : Dites-raoi, si je m'amuse. 3hr 
Freitag. 21. §t. 



— 94 — 



2£ir fügen frier ein Sägeblatt öon Sarnbagen Pom 26. 3um 
1844 ein, weites jiuet fcbarfe Antworten Pon Jpumbolrt erjäblt. & 
beijjt rort : 

„21 n rer rcnigfiden Zahl in Sanjfouct ließ Jpumbolrt füqlid 
tiefe beiren guten Ereile som Sogen fliegen. 

(£j war pon einer rufftfden v 2lnorrnung rie öftere, unt ipumbolrt 
nannte, inrem er rasen fpracb, mebrmate ren ^inifter rcä «ftultue; 
„Sie irren rief itym rer jlöntg $u, Sie perwedfeln frier jwei ser^ 
fdnerene 9ftinifter, t^ier banrelte nicbt rer s U?inifter teö $ultu£, foiu 
lern rer 9ftinifter rer 2Iufflarung, rer ift ein anrrer, als rer Mini: 
fönltnzl" £umbolrt, ebne ftcb ftören $u la|Jen, nabm Tie 
23ericbtigung an, inrem er feiner SRere eiligft einfcbaltete — „alfo ntcbt 
ter 9ftinifter re* $ultu* fontern res ©egentfreiU" — unr rann in 
gewobnter Seife wetterfprad)» 

Xae folgente Stüdift nocfr fdöner. Xer ®eneral Seopelt pon 
®erlacb, ter jein Herfen nicbt laffen fann, unterftant ftcfa neulieb, 
einen Angriff auf ipumboltt $u perfueben, unD fagte ju ibm: „ßw. 
Sr^eüen^ geben jefct wobl reebt oft in rie jlirebe V Sr boffteitn ra* 
mit in Serlegenfreit ju fe£en. £umfrolrt aber antwortete foglacb : 
„Ta£ 3^t ift ja fefyr freuntltd> pon 3bnen, Sie wollen mir tatureb 
ten 2£eg anzeigen, auf rem icb meine (Karriere maden fönnte." Xer 
frömmelnde Scbafer perftummte wie tortgefdlagen !" 



9tocfr Fdjärfer fdiftert eine fpätere Stelle Pom 26. Tejember 1845 
tie Angriffe, tenen £umbolrt au^gefejpt war. Sarnbagen febreibt: 
„£umbo!rt befudt mieb, unt bleibt über eine Stunre. 'iifterfwürrige 
9ftittbeilungen. Sr perfiebert mid\ obne fein £ofserbältni§ wurre er 
bier nicbt leben tonnen, er roürte aurgewiofen werten, fo febr bauten 
ibn rie Ultras unt $ietiften, tz fei unglaublicb wie febr man taglicb 
ten $ömg gegen ibn etngunebmen fuebe; in ten anrern reutfden 
Sanrern würre man ibn eben fo wenig tulren, fobalr er ren Scfru£ 
unt Scbimmer feiner Stellung nicbt mebr fyabe." 



93. 

£ u m fr o 1 1 1 anSarn^agen. 

53 er! in, ben 19. September 1844. 
hätten Sie wobl ten 9ftutb, tbeurcr $reunr, einige 2tugenblicfe 
fid über ren jefctgm 3«fanr ter franjbfifden Literatur $u untcrbal? 
ten? 3* wage e * Sbnen einen jungen franjofifden ^opellen? 
Sc^iiftfteller, ^)errn 3oufferanrot au? rer ^randk^omte, gu em> 



— 95 — 



pfeifen, ter öiel 23art unt freuntlicb^unfcbulrige Sebentigfeit bat. 
<8otyn eineä reichen 2Ir3te3 tft er mir ous s ])ari3 empfohlen, ^erjeiben 
Sie tie 3umutbung, aber man mu§ taö Ungemacb, fid) bieroeilen 
befeuert $u lajfen, feilen. 

21. ». £umboltt. 

£onner$tag$* 



94. 

#umbolfct an 23amfyagen. 

35 erlin, £>ten8tag Wacfyt 1 Ufyr, 3. Sunt 1845. 
&3 bat fid} tiefen 2Ibent aüe$ SRätbfetyafte gelöft, mein tbeurer 
$reunt ! 9ftan [dürfte mir tiefen 9tacbmittag »ierjebn Ratete unter 
einauter gemengt, n?a£ $cn $ari3 au3 tureb $erfef)en nad? 23er(in 
(Xecember— Wlai) an miefc atfcrefjtrt nmrte, unt n>a* l)ier im auö? 
wärtigen Departement angekauft lag. 2£ir J)a6en [ogleicb 3bre JpanD 
erfannt, ta£ $afet mar an mid) attreffirt, unE enthielt rcoblüerftegeU 
3bren wichtigen, geijtreidn'n politiftfen 23rief unfc taö $afet an tie 
(£omteffe t'^goult, fcaä icb 3bnen |ier überfente. 3& bin an tem 
ganzen SSorfaü ganj unfcbulDig. 

3n ter $bein^ unt SWofeI*3 c ^ un l 22 üom 29 - ^erte 
icb tee Softairiiraiämttd, Säugnenö aller Dffenbarung, Komplott* 
mit 9J?arbeinefe, 23runo 23auer, ^euerbacb, ja te£ 3 u 9 e * 9 e 9 en Sutern 
[cbultig erfannt, ipsissimis verbis, afleä tregen $o£mOtf <5. 381. 
SDian batte febon tem Könige gefagt, ta-j 23ucb fei uncbrtftücb uni 
temagogifeb. Tagegen febreibt mir ter $önig, „(Sr fenne nur n?ie 
2Ufon6 tem £affo fagen: So balf icb^s entlicb tenn in meinen 
ganten, Unt nenn' es in gemiffem Sinne mein. . £a£ ift poeti[cb 
unt fe^r fyöfltct;. 50?it innigem £anfgefüfyl 3^r 

21. ü. £umboltt. 



95. 

# u m b o 1 1 1 an 93amf)agen. 

Serltn, Sflittrocd; ben 4. Sunt 1845. 
3cb erfenne leiebt an ter 2lnmutb ter Spracbe ten meine fa^roacben 
litterarifc^en 53ejirebungen [dienten ©eniu3. 3* blatte lad 



— 96 — 



föftltcbe SSIatt, fcaS au* Sfteanter'S (Srflärung enthalt, niebt gefetjen. 
3n ten legten 2lugenbliden tcd SlufbrecbenS fage tdj 3&n«t nur vor- 
läufig meinen innigen Xanf für eine ter rotcbtigften Sebensfcbilte; 
rungen, tie mir 3brcm alles bclebenten ©rijfel oerJanfen. 9flit(Srn|r 
unt ©röjje ftaben @te targeftellt, n?as öolfstl)ümlicber (SntbuftaSmuS 
oft aus Uebermutl) in burlesfe $rofa herabgezogen, tiefer ede 
£äuterungSpro3e§ erfreut. 

2Benn (£ü§milcb es erlaubt, fo sottente icb ten Kosmos; freilid) 
jkben an Jen Eingängen ttieler Disziplinen (2Belrgefdncbte, (Geologie, 
9ftecbanif teS Rimmels) fcfoioarje ©efralten, tie trot>ent ^intern roollen, 
in las 3nnere zu Dringen. — 

grau ton ipormatyr ift ja eine gar angenehme (Srfd;etnung. 

Wlit alter Verehrung unt Siebe 3fyr 

21. £umboltt. 

96. 

£umcotbt an Samtyagen. 

«Berlin, ben 16. 3unt 1845. 
3d> benufce Die legten 2lugenblicfe, etye icb auf Die Sifenbabn gebe, 
um Sbntn, tbeurer greunt, für tas originelle ßarafterfctlt, £ans öon 
.SpelD, innigft zu taufen. 3* fcabe nur tic eine Hälfte tason gelcfen, 
unt ta tiefe Seftüre auf tie 3ftreS 53lücber folgte, fo bin icb recbt na; 
türltcb zu ter 33crounterung angeregt Nörten, roie alle garbentöne tes 
.ftrtegslebens unt ter nacb Freiheit ftrebenten bürgerlicben 23crbalt? 
niffe 3fmen gletdmafjig glücfen. Tas fataltfHfcbe SBort „glüden" 
feilte bier niebt fteben, ta ter ®runt teS Belingens tief in ter 9ictn; 
bett ter $ernunftanftd^t unt ter $iefe ter ®efüble gegrüntet ift. 3 n 
tem „ipelt" fpiegclt ftd> tic jefci^e 2BeIt ab. 3 er ^ ün i 10 2ki er " Mer Vit 
SBrcslauer blutige $olfsfzene ift fo etel als erfrtürternt. Tas febrreft 
aber unfre nücbtern fanattfebnt, mei§blütigen ^olignac'S niebt ab. 
(Sine erfte ©etoaltttjat werten fie fueben tureb eine metbottfdjcr ange? 
legte ju bekräftigen, unt tas alles unter ter Regierung eines foleben 
Königs. 3* bin fel)r gereizt unt tief »erfHmmt ffiit alter 2ln* 
t)änglid>feit 3^ 

21. ö. Jpumboltt. 

Montag früf). 



— 97 — 



*£a td) auf ber flücbtigen Steife tod) nicbt 3 ei * S l,m Sefen (tnten 
werte, fo habe td} mir taö lehrreiche 33ucb »on £errn oon 33ü(om in 
Segel auf einige Jage entreißen (äffen. 



9t. 

£umboIbt an 23arnbagen. 

Berlin, 25ouner«tag ben 4 (September, 1845. 
34 Bernte bte erften 2lugenblicfe meiner SftücfMjr auö $otstam, 
um 3^nen meine innige freute au^ubrüefen über bie günfttge SBfrl? 
ung 3^cr Safcefur. Der kontra jl beö puölidjen Unglüdö meiner 
gamilie mit ten nü&ternen, Beregneten $offeften in 23rübl unD <BtoU 
jenfelä war für mid) eine Ijartc Prüfung ! 3* werte 8w« Wit 33ü^ 
low morgen t?on 3$*** ^erjttcben $f)eilnal)me reben. Tie gort? 
febritte ber 33efferung ftnb nefenbaft gewefen. 2lu§er einigem ®e^ 
bäcbtnißmangel, ber ftcb aber tagelang nicbt äußert, ift feine inteKefe 
tuette Seränterung gu fpüren, bod) ftnb (S&onung unb 3j"oHruitg unb 
#tuhe noch feljr ju wünfd)en. Der Sßürbe feines $arafterö getreu, 
gieht er fieb gurücf. (Sie wtffen, mein eblcr greimt, ba£ er feben bei 
ber S&ftctn'jcben (Sewaltthat bie Sntlaffung geforbert. 3^t ift bie 
öffentliche Sage ber Dtnge noch um oie(c£ »erfcMtmmert. SütonTä 
Austritt ift eine traurige ^Begebenheit, aber bie $raft ber Dinge ift 
ftärfer im nerblichen Deutfcblanbe, aU bafj bureb einen Sinjelnen viel 
tterfötmt werben fönnte. — (Sagen (Sie bem $errn $rofeffer Siebte, 
ta§ ich gwar febon ein unwürbiger Doctor Philosophiae bin, aber 
mit Danfgefühl aftes annehme, waö aus ben geiftesfreten S>ürtcm^ 
Berger (Sauen mir geboten wirb. Siebesott 3br 

21. o. Jpumbolbt. 

3cb lege 3^nen bei gum Aufbewahren einen fronen 33rief oon 
gürjt Stetternich, ben icb auf bem 3ofyannt$oerge befuebt, einen S3rief 
öon Sorb (Stanley bem SJlmtjter, unb gwei Briefe von %uU$ 3anin 
unb (SponUnt. 

$3lit einem Suche für bie $rau ®rafm gu (Stolberg. 



— 98 — 



98. 

57? e 1 1 e r n i d> an £ u m b o 1 1 1. 

Sßten, ben 21 «Juni, 1845, 

•U?ein Itefcet 23aron ! 

(Sie erhalten in ter Zulage meinen «Stimmittel fürten fünftigen 
(Mcgen. 3* hoffe, tajj Sie meine Sercttwiütgfeit nidt au§er tem 
33ereid)e meiner Uebergeugung fuften mertcn. 3k jenem ter (enteren 
ftcbt eine (Empfehlung oon 3brer «Seite fo (o$ f bajj ter SSunfd) uno 
tie (Erfüllung in einander laufen. 

3^ren &oömoä habe td) gelcfen unt ta<? 33uco in ter SBeifc be^ 
hantelt nüe id> gewöhnt &tn, reidbaltige Sammlungen ju fremden. 
Xen Gintrucf ten tae 2Berf auf miefe, madt, fann ich 3fcnen nidt 
Bejjer alä mittel |1 beö ©cftantmjjeö luntgeben, tag e3 in mir tie ftdj 
befämpfenten, oter wenn Sie rcollen, tie ßd) neutraliftrenten Ge- 
fühle ter Beruhigung, in $olge tcß oon mir ©ercugten unt bei 53e^ 
tauernS, teö oielen son mir nicht ©croujjten, hervorrief. Tiefe ©e^ 
fühle oerftnfen in ntdtfs, gegenüber tem ter 35etrunterung 3 %t * * 
SBiffenä, Neichen baS ©Clingen beä riefenbaften Unternehmend 
allein möglich maften fonnte. Wlit tem SBtffen allem nuirte jetora 
tie 21ufgahe, meldte Sie ftcb [teilten, nidt Icebar gewefen fein, unt 
hier fomme ids auf ba$ loatuc SSerbtenjl beö SSerfafferö, — auf teffen 
T a r ft e 11 u n g 3 g a b e unt 9tt e t b o t t f ! Sie haben im 
SBerfe taö alte 2£ort, X i 3 c t p 1 i n, auf tie ©iffenfebaften ange* 
foenbet, Bieter gu (Ehren gehradt ; ©oft gebe, bajj teffen begriff ftd) 
in ter bürgerlichen ©efeflfdjaft feiner ewigen fechte ebenfalle be^ 
meiftre ! 

2ßenn meine Sintrude nur einen geringen SBertlj h^en, fo ftett 
eö oerfchieten mit tenen ter $ad)manner. Ter lederen Urtheil fliegt 
hier in Sen?unterung über, unt ich ftimme mit ihnen in tem 2Iue^ 
fprud)e überein, ta§ Sie allein unter ten Setenten tie Slnfgabe 
gu lofen vermochten, nrie tenn auch ter Segriff te3 StotmoS ter wahre 
auf 3h*' Unternehmen paffente gnvefen ift. 3* h ace Sf'nen gefagr, 
tag ich ten erften 53ant beä ÖSerfeä g el e f e n fyäbt. 9ton bin ich 
mit teffen S t u t i u m befdafttgt unt ich tanfe 3bnen für tie »abr* 
oaft feiigen Stunten, roelcbe Sie mir eröffnet baben. 211$ folde he? 
jeidme Ich tiejenigen, welche mir geftatten ba$ untanfbare Seit ter 
3eitivinen gegen jenes ter $atnr»iffenjäjftften w «ertaufdsen ! 



— 99 — 



(Smpfangen Sic, lieber §um6ofot, bic erneute T>crficfjcrung meiner 
aufrichtigen 3()ncn lüngft Mannten ©eßnmmgcn. 

Metternich. 



99. 

3 n U 3 3 a n i n an £ u m fc o 1 fc 1. 

Hotel de l'etoile ä Bonn, 
dimanche soir, 10 aoüt 1845. 

Monsieur, 

Je vous prie et je vous supplie de m'aecorder une chose 
impossible. Yous etes le plus bienveillant ami des gens de let- 
tres de mon pays, vous avez toujours ete pour moi le plus in- 
dulgent des hommes. Yoici ma priere, s'il vous plait. 

II y a huit jours que j'ai quitte Paris, tout expres pour 
parier au journal des Debüts du voyage de S. M. la Reine 
d'Angleterre sur les bords du Rhin. Avant mon depart j'ai eu 
Phonneur de saluer le Roi a Neuilly, et il a approuve mon 
projet. Mr. Guizot m'a fort encourage, disant que cela etait 
hospitalier de mettre ä la suite de la Reine un honnete ecri- 
vain tout dispose ä cälebrer ces merveilleux pelerinages qui 
tiennent PEurope attentive et charmde. En meine temps Mr. 
Guizot me donnait des lettres me sont des recommendations 
honorables j tant mes Instructions sont dignes de Phomme qui 
me les donnait. 

Maintenant, Monsieur, aidez-moi ! Ce que je solicite, ee 
n'est pas d'etre presente ä S. M. votre Roi, c'est de pouvoir 
mettre un piecl dans cette foule Royale. On ne me verra pas, 
je verrai tout, ma mission est ä remplir, sauf ä me montrer digne 
de cet honneur par le recit que j'en saurai faire. Yous le ver- 
rez, c'est une imperieuse passion, c'est la passion de Fecrivain 
qui me pousse 

Je n^i pas de titres, mais s'il en faut un, dites, que je suis 
lieutenant Colonel d'une Legion, que j'arrlverai en bei uniforme 
et qu'enfin a faire du bien que les dignes ecrivains que le Roi 
reeoit ä la table et ä qui il a aecorde, en toutes ces circonstan- 
ces importantes tous les honneurs, font des recits du temps 
present qui servent ä Phistoire de Pavenir. 



— 100 — 



Je vom fcris sous le plus dignes auspices, sous les auspices 
de Mr. Meyerbeer. Yous le rendrez bien heureux, j^n suis 
sür, et avec lui le journal des Debats, oü vous etes si fort aime, 
et avec tant de monde, moi votre serviteur. 

J^attends bien impatiemment et cependant avec la plus 
parfaite soumission, votre boune reponse. — Je suis bien sür 
que dans tous le cas, vous avez fait pour m'obtenir cette fa- 
veur, tout ce que pouvait se faire honorablement. 

Agreez, monsieur le Baron, Phumble hommage de mon 
devouement et de ruon profond respect. 

Jules Janin. 



100. 

§itmbolt>t an Sarnfyagen. 

^otsbom, bcn 26. <Se£temBer 1845. 
©einem teuren ^reunte tem 
G3. di. üon Skrntyagen. 

Könige nnt> ^epuMtfen. 
Por lo que desio la conservacion de los Reyes desio la con- 
servacion de ellos dentro de los limites permitidos. Un grave 
consejero dixo al Rey Don Phelipe II, viendo que iva en di- 
versas ocasiones al poder absoluto : Senor, reconoced a Dios 
en la tierra como en el cielo, por que no se cause de las monar- 
quias, suave govierno si los Reyes suavamente usan de el. 

Cartas de Antonio Perez, p. 545. 

Lors de l'insurrection des Pays-Bas on se demandait deja 
"si les Rois s'en vont. n Je vous traduis le passage d' Antonio 
Perez : "C'est parceque je desire la conservation des Rois que 
je leur conseille de rester dans leurs limites permises. Un pru- 
deut conseiller disaitau Roi Philippe II voyant qu 1 en differentes 
occasions il tendait au pouvoir absolu : 'Senor, reconnaissez la 
Suprematie de Dieu sur la terre comme dans le ciel, afin que 
Dieu ne se fatigue pas des monarchies, genre de gouvernement 
tres-doux, si Ton en use avec moderation/ n 

El Dios del cielo es deJicado mucho en suffrir conipanero 



— 101 — 

en ninguna cosa y se pica de! abuso de] poder humano. Si 
Dios se causa de las monarquias, dura otra forma al mundo. 

Le Dieu du ciel est trop jaloux pour soult'rir uu compagnon 
(laus une chose quelconque : il est outre de tout abus du pou- 
voir humain. Si Dieu se lasse des monarchies, il donnera au 
monde (Politique) une autre forme. 

A.. Humboldt. 



101. 

ipumbolbt an $arnf>agen. 

o 1 8 b a tn, bcn 2. Oftober 1845. 

3$ ^atte taS rounberlicfc/e 3etteld)en mit ter spropbjejeilmng que 
Dios se causera de los Reyes »tele Jage auf meinem Jtfcfee in 
ter Slbftcbt es tymn, mein teurer brennt), ju bringen. 2£enn id) 
etroaS ©innigem ftnte in meiner fpäten unb t)ier im ©tabtfd)lo§ redst 
etnfamen 9hcbtarkeit, fo benfe td> an ©ie. £>a td) immer burd) 
Setreibung „bes modus üon Süloro'ä $erabfdnebung" gebinbert 
rourbe, «Sie tbeurer $reunb, gu befugen, fo entfdjlojj id) mid) bas 
3etteid)en an ©te su fu&ertiren. @s %at in mir bie Sßeranlaffung 
»on bem allgemeinen Jjöcftfter Signalton erregenben 3"f*anbe 
ber ©taatsoeri)altni|le. 3^ Jag bringt etmas (Schlimmeres, unb 
roo alles 3ufunftfd}»er brobt, |errfd)t bie größte ©orgloftgfeit. 

3$ lomme oon Segel, roo man ftd) fe|r freuen nrirb, ©te 
feljen. 9flan bittet befonbers, ba§ ©ie ben nä'cbjren SBinter bas 
£auS in Berlin redjt fleißig mit 3^em 23efud)e erfreuen mögen. — 

3m Westminster Review fagt in einem langen Slrtifel ein 
$>oftor (Sro§, ber ©til bes Kosmos fei gebebt unb überaus mit* 
telmajng, ber häufige Sftefler auf bie (Smpftnbung roürbe oon englu 
fcfyen (Mehrten für redjt überflüfftg gehalten, Lettes enthalte fo ein 
35ud) gar nidjt. Dann folgt bie Denunciation bes TOetSmuS, ob^ 
gleicb; überall oon ber ,,©d>öpfung" unb bem „©efcfyaffenen" im ÄoS^ 
mos bie Sftebe ijl* 51ud) babe id) nod) in ber franjöftfcben Ueberfe* 
£ung ttor acfyt Monaten mieb, aups beutltcbjte alfo ausgebrüdt: 

„C'est cette ndcessitd des choses, cet enchainement occulte, 
mais permanent, ee retour periodique dans le developpement 



— 102 — 



progressif des formes, des phenomeucs et des evenements, qui 
constituent la nature obeissante ä une premiere impulsion don- 
nee. La physique, comme Pindique son nora meme, se borue 
ä expliquer les phe'nomenes du monde naturel par les proprie- 
tes de la matiere ; le dernier but des sciences expe'rimentales 
est donc de remonter ä Pexistence des lois et de les generaliser 
progressivernent. Tout ce qui est au-delä n^est pas du domaine 
de la physique du monde et appartient ä un autre geure des 
speculations plus elevees. Immanuel Kant, du tres petit nom- 
bre des philosophes qu^on n^a pas accuse cTimpietd jasqu'ici, 
a marque les limites des explications physiques avec une rare 
sagacite dans son c61ebre Essai sur la theorie et la construction 
des cieux, publie ä Königsberg en 1755. 11 

Daä benehmen lex (Staitoerorbneten ift febr etel. ift eine 
freute unb lafoi ein Söunber, fo öiel ©emeinfmn unter SJcenfcfcen 
ter oerfchiebenartigften 33itoung ju ftnfcen. £er £a§ gegen eine 
Dichtung sereint — aber fcbeinbar nur, 

(£$ ift allerbingö ein gro§e3 Unrecht oon mir, einem fo öcrtreffli? 
chen 9JJann aU t>em SSerfaffer ter „religiöfen $oefte ter 3uren in 
(Spanien" noch nicht geantwortet $u haben. 3* wollte erft tefeit, 
unb ber (Scbreden am 14. «September fech*unbftebcnjig 3afyr alt ge? 
rcorben $u (ein, l)at mich bergejtalt in ten Kosmos »erfenft, ba§ 
darüber mir liebe Pflichten unerfüllt geblieben ftnt. 3d) teerte 
£errn ©actyä perfönltch fel)en, unr> bitte Sie, mid) vorher bei ihm $u 
entfchulbtgen, benn rechtfertigen barf id) nicht fagen. Danfbarft 

21. ö. £umbolbt. 

Mittwoch «Rächt. 

£ie 9toti$ über ipormatyr, bie aber politifd) fonterbar bei 1808 
abbricht, ift fe|r intereffant. 2Belch eine 9flajfe oon (Schriften, b>n* 
bert unb fündig Mäntel 



102. 

#umbolbt an^amhagen. 

Berlin, ben 27. Oftober 1845. 
3ch münfchte nicht, mein theurer $reunb, ba§ ein greunb tton 
$bier£, mir von tiefem mit großer SBarme empfoblen, Berlin ser* 



— 103 — 



Itefje, obne ten ©emtjj gebabt ju baben, Bit ju (eben. £err Xbo^ 
ftiae, einer ter SRebaheure ter Revue des deax Mondes, tft Der SBer* 
fajfer eineä febr widrigen ®erfJ über tie alte ^roöhtjtaUSBerfajfung 
von ^ranfreid) aus AraMoen gebogen» 3d) empfehle tbn 3fyrcr 

2t. ». ipumboltt. 
3n großer (Site, 



103. 

ftumbolbt an SSarn^agen. 

SS c r 1 1 n, ben 30. ^oöcmBer 1845. 

<£ie ©aben werten ^wiefacb topbar, wenn <B\t bureb eine Jpanb 
tute bie 3brige mir gelangen, mein tbeurer $reunb. -Der berr? 
lieben (53riaftn babe icb unmittelbar gefameben. ©tc baben wobl 
redt j« fagen, ba§ las fd>öne ®ccicbt von einer wunterfamen inneren 
£urd)tringung be£ ®egenftante£ jeugt» 

fdnen mir parier, an ben greiberrn von ipormatyr unb nicfjt 
an bie ©emafyltn febreiben. Xarf id> (Sie bitten, mein 23riefcben 
einzulegen, wenn ©te e3 ber $orm nad) billigen. £er freie Sftarnt 
ift feit langer %iit ein ®egenftanb meiner Vorliebe: feine Iitterarifcbe 
Slrbeitfamfeit fefct mieb in (Erftaunen. £>errn ©adö l)abe id) beute 
tie greube ju feben; icb werte fein 53ucb gern felbft bem $önig geben, 
e$ ift aber eine Spocbe in ber ntebt* baftet, alle» ju Suftgebilben wirb, 
bie bod) t?erbängni§t)oü unb mtjjgeflaltet, an trübere ^bantafteen an? 
gefnüpft, wteberfel)ren weiten. 9)ian fürebtet oft bie fpäteren folgen 
foleber Anregungen, mit benen man f)at wollen befferc hervorbringen. 

2ßie ber .ftoämoS fo unerwartet l)at gefallen fönnen? fis liegt 
wobl in bem wa* bie 9ttenfcben ftd) baneben benfen unb in ber 23üt? 
famfeit unferer teutfdsen ©pracbe, bie es fo leiebt maebt etwas an? 
fcbaulicb ju macben, bureb Sorte $u mablen. 

3cb werbe $u 3^ nen fommen, um 3bnen, etler ^rcunb, $u ban? 
!en für bie Art wie <5te SSoItaire^ geiftigeö unb moralifdbed 25er? 
bienft geboben l)aben.*) 3bre Generationen fmb' föftlicb ; aber^un? 
der?$reptag, ber Sßerboffoter, bie ©djiforoadjc, unb ber beitere 33er? 

*) Sßottatre in gronffurt am SWaut 1773» fcon Ä. 21. 25arnt>agen öon 
ßnfe. 



— 104 — 



fcacfrt tejjen, was mit 'Jftatame £eniä nacbtlico, ütrjucfrt roorten, jTnb 
unt Metben fefer unheimlich. 9Kit alter &nt)änglicr;feit 3fyr 

«Sonntag. 

3cb oergeffe niefct Jen Kaufmann Sreul. 

9Jiinifter 23üloro tyat fc$r, fefyr beflagt, fcajj (Sie ifyn öerfcfylten. 
(Sie roerten ifcm unt ter $rau überaus angenehm fein jeten Slbent 
Ii Ubr fciö & U&r. 



104. 

£ u m o o I b t an Sarnr/age-n. 

£>onner§tag, ben 15. Januar 1846. 

.Sperr SRilncd unb roa$ er über ben .ftönig gefagt |aben fann, 
"who showed him no personal emEties*', tnterefftrt midi weniger, 
aber eine gre§e freute ift eö mir, roenn mein fede3 Auftreten für 
f5ru0 ibm entliefe nü^licfe geroorten ift. £a$ ift ta$ elent ©enige, 
taö tet in meiner Sage erlange: icb ßerbe aber mit tem ©croijfenS:« 
©lauben, bi3 an meinen £ot feinen ter mir ©letcbge^nnten oer* 
I äffen $u baben. %i)x Beifall ift mir tton |o|em Sßertfye, 
mein tbeurer brennt ! 

3m Quarterly Review roirt gefagt, icb, t)abe einen preisen 
(Stil unt nie eine (Seite of vivid expression ^reiben rönnen. 

yflit treuer Sln^änglicbfeit 

21. o. Jpumbetbt. 
SSer^ctkn (Sie &bilofopr;ifcb ba$ abgefet/ntttene 23latt. 3* l^tte 
mid) tn ter (Site in ter 2luffcbrift geirrt. 



105. 

# u m b o J b t an Sarntyagen. 

SB er H n, ben 25. Januar 1846. 
sftacb, einer offtieffen (Speifung ter $rtetene-ritter, teren unroür* 
biger jtanjler icb bin, beim jlbnig. nacb einigen grauenvollen Stun* 
ten bei Süloro, teffen 3u{fo>tfe immer boffnungelofer roirt, nacb einem 
33aU im (Scbloffe, son tem icb eben beimfebre, faitu icb tod? niebt tie 



— 105 — 



9tube fud?en, cbe ich, 3bnen vorläufig Danf fage für 3l)rc getfrticfcen 
©aben. 3$ freue mtd) fceä 9iücfblicfe in eine &td)terifd}« Sättpofte, 
tte eine etlerc, id) Ijatte fagen foltert eine lebenefrtfcfcere fyeroorgeruren, 
aber id) merte oon Ter langen „^lagote", öon ben „blauen unt 
fcfcroarjen 2Iugen" unt) Seffern luftiger ferrüefe mtd) gern Syrern 
3in$entorf *>on neuem auroenten. £as iji ein großes, rooMgclun^ 
geneö Sebencbilt, eine ©ejtolt bie über aüeö fyeroorragt, roa$ unfre 
bewegte 3ett nad) antern Sfticbtungen erroedt. 3 ^ 3 in S cn ^ r f 
rourte jtctö aud) oon meinem 33ruber berountert. 2Bie fe^r iß baö 
3ntereflfe nic^t geftiegen burd) ba$ roaS mir fet)en ober vielmehr er^ 
roarten: aber roo ftnb in ten $erftanbe£gletfd)ern jetziger 3eit bie 
^erfönlidtfeiten, bie (id) mit Sinstorf, Saoater unb ©tilling meffen 
formten . , . 

£anfbarjt 3|r 

2t. ö. Jpumoolbt. 

©onnabenb 9tad)t. 

34 tyabe 9tanfe t)eute fet)r Har mein Sntfejjen geäu§ert über ba$ 
roaö er ftd) gegen $reu§ (eine üiel t)öbere unt> etlere 9tatur aU Die 
feinige) in einer ©Upung erlaubt fyat, bei ber id) nid)t zugegen roar. 

33ie(Ieicbt fyaben fte nod) bie 3ournaIe nidst, in Jenen id) unmäßig 
gelobt unt) getabelt roerbe. (North British Review unt Quarterly 
Review.) 

3n £)eutfcblanb roirb meine $rofa oft als ju poetifd) getabelt, im 
Quart. Rev. fceijjt fte febieppenb, ofyne aüeö Seben: not a vivid de- 
scription. 2ßie jebeS SSolf anberä fül)(t. 



106. 

£ u m o l b t an 23arntjagen. 

53 e r Ii n, ben 7 gefcruar, 1846. 
@a roar geßern Wittag bie (Srtöfung beä armen 33üIoro. Sr fiel 
£onncr£tag 9tad)t3 um 11 Uftr beim 3 u ^ttegeben bem Säger rote 
tobt in bie 2lrme. Sin ©djlagfhtg ! (Er »erfdjlofj bie 2lugen unb 
öffnete fte nie roteter. £r fjatte gegen borgen 140 $ulofd)läge. 
Ttx QIberla§ roirfte nid)t. ©ein önbe roar, faft roie ba$ Ie£te Se* 
kn, oefmnungöloä. Xie gamilie ijt tief erfd)üttert. £er SSorfatl 
ift aber roofyltMtig. Tie t)erdid)e grau roäre untergegangen. 2Bir 



— 106 — 

tragen iBn Xtfen&ag gan$ füll nacB ter (Säule in Segel, auf ter tie 
Hoffnung ftet)t. bitten unter ten (Sorgen, die mir tiefer £od ser^ 
ux\a$t, mitten unter ten Briefen, tie an ©uigot, 9ftetternid\ 2lbcr? 
tcen ju fd)reiBen [int, fann ich nur mit roenigen Sßorten auf Jen 
frönen gemütMicben 33rtef der $rau tton 2Irntm antrcorttn. 3$ 
l)aBe roemg Hoffnung, ta{$ die alten Regenten in Sßeimar 
$ru£ ober Fallersleben Berufen merden ; mir war früher ©u^rauer 
eingefallen, für ten «Sie genüjj aud) Vorliebe BaBen. 2öie glüdlid) 
mich tie (Ernennung üon $>ru|3 (gallereleBen renne id) nicBt perjcnlicb) 
macBcn würde, roiffen (Sie längft, aber ter gange, tie 2£od)enftuBe, 
ten «ftonig unt mid) betreffende passus mujj umgeäntert rcerten, er 
Beruht auf einem falfcBem ©erücBte, 3$ fyßBe tem ^cnig nie ta$ 
33ud) gegeigt, tie 5RieterfcBIagung te3 ^Progeffe» gar nicBt Bei tem & 
nig (ter auf Tx. $ruj3 rcegen teö alten MmBacBer Detters giemlich 
gereigt geBItcBen ift), foutern turd) 9J?inifter SodelfcBreingh Betrieben. 
Xiefem l)atte $ruj3 perfönlich einen angenehmen öindrud gelaffem 
($3 roar mir leicBt, tiefen Sintrud gu vermehren. !Pruj3 mar um 
9tiedcrfcBlagung des *Progeffe3 (ten er roohl ohnedem nicBt gang öer* 
loren hätte) eingefowmen. 9ftan glauBte, ta er ter Regierung enb 
gegenfam, fei e$ ratsam, iBn nidtf gitrücf^uftog en. £ie (Stelle, „man 
folle unfern ^onig Befragen", muß ja auct; roegBIeiBen, ta fte tie 
©roj^ergogin Beleidigen roürde, tie Bei jeter Gelegenheit ihre UnaB^ 
Bängigfeit öon $reujjen »oranfcjjt, fogar gang neuerdings ten Rangier 
Füller gu öertheitigen gehaBt, roeil man öon t)m aus tipiomatifd) 
tem roeimarifchen ipof borgen? orfen, Rangier Füller leite, da§ eine 
hier üerBotene 3^tfchrift in einem fteimarifchen Sefegirfel gehalten 
roerte! ! £er roeimarifche £of I)at mit Sßürte geantwortet; fcafj er 
aBer $ru£ oter FaflersIeBen wählen füllte, fcheint mir taum roahr* 
fd^emüdj. Credat Judaens Apella. Sßergethen (Sie an tiefem 
Sage, theurer $reunb, mein sermorrenes (SchreiBen ! 3h* 

(SonnaBenfc* 



— 107 — 



107. 

£umbolbt an ^arnbagen. 

SBerlin, ben 20. ftebruar 1846. 

Srratben (Sic, mein tbeurer yreunb, wer mir tiefe merfwürtige 
©Arift gefetÄet £)at ? Srratfyen (Sie etrcaö auä bem SBappen unb 
bem tarnen auf ber Slbbrejfc — ?" 3ft £a£ ber 35erfajfer, unb 
weldjem 3»wmal mag ber 2lrtifel geboren ? Sief, son großer poli? 
tifdjer Stofdjaiwng ijr er nid)t £ie (Stelle <S. 8 fyat ber SSetfaffer 
felbft angeftri$en, unb in Ujr liegt ein 23iberfprud) ! Greußen fott 
Stilett fyaben in einer amcrifanifd)en Äonföberation. Xie 23orte 
(S. 3 über ffriebrid) 3nmten unb feine SBerfe unb „$ant eine 
©uiüotine" @. 5 finb wie fte SJiintjter XbiU febreiben würbe. 33eite 
fcaben mieb inbignirt. £er SSerfaffer fennt alle tarnen, allen ßlatfdj 
ber (Sdenftefycr, ift gerührt über ben 2töeralt$mtt$ tton 23obetfd)wingb, 
(S. 14 ber nod) täglich bie StuSwetfung ber Satener £eputirten »er* 
tbeitigt. ßr wagt nicfyt, (Eid^orn tabelnb ju nennen. 35lojj bie leiste 
3eüe ift großartig unb febbn» 

Wit unöerbrüd)Ud)er 2lnb)ängttd)feit 3^r 

greitagä. 21. »♦ Jpumbolbt. 



108» 

£umbotbt an $arntjagen. 

23erUn, ben 29. Sftärj 1846. 
3d) f)abe nur fo tiü 9ftu§e um 3§nen su fagen, ba§ icb gewif im 
3uni — (September in ©anöfouci fein werbe, unb 3^nen, ebler ^reunb, 
tnnigft banfe für bie liebeöotfe Seife, mit ber (Sie meines 23ruber3 
2lgamemnon3 gebenfen. 2tuö ftebjebmtjunbert Herfen gerabe fe^e^n 
gefyäfftg au$juwdl)len! ! 3$ tyatte mtdj einmal barüber beHagr, baß 
man meines Sruterö Ueberfefcung in einem Äöniglictycn <Sd)(offe niebt 
aufführen wolle ! £)a nun bie «Staatvjeitung alle 2lbenb bem jtönia, 
unter bie 2lugen fommt, fo $at man geglaubt, eö fei nü^licb, ba gu 
laftem. (Sdjou am folgenden Jage I)abe td) in ber «Spener^'cben 
3eitung geantwortet, fanft, weil ber feljr woblunterricbtete uupoetifdje 
Dr. $ranj jejst eine SSermeI)rung feiner $enfton fud)t. 3$ 
felbjt gewagt, ba§ ber $önig meine Antwort nidjt faf), wenigftenS $at 

5* 



— 108 — 



er mir 6U gefrern nie fca»on gefprocfyen. (Schiefen Sie mir ba$ 
231attcben gurücf. 3* arbeite, ich, glaube nicht olme ©lücf, am $o$* 
moä, aber in trüber «Stimmung über fcie öffentliche Sache. 3^e 
9kd>richtcn au$ (England ftnfc fefyr tntereffant. Wit innigfter greunt- 
\d)a]t 31)r 2t. ». £umbolI>t. 

Sonntagö. 



109. 

£ u m b o l b t an SBarntjagen. 

33 e r 1 i n, ben 30. Wl'dxi 1846. 
3ch überreiche 3hnen rcieter einige roenig nüchtige 2Iutograp^en, 
jelm an ber »on 
Sßillcmain, 
33ejfa 

Victor £mgo, 

S^ücfert, fcen Sie oft haben, 

Sftanjont, »oll meine* SobeS, aber nid)t fchön im Stil, 
£l)ier3, 

SMttroe »on Sucian SBonaparte, 

£rei s )ftorgenbillette ter £ucbeffe fc'DrleanS. 

3$ lege tiefen flüchtigen blättern einen SBrief »on mir an fcen 
«König bei, ten ich Sie tnftanfcigft bitte niemant» ju jeigen uni) mir 
morgen jnrücfjufenben, roeil ich ihn brauchen fönnte. 
Sie follen ben 53rief fpäter befttjen. (5$ geflieht biöroeilen, fca§ fcer 
Äönig ftatt eine» 97iorgenbillet5 feine 2Introort auf meinen S3rtef felbjt 
fchreibt. £aä gefchal) geftern. Die Sftimfhr, fcie gern ftillfcbroeigeni) 
möchten turnen (äffen, »ermächtigen $>rof. 2Ra§mann, fcen ter Äönig 
fehr liebt unö l)ier behalten roill. 9ftein 55rief roiri 3hnen roenigftenö 
geigen, ia§ ich frei fage, roie fcaö SBöfe einbricht nnD man fidj alle 
Littel jum Banteln nimmt. 

9RU alter Sln^angiidjfcit 3$r 

»on £umbolbt. 



— 109 — 



110. 

£ u m b o I t t an g r i e fc r i cfr 2ß 1 1 h c I m den Sterten» 

3ch t)abe heute borgen fdson um 8 Uhr na* der Nöthener Strafe 
gefdüeft, um nach den ^crtrauene^oilen s I>?ittbeÜungen (£w. SSftajcftät 
eine Unterredung mit ^rofejfor 9fta§mann über das (Entfcbeidendc in 
(einer Sage ju haben, (ix hat mich eben »erlajfen, und er hat mir 
Bieter einen herrlichen Sindrucf son (Gediegenheit, Klarheit Ter 3deen, 
begeifterter Äraft in Sßirfung auf die 3ua,ent un^erftor? 
bare, uralte, ftch immer erneuernte Snßttut ter s D7enfctbett) ge^ 
laffett. Sich fürchten sor jet?er begeifternden kraft, heijjt dem ©taa* 
tcnlebcn feie nährende, erhaltende kraft nehmen. $rofej]or hat 
ten ÜSJMnijter öon 23odelfdwingh fett jtpei 3ahren nicht gefrben, aber 
der 9ttimfter hat U)n damals fe^r freundlich behandelt, und ^Jkpmann 
jvünfcht, ohne ftch aufdrängen ju sollen, fehr auf iede gragc unbe^ 
fangen antworten ju tonnen. £)a ich mir oon tiefer Unterredung 
mel tterfpreche, bei dem edeln und offnen karafter de* s Jfttnifter£ tton 
23odelfdmnngh, fo mu§ ich ®w. königliche Sftajeftät untertl)änigft 
bitten, mir fchreiben ju laflfen: ob nach 3^en ertheilten befehlen der 
9flinifter den $rof. 9JL wird ru fett Iajfett, oder ob tiefer üon felfcjl 
$u dem üfttntfter gehen foll, unberufen, aber durch Aeuj^ 
rungen &w. SRajejtat veranlagt. 5Bie man Sfftaf^mann 1 » Verdtenfte 
um die $oefte der #ohenftauftfchen 3ett und fein Talent des Vortragt 
im Uniüerfttäteleben hat öergeffen tonnen, wundert mich. 3ch finde 
in ©erotnuö ©efd)tchte der deutfehen Sitteratur belobt: Sfta^mamt'ä 
£;enfmä(er deutfeher Spraye 1828, feine ©edichte de3 zwölften 3^r* 
hiundertä, feine hegenden und ritterliche $oefte. 2ßie foüte ein Wann 
der 3u9 e «d gefährlich fein, den der köntg tton 33aiern bei der fir$te* 
f)ung feiner $rin$en angefteüt, oon dem der kronprin^ ftch rühmt, die 
wohlthätigften Anregungen ^u geifttger gretfyeit und Aueübung fünf* 
tiger Sftegentenpfltchten empfangen ju haben. 2Bir leben nicht in 
einer trüben, aber in einer ernften 3cit. 2lfle$ SBirfen und Rändeln 
wird gehemmt, wenn durch Verdächtigung man ftch der heften Gräfte 
beraubt. Snthuftaftlfch an 3^re $crfon, an den ©lanj 3^er SRegie* 
rung, wie an den 9iuhm de$ Vaterlandes gefettet, betrübe ich mtet?, 
wenn 3^re edeljfrn Abftchten ©efahr leiten öerfannt werten $u 
müffen. öS giebt freilich fefyr ad)tbare ^enfehen, die aus blojjer Siehe 



— 110 — 



für (Ew. SSftajefKit aud) mid) gern fcbon unter ber «Saute in Segel ober 
roieber jenfetra beö Sft^eind [eben möchten. 
3n tanfbarjtcr (Sbrcrbietung, 

öro. ^öniglicben 9ftajeftät 

allergetreuefter 
51. », Jpumbolbt. - 

SBerltn , ben 26. aflärj 1846. 

(Xcr StoniQ fcbrieb auf baa Sftücfblatt:) 

^erjlicbflcn £anf, tbeuerfter ipumboltt. Sobclfdjnüngl) mtrt» 
SGRagmann rufen laffen. 3« aller £ile tüte immertar, 

3fyr getreuer 
8. Sö. 

Slleranber tt. ipumbolbt. 
fyier. 



111. 

23 effel an £umbolbt. 

$ ö n t g e B e r g, ben 12. g-ebruar 1 846. 

Setter erfahre td), tag S^ellenj ben Verluft fces £errn »on 
23ülow gu beflagen b-aben. Dbgleid) id) nicbt baö ©lücf gehabt 
fyabe, ben Verewigten perfönlid) ju fennen, fo fannte id) toi) bie fyerj* 
liebe Siebe be3 Dnfels ^u bem Neffen unb bjbrte oft üon ter begeU 
fterten ©rrcieberung beffelben fprecben. gerner fannte id) ben 5tubm 
be$ Verewigten, ben SRufym cineö etlen SJiannea. 3$ wollte, id) 
Tonnte Sßorte beS Jrojlcö reben, wie id) fte t)örte als mid) mein 
fcbwerer Verluft traf ! — aber bie ftnb nicbt jebem gegeben. X>aj3 
bie 3*it ba£ 23luten ton 2Bunben bemmt, wetcbe Anfangs ibren 3«- 
ftanb nicht ueränbern ju fönnen fcbeinen, fyabe id) f e I b ft erfahren ; 
ba§ bcr Job nad) f u r 3 e m Seiben beffer ift als ber Job nad) (an? 
gern Seiben, ift eine 2Bal)rI)eit bie mir oft einleucbtenb geworben ift! 

Ter ^anjler, £err oon Sßegnern, fyat mir am 27. »♦ 51?. ben 
©rief mitgeteilt, ben er oon @w. Srjetlenj erhalten bat. Dtefer 
33rief enthalt bie erfte Sftacbrtcbt, weld)e id) feit bem 7. 9loo. oorigen 
3at)rcß über bau ©üb empfangen babe, woburd) unfcr Mergnübigfter 
SRonard) ben a r m e n $ r a n f e n ju beglüden beabftcbtigte : ba§ 
er mir äujjerjr erfreulich unb berutiigenb war, liegt in ber 9ktur ber 



— 111 — 



<5ct$e. (Seit tem erflen @tral)le tiefer Hoffnung, l)at fte mid) un* 
auft>örltd? fcefcbäftfgtj fte fyat fogar einigen Aberglauben aufgeregt, 
intern id) tamit in Serbintung braute, tag mein 23eftnten wabrent 
teö galten X)ecemberö jb gut war, tag e3 lebhafte Hoffnungen n* 
regte. Xiefe Ausfielt auf iperfteüung, meinte id), erfd)eine mir, 
t a m i t icfy mid) nod) längere ßeit teö (5)Iücf eö freuen mödte, weU 
d)e£ taö tt)cure 33ilt teö ipüAftöere^rten mir gewahren wirt ! — eine 
Anftdrt, gu welcher mid) ju befennen id) fonft nid)t behaupten fann, 
ta id) eigene unt fremte Srfal)rung gleid) oft in Uebereinftim? 
mung unt im 2ßiterfprud)e mit it)r ftnte, unt ta» örgebnig meinet 
9tadtenfenö über tiefe tunfeie Materie nur i(t, tag fic eine ter u n * 
% ai) U g e n ift, weifte ftd) jeufeit^ te3 $ori)ange3 beftnten, ter un3 
fowoftl tton ten grogen ©el)eimniffen über unfere eigene Sftatur 
trennt, aU üon tenen, weld)e iie Sftatur im Allgemeinen jwtfften 
tie erften Urfadjen unt tie wahrnehmbaren (5rfd)einungeri ter Dinge 
fd)iebt. $retlift entfcfyultigtc id) ten ftft regenten Aberglauben turd) 
tie unbejtreitbare 2Ba()rbeit, tag lebhafte, erfreulifte 2Birlungen auf 
ten ®eift oter ba$ ©emütfy, ftd) turft SRüdwirfungen auf ten $ör* 
per äugern; aber warum l)aben fid) tenn tie lederen ntdjt bei mir 
erhalten ? — Dem fei inteffen wie i^m wolle ! — tl)atfäftlid) ift, 
tag ta$ 23ilt te« «ftonigä mir in fftlaflofen 9täd)ten immer sor ten 
Augen geftanten l)at, tag id) an jetem Jage gehofft fyabe, er werte 
mir eine 9Raftriftt tarüber bringen. 3ft begreife üollfommen, tag 
tie (Sorge für taö 23ol)l son Millionen, tem ^erjen te* Sftonar^ 
d)en gleid) teuren Untertanen, ten £errfder felbft beberrfftt, tag 
fte nötfyigt, tie Anortnung ter 3fteil)efolge ter jafcüofen, fid) in 
3f)m freu^enten 3utereffen tem Drange te3 Augenblidä ju über* 
laffen; id) begreife alfo ooüfommen, tag ter ^onig, wenn er aud) 
nid)t 23ot)lt^aten üergigt, tie er fpenten ro i II, roietie er gefpentet 
l) a t, tie m ir ju fpenten beabftftttgte niftt an eine kftimmte ^tit 
$u binten üermoftte. 3$ u^g <wd) gewig, tag id) auf einer 5Rine 
jkfye, weifte in jetem Augenblicfe auffliegen fann; tag a(fo Heute 
nid)t über borgen beftimmt. 3ft l)ielt tafyer für angemeffen, tie 
in mir rege geroortene Hoffnung auf ten 23 ef t |3 te3 tbeuerften ter 
S3tlter ganj in mid) ju oerfdliegen, felbft $rau unt Sodtern ntftt'J 
gu oerratben, big weitere 9taftrtftt üon ter wirlliften Annäberung 
ter Hoffnung meine ©tfterbett fo weit Krmel)ren würtc, als ten 



— 112 — 



Umftanten nacfe möglich, ifh Tie äugerfle (Scheu »or ter Serbret* 
tung »on 9tacbri&ten, teren Sßahrtyett ntcfet ter ndd>fle Augenblid 
rechtfertigen wirt, gegrüntet auf tie traurige (5rfahmng, ta§ 2üge 
unt (Entfteüung gierig folcbe Nachrichten entarten; ferner tie furcht, 
turch »oreilige Verbreitung tem Könige eine Art »on 3rcang (sit 
venia verbo) aufzuerlegen — tiefe nahe liegenten ^Betrachtungen 
fchienen mir un»erbrü&licbcS (Bcbroeigen nbtbig gu machen. Als 
aber St». Spellen} (Schreiben an #errn »cm Gegnern tie Nachricht 
olme mein 3 ut ^ un verbreitete, unt als tie 9tä§e ter (Erfüllung met? 
ner Hoffnung fid) mir setcjte, ^atte aud) ter 3 wan 9 meinet 
(Schweigens fein (Ente erreicht unt ich habe, »on tem Augenblicf an, 
in ter Vorftellung tes »irflicben 33eftjpeS teS SBilreö gefchwelgt. — 
(Sd?on am nächften Jage, ten 28. Januar, brachte ich, tte Verer* 
bungSurfunte gu Rapier, welche über tas 23üt nach meinem £ote 
»erfügt. 3$ betrachte es als allgemeines (Eigentum teS Vater* 
lanteS; wegen teS ü)m gu ©runte liegenten ©etanfenS „tem 
Traufen eine freute gu beretten" nicht allein, fontern noch; au» meV 
reren antern ®rünten. 3$ ^abc es alfo ntc^t meiner Familie 
fyinterlaffen wollen, fontern, in $olge langer unt forgfältiger 
Ueberlegung bis gum 27. Sanitär, metner Vaterftatt SO? i n t e n, 
fo ta§ tie fyöchften Militär? unt (Ei»ilbebörtett ter $>ro»ing, in Ver? 
bintung mit tem Surgemeifter ter (Statt, über Ort unt Art feiner 
Aufbewahrung taS Weitere gu beftimmen haben werten, ferner 
bin ich fchon am 28. 3^uar tfyätig geworten in ter Ausführung 
anterer, ftd) auf tie gewahrte Hoffnung Begießender $läne, welche 
mich in ten legten Monaten »ielfad) unterhalten l)aben : um taS 
33ilt teS #öcbft»eref)rten angemejjen gu empfangen, ift erforterlich, 
fca§ id) ten Ort, wo ich es aufbewahren werte, in ten heften 3uftant 
»erfetje, ten id) fyer»orgubringen »ermag. 3$ fyabe alfo über tie 
je$ige 'üJZöblirung unt Verzierung meiner beiten 3intmer ten (Stab 
gebrochen unt eine neue beftellt, fo luxuriös unt gefcbmadooH (»er* 
fleht ftd) für einen $rofeffor I) als ich fte |abe erfinden tonnen. £)ie 
Vo febriften gu ihrer Ausführung ftnt fogleid) abgegangen, unt tie 
Eröffnung ter S^iffahrt im grühjafyr wirt mir alles was ich wün* 
fche bringen. 3$ will niemant tatein, ter mich, für t^öridjt hält, 
intern id> VerfcbönerungSpläne meines Aufenthaltsortes »erfolge, 
währen» tte ©abrfcbeinlichfeit it)n b a 1 1 gu »erlaffen, überwiegent 



— 113 — 



grog Ift; aber wenn \6> fte auffdücben wollte, fo würte tie SÄUßfld^t 
auf tie Slnfunft beö iRöfttgäbifoeä mtdij beunruhigen, ftatt, »te jci. : t, 
nticb freudig über mancbca Sciren ju erbeben. ©enie§e icb ben 2lnbltcf 
biefec 53i(be3 aud> nur einen Sag, (o werbe icb burcb einen gwar 
fcbmalen aber frönen ©rennend) »Ott tiefem Seben in jene* überge* 
^cn !— 9tocb eine »iß icb binuifcHcn, ebc icb aufhöre Gm. Srjeüenj mit 
ter Darlegung ber folgen $u langweilen, Die fttt) an tie unfd)ä|bai er* 
wartete ©abe beo Sttterljöctyjien #errn gefnüprt fyaben. £err Rangier 
üon Gegnern tat $rofeffor ©imfon beauftragt, mir feinen SButtfd) 
gu äujjern, baj; td) »cranialen möge, ba§ eine ^aebriebt, baä 23tlb 6e* 
treffent, in ten öffentlichen blättern erfahrne. 3& ^«bc midj aber 
bagegen erflart, gum Sbetl au3 oben angeführten ©i unten; gum 
2 beil aueb, weit eine folcfye 5^acbricbt ftc^er noeb geeigneter fein wirt, 
wenn fte nacb tem Smpfange te* fBUced fommt. Sollte icb rtad) 
tiefem (Smpfange niebt meb.r febreiben fönnen, fo wei§ Sunfon, wa* 
tie 9}ad)rtcbt meinem Sßunfcbe gemä§ enthalten foü. 

SRöcttc td? tod) tie fd^öne Srfcbcinung einmal fefyen fönnen, 
weltfe ter SBtela^'cbe dornet jefct entwidelt fyat ! — ipier bat 2£ttt> 
mann am IL 3anuar nichts ta»on bemerft, »ießeiebt ober Wa^r* 
fcbeinlicb ter tamaltgen geringen §eitcrfeit te* fyimmtU wegen; 
aber am 15. fa§ er beite ^ometenföpfe teutlicb. Sr befeforieb mir, 
£ag* tarauf ba* ©efebene müntlicb; aber id) erlangte baburdj 
feine reebte ^orfteüung taöon, fontern meinte , fca| ta?, toa$ er et* 
nen gweiten ^ometenfopf nannte, eine ^ebelanbaufung fei, wie 
aueb antere Kometen fte, in größerer oter fleinerer (Entfernung »on 
bem eigentlicben klopfe, fdwn gezeigt batten. 3* forderte ibn auf, 
bei tem näd'jten SMeteifeben ter Grfcbcinung, eine möglicbjt treue 
3eicbnung yx entwerfen, unt mir tiefe mitnttbeilen. — T>er 3u|tonb 
beo Rimmels unt ber oft nietere ©taut bed Kometen verzögerten 
3cicbnung unt SDtejfungen biö gum 26. 3ünu<tt* ®*eit biefer 
Seit ift nun ter zweite $opf be3 Kometen fo aufmerffam aU mög* 
lid) »erfolgt Worten, <Dte bieftgen SBabrnehmungen tejfclbcn (inb ( 
unter ten bis jejjt befannt geworbenen, tie frübeften ; ta man aller* 
orten aufmerffam tarauf geworben ift unt g e m e f f e n bat, fo wirt, 
ber 3abreögeit gum $ro|3e, eine feböne hoffentlich gu Folgerungen 
bered>tigenbe, SFlei^e »on ^Beobachtungen befannt werten. — So tote 
bie Sache ftd) bte fe^t entwidelt fyat, glaube id), tarin wieber ein 

1 



— 114 — 



Hervortreten von ^polarfräften erfennen gu müffen. £er weitere 
Serlauf roirt aber root)l gu m e 1} r als oberflächlicher 2lnfirtt 6e* 
reebtigen. — 

£ie Scobad)tungcn tc4 neuen planeren tonnen f)ier, fcurd) taS 
tagu gang unübertreffliche, Heliometer, fo au^gegeiebnet betrieben roer^ 
fcen, tajj ibre ©enauigfeit tie ter beften 9Jieritianbeobb. roeit über^ 
trifft, freilid) aber nur gang gu -fluten gelangt, roenn tie Sergleis 
ebungefterne ehrt fo genau beftimmt fmt. 2luf tiefe Seftimmung 
roirt alfo tyter tie $raft ter äRertotatt&eofcfc. verroantt, um ten $la* 
neten felbft befümmert Xoctor Sufd), auf meinen Starb;, jtdj nid^t. 
2lud) (Ende unt @d)uma<$er r)abe td) erfud)t, gur Seftimmung ter 
(Sterne beizutragen. Ter elftere bat von t)ter fd>on eine bleibe vors 
trefflicher Seobb., gur ©runtlage feiner Sabnbcfttmmung, erhalten, 
unt roirt in tiefen Sagen aud) i^re ^ortfetwng empfangen. (Ein 
großes ©lud ift e3, ta§ id) meine roeitlauftgcn Unterfudmngen über 
tie genaue Sftetuction ter Scobb. mit meinem Heliometer, in Drts 
nung gebraebt, unt in tem erften Saute meiner 2tftr, Unterf. befannt 
gemadrt babe. Dbne tiefes roürte Söicbmann, Bei meiner jetzigen 
Unbrau&barf ett, nichts genau retuciren fönnen, urtt tatureb tas 
3ntereffe ter $Ianetenbeobb. verlieren, reelcbeo nur roatyrent ter erften 
geriete ter ^Beobachtungen vorbanten ift, alfo nur bei fofortiger 23es 
reebnung ter Seobb. —3* ^offe, ta§ (Ende's Sftedntungen turd) tiefe 
©runtlage eine @t&crl)ctt erbaltert roerten, roel$e fid\ bei ter 2£ies 
tererf&eimmg teö Planeten bis auf roenige (Secunten beroat)ren roirt ! 

(Entließ gum <Sct)luiJe ! 

Serei)rungsvoü, bis an mein (Ente ! 

(Ero. (Ergelleng geb>orfamfter 

55. 2B- Seffel. 
(2lnmerfung von Humboltt. Der vorlebte Srief, ten 
id) von tem großen unt eteln Spanne erhielt.) 

112. 

Sictor Hugo an ip u m fe o I b t. 

20. mars 1845. 

Vous avez bien voulu, Monsieur le baron, et illustre con- 
frere, me promettre que vous aeeepteriez de ma main Notre- 



— 115 — 



Dame de Paris, et etre assez bon pour vous charger de Poffrir 
en mon nom ä votre anguste roi, pour lequel vous connaissez 
ma Sympathie et mon admiration. Je joins ä Notre-Dame de 
Paris mon discours si serieux ä l'academie. Je serais heurcux 
que vous eussiez quelque plaisir ä accueillir cette marque de 
ma haute et profoude consideration. 

Le votre Victor Hugo. 



113, 

griebrtcr; 9tüdert an £umBo!bt. 

Berlin, Stfärä 1846. 

@uer Sr^ettena 

tyatte tdj baö Ungtüd groeimal ju oerfetjlen, ba td) fam, 3^nen meinen 
Dan! für 3^e groge $reunbItcB;feit unb ©üte, unb ängletdj ein Ber^ 
lidjc« SeBerooB;! für tiefen (Sommer gu fagen, ba id) morgen meiner 
Sanbeinfamfeit zueile. (Stott gebe 3^nen red)t ttiele gute Stunben 
gur glütfltd)en VoÜenbung %ftxt$ großen 2Berfe$, baä mir gegenroär? 
tig me^r am §erjcn liegt, ate irgenb ein eigenes. £ enn es ifl bas 
Styrenmaat £eutfd)lanbs, feine Vertretung ttor Suropa, unb tdj Bin 
als DeutfcBer ftolj barauf, bajj Sie^s nicfyt franjöpfcb gefctyricBen 
tyaBen. 3$ roottte Sie aud) um bie Srtaufcmjj Bitten, 3^)nen meinen 
älteften Sofm, ber ben $rtoatbocenten in 3ena macBt, oorjuftetten. 
nun mag er fcIBft fein ®lüd Bei 3*)nen mit biefer SSricfBejlcÄung tter^ 
fu#en. Sd)Ue§ttd) Bitte id) Sie, mid) Bei 3$reti SDiajejräten, bie td) 
tiefen hinter nid)t f)aBe fe^en follen, mit S^rcr $ürfpracbe $u oer^ 
treten; möd)te es mir nod) oergönnt fein etroaö %l)vt$ unb %fyrt$ 
^Beifalls SBürbigeS $u Iciften; aBer möcBten (Sie ftdj bod) audj üBer^ 
zeugen, ba§ meine Sad)e nidjt baö Auftreten oor einem SRcfitcn^ 
puBlifum, fonbern bas einfame Silben in ber Stifte beö CanbleBenS 
ift, rool)in id) Jejjt ban!Bar für bie l)od)fte ©nabe Seiner fflaffiat, 
unb mit rcinfter Verehrung für Sic micB; jurü^ie^en barf. 

Sfrüdert. 



— 116 — 



114. 

5lte%*anter Wl ö n 3 n i an § u m fr 1 t> 1 

Milan, 6. decembre 1844. 

Monsieur le Baron, 
Je n'avais pas hesite a exprirner ma confiance dans une 
auguste et parfaite bonte ; mais, au lieu d'une juste confiance, 
c^eut ete de ma part une presomption impardonnable, que 
d^oser prevoir sous quelle forme ingenieuseinent aimable cette 
bonte daignerait se manifester. «Tai donc acquis une seconde 
fois le droit precieux (ou me ferait presque que c'est un devoir 
sacre) de prier Totre Excellence de mettre aux pieds de votre 
noble Roi rimmble tribut d'une reconnaissan.ee, devenue, s'il est 
possible, plus vive et plus profonde. Et, dusse-je paraitre indis- 
cret, je ne puis renoncer a saisir cette occasion de renouveler 
le respectueux hommage des voeux que, comme habitant de ce 
monde, et, a ce titre, nihil humani a me alienum putans, j'a- 
vais, depuis longtemps dans mon coeur. Cet hommage cesserait 
d'etre pur, et perdrait aiusi son unique prix, s'il entrainait le 
plus leger sacrifice de ma conscience catholique, c^est ä dire, 
de ce qui est Paine de ma conscience. Mais, grace ä Dieu, il 
n'en est pas amsi ; car, parmis les caracteres et les signes de 
la haute destinee, que je salue de loin, avec une joie respec- 
tueuse, il m'est donne d'admirer et d'aimer developpement 
de Poeuvre la plus excellente de la justice, qui est la liberte 
du bien. 

Mon admiration pour vous, Monsieur le Baron, quand 
meine eile ne se contenterait pas d'etre le simple echo d^une 
si grande renomm^e, ne doit pas tous surprenclre ; car, si 
comme j'entends toujours dire, il n'y a pas de savant qui n^it 
quelque chose ä apprendre de vous, il est peu d'ignorants ä 
qui vous n\iyez appris quelque chose. A ce propos, et au ris- 
que d'abuser de votre indulgence, je ne puis vous taire mon es- 
perance d'avoir un souvenir de Humboldt, Souvenirs moins 
precieux sans doute que ceux que je dois ä sa bienveillance, 
mais qui aura aussi son prix. Mon concitoyen, le Comte Alex- 
andre Lito Modignani, dans un voyage, qu'il a fait, guide sur- 



- in — 



tout par vous, dans PAmörique meridionale, a 6t6 chercher, 
sur Ia montagne de Quindia, les magnifiques Cdroxylons ä Pe- 
poque de la maturite des fruits, cn a fait abuttre un, et a bien 
voulu, a son retour, me faire part des semences qifil en avait 
recucillies. Mises en terre le printemps passd, aueune n'a en- 
core levd ; mais les ayant visitees dernierement, je les ai trou- 
vees toutes saines, et il y en avait deux oü l'on voyait un leger 
renflement a la base. Je serais heureux, et meme un peu fier 
de posseder quelque individu, et, assez rare, je crois, du peuple 
ancien et nouveau, que vous avez conquis a la science. 

C'est avec le plus profond respect, et permettez-moi d'ajou- 
ter, avec cette affection qu'on eprouve toujours pour un grand 
homme, et qu'on souhaite tant de lui exprimer, que j'ai l'hon- 
neur d'etre de Yotre Excellence le tres humble et tres obeis- 
sant serviteur 

Alexandre Manzoni. 



(21 n m e r f u n g öon £ u m f> o 1 1> t. 2In JpumBotDt Bei 
Gelegenheit ter Steigerung fcie $rtet>en3claffe be$ Örfcenä pour le 
merite anjunel)men. 3$ l)atte tf)m fcfyreifcen muffen, feine $reif>eit 
behalte er in »ollem 9fta£ e, er folle fcas «ftreuj nie tragen, aber ein fo 
groger unt) fdjöncr Plante muffe auf fcer Siße Der bitter öerMei&en.) 



115. 

X^itxä an §umBoUt 

Paris, aout 1845. 

Monsieur ! 

Je prends la liberte de vous adresser un jeune francais, 
plein de talent, de connaissances et de curiosite. II veut con- 
naitre rAllemagne, et Berlin en particulier. Je n'ai pas cru 
pouvoir Padresser mieux qu^au savant illustre qui fait les hon- 
neurs de Berlin aux etrangers. Permettez-moi de vous le re- 
commander d^une maniere toute speciale. Mr. Thomas est 
mon ami particulier, et l'ami de tous vos amis de Paris. Veuil- 
lez agreer d'avance tous mes remereiments pour Pacceuil que 



— 118 — 



t 



vous voudrez bien lui faire, et recevoir l'assurance de mon 
attachement et de ma haute consideration. 

A. Thiers. 



116. 

Die gürjHn son Sanino, Sucian SBonaparte'ö 
Söittwe an £umBott>t. 

Paris, mai 1845. 
Je yous adresse, Monsieur le Baron, un exemplaire de ma 
refutation a Mr. Thiers, au sujet des paragraphes attentatoires 
de cet histoirien a la memoire de mon mari. L ? estime que 
vous lui portiez, ainsi que votre eher frere et votre estimable 
belle-soeur pour moi tous les deux de douce et noble memoire, 
me fait esperer que vous recevrez avec interet ce temoignage 
de tous les sentiments que je professe pour vous, Monsieur le 
Baron et dans les quels je vous prie de me croire votre affec- 
tionnee La Princesse de Canino, 

veuve Bonaparte Lucien. 



in. 

§er$o gin Helene von Drt ean$ an ipumhlbt. 

X u t T c r t e n, beu 12 gefcruar, 1845. 
SRtdjt langer tritt idj ba3 anvertraute ®ut Betr<at)ren, n?etcfye$ mir 
reiben ©enuj} »erf&ajfte. Smpfangen (Sie für tiefe SDHttkitung 
nod)mate ben aufrtd)ttg(ten Dan! nnb laffen (Sie miÄ Wen, *» 
gern neuen (Stoff fceö Dantes au ftnben. (Sie fet)en, ber Sgotömuö 
^errfdjt f>ei mir auf eine un$eqetf)Ud)e Sßcifc »or. 

©»♦ (Stettens affectionirte 

Helene* 



— 119 — 



118» 

■& er^ogin geleite öon Orleans an JpumBoHt. 

WtuiUy, 12 2M, 1845. 

öm. Spellens 

Hüffen eö ftd) fd)on gefallen la([en oft tton mir in 21nfprud) ge* 
nommen $u merben — heute ift eö arer eine gro§e 3umuthung, 
meldte mich gn 3hnen fü^rt — id) rcünfche nämlich mir unb meinen 
Detter übn Sßeimar bte $reube unb ^Belehrung in 3h rcr ©efellfchaft 
23erfaille$ $u befugen — nnfer $lan ift tiefe $af)rt am Donnerstag 
gn machen — ben Sloenb labet ber Äönig (Sie $u einem £tner nnb 
Theater in Srianon ein — tyafcen Sie nnn ben 9fluth mit unö bie 
öeränterte Pilgerfahrt pi unternehmen, fo Bitte ich Sro. Srgellenj am 
Xonneretag um halb gn>ölf Uhr ^ier in ^teuitty gn fein, um unö in 
unfrer SBanberfchaft $u Begleiten. (Sollten feboch anberwetttge 33e^ 
fcfyäftigungen Sie luxüdfyaitm, \o Htte ich (Sie um ein offenes 
23 e f e n n t n i f. Smpfangen (Stettens ben Sluöbrucf meiner 
aufrichtigen Hochachtung. 

Helene* 



119* 

Herzogin Helene öon Orleans an HumBolbt. 

(Sinter 1845.) 

3ch fytöt in Srianon nidtf mehr bie ©enugthuung gehabt, (Em. 
@r$cllen$ mein Sekwo^l gu fagen unb %l)n?n meinen Taut für 3$* 
herrlife Söerf $u nüeberholen ; laffen (Sic eö mid) jejpt noch fdjtlffe 5 
lieh thun, intern ich 3hnen bie ^dkn für meine geliebte (Souftne 
f.mte, unb empfangen Sie nochmals ben SluSbrud bcS innigften 2ßun^ 
fd)eS, £n>. Stettens nach h* r 3 er Stift auf frangöjif^em 23oben lieber 
ju Begrüben. 

$lit aufrid)tig(ier Hochad)tung S». Stettens affectionirte 

Helene. 



— 120 — 



120. 

£> u m b o I f t an $arnbagen. 

«Potöbam, ben 22. 2tyrtl 1846. 
&$ ift mir eine große 23erubigung geroefen »or 3fenen bahn 
lefen ;u türfen, itttb roenn id> aud in fem fo lebhaften ate liebend 
fourfcigen -JUic-trucfc 3&ee$ Sobeä febr fiel fem 3ött0ffü^I juf&reiben 
muf, mit fem man gern einem ©reife ^reufe geroäbrt, fo bleibt mir 
fcod) eine große 53efriefigung im 3nnern &eä ©cmütbeö übrig. 5Die 
£auptfacbe nacb tcr icb ftrebe ift fie fer «ftompofition, taö 23 e b; err? 
fefeen großer mit Sorgfalt unf genauer Sacbfenntniß jufammenge* 
triebener %fl a ff en. Tie 23enufcung unferer berrtieben, febmiegfamen, 
fyarmonifeben, farfteüenfen Spracbe ift erft ein fefuntaireä Streben. 
3cb roerte gewiß (Megcnbett ftnfen3bren trefflichen 5Rat^ ju benutzen 
für glemming unf SftaD. te Sesigne. 2fucb fen etroaö fdjroülftigen 
Scncca (Qaaest. natur.) babe tdj mitgenommen um ibn ju furd- 
fu&en. 

Nun fomme id} erft ju bem iefer 3eilen. Ter ^onig 

fagte mir geftern 2ibcnf beim Srtlarengeben: „Saften Sie foeb fer 
Settina »ijfen, faß fte wegen fer £auptperfon*) ftcb febr beruhigen 
fann. ift nie faran gefaebt toorfen, ibn Den Stuften ausliefern." 
3 d\ „Sie foüten e» ifyr bod) felbft aueb febreiben." (Sr. „3**, faö 
hoffe ich aud) $u tbun." (Er mar Dabei fefyr freunflid) für 23ettinem 

Wit alter 3Ui$angU<fcfeit 3^r 

£umbolft. 

^tttrooch* 

2öie traurig ift tiefes aebte Attentat ! Sonberbar, baß man fo 
feiten auf tie SDcinijler febießt unf auf f ie ^abineterätbe ! dergleichen 
Gegebenheiten ftnf um fo unheimlicher, aU ifyr rra^rfcbeinlicbeö ober 
unroabrf&cinlicbe* Sßiefcrfebren faMcdjtercingö außer fem ^Bereich fes 
Sftaifonnemente liegt. — 

*) aKteroflatoSfi. 



— 121 — 



121. 

£>nmftolfct an Sarnfyagen. 

^otsbam, bell 18. Wa\ 1846. 
3d) fcfcicfe 3lmen, tkurer $reunfc, für 3$w (Sammlung einen 
fcbv metlttJÜrttgen SBrief eon gürji Sftetternicb, tcr fyalfc tfceologifd) 
enbigt, »oll ©eijt unt> Sdwung ter SHete ein föenia, $urcf)t öor rem 
$antfteiemu3 am Snte i>eö 33riefe$. 
3Jlit alter greunbfdjaft 3fyr 

21. £umfrofot* 



122. 

2ftetternid)att£um&oIfct. • 

Vienne, ce 10. mai 1846. 

Mon eher Baron ! 

Yous trouvez ci-joint mon vote* *) Je le donne en con- 
science et vous absous de crime de Pintrigue electorale qui 
court le monde. — Le Roi et son Chanceliier sont des ap- 
preciateurs integres du merite scientifique et je sais marquer 
la place qui m'appartieut dans les avenues de la science et qui 
ä mon vif regret est loin du sanetuaire! 

Ce que je viens de vous dire, mon eher Baron, n^est ni de 
la forfanterie ni un exces de modestie ; c'est tout bonnement 
l'histoirc de ma vie. Yous ne le conuaissez pas, cette histoire, 
et je vais vous la conter en peu de mots. 

J'ai dans Page oü la vie prend une direction, eprouvee un 
penchant que je me permettrais de qualifier dMrresistible pour 
les sciences exaetes et naturelles et un degout que j^ppellerais 
absolu pour la vie d'affaires proprement dites, si je n^vais 
vaineu mon degout irresiste ä mon penchant. (Test le sort 
qui dispose des hommes et leurs qualites comme leurs defauts 
decident de leurs carrieres. Le sort ufa eloigne de ce que j'au- 
rais voulu, et il nPa engage dans la voie que je u'ai poiiit choi- 

*) 21 n m e v f u n g o o n £ u m fc o 1 b t. Le priuee a vote pour Mr. 
Hermanu de Leipzig. 



— 122 — 



sie. Une fois lance, je me suis soumis sans perdre de vue ce vers 
quoi porterent mes inclinations et il nPest resulte", que ce que 
peusse desire pouvoir regarder comme le but de ma vie iutel- 
lectuelle, n^en est devenu que le soulagement. Le Roi nPa 
imprime la marque d'un savant. Je sais ä quoi m'en tenir ä 
cet egard. S'il s'agit du coeur, le Roi ne s'est point mepris. 

Ce que vous me dites de la prochaine apparition du second 
volume du Cosmos, m'en fait atteudre l'etude avec un vif desir; 
one ne vous lit pas, ou vous etudie, et la place d^n dcolier 
me va en plein. Personne n^est plus appelle que je le suis, ä 
rendre justice ä votre remarque relative ä Pinfluence que le 
christianisme a exercee sur les sciences naturelles *), comme 
sur Phumanite entiere et des lors sur toutes les sciences, car 
cette remarque s'est depuis longtemps fait jour en moi. Elle 
est d'une complete justesse et sa cause generatrice et simple 
comme le sont toutes les verites, Celles appergues comme Celles 
inappergues, circonstances qui ne changent rien ä l'essence 
d^une verite. Le faux mene au faux, comme le vrai conduit 
au vrai. Aussi longtemps que Pesprit s^est maintenu dans le 
faux, dans la sphere la plus elevee que Pesprit de l'homme 
puisse atteindre, les consequences de ce triste etat, ont du rea- 
gir dans toutes les directions morales, intellectuelles et sociales 
et apposer ä leur developpement dans la droite voie, un obstacle 
iusurmontable. La bonne nouvelle une fois annoncee, la posi- 
tion a du changer. Ce n'est pas en divinisant les effets, que 
ceux-ci ont pu etre suivis dans les voies de la verite ; leur re- 
cherche est restee circonscrite dans la speculation abstraite des 
philosophes et dans la verve des poetes. La cause une fois mise 
ä couvert, les coeurs se sont mis en repos et les esprits se sont 
ouverts. Ceux-ci sont longtemps encorc restes enveloppes dans 
les brouillards de la sceptique pa'ienne quand enfin la philoso- 
phie scolastique a ete debordee par la science experimentale. 
Trouvez-vous mon raisonnement juste ? Si vous le trouvez, je 
ne suis pas en doute que vous ne partagiez ma crainte, que les 

*) % nm erf ung »on JpumBoIbt, J'avais dit sur la vivacite 
du sentiment de la nature ; j'avais compare St, Basile ä Bernardin de 
St. Pierre. A. Ht. 



— 123 — 



progres scientifiques vdritables, courent le risque d'etre arretes 
par des esprits trop ambitieux, qui veulent remonter des effets 
ä la cause, et qui trouvaut la route coupee par les limites in- 
franchissables que Dieu a posees a riutelligence humaine, ne 
pouvant avancer, se replient sur eux-memes et retournent a la 
stupidite du paganisme en cherchant la cause dans les effets ! 

Le monde, mon eher Baron, est fort dangereusernent place. 
Le corps social est en ferrnentation ; vous me rendriez un bien 
grand Service, si vous pouviez nfapprendre de quelle espece 
est cette ferrnentation, si eile est spiritueuse, acide ou putride ? 
J'ai bien peur que le verdict ne tourne vers la derniere de ces 
especes et ce n^est pas moi qui pourrais vous apprendre que 
ces produits ne sont guere utiles. 

Yeuillez recevoir les remereiments des miens pour votre 
aimable souvenir et Tassurance de ma vieille amitie. 

Metternich. 



123» 

£umfcoIbt an $arn|agcn. 

23 erlitt, ben 30. 3K« 1846. 
SStetfeidJt, mein teurer ^reunb, ift e$ ^nm nidjt unintereflant, 
ba$ ®efctd)t be$ Kronprinzen $on 23aiern felfrft gu freien. Xie 
(Sprache tfi meniger tyxfo, aU bie 2Öal$atla*@prad)e, unb einige 
(Stetten (inb recfyt gefiU)löolf, roenn au& ntc^t öon ötelem poetif#en 
<SdjttMtta.e* 

3*>r 

i> t Jpumfcolbt 

©onnafcenb. 



124. 

$umf>olbt an SBarntyagen. 

^otsbam, ben 14. Sfoöemfcer 1846. 
SBelcbe glan^olle 2lufnafyme, mein teurer brennt* , |at rer fünfte 
23anb meines iBruberä frei 3&nen gefunden ! $er$eif)Ctt Sie nur, bajj 
in ber argen ©efd)äfttgfett ter legten £agc auf tem falten „tjiftorifdien 
£ügel" td) 3^nen nidjt empfeWenbe SBorte ba3U gearteten, 5fn# 



— 124 — 



ich befrage bie Sluelaffungen, auf tie @ie mich fo freunblidj aufmerf* 
(am mortem 3$ tenfe, taj? man im folgenten 23ante nachliefern 
fönne ! 9Jcan fyatte tie ©riefe geglaubt fo bruden $u müffen, aU mein 
Brüter fie gur Verausgabe praparirt hatte unb wie fte gum jtauf an* 
geboten murren. 3$ glaube, ta§ man bei fetner Nation ein ahn? 
liebeä cjanj ter 3teenbcreid>eruncj gennbmeteä Sehen aufftnten wirt. 
2ßie unenblid) erfreut micfj Tie nabe Hoffnung, von 3^) rer £ an t toie^ 
ter ein Sjfteijnrwerl fdwf aufgefaßter, lebentiger unt tabei jarter 
Xarftetlungcn gefeüigcr unt tipIomatifaVr Serbäitniffe erwarten ju 
türfen ! 9JUt unverbrüchlicher 2lnl)änglid)feit 3§r banfbarer 

Vumboltt. 

Sßenn e3 von einem l)iftorifd) großen Monarchen ni$t ganj weife 
gewefen iji bei ten 3üuftonen ter S5erfaitter 2Itmofphare ter Sentation 
nicht witerftanten ju haben, tem 23arriraten*2lntenfen ein (Schaufpiel 
ä la Louis XIY. fontraftirent gegenüber gu ftetten, viel tem 9lad>* 
folger ju crfdbweren um febr Unftchere^ ^u erlangen, fo ift $afmer|ron 1 3 
unt ter 2libert^3S ctorta 33enebmcn toeb aud> röfyifd) ungeftttet. 3"- 
bejj grünten tie nüchternen 2Ing(o-2imerifaner ein wejttid)e3, Gbina^ 
Jpantel bebrofyenbeä 5Öeltreid). 

9ftein OJi amiffript „über tie Webereien ter 2Uten" (£>. 106 unb 
113 fdjeint au* in ffitolfä Nachlaß verloren gegangen $u fein, Tie 
Sßirfuncj ter gciftlidjen Sftujif, befonberS ©♦ 323 enthält viel fcfym 
8lu$gebrüefte3* 



2lu3 bem Saöre 1846 finten wir fofgenbe 2lnmerfung in $am^ 
fyagen'ö Sägeblättern: „ s 3ftan fprach über tie gäbigfeiten eineö ter 
jungem **fd)en grinsen, unt meinte, fte feien gering* £>umboltt 
nutcri'pradn „Daö muß ich beftreiten, fagte er, ter junge ^rittj bat 
füqlici mit mir gcfpro&en, er traf mich wartent im 3intmer feiner 
Sttutter unt fragte: ,,„2Bet ftnt (Sie?"" 3 3* heiße £>umbo(tt. 
— „„Unt »a$ ftnt Sie?"" 3 <h. 3* bin Äantmcrberr ©einer 
3ftaje|iat be$ Königs. „„Leiter nidjtö brad) ter 9>rina furg ab 
unt wentete ftd) weiter; bad 3eugt bod) unläugbar von SScrftanb." 



— 125 — 



125. 

$>umbolbt an ^arn^agen. 

SB er I in, ben 28 ftofctmkr , 1846. 
3$ antwortete 3t)nen tyeute ni&t, mein ebfer greunfc, über ben 
|errlidjett Sanb 3^ Cenfwürtigfeiten, 2ßie 3fynen and) aUeö ge* 
lingt ! Jpeute empfehle td) 3bmen einen geiftrcid)en ^rangofcn £>errn 
©afaöft, Der £eutfd)lanb Keffer alö mir fennt, SSerfaffcr eines Slufc 
fajjeä über 21. 20. ©Riegel. Sr bleibt nur wenige Sage. Seilten 
(Sie bas ^utograpt) »on Sarante.*) 

21. jpumWbt. 

(SonnaBenb* 



126. 

£umboIbt an Sarnfyagen. 

23 e x l i n, ben 6 2)esem£er, 1846. 
(Sie fef>en öiet(eid)t erft fpat, mein teurer ^reunb, bie "cinq 
jours de Berlin," in benen idj als ein jiemlid^er anmutiger 
(Sdnvajjer tton ben Wertem (benn biefe werben rebenb eingeführt) 
moralifd) aber nidjt gang freunbltd) befyanbelt werbe. 2£enn meinen 
Sieben alle consistance fefylt, fo fürcfcte für bie 2)auerl)afttgfeit 
bes SöeltgcfcaubeS, Kosmos. ©ewi§ fcat <S i e iperr Karriere am 
6t e n $age fccfucfyt, unb (Sie fyaben i()m bas alles eingeflößt, lieber 
Greußens 9Me unb M. de Kanitz enthält bas Slatt föftftdje £inge, 
Cracoviana. 

$ür 3^rc 5lutogrartenfamm(ung fände id) 3fynen einen mid) lo^ 
benben 35rief t>on Eignet unb einen son mir 1801 aus bem in ? 
bifd)en (Sartfyagena gefc^ricbcucn ©rief, ein Sßenbepunft 
meinet Sebent, an Citoyen Saubin, ber mit bem Perron bie SRcifc 
um bie Seit machte, gu einer ßeit öon mir gefd)rieben, wo in Snropa 
wakfd)etnUd) ftd? niemanb mel)r Citoyen nannte. Saubin war, 
ftatt um bas $ap £om gu jcfn'ffen unb mid) in £ima abgubolen, um 
bas Cap de bonne esperance nad) ^uftraUen gegangen. 
9Jtit alter $reunbfd)aft 3^r 

2(. ö. JpumMtt. 

(Sonntag. 

*) SBoburd; SBarcmte Jperrn ©atuSti an §mnfcolbt empfiehl. 



— 126 — 



3$ lege Sonett einen frönen 33ricf meinet Imberg an Horner 
mit Bei, fcer im 6ten 33anfce erfcfyeinen ttirb. Sie muffen mir tiefe 
^bfcfynft nüeberfcfyicfen* 



12t. 

Eignet an §umf>oUh 

Paris, 1. jouillet 1846. 

Monsieur le Baron et tres illustre confrere. Yous n'aurez 
pas la peine ä croire combien j'ai etd heureux et fiattä cTap- 
prendre que le volume sur Antonio Perez et Philippe II vous 
avait interesse et avait obtenu une approbation aussi elevee 
que celle de votre Roi. Le suffrage d'un Prince qui joint tant 
d'esprit ä tant de savoir et qui est un des juges Htteraires les 
plus ingenieux et les plus sürs, ne pouvait qu'etre du plus haut 
prix pour moi. Afin que le livre qui a dte honore de cet auguste 
suffrage en soit plus digne, me serait il permis de yous prier, 
Monsieur et tres illustre confrere, de Poffrir ä votre souverain, 
sous la forme nouvelle, ä la fois plus complete et plus achevee, 
que je viens de lui donner ! C'est un respectueux hommage que 
le Roi de Prusse a eBcourage par Pexpression de son indul- 
gente satisfaction et auquel vos bontes pour rnoi, menageront, 
j'en suis sur, un accueil favorable. 

Je prends la liberte de vous adresser aussi, pour votre 
bibliotheque, un exemplaire de cette nouvelle edition. Des 
documents inattendus et fort curieux dont j'ai pu faire usage 
pour exposer, dans toute leur verite, les projets de Don Juan 
d'Autriche, le meurtre d^Escovedo et la disgräce de Perez, 
rendetit Pedition precedente imparfaite. 

Mais j"*ai bäte de vous parier du premier volume du ios- 
mos, qui m'a ete remis de votre part, et oü vous avez si ad- 
mirablement montre, pour me servir d'une de vos belles ex- 
pressions, "Pordre dans Punivers et la magnificence dans Por- 
dre." Je Pai lu avec le plaisir le plus vu et le plus profitable. 
(Test une exposition, pleine d^nchainemeut et de grandeur, 
des phenomeues et des loix de Punivers, depuis ces lontaiues 
nebuleuses d'oü la lumiere n 1 arrive ä nous qu'apres deux mil- 



— 127 — 



lions d'annees jusqu'aux revolutions qui ont preside ä l'organi- 
sation actuelle de notre plane te et ont permis a Phomme de 
paraitre, de vivre et de dominer ä sa surface. Pour tracer cet 
immense tableau dans la feconde variete et sa majestueuse har- 
monie, il fallait, comme vous, possdder fortement toutes les 
sciences, avoir vu la nature sous ses aspects les plus divers et 
Paimer profondemenb, unir enfin une imagination poetique ä 
une intelligence sure et vaste. Achevez vite ce bei ouvrage 
pour votre gloire et notre instruction, et agreez, tres eher et 
tres illustre confrere, Pexpression de mes remereiments, de mon 
admiration et de mon affectueux devouement. 

Mignet. 

128* 

§umB olb t an SBaubtn* 
Carthagene des Indes, le 12, avril 1801. 
Citoyen, 

Lorsque je vous embrassais la derniere fois rue Helvetius ä 
Paris, et que je comptais partir pour PAfrique et les grandes 
Indes, il ne me restait qu'un faible espoir de vous revoir et de 
naviguer sous vos ordres. Yous etes instruit saus doute par 
nos communs amis les C. C. J ussieu, Desfontaines . . . combien 
mon voyage s^est change, comment les Barbaresques m'ont em- 
peche de partir pour PEgypte, comment le Roi d^spagne m'a 
aecorde la permission de parcourir ces vastes domaines en 
Amerique et en Asie, d'y ramasser tous les objets qui peuvent 
etre utiles aux sciences... Independant et toujours ä mes propres 
frais, mon ami Bonpland et moi avons parcouru depuis deux 
ans les pays situe's entre la cöte, P Orinoko, le Casiquian, le Rio 
Negro et l'Amazone. Notre sante a resiste aux dangers 
enormes que presentent les rivieres. Au milieu de ces bois 
nous avons parle de vous, de nos visites inutiles chez le C. 
Frangois de Neufchateau, de nos espoirs trompes. Sur le point 
de partir depuis la Havane pour le Mexique et les Isles Philip- 
pines, il nous est parvenu la nouvelle comment votre constance 



— 128 — 



a scu enfin vaincre toutes les difficultes. Nous avons fait des 
combinaisons, nous sommes surs que vous relaches a Valpa- 
raiso, a Lima, Guayaquil. Nous avons change ä l'instant nos 
plans et malgre la force des brises impötueuses de eette cöte, 
nous sommes partis sur un petit Pilotboot pour vous chercher 
dans la Mer du Sud, pour voir si revenant sur nos anciens pro- 
jets, nous puissions reunir nos travaux aux votres, si nous pou- 
vions parcourir avec vous la Mer du Sud . . . Un malheureux 
passage de 21 jours depuis la Havane ä Carthagene nous a 
empeches de prendre la route de Panama et Guayaquil. Nous 
craignons que la brise ne souffle plus dans la mer du Sud et 
nous entreprenons de poursuivre la route de terre par le Rio de 
la Magdalena, S. Fe, Popajan, Quito . . . 

J'espere que nous serons au mois de juin ou commencement 
de juillet ä la ville de Quito oü j'attendrai la nouvelle de votre 
arrivee ä Lima. Ayez la gräce de m'y ecrire deux mots sous 
Padresse espagnole al Sr. Baron de Humboldt Quito, casa del 
Sr. Governador Bn. de Caroudelet. Mon plan est au cas que 
je n^entende rien de vous, mon respectable ami, de visiter le 
Chimboraco, Losca. . . jusqu'au novembre 1801 et descendre en 
decembre ou janvier 1802 avec mes instrumens ä Lima. 

Vous verrez par cette narration, mon respectable ami, que 
le climat des Tropiques ne m'a pas rendu phlegmatique, que je 
ne connais pas de sacrifices lorsqu'il s'agit de suivre des plans 
utiles et hardis. Je vous ai parle avec franchise; je sais que 
je vous demande plus que je vous offre, je ne puis croire meine 
que des circonstances particulieres pourraient vous empecher 
de nous reeevoir ä votre bord. . . En ce cas cette lettre pourrait 
vous embarrasser, eile vous embarasserait d'autant plus que 
vous nous honorez de votre amitie\ J'ose vous prier de me 
parier franchement, je me rejouirai toujours d'avoir eu le plai- 
sir de vous voir et je ne me plaindrai jamais des evenements 
qui nous gouvernent malgre nous. C'est par cette franchise 
que vous me donnerez le signe le plus precieux de vos bontes 
pour moi. Je continuerais alors ma propre expedition depuis 
Lima ä Acapulco, Mexico, aux Philippines, Surate, Bassora, 
la Palestiue — Marseille. Mais j'aimc mieux croire que je 



puisse etre des votres. Le C. Bonpland vous presente ses re- 
spects. Salut et amitie inviolable. 

Alexandre Humboldt-. 

(Spätere ^nmerhtng tton $umboIbt. Cette lettre 
ecrite au Capitaine Baudin ä mon arrivee a Carthagenc des 
Indes (eu venant de la Havarie) m'a 6t6 rendue, le Cap. 
Baudin n'ayant pas reläche ä Lima. 

A. Humboldt. 

Berlin, en Nov. 1846. 



129. 

£umbolbt an $arnfcagem 

©omttag, ben 21. geüruar 1847. 
— 3$ »ei§ ti\ä>t 06 td) 3^ nen c ™en f e ^ r fdwnen 53rief 
meines 23rubers über Sdnü'er's £ob au$ Sftom 1805, ber erft neuere 
bings aufgefunden »orten ift unb ber im näcbfien sTtjeile ber 2£erfe 
erfaVint, gejetgt habe. 3* lege 3bnen audi nod) alö in biefer 2Bod)e 
empfangen einen fetjr Hebensioürbigen S3rtef tton Surft 9JZettermd) 
unb einen fetjr |Mgern fd)n?ad?en öon $rin$ Ulbert Bei* Sftetterntd) 
hat ein $rad)ttoerf auf feine Soften herausgegeben, eine 23cfckeibung 
feiner Serfteinerungsfammhtng in «ftönigsioarth. S5ieHcid)t Hegt 
barin eine Heine ^ebenabftebt, bie, tag er, nidjt Äoloiorar, $rcftbent 
ber neuen ^fabmie ber SBijfenfcfcaften merde* 2ln ^rin^ Ulbert hatte 
td) auf feinen Sßunftö, afs er in (Stolzenfels mar, ein (Eremplar bes 
Kosmos in fein 3iiumer legen laffen, er hatte bie ipbfltcbf eit, mir niefct 
ju banfen. 3M?* |at U)n ber (ödjwarje 23ogeI ^öflid) gemacht, sugleic^ 
baß unb — ; @r laßt mtd) „son fretfenben Stcfytmeeren unb »on 
©ternenterraffen" fpreeben, eine $oburgifd?e Variante $u 
meinem Serie, quite english aus SEBtnbfor, n?o alles üoÜ ^erraffen 
ift. 3m Kosmos ftebt einmal ber Sternenteppid) ©. 159 um turd) 
D e f f n u n g e n bie (lernleeren $ledc $u erflären. T:as 25ud> über 
bie merifanifd)en Monumente, bas er mir fdjenft, ^abe id) mir 
oor 3toei 3at)ren gelauft. (Eine $rad)tausgabe öon Sorb 33pron märe 
Softer getoefen: auch ifr es fonberbar ber Königin Victoria gar nid)t 
gu ermahnen, bie mein 9taturbud) sietteidtf nid)t d>ri(tlich findet. <Ste 
fefyen, id) rid)te ftreng, toenn «Prinzen febreiben. 



— 130 — 



©liefert (Sie mir gütigft SCftetternid) unfc Ulbert fcafo toieter, fcentt 
icb Babe nod) nickt geantwortet ; aueb um SMUjelmä S3rief mu§ id) 
fpärer bitten, eä ift rie etnjige 2l&fd)rift, taö Original fyafce id) an 
©cfolefter gejcfyenft, ta er [el)nltdft etwas s?on fceö 23ruter$ JpanD er* 
ttünfebte. 

2JM alter 51nfcanglid>feit 3Jr 

51. »♦ £umfcofot. 



130. 

Stetternich an ipum&oUh 

(SBten, fteBruar 1847.) 

Moa eher Baron ! 

Je commencerai cette lettre par vous feliciter de la nou- 
velle marque d'honneur que le Roi vient de vous donner. 
L'Aigle, sous Pombre des ailes duquel — sub umbra darum 
— vous avez su tant produire se presentera bieu sur votre 
poitrine ! Suum cuique I 

Yoici ce qui me reste ä vous dire ! 

Vous savez que je ne suis pas uu savant et que je n^i point 
la pretention d'en etre un ; vous savez parcontre que je suis 
ami des scienees, et c^st daus cette qualite que j'ai fourni ä 
des savans les moyens de mettre au jour l'opuscule dont je vous 
envois le premier exemplaire. J'espere que vous eu trouverez 
l'executiou couvenable. Je crois etre aujourd'hui en possessiou 
de la collection la plus complete qui existe de monumens d^une 
epoque, dont je n^i pas la pretention de fixer la date, dont la 
Gossau renferrue des restes sans nombre. L'histoire qu^ecrivent 
les hommes embrasse un point iinperceptible dans celle dont la 
nature possede les materiaux. Ce n'est pas moi qui ai donne 
mon nom ä une Ammonite ; ce sont les editeurs de l'opuscule. 
Ce que je sais, c^est que mon nom et meme celui d 1 Amnion, 
etait ignore quand mon filleul etait en vie ! 

Mille sinceres hommages, mon eher Baron. 

Metternich. 



— 131 — 



131. 

$ r i n g 21 I b e r t an Humboldt. 

SStnb for Saft! e, 7. gebr. 1847. 
Verehrter £err 23aron. 
3d) $abe mich beim aßmähligen Imrcfelefen teö erflen Landes 
3$re$ $oSmoS fortwährend gedrungen gefüllt, 3hnen meinen wieter? 
polten Tanf für ten großen getjrigen ©enufj auSgudrücfeu, den mir 
diefes Studium gewährt $at. freilich oermag ich nicbt, 3h ncn über 
3hr »ortrefflicbeS 2ßerf, das td) aus Sfyren eigenen fanden empfangen 
labt, ein fpruchfätngeS Urteil ^ier als (Gegengabe mitgutheilen. Um 
aber, in Ermangelung eines folgen, dem 2luSdrucfe meines £anfeS 
wenigftenS ein gewiffes äußerliches ©ewicbt gu leiten, überreife ich 
3^nen das beifolgende Sßerf (CatherwoocTs Views in Central 
America), das als ein Nachtrag Syrern eigenen großen Sßerfe 
über das fpanifd)e 2tmerifa oieüeicbt 3^re 5Iufmerffamfeit in 2lnfprudj 
nehmen dürfte. 3$ brause nidrt ju fagen, mit wie lebhafter Sr^ 
Wartung ich dem Srfdjeinen des gweiten Landes des ÄoSmoS ent^ 
gegenfehe. 

9ftbge der Gimmel „deffen Reifende Sicbtmeere und Sternenter* 
raffen" Sie fo herrlich befchreiben, Sie dem $aterlande, der Seit und 
dem $oSmoS felbft nodj oiele 3^re in ungeftorter Körper* und ©eifres^ 
frifdje erhalten. £ieS ift der aufrichtige Sßunfd) Styxtö 

gang ergebenen 
Ulbert. 

132. 

Humboldt an 5Sarnl)agen. 

93 er lin, de« 27. fteBruar 1847. 

£ter, teurer freund, ift endlich mein danfender 53rief an (Sarri^ 
ere, mit drei warmen Empfehlungen. 

Sie haben recbt gehabt auf mich 3« fcbelten wegen gu großer 
Strenge gegen den 9ftann der Stcrnterraffen. 3* bin nur ftrenge 
mit den Mächtigen, und tiefer 9ftann ift mir in Stolzenfels febr un^ 
hetmlid) geworden. ,,3d) weiß, Sie nehmen oiel 3:^eit an dem 
Unglüd der rufftfcben $o!en, leider ! verdienen die ^olen fo wenig 
unfere 3;h e ^ na ^ me als die 3 * l ä n d e r." Mihi dixit, und 
man ift der fd)öne ©ernal)! der Königin oon ©ropritannien ! — 



— 132 — 



3<$ eile beute nad) $otötam um alle Sttanuffripte $u bofen, bte 
glütflid)er»cife son (Erfurt angekommen [tut. grau son Sütoro 
[dn-cibt, eä fei eiue lange und fcbr fcbene Steile über unfere Sftafyel 
darin, unt Scbmcicbelbafteö für (Sie* 

SRit alter 2lnl)änglid)feit 3$r 

Sonnabend* 



133 

£ u m b o I d t an SSamJjagem 

Berlin, ben 27. 2ttär3 1847. 
3$ Bin tugendhafter geroefen aU Sie glauben, mein teurer 
freund. 3* bin mit Dem erften Sande der 23 r i e f e*) (£ fyerefenä 
(Eigentum) gan3 fertig. 3& ^«be fafl nic^t* $u ändern gefunden 
und im ©anjen faum den 2Bertb; üon 3—4 Seiten fupprimtrt, 
ßrotebad, b;äu£lid)eo detail, ein paar 2lu$falle der £iede gegen £er* 
30g ^arl öon 33raunfd?n>eig, der ftd) ge»i§ durd> Äalumnien auf 
ifyre Tugend rädjen roürde. (53 iji ttiel SBunterfcfcöneö in Spradc 
und 3^ en / darin, ein Sebenöbifo »on der feltenften 2lrt, eine 2$er* 
acbtung aüe$ menf&liden ©lüdfe und Unglüd* fo&aö es den 3de? 
enfreiö nid)t verengt, üiel 8iMif$cä und dogmatifcb (SbriftÜaVc, ein 
©emifd) üon Stoa, 2>eracbtung der äußern SMtbegebenbeiten und 
dod) 3artl)eit unt> 2B^^ e i» ßiwem 33riefn>ecfofel der U$ öier Sage 
»ordern £ode fortgefefct roird, auf Sinien fdjreibend um das Selbes 
fcbretben mit gitternder £and möglicb 3U maden. daneben Sie* 
bc^quälereien, qui m'impatientent, die id} aber flehen laffe um dem 
Sindrud der macbtigen SitöiMfcualitat nidtö ju nehmen. 3d» roie* 
berbole, l»a$ id auegeftridcn, find 5—6 Stikn, »a$ idj Sangtveu 
ligec, Unbedeutend e$ fupprimirt der SJertf) &on 3—4 gefebriebenen, 
faum 2 gedrudten Seiten. Sßemt Sie aber in dem Üftanuffcipt 

ölel, febr öiel andere* alfo au*geftriden finden oft 

b>albe Seiten, fo iftdtec das SBerf der alten ©ante. SSieüeidJt bat 
deö Pfarrer* Softer ju Saubenbeim einige franffyafte Slnfäüe son 

*) SBU^etm toon §umboIbt'8 „©riefe an eine greunbin", rcetd;e als 
eine (Srbfcfyaft fcon Sfyaxtotte S)iebe in ben 23eft£ fcon Sfcrefe 23ad?eradjt gc* 
langt roaren. 



— 133 — 



$ruberte gehabt» Tie Tinte wirb l|r bewetfen, tag ich an tiefem 
Slueftrcichen feine ©cfotft babe. Ter erfte 23ant enthält eine fd^dne 
©teile über $h e r e fe unt viel £obente3 über ten Äönig von S3aU 
ern. %m feiten 23ant ijt eine (Schilderung von SRabcl, tie 3^neit 
greute machen totriD* lieber Settinen fleht (wie mir grau von 33ü^ 
low fagt) minter 2lngenef)me$. 3$ werte e3 gewtjj motifqiren. 

3ch tyoffe Sutten &tö Dienstag ten ganzen erften Jljeil übergeben 
$u fönnen. Ter zweite foll Bali» nachfolgen, tiefen ^weiten hinge ich 
3bnen tann mit Sftotcn unt gacftmile 1 *, tie man abfüqen muß, in 
einem 23ledfaften mit SSorlegefdjlojj. Tann baben (Sie ten ganzen 
©dati. Salvavi animam meavu Taö ganje Wirt hetllofen nnt 
bcilbrtngenten Wärmen mad)cn nnt tie entgegengefejpteften Urtbcile 
veranlaffen. 

9JUt inniger brennt fd)aft 3h r 

5t. 

3:^nn @ie uns tie grcunbfd^aft tam'n ju wirfen, tag ras 33udj 
nidt in Berlin getrudt nnt (wo möglich) nicht früber angefün^ 
tigt werte, aU e$ wtrflich erfebeint. 

Steine Briefe für- Karriere fint tod) richtig in 3h re £>änbe ge* 
lommcn ? 



35arnl)agen fd)rieb ten 30 9Jcar$ 1847 in feine Tageblätter : 
„2ßte id) wietcr gn §aufe bin, fommt £umboltt unt bringt mir ein 
$>ad 9)canuffript, tie Briefe feines Sruterö angrauTicte. — .f)um? 
boltt tfetjt tie ^ieftgen (Baden fo verzweifelt an, als id, tröftet ftdj 
aber tamit, tag tie gefdenften SScrfaffungen von £auö auä nidjtS 
taugen, unt tag am ßlnfce fdon etwaö ©uteö hervorgehen wtrt j er 
tft auf £eftigfeitcn aller 2lrt, s $oIi3cigrimm, Solfsnmth, £ruppenein^ 
Würfen gefaxt. Ter tetig, meint er, ahntet rcrglciden nidt, tft 
feelenvergnügt, Bat feine (Eröffnung ör et e fertig, unt teuft nidt weiter 
an ten ll/2lpril unt feine folgen. $Jl\t .Spumboltt hat er über tie 
©tantefade nie ein $3ort gefprochen. 3« ter @ade von SDiidjelet 
hat (Eichhorn ten Äöntg anwerft aufgeregt, tod) Wirt Sichelet fdjwer* 
lid) abgefegt werten fi3nnen, wie c3 tod) ter Gültig will unt ter SDfcU 
ntfter betreibt." 

Ten 31. Wärt, 1841, fügt Carnigen nod) golgenbc^ f)in$u t 
„£>umboltt fagte mir geftern nod), ter Äönig glaube feft an Ton 
Miguel, Ton (Earloö, an ten ©tnrj ter Suli-Tvnaftie, unt tag er 
nod werte nach §>a*iä reifen tonnen, ten redtmägigen £errfder 
begrüben. — gerner : er fetber, ipumboltt, gelte für einen 3acobiner, 



— 134 — 



der fcte dreifarbige gafme in der £afcbe füljre, td) dagegen mürbe für 
ropaliftifcb gehalten, aber der .frönig l)abe 33orurt^etle gegen mid) ; 
eö fei unbegreiflich, tag mein alter freund Sanij} tem Könige tiefe 
Sßorurtfyeile nid)t neunte, tag man bei allem, roaS je^t »orgeqe, mtd) 
nid)t gu Diat^e giel)e, gu benu|en tenfe ; aueb SMttgenftein ^abe mit 
£umboltt oft in tiefem (Sinn gefprocfyen. Sftan »ergigt tabei nur 
(Sinö : tag id) nid?t fann unt nidjt null, beiteö in gleicher ©ntfe^ie^ 
tenbieit» 

Xer 2ltel ijr furebtbar aufgeregt ; er ift plöipltcb ein anterer ge^ 
Worten; taö <Selbftgefül)l empört ftd) mit 9ttad)t. £er Seufel felbft 
bätte fein nurffamereö Littel erfmten tonnen, um tiefe gange klaffe 
feintlid) gu ftimmen, al$ tiefen mtggeborenen £errenftant ! 

£raum. 3d) fal) ten $önig furchtbar roeinent intern er auö^ 
rief: „£af)m alfo ift eä gefommen ? ! 9tun, id) roeidje ! Sagt 
meinen Brüter alles übernehmen, unt mog 1 es il)m beffer aU mir 
gelingen !" 



X;en 3, 9ftai 184t fd)rieb 5Sarnb;agen folgendes fdjergtyafte Sßort 
»on £umboltt auf : „£umboltt fc^ergte, ein £err üon Sftafjom babe 
in ten ©tauten tie liberale Xenfart als eine 33efd>oItent)eit aufge^ 
fütirt, tarnad) fei er, £umboltt, als eine befcboltcne $erfon, doppelt 
fogar, tenn ter ^inifter son Sotelfd^ingf) fe^e aud) einen Sittera^ 
ten für eine folcfye an l" 



£en 11, 3uli 1847 bemerlt 23arn£)agen: „ipeute frülj unerroar^ 
tet £>umbolrt bei mir, gang rüftig unt munter» (£r will nid)t eigent? 
lid) franl gemefen fein. Sr fagt, ter .ftönig lebe in einem Taumel 
son Vergnügen, fei oft auSgelajfen luftig, teufe niebt mebr an ten 
Santtag, auger wenn er an ibn erinnert werte, tann freilicb fei er 
ernft unt ftnfter. £ie Sfltniftcr aber fint l)bcbft erbittert, befonterS 
(Saöign» unt (Eidiborn, unt am meiften Sotelfcbnüngt;, ternoeb jeijt 
ten ^önig gu fcfyarfcn Sftagregeln reige, tagegen (Eani|> tie^mal nült 
unt tterföbnlid? rcirfe» ^otelfd)itnngr; fann es ten (Steinten nivtt 
öergeiben, tag fie ifyn um feinen getrimmten (Steg gebraebt, um feine 
geträumte ^remierminifterfebaft. #umboltt ift am legten Sogen 
feinet gleiten Nantes; ergebt im «September nad) $artS/ 



— 135 — 



134. 

£umbolbt an Sarnliagen. 

35 e r t i n , ben 18. Januar, 1849. 

SBenn idj, mein tfyeurer $arnt)agen, fo fpät erft, unb fyeute fo \a* 
fonifd) für %l)xt lieben ©efdjenfe unb 3fyren 53rief unb 3fyre ©lütf * 
»ünfctye banfe, fo »erben (Sie eö wotyl feiner 9ftinbcrung meiner 
treuen Sßeretyrung nnb greunbfdjaft auftreiben. 3d) tyabe aUcrbtngä 
jefct erft ben ©enufj beffen gehabt, toaS 3fynen allein anfielt einen 
„fd)lid)ten Vortrag" gu nennen. 2Bie t)at ftcf) feitbem alles furtfyt* 
Barer nnb aud) fyoffnungöttoller gehaltet, aber ber ©efaljr meig man 
nur rob)e materielle Gräfte entgegen gu fejjen, unb bie angebotenen 
$rücbte n?et§ man ntebt ju pflüden, man nnll ße Zubern gumenben. 
— Slomualb^ Dotation*) öerbient atlerbingä 3üd)tigung, meld) ein 
Sftijjfcraud) beö ausgezeichneten Talentes ! Nous en causerons fo* 
ball id) nur erji ben Drbenstag, unb ben Sßirrroarr ber afabemifdjen 
Sailen ju meinen Drben hinter mir l)abe ; la petite piece, 
neben bem gro§en SBeltbrama. 

mt alter 2lnr)angtic^eit 3*r 

%. ». $t. 

£)er Zottig ifl nie ebter getobt Horben, als in „fdjlid)ter $or* 
trag."! 



£)ie Heine ©ebrift: „©cblicbter Vortag an bie Deutfcben über lie 
Aufgabe bes SageS. Berlin, 1848", ift üon $arnf)agen öerfa§t. 
tiefer fdbrieb übrigens fefbft barüber einige Monate fpätcr, ben 10. 
9ftai 1849 in feine Jageblätter: „3$ lefe nneber, roaS id) über grtete 
rieb SMlbelm ben Vierten noeb im 2luguft öorigen 3<*breS bruden 
lajfen, roaS icb nacb feinem JpulligungStag im £erb|k 1840 gefduue? 
ben — mit beleben (Smpftnlungen jejjt ! — 2ßaS icb tbun mag, im 
SBacfyen, im (Scblaf, immer Irüdt mid) ber 2llp liefer SageSjuftänbe, 
obfebon id) reebt gut roei§, ba§ es eben nur ^nftanbe beS £ageS [int, 
ba§ bie Vergeltung niebt ausbleibt, unb ba§ Die 3«^nft reiebe grüßte 
bringt* 21 u f , mein Saterlaul ! auf lenn ! Xurcb Sürgerfrieg 
mu§t lu fyinlurcb, fo gebe mutbig beinen 2ßeg, unl alte ©cbull leö 
Sßluteö falle auf bie §äupter, bie lieb auf liefen 2Beg fingen. — 
£ier finb es niebt bie augenblidlid)en Erfolge, fonbern lie $li§erfoIge, 
roeldje lie 23olfSfad)e förlern." 

*) Eomuald, ou la vocation, par M. de Custine. Paris 1848. 4 
Vol. 



— 136 — 



&Mr fyaben fyier nocb einen Sefucfc son $umboltt Bei ^arnbagen 
etnjufcbalten. Xiefer fcbrieb ten 12. Februar 1849 in feine iage^ 
Matter: „23efucfc tfon ipumboltt. Xie äRinifler ft'ntet er abfurt, »or 
Tie klammern treten iroÜen, ft'e feinten nickt einmal Männer, turcb, 
tie fte (id) »ofl^ablig matten fönntcn, fogar ein 3Jienfds nueÄübhretter 
iveigtf ficb. Xa§ icb tie oftre?trte ö^rfajfung blc§ für tie tiefe £ulfe 
cincä neuen SfteDOlutionäfetmeö erfläre, Der ftcb enttricfeln werte, er^ 
ütreeft ibn etwaä, febr aber gefällt tbm, tag ter «Röntg feit artt Saferen 
im Streit mit ter Sogif liege. (Er fagt mir, ter ^önig babe große 
£uft gehabt, danij? nneter jum SRinifter ter auswärtigen 2lngelegen^ 
Reiten ju ernennen ! (Siebborn gebe auefa febon wieter &atb, fpredje — 
rrie tie @eb;eimrätl)in *** — oon ter 3>ietiftenpartl)ei, aU wenn er 
nie taju gehört l)ätte. 



£er «Staatgan^eiger Bringt tie bfierreidufebe SKote in betreff ter 
fceutfeben @prad)e. Defterreid) will niebt ausfcfceiten, fontern mite 
(pmten, unt fagt gleid), was e3 niebt leiten werte, nämlid» feine 
Solfefoutteramttät, fein anireä Dberbaupt aU Defterreicb. Sine 
feige für $reujjcn, eine Dfyrfeige für granffurt, befonters aber für 
©agern. £a babt it)r^ nun! 2ßie toefy alles, aüe3 ter Jftepubüf in 
tie .pante arbeitet l" 



135» 

£umboltt an^am^agen. 

$ c t 9 b a m , ben 16. Sfugufl 1849. 

2Denn icb gern in ter (Selbfttäufcbung lebe, einige gähn nieten 
gefdTteben $u $aben, tie meinem Dl)re woblflingen, fo frage id) 
mid) aud) tabei immer, ob fte auds 3 $ « * n, etler greunt, gefallen 
roürten ? ©ie wiffen, oter otelme^r, @ie wiffen niebt, tag tie 3)rin* 
gefjm ^ort Greußen in tie ©äle # welcbe ©oetfye'n, (Sdnller'n unt ten 
tton «Scbiller in ten Briefen an Börner geläfterien Jperter unt Sie* 
laut gewitmet ftnt, im ©cfcIo§ ju SBeimar, ein ^racbtalbum mit 
fielen Jlutograp^en unt gemablten Initialen nietergelegt fyat. 3* 
Jjabe eine $orrete ta^u febreiben m Äffe n, tie ©alusfi reefet glü3* 
lid) überfefct fyat. £ie ©roj^erjogin wünfefete eine franäöjt|d)e Ue^ 
bertragung um fte in ia$ 2übum $u legen für tie unteutfd)en 9teu 
(entern (Empfangen «Sie mit ^acfyfi&t tie« Heine 2eben^eic^en % 



— 137 — 



re3 ^reunbeö. £ er Mutige ^orijont mißfällt mir fetyr. VRit alter 
Sreunöfdjaft unb 23erel)rung 3^ 

21. ü. Jpumboltt. 
Xonneretag. 



136. 

£ u m b o l b t an 5Sarn|agen. 

$ o t $ b am, ben 15. Of toter 1849. 

3* hoffe, mein etler $reunt, tag jejjt entlicb meine 2lnjtcbten 
ter 9?atur, »ermebrt unt gu groci drittel umgeäntert, in %faen 
ganten (int ! Xurdb eine unglücflicbe 23ernnrrung, tie in meiner 
langen 2lbn?efenbeit »on Berlin ibrcn ®runt bat, habüi gerate Sie, 
in reffen ganten id) gerate mein Steblingsroerf am lieb^ 
ft e n roei§, e3 fo fpät befommen. 3Melleid A t werfen Sie einen freunt* 
liefen sBltcf auf tie fontraftirenten Hilter son ter nacttlttten Un* 
rutye im Söalte unt ter Stille am borgen Wittag I, 333 unt 33t; 
auf tie goltenen iraumbilter lei jungen Slporptlco II, 352. 

SHit alter Siebe unt greuntfcfyaft 3^ 

21. ö. £umboltt. 
3n öile. 

Segen Sie ju %i)xtn 2tutograprjen einen febr anmutbigen SBrtcf 
fceö 9Jtannea, ter je|t in Trüffel fein foll. Da$ SSBort „votre for- 
tune morale" ift mit öiel ^reifyeit angeioentet. 2lber tie ^titum 
gen, tie aüe mit 23(utflecfen befutelt fint 1 jffieldjeä 34**, roo alle 
©efüt)le oerrciltern ! 



13t. 

9ft e 1 1 e r n t cf) an £ u m b o l b r. 

Richmond, ce 17. sept. 1849. 

Mon eher Baron ! 
Je viens cPapprendre par les feuilles de ce jour, que le 9 
septembre 1769 vous a vu naitre, et que vous venez de eele- 
brer ainsi votre 80e anniversaire. Pres de vous je me serais 
joint ä vos amis pour vous offrir mes voeux ; a la distance qui 
nous separe, je m'avance seul vers vous et vous dirai en peu 



— 138 — 



de mots, que je rends gräce ä Ja puissance qui vous a donne 

des facultes qui ont rendu votre nora imperissable ; naitre est 
peu de chose ; ntiltser la vie est beaucoup. Yous comptez par- 
mi les plus riches et vous avez fait un bien noble usage de 
votre fortune morale. Que Dieu vous eonserve en sante et ea 
vie! 

Recevez, mon eher baron, avec l'expression d'un voeu dont 
vous ne mettez pas en doute la sincerite, Celle de nies senti- 
ments de devouement et d^amitie, dont la date est ancienne, 
comme tout ce qui est place entre nous! 

Metternich. 



138* 

£umbolbt an $arnf)agen. 

<P o t § b o m, ben 29. Oftober 1849. 
$Mn teurer $reunb ! Sin beutfeber SBrief ber Jperjogin von 
DrleanS, ber id) feit Stelen 3abren meine (Scbrtften f&ide, für tie 
fte eine befonbere Vorliebe hat, febreibt jeipt eine mir fo bejaubernbe 
£antf(fcrift, ba§ ich Sie innigft Bitte, bei ifyrer alten biplomatifchen 
®nt,}ifferung£?Uebung, tie 3eÜen nacfyufcfcrei&en. (Sie febeinen ei? 
nigeö ^olitifcbe ju enthalten. Der 3nha(t roirb (Sie fetbft interef? 
firen, unb te^alb fcarf ich leichter auf 3fyre 9türfftcht rechnen, 3h* 
treuer $reunb 

21. ». ipumbolbt. 



139» 

£ e r $ o g i n Helene von Orleans an£umboIbh 

bringe id) ben gerübrtefien Danf für ben 23eroei3 beä mir fo roert^en 
$nbenfen£, roelches (Sie ben (Stunten nübmen, bie roir in jüngft 
vergangener ^tit erlebten, roelcbe aber turd) bie Gegebenheiten fdjon 
ju ben antebiluüianifcben geboren febeinen. 

3d) fet)e mit freubiger (Erfcnntlicbfett, tag bie mir jtete fo gegen* 
»artigen ®efpräche in meinem rotten (Salon in ben Suilerien, unb 
in (St. £loub, auch Sfyxtm ©ebacfytnijj nicht fremb geworben fmb, 



— 139 — 



und danfe @n>. S^cHenj für tiefe £reue teä ©efüt)l3, treibe in je|3ü 
ger 3«t einen toppelten 2Bcrtl> gewinnt. 

©d^on l)atte id) tureb tie ^ittfyetlung ter geliebten $oufine midj 
an tem neu erfdnenenen Sßcrfe erfrifcfyt, roeld>e3 t>ie turd) Sebent 
fdntffale geprüften ©emütfyer und tte turd) Me Söhren ter 2Belt»er? 
bältniffe afftetrten ®cifter ate einen Sabungäborn begrüßen,— aud) 
fyat mein (Sofyn febon manche 9tabrung für feinen Dürft nad) Unter* 
riebt tarin gefunten. — 2Bie tanfe td) es 3l)nen temungeaebtet ba§ 
©ie mir tiefet .Kleinod gefendet roelcbes in ter Begleitung 3fyre3 
Briefes einen neuen Sßertl) erhielt* 

2ßie (Sie mit fo milden unt roa^r^aft treffenden SBorten fagen : 
„Die ^ftenfcfyen arbeiten in tiefem 2fugenbltcf an einer fable conve- 
nuc : fireben tfyeils nad) tem Unausfübbaren, an roelcbes fie felbjt 
niebt glauben I" 2Bo aber rotrt taS 2id)t erfreuten, »eld)e$ fte gur 
(Einftcbt führen roirt, unt reelle (Sreigniffe werden nod) erfordert 
werten, fie oon der Unbaltbarfeit der widerfprecbentjten Forderungen 
ju überzeugen ? 2Bie &w. (ixe* eö glauben fcfyetnt aud) mir tte je^ige 
SRufye eine furje nur gu fein — aud) icb fefye in i^r feine Befriedigung, 
fondern nur die 2Ipatt;ie und ©leicfygültigfett, welche erfd)laffend aber 
nid)t überzeugend wirft. 2Ber ttermag die 3ufunft gu ergründen? 
£s bleibt das Sftätbfel des morgenden SageS öerborgen — wie ttiel 
mebjr muffen mir in febweigender ©etuld die Söfung der fommenden 
3at)ve erwarten. Dod) den Sftutt) und die (Ergebung fott uns diefeS 
Marren nidjt nehmen — es fott im (Segentyeti unfre straft ftabjlen. 

Der $önig bat mid) bei meinem Befud) in England siel nad) 
der ©efundfyeit öw. SrceUeng gefragt — aud) die Königin erfuhr mit 
großer Sbeilnabme die 9tacbricbten welche tcb ibr geben fonnte.— 
©te bewahren in freundlichem 5lndenfen 3^ren häufigen Befud) in 
$aris. $jeine Binder wünfeben Syrern ©edäcbtnijj anempfohlen su 
werden, und td) hoffe ebenfalls öon ^tit ju 3«t in demfelben ju er^ 
wad)en. 

Wlit aufrid)tigfter Verehrung und £rfenntltd)fett (Ew. Srceflenj 
affefttontrte 

Helene* 

(Sifenad) b. 23. Dft. 1849. 



— 140 — 



140. 

§ n m b o 1 b t an SBarnljagen. 

^otsbam, bcn 3L DItober, 1849. 

£aufenb, taufenb Xanf für bie 3nterpretatton, mein ebler greunb. 
SGte fyaben t-ie ^oIitifd>en (Stürme aud) bie fdjöne ober menigftena 
einft fo Höre £atttfd)rift oertoüftet ! £en „geliebten Courier" lefe 
tcb, „bie geliebte $ouftne", bie ^rinjeffm oon ^reupen, ioeldje ber 
£eqogin bie nenen 2lnftd)ten juerft gezeigt. 

Sine Heine SHebe, bie id) ben Diepgen (Stabtoerorbneten gehalten, 
nnb in ber id.) ber 2lnftcbten eineö ftd) frei cnttoidelnben (Staatslebens 
neineä in ^otöbam geborenen Sruberö erwähnte, tyat bie (Spifer'fcbe 
Leitung »oll £rucffeJ)ler nriebergegeben. £ier |oben (Sie (ie »on 
meiner £anb, tüte id) fte gleid) nteberfd)rieb. @3 wäre mir Heb ge* 
toefen, ioenn bie Antwort in ber «ftonftitutionetlen ober onbern, toobr^ 
tyaft liberalen 3 e ^ung forreft ioare ioiebergegeben. ÜÖtit alter 
^anglidjfeit nnb greunbfdjoft %)x 

2i. ö. it. 
TOtoo* 9tad)t. 



23 e i I o g e. 

3d) glaube 3^en, »erefyrmtgstoertfyefte Mitbürger, meinen ttefge* 
fügten Ton! nid)t lebhafter anSbrüden jn tonnen, als wenn id) 3^nett 
fage, bajj (Sie mir eben fo öiel $renbe bereitet, ati unerwartete Sbre 
gefebenft ^oben. Sine foId)e $rcube rottt id) md)t burd) bie grage 
trüben, toobnrd) tonnte td) nm (Sie nnb 3§xt fd)bne ©tobt eine fo 
feltcne tegetdmung oerbienen ? (Sie tyaben, %$xtx loürbig, neben 
ber (Sorgfalt für boö materielle Sßotyl, oon teeren Sfajtdjten geleitet, 
3fyre Sbieilnatjme nnb 2tcbtung für bie 23eftrebungen bargetfyan, bie 
mit ben $ortfd)ritten beö Sßiffenö, mit ber $oIf$er3ief)img nnb ber atf* 
gemeinen 23tlbung ber 9ftenfd)en jnfammen^ängen. %U ber Sofjn 
für einen Ütyetl biefer 23ejtrebungen, benen mein gangem, langes, »iel* 
bewegtes Seben geioibmet getoefen ift, netjme td) mit <StoI$ ttyre ef)ren^ 
ooüe <$abe an. £urd) bie Jpulb zweier eblen 9ftonard)en tft mir 
gtoeinnbjtoonsig 3<ri)re lang bie greube geworben, mit weniger Untere 
bred)ung, aU 3^ Mitbürger jn leben nnb in einer anmutigen ge^ 
fd)müdten Statur bie Anregungen gu finben, beren feine leoenbige 9la* 



— Hl — 



turbarftellung entbehren barf, wenn fte fid) $u bem Sßalten ber Gräfte 
beö SBeltallö ergeben will. Xanfbar fyabe id) faft Jebe meiner neueren 
©Triften mit bem l)iftortfd)en tarnen gefd)müdt, ber mir tbeuer ge* 
werben ift, unb in beffen Mauern 1767 mein 23ruber geboren warb, 
beffen Warnt in bem 2lnbenfen berer gefeiert wirb, bei benen (id) für 
bie größeren 2lnftd)ten eineö fortfebreitenben, ftd) regelmäßig entwidcln^ 
ben ©taatßlebenö ber freie (Sinn erhalten fyat. 

2L »♦ ipumbofrt 
bei (Smpfang beö (Sfyrenbürgerbriefeä tton 
$otsbam. 



HL 

Jpumbolbt an 23amJ)agem 

^otsbam, ben 4. Sftobember 1849. 
2Bte glüdlid) ^aben @ie mieb, teurer $reunb, bureb eine fo lie* 
ben£würbige Mtttbeilung au$ Snglanb gemaebt ! 216er eö liegt mir 
wegen be$ 2lnbenfen3 an meinen 23rufcer unb um benen ju antwor* 
ten, bie mein Serbleiben an biefem Jpofe tterläumben, febr baxarx, 
meine Antwort an bie ^otebamer ©tabttterorbneten in einem Ubera* 
len Sournale forreft bruden ju laffen* 3$ möcbte fte ber fonftitutio* 
netten 3 e ^ un 9 febiden, bie ber (5ad?e noeb nicfyt Srwäfynung getfyam 
3$ fyabe aber feine Slbfdjrift, blo$ baö Slättcben, ba$ id) 3^en g^ 
fdidt. #aben Sie bie greunbfdjafr, ba3 23lättd)en mir balb wieber* 
gufenbem 

2ßie Wichtig fmb bie $arifer 9tad)rid)ten ! £er Unsorftcbtige er* 
langt öielleid)t ba» Consulat ä vie (auf weld)e£ bie Sßorte durde et 
stabilite anfptelen), aber er fällt boeb, unb wedt ben fcfylummernben 
£öwen. Die $rett)eit wirb babei niebt verlieren, unb bie beutfeben 
(Staatsmänner (giebt e$ melde au§er tton ©agern ?) werben 
bann inne werben, ba§ e6 in Mitteleuropa baö $ranfreicb öon 1789 
giebt, baffelbe, über beffen Nullität man feit einem 3afyre fpöttelt» 
Die <5cbwerpunfte üerfejjen ftd). 

Mit inniger greunbfd)aft 

(Sonntag^ 



— 142 — 



142. 

■Jpumoolbt an $arnf)agen. 

93 erlin, ben io. 2Rarj 1850. 

3$ fage 3^«en, mein teurer greunb, meinen innigen Tant 
für bie lieben 3 e ^ e «^ tic (Sie £errn Sftio gegeben, ter mir fcbon 
burd) Kornelius, DlferS, $abowi|3 unb ben ßönig felbft wegen iti 
23ud)ö de Part chr^tien gerühmt war. £ie neue 3nfarnation cineö 
2tbgefanbten jum (Erfurter Parlament unb ieffen SBeaufftcfrttguna, im 
3nteref[e be$ Prince-Prdsident war mir unerwartet, aber Dtafael 
felbft fyatte viele Sanieren, 

greunbfcfyaftlicfyft unb erwartungsvoll 3|r 

Dienstag. 



143. 

ipumfcolbt an SBarnljagen. 

$ o 1 8 b a m , ben 2. 3uit isso. 

3$ freue mid) in biefer trüben Steaftion^eit ein fo liebenewür* 
bigeS SebenSjeicfyen »on 3^er £anb, teurer greunb, ju empfangen» 
3d) freue mid) aud) 3fyrer Steife nad) $iel, nad) 5er Heinen Legion, 
wo beutfcfyer @inn ftd) auSfprictjt, fonfequent unb frei. Die SBett^u^ 
(tönte gleiten ber SBafferbouteille, bie b 1 2Ucmkrt Rüttelte, bamit ein 
©ewebe verfcfyiebenedtger 33lafen entftanb. Sr fagte bann, um baö 
Itybraulifcfye Siffen, in bem er bod) felbft fo gro§ war, »erfpotten: 
"Calculez-moi cela!" öS wirb manche ber 23lafen gerplajpen, e$e 
man btplomatifd) ifyre tranfttorifcfye gorm beregnet. — 

3$ werbe £errn von fÜroloff meinen innigen Dan! auöfprecfyen. 
3d) rietfy ifym »ergebend ab, eine SCftaffe von (SrHärungen unb 23ilb* 
werfe einfcfyalten gu wollen, bie bas 23erftäntnij3 erläutern fotlten. (5r 
Wollte ba» rein Unmögliche, unb fcfyien von ber gorm ber Jtompofition 
wenig einjufefyen. 3Son bem allen werbe id) ifym nidjU fagen, Da3 
£ttj?ribe glüdt nie in ber Sitteratur. 

3d) war red)t unwohl, fogar bettlägerig — jeijt aber trc£ ber3er* 
rtffenfyett te$ Sebent wofyl, arbeitfam unb unfyetter. SRit alter 
greunfcfdjaft 3^ 

21. von ipumbolbt. 



— 143 — 



144. 

£u m bo (b t an Bettina o n 2lr ni m. 

(3n 2lbfd)rift »on Sarnbagen^ £anb.) 

«Berlin, ben 7. 3uni, 1851. 
(Sie formten wob! nicht gweifefn, tbeure, gnarigfte 23aronin, ta§ 
icb mit größter Sßärme 3^«n Sßunfcfcen für einen fo gebiegenen 
Äompoftteur aU * * * entgegen fommen würbe. 33ei ben bHava 
tigen $orurtbet(en be3 5Ruftft)affe3, bie oon meinem 23ruber ange? 
regt auf mid) som töönicj »ererbt worbcn finb, ift meine (Stimme 
über einen ©egenftanb, oon bem man mir nie fpricfct, freilieft aud) 
etwaö tonlos, befonberö wenn tton Äircfcengefang t»te 3tebe t(h 3^1- 
fcfeen Sßarfdjau, Dlmüjjj, rufftfcfcen ©rojjfürften, unb, um etmad Jpö^ 
kreäju nennen, Staudt begeifternbem mächtigen 2ßerfe, mar tic 
Unmöglicfyfeit ftd) fdwn ®el)ör ju »erfcfyajfen. Stuf Sßarfdjau ift 
nun Daö fonftitutionelle Hannover gefolgt, ber S3efud> bei 3brem unD 
meinem Äöniglicfcen $reunbe! 3$ batc unfern 5Ronarcben nocö 
nicfct wieber in $ot*Dam gefefyen, bin in allen ©räueln Der f o 3 m t * 
fd) en UeberfteDlung begriffen, werte nod) bie oon Sßarfcbau $urüd^ 
fefyrenbe %[\itfy (Die 5Infcfcwemmung batasifcfcer unt> meflenburgtfcfcer 
ipobeiten) abwarten, unb wenn Da3 ^lippenmeer beruhigt ift, fyjic* 
matifd) agiren, wie e» beiterer geiftreicber SBrief mir tnfptrirt. 
3n biefer trüben 3eit »erfaßt aber alieö 9ft ü n b 1 1 d) e, wäfyrenö 
baä fcbriftlicfce faum beamtet wirb. £a$ Ie£tcre ift aber ba6 unsere 
meiDlict) *ftotbwenbige. Um alfo ju einem fo leicht $u erreicfcenben 
3roctfe ju gelangen, ift eine fcfcriftlicbe, ganj furje, unmittelbar an 
ben $önig gerichtete Eingabe nbtfctg, bie td) warm empfohlen über^ 
gebe. £er »ortrefflicfoe 9ftann bittet ben ^onig um eine Heine 
©elbunterftüfcung ju einer Steife nach 9ftünd>en. (Sine 3a^enan* 
gäbe ift nicfct notbwentig, vereinfacht aber bie (Sache. £a$ eble 
3artgefüM bcö Scanne*: wirb fieb nicfct bureb meinen ^orfcfclag »er* 
U%t fühlen, ba er nicfct für ftd) forbert, fonbern für einen fcfcönen 
^nnfawcd. 

$Ut aller 9*n^änglid)fcit unb banfbarjter Serefyrung 
3tyr gel)orfamfter, treuefter 

21. £umboIbt* 



— 144 — 



145, 

JpumB o 1 1) t an $arn fragen. 

<rcot8b am, bat 1. ^otoemkr 1851. 
@ie l^aben mir, mein teurer, ebler ^reunb, burd) 3^e fo freund 
lide 3 tt )Wft unenblicfr »öfylgetfyait. 3$ bin tief in S^rer (3dulb, 
fbnntc burd} lange ©dwcigfamfeit unb fd>etnbare Sernacblafftgung gn 
mandem 35crrad)t ter $ä(te unb Trennung über Meinungen 2lnlajj 
gegeben fyaben. 23ei einem fo geiftreiden 9flcnfden, ter ^ugleid? ein 
fo toofylroollenbcr ift, fyätte id) ntdjt bcfürdten follen. ®^e icfy Sljxtn 
mir tfyeuern 33rief mit Saaber^ 23tlbni§ erhielt, war mein 23orfaj3, 
fobalb er erfdtene, ben mit vieler 2lnftrengung vollenbeten leider ganj 
aftronömifd>en britten 23anb be3 $o3moö (bette Slbtfreilungen ^ 
fammengebttnben) 3bnen verfönltcfy $u überbringen. 3^ mar eines 
freunbliden (Empfange* geroiß, nnt) 3fox S3rief vom 24. Dftober, ber 
in meinem berliner £aufe Hegen geblieben mar, Bekräftigt meinen 
(Entfcfefajj. Ottilie von ©oetfye tyat mir freudige ^adjrtcfcten über 
3frre ©cfunt^eit gegeben ; (Bie werten nüe getvöfynlid) ba3 Urteil 
oeftreiten. 2öa£ mtd aber in (Srftaunen gefegt, ift ba§ ber geroölmitdj 
fo gletfderartig falte Minifterpräfttent von Ottilien febr ent^üdt roar, 
unb gan$ geftimmt ift ifyre SBünfde wegen 5lnfteüung ©olfgang's bei 
ber preujHfden ©efanbtfdaft in 3ftom gu erfüllen. 2ßar e$ aber 
nörbig, nadbem er eine fcfyr getftreide Heine (Schrift über 9tatur unb 
©efeijgebung tycrauSgegeben, eine (Sammlung von ©ebtdten erfdjeinen 
$u lajfen, in benen bie Sinbilbungofraft nur ^ie nnb ba aufblijpt ! — 
3n alter Slnfyängltcfyfeit in trüber matter fyü gefdrieben von 

21. v. £umboIbt. 

£en 24. ^ovemfter 1851 fdjrieB $arnfragen in feine £ageblat^ 
ter: „Sinflüfterungen, bie man gegen £umboIbt verfucbt. Tie kleinen 
unb Mittelmäßigen, bie n>oM füllen, ba§ fte gegen einen ®ro§cn 
nid^t^ ftnb, vereinigen ftd) gegen il)n neibifcf) unb ge^afftg, unb glauben 
baburd) ctrca^ $u fein. (Einer fommt läd^elnb gum anbern, vertraut 
ibm bie Abneigung, bie er empftnbct, bie (Scbwaden unb Mängel, bie 
er enttctft bat, ber antre nimmt DaS frcuntlid auf, antwortet in 
gleicher 2£cife, fte brüden fid) vergnügt ?ie $änbe, unb ftnb fcftver^ 
bunbcnc ^reimte gegen ben gelben. Xie angeblid) Sreueften geben 
ftd ju folden hänfen bin. Simeltt bebeuten fte nidts, aber in ber 
SWaffe roirfen fte aU folde, bebrüefen ben lag, bemmen unb verberbert 
baö ©ute, untergraben Suft unb (Stimmung. Son foldem ©ejücfyt 



— 145 — 



|at (Stoetze gelitten, leibet £umbolbt. 3$ femte bergleicben aus ßr* 
fabrung, an 9ta&eP l)ab' td) t>ie Fülle baoon erlebt ! £ie VrüDer, bie 
SWdjren, wie gerne waren fie einig mit Den untergeorDnetften beuten, 
tfyre oereinigte SSJUttelmägigfeit |ö|cr 3U (teilen als Die Genialität Des 
£eqenS unD ©etfteS, oon Der fte ftd) Dod) ftets erteilen unD erwärme« 
liefen ! .vmmbolDfS ©cfjwädjen (InD befannt, er tl)itt nid>t geheim, er 
lägt ftd) fel)en wie er ift; aber feine ®röge bleibe unangetaftet, Die 
©rüge feines ®eiftes, wie Die nicfyt minDere feines ipeqenS ! UnD aebt* 
jig 3afyr, — weldj ein Sollwert": wer Darf es wagen, bawiber anju^ 
ftürmen r 1 



146. 

£umBo!bt an Vaml)agen. 

Berlin, Den 28. Januar 1852. 

£>ier mein Heines foSmifcrjeS ©cfdjenf, teurer $reunb ! 3$ wollte 
es nidjt felBfi bringen, Damit es nid)t ausfege, als Dürfte tdj fonfl nidjt 
fommen. Söerfen @te einen 23licf auf p. 1 — 25, ben 9ftarS p. 511 
unb Die ©djlu&worte p. 625—630. 

3$ barf bod) morgen Donnerstag um 1 U§r Bei 3^nen an* 
fragen ? 3$ fomme beftimmt. 

Sftit alter 5ln^änglid)feit, bie nie erlalten wirb 

^ittwoa^S. 21. ipumBolbt. 

9flit gwei gelben heften, ©einem »teljafyrigen $reunbe Varn* 
^agen »on finfe mit alter Verehrung unb 21nl)änglid)fett Der Verf. 



Den 29. 3anuar 1852 Beigt es in Varnfyagen^S Tageblättern: 
„Um 1 Ufyr fam £umBolbt. SBunberBar rüftig für feine 3a^re ! 3ft 
empört über ben ©taatsftretdj in granfreid), über Die rol)e ®ewaltt^at, 
bie wiüfürUdjen Verbannungen, BefonberS aber üBer ben SftauB Des 
Vermögens cer Orleans. Ter $öntg war anfangs oollcr 3ubel, 
tfyn unD Dem^ofe war Die gegen Das Volf, gegen Die Volksvertretung, 
gegen Üled)t unb SiD »erübte ^reoeltfyat !ein 2Inftog, aBer Dag Der 
Stbcntbeurer Das allgemeine 2Bal)Ired)t Befielen lagt, fieb auf bas Volf 
ftüj?t, (Sozialismus auSüBt unb nod) baju ßaifer werben will; bas 
maebt il)n »erjagt ! ipumbofbt ftnDet, Dag in Der Februarrevolution 
bie (Einfeijung Der proviforifd)en Regierung, Die unmittelbar in gan$ 
Franfreicb ©eljorfam fanb, nocB ein viel ftärfereS ©tütf ift, als was 
jefct Der Sine, Der Docb febon Drei 3aBre $räftDent war unD Den grogen 
«Kanten fül)rt, ausgeübt bat. 3d) führte ibm bas Vorparlament unb 
ben pnfeiger^usfdmg in Frankfurt am 9Mn an. Sr fte^t in jener 



— 146 — 



SBittigfeit bes ©clwrfamS bas 9?ationalgcfühl tcr (Einheit unb bed 
3ufammengehörenS, weldeS bei ben granjofen alle ^artetfpaltung 
überherrfcr-t. £>umboltt jagt, es fei unzweifelhaft, baß SouiS 33ona- 
parte ein @ofm teö ^cmirals üBerfmel fei, fein S3ruter ■äftornp ein 
©olm beS ©enerals glahault, ber mit beiden (Scbweftern — ber 
Königin &on Foliant) uno ber Königin oon Neapel — gelebt habe. 
$on ^)erfignp — gtalin be Perftgnp — fpridt er mit tieffter Verach- 
tung, er fei ein rob>er, ungehobelter Unteroffizier, cer ftd) aber bod) an^ 
maße, etwas 9teueS über sie Poramifcen herausgebracht ju haben. 3 U 
unfern Sachen übergehent, befragte er bie $efd)ränftheit, bie 2trm? 
feligfeit unfrer 9)?inifter, ber bümmfte fei Räumer, bumm unb grob 
baju; berÄonig, gereift unb bofe, launenhaft, gefalle [ich in ber2luS? 
rebe ? er tonne nicht», muffe ftd) nach ^tniftern richten I" 



£)en 30. Sanuar 1852 fügt Varnhagen noch ^insu : „£umboItt 
nimmt ftd) ber Sßittwe bes Philologen lebhaft an; berfelbe hat 
große Arbeiten für ihn gemacht. 2tuf ipumbolrrs bringenben $ath 
ridtete fte ein PenftonSgefud an ben $önig, unb ipumboltt unb 33ödh 
foüten baffelbe empfehlend mitunterfchreiben. 2lber war £)emofrat, 
3War fein thatiger, bod) fein oerftedter, unb ber $önig fonnte taoon 
gehört haben. Um bies unfdjäpltd) ju ma&m, meinte £umboltt, 
wollten fte boch auch «Stahl um feine Untcrfd)rift erfuden ! 21uf ten 
eignen tarnen fefct er nichts mehr beim Könige burch ! Sßeldje 3Ser^ 
haltniffe, Jpumboltt muß Stahl »orfdn'efcen l" 



147. 

§umoolbt an Sarntjagen. 

Serlin, ben 5. gtfcruar 1852. 
3$ glaube, mein theurer greunb, baß ber 33rtef, ben ich fo eben 
erhalte, 3h re 3been über Paris fel)r beftätigen werbe, ©alusfi, ber 
Uebcrfejjer bes ^weiten XfytiU beS Kosmos, ift ein ebler, talentvoller, 
philologifd) gelehrter 9ttenfd), aber oon fehr mäßiger ^reibeitsliebe. 
2BaS er son feinen erften Sinbrüden fagt, brüdt tiefe 9fläßigfeit jiem^ 
lieh unoerfcKämt aus. Sr auch *oar ^on ungeheurer furcht beS $om- 
menben befallen. 9ftetne Meinung ift oon jeher gewefen, baß bie 
wiltefte SJtepublif ben geiftigen $ortfd)ritten ber 9flcnfdhett unb bem 
23ewußtfein ihrer Ehrenrechte nicht fo oiel unb fo langtauernb fchaben 
fann, als le regime de mon oncle, le despotistae eclaird, dogma- 



— 14? - 



tique, milleux, ber, welcher atte fünfte ber 3iöi(ifatton anwenbet, 
um ben 2Bt(Ien unb bie Saune etneä (Sinnigen fyerrfcBen $u laffen. 
Sefen (Sie, um ben 2lbfd)eu vor foldjcr (Srnietrigung, bie wie eine 
$cft ftd) $u verbreiten bro^t, gu vermehren, im heutigen Journal def 
Debats (vom 3» Februar) bie (Grünte, welcBe eine (EmpfcB^ 
lung stifte ber Söä^ibaren (laut tem Constitutionnel) notlj* 
wenttg mad)t. 3u ber geftrigen ©pener'fdjen 3 e itung mar fdon ein 
3nferat von ä^nlic^en SorfcBjägen für bie gweite Cammer Bei un« ! 

3$ ^offe 3fmen Balb bie Histoire de TAcademie (von 23ar? 
t^otmef?) gu [Raffen. 3$ ^Be viel vergeBUd) für bie SMttwe be$ 
5>rof. verfugt. 3^ anfänglicher 

21. v. £umBolbt 



23 e 1 1 a g e. 

©Vener'fdje 3ettung. 1852. 93om 4. geBruar. 9to. 29. 

— Tie SSetfyantlungen über tie 23ütung ter erften Cammer finb 
tt>iet?ert)oIt ©egenftant unferer Mitteilungen geroefen. Sßeniger 
Befannt mödtfe eö [ein, ta§ ftd» in Böberert greifen je£t tie 2lufmerfc 
feit aud) ber $rage über tie 2MItung ter weiten Jammer gutventet. 
Daö gegenwärtige 2ßaBlgefe£ fteüt oa3 2£at)(recBt al3 ein freiwilliges 
Sftecbt otme eine entfprecBente $flicBt Bin. (Sin 3roang S ur Skfyl 
möcbte ebenfo ungwcdmäßig, aU unausführbar erfcBeinen. 3 nI>e nt 
aBer bie SBäBIer ftd) in beliebiger 2lnjabl ber 2ßaBl entBalten, 
geben fte biefelbe in tie ipänte einer unbefannten s D?interBeit, tie 
laufig turcb $olI$ug ter 2£aBl Bewirft, bafj ftatt ter politifdjen 9DteU 
nung teS SBablbejirte tas (Segentfyeil vertreten wirt. Tie ©runt* 
fafce, tie bei ter 5^eubiltung ter erften Cammer ma§gebent fein 
moderen, fyaben in it)rer «ftonfequeng ten Sorfcfylag Bervorgerufen, ta6 
2Bal)tgefe|5 $u ter ^weiten Äammer tabin aBjuäntern, ta§ @e. s 3ft. 
b e r jt ö n i g in jetemSöaBlBegirfe geraume 3 e 1 * 
vor ter SßaBf burcB tie Regierung einen Äanti^ 
baten Beftimmen lägt ter SIBgeort neter wirt. 
wenn bie 9tt e l) r l) ei t ber 2ßät)ler ntcfyt einen 
anbern 2lBgeorbneten ernennt. — Tie Bier geltenb 
gemalten ®rünte werten wir morgen mit ten (Sin 3 einleiten beö 
23orfd)lag3 mitteilen. 



- 148 — 



148. 

£ um bo 1 b t an ^arnfjagen. 

33 er I in, ben 12. ftebruar, 1852. 
2Melletd)t interefftrt es «Sic, mein teurer brennt, auf einem 
glätteten alles gufammen finben waz bie CrleanS'fcbe l^naftie 
»erfucfyt bem Staube entgegen ju arbeiten. Die £er$ogin ton Dr^ 
leanc febieft mir baS 23lättd>en burd) öle f)rtn$efpto ton ^reujjcn. 

3ft 3tynen ein «Stanbibat 2L l iU)eIm ©. aus Drceben, verbüßt 
unter rem Hainen SBUrrieb ton ber 9teun, befannt, ber mid) mit 
gefdneften apl)oriftifcb;en ©ebanfen im SDtanuffiipt quält? 3^ 

%. ». $. 

(Sie fdjicfen mir güttgjt bie Anlage balb reteber. 



149. 

£ u m b o 1 b t an $ a r n b; a g e n. 

»erlitt; ben 23. afiärj 1852. 

Das 2Uter fyat unter bieten Unfcequcmlidjfctten aud) bie, baS man 
SSerfucfcen ber 33efe$rung ausgefegt ift. Söollen (Bie, tfyeurer $reunb, 
ben fonberbaren, gutmütigen 33rief unter 31)re pfodjologifdjen 
Curiosa legen ! (Der 9Jtann, ber tton ber (Seligfett 23ernabotte , S 
fo überzeugt ift, fagt mir auf Unroegen, ba§ ber (Satan in meinem 
^er^en ben «ftommanboftab fü^re, roie bei ©oet^e, bem frommen $ant 
unb SBielanb.) Unb unfer Parlament!! Sfflan roerbe, trenn es 
nott)ig märe, „bie (Stäbte bom Srbboben vertilgen" — roünfcbjt unfer 
Diplomat am 23unbe£tage. 

Sflit inniger 2Inf)ängUd)feit %l)x treuer 

Dienstag in tiefer 
^ad)t. 

3n bem beiliegcnben ©riefe öon 2Iuguft ©rau bom 6. 
bruar 1852 aus Dbto, ^ontgomerp (Seunty bei§t eS: „Sin #err, 
ber einen großen ber Örbc burebreift l)at, ber bureb bie heraus* 
gäbe fo bieler ausgezeichneter Scbriftcn ftcbi im Selbe ber Literatur unb 
Sßifenfc^aften ein fo bauernbes unb glan^reicbes Denfmal errietet 
fyat, fann niebt anberS als mit ber größten £od)acbitung ton iebem 



— 149 — 



Seutjte genannt werben; wenn die tarnen großer #rteger,dte da$ 
23lut i^rer üftebenmenfehen ocrfprüjptcn auf dem Sd)lad)tfelde rnirt 
oergejfen fein, fo wird 3h* 9kme 3ahrbunderte und 3^rtaufent« 
lang in Jen 2lnnalcn t>er ©cfduchte glänzen. Aber fonderbar ijl eä 
ju gleicher 3eit dag die größten ^aturforfcher, ^hilofophen und Aftro* 
nennen, He den gröjjten S^eil ihrer SebenSjeit mit neuen (Erfindungen 
unt) mit der ©rforfdmng der 9taturfräftc 3itgcbrad)t haben, oft ganj 
gleichgültig find in Sejieb/ung auf ü)r feligeä oder unfeligeä Sd)itffal 
in der andern SBelt ©oethe, Schiller, Seeland unt) Äant und 
siele andere waren alle auögegeidmete ©haraftere und gtänjende 3de* 
ale, und führten mehr oder weniger ein fogenannteä moraüfehed 
Seben, fo dag fte (ich vielleicht deö $artenfptel3, der Kegelbahn, des 
Schaufpielhaufeö und SanjfaaleS enthielten, aber ihr Sßirfungäfrete 
ging nicht in die (Ewigfett hinein, und das Sd)irffal ihrer Sieben* 
menfd)en in der andern Sßelt, ihre (Seligfett lag denfelben nicht am 
§er$em w — Nachdem der 33rieffchreiber ftd) nun weiter in falbungs* 
sollen Etagen ergebt, dag die wahre ®ottfeltgfett fo feiten fei und auch 
Bei dürften und Dbcrbofpredigern »ermißt werde, fagt er: ,/Eer IeJ?te 
$önig oon $reugen und feine wahrhaft fömgliche Suife wußten etwas 
öon dem Stande der Wiedergeburt, fo wie aud) der letzte «ftönig »on 
Sdnoeden, der ebmalige frang&fifcfye Sftarfchaü ^Bernadette, $ürft son 
f»onte ßoroo» (Ein armer 33auer tonnte ihm über die Littel jutn 
(Seligwerden mel)r Sidrt geben als einer son den erften Sifdwfcn der 
Xutt)ertfc^ert Kirche, Act), £err ©eheimer fftafy, fo fetjr id) 3^rcm 
guten moralifchen Seben, 3h«nt hohen (£l)arafter als Staatsmann 
und 3fyren ^enntnijjen als (belehrter oclltge (Serechtigfeü widerfahren 
laffe, und mich freuen mug dag Berlin, ja dag $reugen einen folgen 
Sftann aufjuweifen hat wie @w. ©naden find, fo würde meine Freude 
in ein heiliges ^rohloden ausbrechen, wenn id) die ßl)re haben follte, 
in 3&uen einen warmen Anhänger deffen $u feljen, der auf ©olgatha 
jtarb. Ach, ohne 3(m find wir, £err Äammerherr, doch bei allen 
unfern $enntmj|en, bei aller unferer hoebgepriefenen ©elehrfamfeit 
l)5d)ft unglütfltd)." — Weiterhin tyifytti: „(Goethe fagte bei einer 
gewiffen ©elegenbett, dag er wahrend feiner ganjen SebenSjeit noch 
nicht öier glüdliche Wochen erlebt hatte* £as war die <Sprad)e eines 
grogen ©elebrtem Senn GbriftuS feine 5teftden$ und feine Webn- 
ung n i d) t in unferem bergen aufgefd)lagen hat, wer fann anderes 
dort fein als der Satan? (Einer mug dod) dort fein, einer mug doch 
den Äommandojtab führen, Tlarx fann doeb; unmöglich in einer und 
derfclben ßt\t zweien Herren dienen ! Sdler 9^ann, gnädiger $err 
Äammerberr, icb bin son groger ^ld)tung für Sie und für §bxt tx* 
habeucn Seriienfle durchdrungen, und liebe und ad)te Sie, bin 
niebt Werth 3bnen die Scbubrtemen aufjulbfen, daä ift die wahre 
Sprache meineö ^er^enö, wenn icb mid) gleich mit der (Erlernung der 
Anfangsgründe »on fteb^ehn »erfd)iedenen Spraken befd^äftigt habe, 



— 150 — 



unt tie ©djrtftm beä neuen Seftamenteö nod) jefct in ftebcn fcetfcbte* 
betten ©prägen (efen fann. 2tber son ter Skbrbeit ter d>riftlid>cit 
SfteUgtott bin id) fajott feit emunttretjng 3a$ren nicbt nur feft übcr^ 
gcugt, fontern id) jtyU tie ßinflüffe teö ^eiligen ©eijieS tägltd) unt) 
beinabc ftüntlid>." — Xer S3rief ift unterzeichnet : ©nateu er^ 
gebender Xicner unt) SBruDer in (Ebrifto, Suguft ©rau." £umbo(tt 
Kit tie 2tnmerfimg hinzugefügt : „Gin 33efeVungö»crfud) auö tem 
Staate £H)io." 



150. 

£umbo(tt an SBarnfyagen. 

SBerttn, ben 13. SKSrj 1853. 
3$ Bin, tljewrer ttieljafyriger $reunt, bei ten SSerwtrrniffen mei^ 
ne$ bten Sebent, in einer moralifd) fo fcbmacbcoüen '$tit, in ter 
©eißeewernrirrung unt Ungerüi§beit, ob id) 3^nen ten ftebenten 23ano 
ter gefammelten (Schriften meine» 33rufcer$ febon gefantt fyabe ! 3$ 
füble tiefe ©cbam te§balb, rueig aber, ta§ <Sie mir nod) niebt jür^ 
nen gelernt fyaben. £er 2luffaj3 gegen $apotiftriaö, tie ^orterung 
(Strasburg abzutreten, tont rote eine 3^onie tcß ©du" cffalä in $er* 
gleid) unferer jetzigen Xemutb ♦ ♦ . 

alter Siebe unt 55erel)rung 3^ 

21. £ u m b o U t. 

£er £ot Öeopolt tton Stufet — ein geifrreiebe* ©emifd) fce3 
ebelflen bülfretcbften ©emütH augenblidlicber Seitenfcbaft, eineä 
fleincn ;De8pott8mtt3 ter Meinungen j ter roenigen 9ttenfcben einer, 
tie eine ^bvftognomie fyaben — ^at mid) tief gefdjmer^t. ßr ^at 
feiner Sßiffenfcbaft eine neue ©ejlalt gegeben, er roar eine ter grojj< 
ten 3üuftrationen ter 3fit; unfere greuntfdjaft l)at 63 3al)re ge^ 
fcauert— ol)ne Trübung, ob tott gleid) oft tenfelben 23oten beaderten 
— ta id) ibn 1791 in ffreiburg fant, roo er febon »or mir (obgleid) 
fünf 3afcrc jünger) auf ter 33ergafatemte fear, ©ein Segrabm'jj 
war mir ein SBorfpicl, (fest comme cela que je serai dimanche. 
Unt in »etäjetti 3uftante serlaffe id) tie 2£elt, ter id) 1789 erlebte 
unt mitfühlte — aber 3afn1)unberte ftnt ©efunten in tem großen 
Sntroidelung^vojcffe ter fortfebreitenten 9flenfd)beit. Xie anjieU 
gente Suroe l)at aber Heine (Einbiegungen, unt e$ ift gar unbequem 
ftd) in folebem Steile fceä 9tietergangc$ zu befinten. 



— 151 — 
151. 

£> u m b o l t an $arnt)agen. 

93evHn, ben l4.2J?är$ 1853. 

ftexßtyn £>anl unö £rofl fcurd) taS fo farafterijlifcfce, mir unke* 
rannte 2ßort gontcneüVä, aber gma^ig 3afyre ftnfc ötei ju htq, um 
ScffereS ju fer)en ! %i)x 25üIo» »on Denneroiti ijl mir eine grofje 
unfc freudige 9tad)rid)t ! — Den <Sd)aj3 i>eS leifcenfdmftlicben Seopoln 
»on 53ud) gebe idj jurüd (in Jer Einlage ). ©ollte griefcrid) @d)le* 
gePs ajtronomifcfye SBifion nidjt mit ®efpräd)en sufammenfyangen,fcie 
td> in 5ßien mit ifym gehabt fyatte über fcte ©ewtjjfyett, tag mir in 
Deutfcfylant» einjl tas füfcUcfje jtreuj mürfcen mieter aufgeben fer)en, 
mie es uns fdjon üttyißorifdjcr 3 ett geleuchtet t)at. 3d) crin^ 
ncre (Sie nur an eine ©teile meines $oSmoS (II. p. 333), tie 
turd) fefte djrcnologifde Angaben für @ie einigen 'dlti$ erhalt j 
„Das Äreu3 fing im nörllidiett Deutfd)lani> erft an unftebtbar $u 
merten 2900 3a$re ttor unferer ^eitredmung. Das ©ternbilfc 
Ijatte ftd) ju me^r als 10° £>öt)e über fcen iporijont erbeben fünnen. 
2llS es in ten baltifdjen ßättfcer« am JptmmelSgercüibe »erfdjroant, 
frant 1 in 2leg9pten fefcon ein t)albeS 3aljrtanfen& fcie grojje ^rannte 
fceS (SfyeopS. Das £irtentolf Des £t)ffoS machte feinen (Einfall 700 
3afyre fpater. Die Soweit tritt uns febeinbar närjer, wenn il)r 50^aag 
an tenfwürtige (Ereigniffe gefnüpft »tri»" 

Arbeiten @ie ja fleißig an %i)xtm 33üIow üon Dennewifc, Der 
mir in $aris fetyr treuer wurfce» Sr benahm ftcb, 5Jcuftf liebenD, fer)r 
freuntlid) in Öafatyette^S Familie, in fcem <2d)Iöjjd)en Sagrange bei 
J)arU, Safagette'a Sanfcßjje, wo 23üIow sur Stnquartirung lag. 3r)r 

5t. son §um&olfck 

3i) werte 23ant> VI felbft bringen. 



(3lnm er f un g ö ü n 3Sarnt)agen.) 2Ils Srojr wegen 
feiner adliger %al)ve batte id) an Jpumbolrt gefebrieben : felbfi riefe 
fönnten &erbältnifjmä(jtg wieder eine 21rt 3ugent werten, mie goiu 
teneüVs SBeifpiel jeige, ter buntertiatyrig einer Dame ten ftacber, ten 
fie batte fallen lajfen, aufbeben wollte, unt Da er ntebt (ebnet! genug 
fonnte, fcbmerjlicb ausrief : „Que n'ai-je plus mes qnatre-vingts 
ans !" — 55on $rictricb ©cblegel batte icb i|m mitgeteilt, terfclbc 
tyabe ju Drechen furj öor feinem $ote gegen Xkd tie $>ropl^eU)uiig 



— 152 — 



ausgefpro&en, er wiffe niebt genau wann, aber getmjj in niebt langer 
3eit ivette am Gimmel eine mäcbtige öeräirterung vorgehen, alle 
grojjen ®ejhrne würten U)ren ^piafc öerlojfen unt in ein gewaltiges 
Sreuj jufommcnrutfen») 

152. 

£umboltt an Sarnfyagen. 

Berlin, ben 15. Augujt 1853. 
£urd) tie Verlängerung meinem langweiligen Aufenthalts in 
?PotStam von 3bnen getrennt, mein tbeurer geiftreieber greunt, tjt 
meine erfte Annäherung eine Sitte. Sie, Sie allein fint» mein litte* 
rariflter 9iatbgeber, ter £iefe ter ©efüfyle mit einem fo wunterbar 
barmonifdnn (Sprachtalente verbintet. 3n meinem Uralter nimmt 
3agbaftigfett über mieb, felbft franfbaft nt. Sc erfebeint als ein be* 
fontereS SBäntcben tie Stowa^I ter Sonette meines 23ruterS, in 
tenen Stoff unt $orm niebt immer in glüefliebem (Einflang fteben. 
3cb jlebe, Dajj id) morgen, dienstags, um 1 ilbr ju ^foxen fommen 
Darf, um 3bncn eine mir abgetrungene SBorreoe oorjulcfen ! ©eben 
Sie mir ja nur ein müntlicbeS 3a, turdj ten Liener. SJltt alter 
unoerbrücblicber ^euntfebaft 3h r 

2L tt. ipumboltt. 
Montag. 



153. 

# u m b o 1 1 1 an Varntyagen. 

33 er! in, ben 31. Stuguft 1853. 

So iji in tiefer für meine ©cfü'Me fo traurigen 3«t, wo ein be* 
ängftigentcr Samum vom ^rutb jum £ajo webt, mir boefc einmal 
etwas boeb ÖrrrculicbeS geworren : SHüdfebr, fo freuntltcbe 

2£orte von Stynctt, ja 3|w aflcbte £ülfc. 3br berrlicber ©rief trifft 
mieb bei tem bon a tirer einer Keinen, id) boffe prätenfiottölofen 
SSorreoe JU ten Sonetten. Xa eS mir leiter unmbglicb ift, 3bmen 
morgen perfönlicb ju tanfen (icb mu§ Freitag tem JRönig bei fetner 
Anfunft mancbeS $erfprod>ene in ^otetam übergeben), fo wage id) 
ti jhten noeb, tiefen Abcnt meinen jlorreftuvbogen 31t fänden. 

3d) bitte Sie inftäntigft tie glätter, in tie id? ein wunterbareS 



— 153 — 



Fragment (wie aur Erläuterung feer tyeen unfe (Stimmungen, feie 
in feen „Briefen an feie ^reuntin" fid) offenbaren) eingef&altet 
J)abe, ftreng 3U bemänteln, unfe mir auf einem befontern ^Blatteten 
31t hottren, was icfo änfecrn, unfe befonterS was id) fubftitutren 
foü. ;$f)nen folge id) blinfelings. 

(S. IV gefällt mir nidrt, "f d) ö n errungene £immelsgabe." 

Das fromme Fragment mar oon eigener &anfe giemlid) un* 
leferltdj gefcfyrieben, unfe in lern ^ertofeentau war etwas fyier uns fea 
nad^ubelfen; fo <S. XL 33teüeid?t fyabcn (Sie lieber „b ei 2lner* 
fennung," Die Strafe iß fcbwerfällig, aud) jejjt noeb. 

@. XIY merken (Sie niebt talein, „e b e n n t d) i" ftatt „b a b e n 
nie g e r a fe e," was noeb familiärer ift. Die 4 3 e ^ en f^ en ^ 
ein gefallener 2Ierolit^ Srbalten mu§ man fte feod), fd)on als große 
8 r e i $ e i t. 

könnten (Sie (S. XIII unten ni&t etwas Reifen ?< 3ft 3fywn 
feaS &nfee ter Strafe „(Stimme feeS ©ewijfenS — gelegt fyat" feeut* 
lid) ? mir nid)t. 33teÖeid)t märe feureb, einige Sßorte Der (Sinn ju er^ 
läutern. 

Sftoma, feie 3Serfe an mieb aus 2llbano, ade (Sfyöre unfe Pinda- 
rica, werten ein anfeercS Bänfecben bilden. 
Sftit aller Siebe unfe tiefer 2lcb;tung 3fyr 

2t. ö. £umbo!fet. 
Die traurigften 5^ad)rid>ten aus Slrago'S Familie ; ©efcbwulß 
an £änfeen unfe Süßen, Diabetes unfe faft (Srblinfeung ! SUerjig 
3afyre geben mit ifym ! ! 



154. 

£ u m b 1 fe t an Barnljagem 

23 e r l i n , ben 2. (September 1853. 
Saufenfe Bergung, feaß id) Sie, feen Seifeenfeen, beferängte ! 3$ 
tjabe alles aufgenommen, bin jefeem SBinfe gefolgt, ©ern aber möchte 
icb aud) feie Betrachtung anbringen, feie (Sie bei (S. YI äu§ern. 
Sßürfecn (Sie folgenfee Öinfd)altung billigen: „(Sin langer 2lufentbalt 
in SR om, unfe öiellei&t ein lebhaftes Sntereffe für gemijje ßpoaVn res 
italicnifcfyen DidrterlcbenS fd)einen meinem Bruter eine befontcre 
Vorliebe für eine Heine fyvifc&e $orm eingeflößt ju haben, feie feem 



— 154 — 



(Manfen (foü ter SßoWflang ntcbt aufgeopfert werben) enge Ueffeln 
anlegt, tte er aber mit 33ewußtfetn unt Abfielt frei bemäntelte." 

Üttt »ollen <Sie „He er in Freiheit mit 23ewußtfein unt Abftdt be^ 
banteltc," oter „tie er in bemühter Freiheit bebantelte?") „2Benn 
nun ter Siebter nad) feiner realen (Eigenheit unt 3ntioitualität am 
Icbbafrcftcn baä SBeWiffnijj füblte, alles was ter Smpftntung entquillt, 
mit 3 ^ e e n ju verweben." 

Xen fritifeben @d)ajj, %i)v 23lättd)en, erbitte tdj jurütf . 

Xanfbarft 3fw 21. », £ u m b o I t t. 

freitags. 

(Anmerfung vonVarnfyagen. 3* wählte: „Tie er 
aber mit bewußter ^reifyeit bemäntelte," weil tiefe Seeart fid) am beften 
pi tem 23tlte ter eben genannten „Ueffeln" fcfytcft, jetod) aud) fonft tie 
(Sad)e beftimmt austrüdt.) 



2$amoagen berichtet ten 9. September 1853 in feinen Sageblät? 
tem: „£umbo!tt f)atte ftc^ melten taffen, er fam gegen balb 2 Ubr 
unt blieb bis nad) halb 3. Sin bloßer 23efucb, obne ©efifräftlicbes ; 
er batte taß 23etürfni§ mancherlei au^ufpreeben. 3 uö ^ cr f* erflärte 
er ftcb mit bittrem Jpohn unt Unwillen über tes Lintigs Steten in 
Glbing unt in £irfcbberg, über tie gän^licbe (Sdnoäcbc, tie fid) in \oU 
chen ungeortneten Aufwallungen !unt gebe. Xann fprad> er mit 
tieffter Veradtung üon tem ^ultueminifter von Räumer, teffen 3^ob^ 
heit unt ^rc&heit, teffen ipaß gegen alle 2£tffenfcbaft, tejfen unbeil* 
volles SHrfen. „Ter «ftönig, fagte ^umboltt, haßt unt verachtet alle 
feine 9ftinifter, aber tiefen befonters, unt fpridrt von ihm wie ton 
einem Sftintvieb, befonters ärgert ibn, taß Räumer fteto ten 2öüiu 
feben te^ Königs entgegen ift." — Unt bebalt ibn toeb ? — „2£ie er 
alle beeilt, weil er fte einmal bat, unt jete Veränterung eine mtifc 
fame Arbeit ift. — 23eifpiel von ten Brütern (ScHaginweit, tie ter 
Lintig gern $u einer 9ietfe nacb tem ipimalava unterftüfcen wollte, 
ter ^'ultuemimjter verweigerte e$, ter^önig fcefabl ibm, tte Meinung 
ipumboltt'ö $u vernehmen, tiefe war tie günftigfte, Räumer jetod 
bebarrte auf feiner Meinung, tie turefo £um&oltfs äfteütmtfl niebt 
umgeändert fei. Xa )ö>v\(b ter RMq, ter ftd gegen feinen SRiwijlct 
obnmädtig befannte, an Fünfen, ter nabm tie 3 ad e in tie £ant, 
unt tie Brüter (SaMaginweit erhalten nun englifebe Unterftüfcung." — 
Unt terfclbe $önig, ter fo eiferfüdtig auf feine SÄacfet tlutt, laßt fie 
fo hefebränfen ? — „3a er gefällt ftcb bisweilen in ter 9i olle eines 
fonftitutioncUen Königs, fpridt ftd> in mißlid>en Xingen mit einer 
Art Sd^atenfreute von jeter Verantwortung frei, wirft an ibn ge^ 
matten ^orterungen tie Sdwierigfctt entgegen, tie Unterschrift feiner 



— 155 — 



SQtimfrer 31t erlangen, ja tbut aU ob ber „Sftacfer son Staat" etroaä 
ihm §remteä roare, befdntlrigt fogat feine 9fttmjicr, tag fte ilnt über 
bem „5iacfcr ton Staat" oft aujjer v Mt liegen u. f. ro." — „3n 
fleincn Summen erfahrt tcr ftönto oft ten größten SBtoerftonfc, in 
großen fcMägt er renn tod) fcureb; 300 Später für einen armen ®e^ 
lebrten ooer .ftünftler fcfclägt man ibm ab, 40,000 £baler für einen 
2(nfauf fcarf man ibm niebt serweigern." — SÜBeWje »emorrene, un^ 
beibolle StrtbjVbart ! — „Ter «Konto, ift gan3 gufrteten, ca§ er in bett 
tircfeltcben Saasen ungel)tnt>ert mantfd)en fann, tte gelten alö »orn 
Staate getrennt, ta l)at fein Stttnijier eintreten." — <£aö ift mir 
umjerftanrltd) unt> aud) fo nidjt rid)ttg, tie -äfttnifter mifeben ftd) rool)I 
ein» — „Ter fcfylecfjteftc $erl in ber ganzen 2£trtt)fcbaft ift ter ©et). 
0tatt) 9ciebufyr, ein niedriger Sd)leid)er, Tucf mäufer, ooü §a§ unb ©ift. 
Tie ©arcia fann l)ter nidjt fingen, fagte er »or einiger 3^it, ba$u ift 
fte rotfy ; alle ^orfiellungen, tag ber ©efang nid)t rotfj fein roerbe, 
roaren sergebenö, icb fagte tt>m julejjt, nun fo fcfyicfen Sie nad) 53e^ 
tl)anien, unb lajfen bie Dtafontffmnen fingen. Sr roirb glüdltd) fein, 
mid) unter ter Srbe ju fefyen." 



Ten 25. September 1853 ergabt 33arnbagen in feinen £age^ 
Mattem: „lieber tie 2lnroefenf)eit Immboltfö sorgeftern im ^tr^erte 
ratt) roirc gefagt, feie Pfaffen Ratten ibren größten ©egner, ter fte 
alle ju Scbanten macbe, in ifyrer SDtitte gehabt, ben 9caturforfrtcr, 
öor bem all it)r Xunft unb $rug in nid)tö aerfliefje. „Siballtno ift 
unter eud)!" t)ätte man rufen fönnen." 



155. 

ipumbolbt an ^arntjagen. 

Berlin, ben 12. Sejember 1853. 
Sie baben mir, mein ebler ^reunb, einmal rcieter eine gro§e 
freute ju bereiten gerou§t. 9cad?tem unfre SKBretfe üon $ot£tam, 
ta« fieb ganj ju einer buttbtftifAen „falten £ölle ' geftaltete, burd) 
Unrcoblfein cer Königin lange gebinbert roar, bin id) tenn entlicb, 
feit Sonnabent, fyierber überftetelt. Sie baben ben preujHfdjen 
2ßaffenrul)tn unb, ante mieb menfaMtcber berührt, ten fo öielfeitig 
gebildeten Krieger serberrlicbt.*) Tie ©aüerie 3brer Sebcnebilrer 
ftebt einzig gro§ in unferer teutfeben Literatur. 3$ bin fefyr tnU 
rüjtet, ta$ in rem legten Stücf be« Quarterly Review (September) 

*) Sebcn be§ ©enerats ©rafen 33üloro fcon 2)enneroi^. 33on 2T. 
SBarnfyagen 'oon (Snfe. Berlin. 1853. 



— 156 — 



mein greunb 2lrago fo febäntlicb bemäntelt ift, aus politifcber fax? 
tbeffuftt, ganj wie id> oon temfelben 3ournale Stele 3al)re 1810 — 
1818. Sine 9tote am (Snfce te» <&eptemfrcrjfücf3 fagt mit (eltener 
3 a r t b c i t, Ter Äwffafc fei 0efd}rie6en f ebc man feinen £ot »ufte, 
aber in Öonton mar allgemein befannt, ta§ er erblintet tut? an 3Baf* 
ferfuebt, r ic ibn beangjHgte, grätenlos leitend »ar ! ! 

Wit alter Danfbarfeit unt #n$ana,ltd)feit ml 23cn)untcrung 
3$reä Jalcntö 3^ getreuer 

SRontagS« 21» o. £umbolbt. 



156. 

£>umboIbt an SSarntyagen. 

Berlin, 2)onnerftag 9hdjt, — toom 
13. jum 14. 2lpril 1854. 

Smpfangen (Sie, etler greunt, meinen tnnigften Dan!, (Sie unt 
tie liebenSroürtige Sertraute „ter Dämonen." *) Der $önig ift für 
nticfy wegen ter geiftlicben Vorbereitungen jefct unftebtbar, unt gebt 
Montag in militairifeben 2lngelegenbeiten nacb Potetam auf 5 — 6 
Jage; aber ein red)t warmer 33rief oon mir ift morgen 8 ilbr in 
feiner £ant. ** So baben wir n?enigftcn£ unfere ^flicbt treu ge* 
ifyan. 3$ totrlt 3 an 3 ^ er refponfable ÜRintjter ter $ o n f e r » a t U 
seit; tenn sor trei Jagen forterte id) fcaä »ierte ÜJMnimum tc$ 
Dtotben Bogels für einen SOiann, ter 150 3^br fein ©runtftücf 
fonferoirt bat, ten ©dritter 53oucbe, einen 2Itoptiofol)n***) 
auö ter Sbampagne. — ®$ ijt mir eine grofce greute, fcajj 3^nen 
meine Introduction f), tie nur ta$ Vertienjt ter freien ©eftnnung 
unt Jreue l)at, aud? in ter $orm gefallen bat. 2113 Dan! fdjicfe id) 
3bmen ein ter 3eitum(lante — 3uni 1848 — ntd)t umoiebtigeö 
Dofument für 3^e 2Iutcgrapbenfammhtng. 9htr tie antern tya* 
jriere, n?elcbe tie irtifdben (SIen&igfetten teß leiter öffentlich genuntc^ 
nen 3 w 'ß c 3 X) filtern, erbitte icb einft jurüd . 2llleö firle loirt in 

*) Bettina. **) Um ibn 311 benachrichtigen, baß am 17. (Saüign^S 
getbne §od)$cit ift. ***) Subtoig toen ©crlad? hatte in ber jtretten $ant* 
met ben Säbgeorbnctcn ^etbmann*$oürocg einen 2lbopttx>fct)ii Greußens 
genannt, f) B u Slrago'ö SSerfen. 

t) Sperr ÜKatyteu tyatfe jtd; bagegen aufgelehnt, baß auf bem Xitel ge* 
fagt rcirb, §crr SSarral fei fcent 23erftorbenen jum Herausgeber beftettt 
toorben. 



— 157 — 



©emeinfjeit $erafcgejogert : tcfy We einige Seilen antworten muffen* 
— 3$ leBe monoton unt> trübe et inourant, avant le principe. 
mt aüer 2lnt)änaUcf)feit 3&r 21. ». £um&oltt. 

3$ teerte geroif Montag mitfy l)o^eitartig einfinden. 



157. 

Slrago an £ u m & o l b t 

Paris, ce 3. Juinl848. 

Mon eher et illustre ami. 

Mon fils est parti ce jour demier pour Berlin, en qualite 
de ministre plenipotentiaire» II est parti amme" des meilleurs 
sentiments, d^dees de paix et de conciliation les plus de'cide'esl 
Et voilä qu'aujourd'hui votre Charge d^affaires s'est rendu chez 
notre ministre des affaires etrangeres, pour lui rendre compte 
des inquietudes que la mission de mon fils a excitees dans votre 
cabinet et parmi la population berlinoise. Me voilä bien re- 
compense, en verite, des eflbrts que pai faits, depuis mon arri- 
väe au pouvoir, pour maintenir la concorde entre les deux gou- 
vernements, pour eloigner tout pretexte de guerre ! A qui 
persuadera-t-on, qu^anime des sentiments, dont je fais publique- 
ment profession, j'aurais consenti ä laisser investir Emmanuel 
d'une mission diplomatique ünportante, s**il avait ete en ddsac- 
cord avec moi, sMl appartenait ä une secte socialiste hideuse, 
au communisme, car, j'ai honte de le dire, les accusations ont 
ete jusque lä ? Au reste, j'en appelle ä Pavenir : toutes les 
prdventions disparaitrout lorsque Emmanuel aura fonetionne. 
Yotre charge d'affaires regrettera alors la re*clamation intem- 
pestive qu 1 il a adressee ä Mr. Bastide. 

*Tai recu, mon eher ami, avec bonheur ton aimable lettre. 
Rien au monde ne peut m'etre plus agrdable que d^apprendre 
que tu me conserves ton amitie. J'en suis digne par le prix que 
j'y mets. «Tai la confiance que ma conduite dans les trois der- 
niers mois (j 1 ai presque dit dans les trois derniers siecles) ne 
doit me rien faire perdre dans ton esprit. 

Tout ä toi de coeur et d^ame F. Arago. 



— 158 — 



158. 

£ u m B o 1 b t an Vamtyagen. 

^Berlin, ftrcitag ben U. Styrtf 1854. 
£a ber 5Tönig fdwn £onnerc<tag feinen «fttrebgang gehalten, fo 
TQabe ico, fceute noeb in Gbarlottcnburg gefpeift unb fann 3fynen uns 
erfreuliche 9tad)ricbt geben, tag roie ber $önig mir gefagt „er üon 
bem £t»rentage geroufjt (nidtf turd> Ufyten ! !) unb langft aüe$ ba$u 
Bereitet t)abe." 'Die 3ngreoienjien ber geiftigen ober materiellen 
(Speifung liegen freiließ für mid) in Ümmerifc^em Tuntel Begraben. 
3fyr treuer 

£utnboIbt. 

^rinj tton $reufjen roei§ nichts »on ber Sintabung noce et 
festin. 



159. 

£ u m o o l b t an Varntjagen. 

$ot«bain, ben 4. 3uti 1854. 

£>a id) bureb meine amerifanifdjen Verbindungen in bie Vorliebe 
ber $rieten£gefe(lfcbaft geratben bin, fo roerbe td) oon berfelben mit 
sielen ibrer ©Ariften unb Srattätcben belaftigt. £ie lefete Kummer 
teö Herald of peace ift aber fo merfroürbig burd) bie politifebe 23e? 
reegung ber frömmelnben ^rtebenSquafer , da§ <8ie , teurer 
greunt, vielleicht einige 2lugenbltde erweitert, felbft bie 3 e "9 ni lT e 3 U 
lefen. 3 er f*ören (Bie das Vlatt ! 

£>« (Sendung fotl jugleicb, ein 3ei<fcen be3 ? e b e n 6, b. fy. ber 
innigfren treueften ^reunbfebaft für (Sie in biefen trüben 3eitcn ber 
©d)»äcfce unb teä UntterjtandeS fein. Von bem neuen „©tafyUSRanfe* 
fetten" (Staatsrate fyabe id) mid) aus ©rünben, bie niefct ttc des 211^ 
tcrS finb, befreit, icb bin au^gefa^ieben. 

3d) lege 3frnen noeb einen fraufen SSrief beS armen 33unfen bei, 
ben (Sie reebt gebeim balten unb mir gelegentlid) »ieterfcMcfen müf? 
fen in meine berliner Sßobnung. Srft Heidelberg unb bann 
53onn, immer $roifd)en ben aufregenben Erinnerungen an groei (Srj* 
füfcbbfe. * 23ei ber gefaklid^en Senden^, bie ber eble Biaxin für tfyeo* 
Iogif&en (Streit unb feine neu erfuntene apoftolifcfye jtiretje unter bet 
Birma £ippok>tuS tyat, roürbe ein 2lufentl)alt in (Snglanb, nämlid; 



— 159 — 



auf bem £anbe gn>tfd)en Sonbon unb Drforb (ber 23ücber wegen) tbm 
erfpriegUcber fein als Sonn. Die anglifanifd^e freiliefe unfculDfame 
£od)fircbe iji in einem freien Sante minDer unbequem, als ein 
minifterieücr ,ftird)entag in Greußen. Dagegen fürdte id) febr für 
(wegen) Sunfen'ä miffen[d)aftlicben 9ftuf Die DrofyenDen ^petbefen^ 
reieben (Schriften über Urfcölfer, ägtypttfcfye, insifdje unb ausgegrabene 
affprtfefoe (Semiten, wie aueb über bie Sage Des $araDiefeS, für Das 
bei Kiepert eine jt a r t e b e ft e II t ifr. SanDfarten über Meinungen 
ber Golfer tonnen ton ber fcfytffbinbenbcn $tyil)e am 2fteer unb 
malatya bis jum 2lrarat unb gu Slramea $9mbotoS, ja bis jum me^ 
xifantfd)en (Sorcor jid) erfteigen, $bantaftebilDer,bte auefy bie mormo^ 
nifebe 23tbel fennt. (@. bie Beilage.) 

Die weimartfefeen $l)antaftefptele fmb me^r Weiterer 3Xrt ; 23e* 
fyerrfcfyung ber ÄUmate burd) Änpjtoöpalä fte, Die sugleid) Sßirttjefcäu* 
fer finb, 9ticoS unb 9flabeira unnötig machen, unD ja nur ffiiU 
Honen £l)aler Kapital erforbern, eine Anlage in ber öDen $otsDamer 
$afernen(rabt* Unb Das ausgebrütet in bem £irn eines fenntmjjöoöen 
Cannes, groriep. 

9Rit treuer greunbfdjaft 3$* 

§umbolbt* 

^otsbam, ben 4. 3ult 1854. 
3m 3citatter ber ßrvftaßpatäße. 

3$ finbe erft gang tior fuqem in einem SBricfc ©neifenau'S, 
1818 : (in (Steint geiftloS reDigirtem Seben V. <S. 262) Die 
»on 3^«en gewig längft bemerfte ©teile: „£. ftrebt wieDer naefy Dem 
9ftittelpunfte, aber il)m mangelt Vertrauen, 2t d) tu n g, ^araf^ 
t e r unb 9Rutlj." @el)r perfönlicber £a§ fann Den eitelen (Sneifen* 
au boeb nur veranlagt ^aben, fo fcerwerflieb tton meinem 23ruDer gu 
reben. 3$ erinnere miefy freiließ öon ifym gehört ju baben, ®neifen? 
au fei bei feiner 23erabfcbicDung i|m feinDlicfy gewefen. 2öaS son 
allen *Partfyeien übrigens Damals über politifd^e 3nftitutionen gefagt 
wtrD, fommt mir jejjt, unb fam mir febon 1815—1818 üor, als läfe 
icb ein p^ftfalifcbes 33ucb Des brennten 3^rl)«"bertS, nur gurebt 
ttor ^ro^injiaUStanben war ju loben, c'est de la bouillie pour 
les chats. 



— 160 — 



Heber tiefen ©rief Bemerft ^ßarnljagen ben 5. ^uli 1854 in fei* 
neu Sageblättern: ,,3d) fanl einen großen ©rief von Jpumbollt, ler 
mir laä neuefte »Stücf vom Herald of peace, einen ©rief von ©un? 
fen — vier enge Duartfeiten — unl einen anlern von Robert gro* 
riep auö SBeimar mittbeilte, begleitet von feinen guten ©emerfun^ 
gen. „Tie ©enlung, fagt er, foü gugletcb ein ßficben te* £ e b en S, 
fc. I). ler innigften treueren greunnlfcbaft für Bit in liefen trüben 
3eiten ler ©ct;tüäcbe unD tes Unverftanieä fein." Berner : ,,©on 
lern neuen ©tablsflftanfe'fdjen (Staatsrate ^abe idj mid) aus ©rün* 
fcen, tie ntcbt lie leS Alters ftnl, befreit : id) bin auSgefcbiecen." 
Tann fpri&t er von len $bantafiefpielen $roriep 1 3, ler einen las 
^lima tefyerrfcfcenlen ßrgftallpalaft in ter „ölen itafernenftalt" 
|>ot$Dam gründen unl laju 1J Millionen £f)aler anleiten möcbte ! 
Snilicb rügt er ©neifenau'ö ^fijjurtbeil über SBilbelm von #unu 
bolit, ausgefprocben in einem ©riefe vom 3^bre 1818, len s Per!3 in 
lern , geiftlos religirten" Seben «Steint mitteilt; mit 3ied)t ver- 
tvirft ipumboltt lie fdmöle ^tjjbeurtfyeilung feines ©rulers. 

Ter ©rief von ©unfen ift ietyr unorientlid) gefcfyrteben, #unu 
fcollt nennt ttm einen „fraufen," maß ilm treffenl bezeichnet, ©un? 
fen tvill fünftig in ©onn rcolmen, beflagt aber, la§ Cie Univerfttat 
fo herunter gefommen fei, befonlerS in ler tfyeologtfdjen Öacultat, 
man l)abe Torner unl Stotfye tveggebiffen, unl lie aUerbcfdjränftefren 
oler mittelmäßigen Seute, roelctoe man in gan$ Teurfcblani auftrei? 
oen fonnte, ivie £ange unl ©teinmeger, feien an leren ©teile ge* 
treten; von ipengftenberg'S ©tulirjimmer aus, lurd) ©erlacb, gel)e 
alles auf ©erlummung unl ©erftnfterung loS; man tvcrie liefe 
trübe $üt les geiftrcicfyften Honigs les 3<*tyrl)unl erts nod) viel ar* * 
ger betlagen unl verurteilen, als SDxöllne^S; alles habe $ugleid) 
len reaftionairen polttifcben Äarafrer ler 3unferpartei; nur $tu* 
cfcelei unl magrer Unglaube tverle lurcb liefes unfelige ©gftem 
gepflanzt, unl lie leilenfcbaftlicbfte Sfteaftion vorbereitet; mit ©ar^ 
len unl $)oli$et tonne man ja politifd) t^un roaS man tvoüe, — fo 
lange es lauert : allein lie Knechtung leS ©eiftes habe ler Teutfche 
nie ertragen, unl fein % l u d) folge lurch alle 3ahrhunlerte lenen, 
lie fie gefugt haben* ©o fcbreibt ©unfen ! 2lber je|t, aU gefallener 
©ünftling ! 2ßie mar unl rotrfte er vorher ? 2lud) jur ©erlummung 
unl ^nccbtung. ©an^ ät)nltc^ mit $Ralonrij3, ler auc^ gule^t freu 
finnig t&ati" 



— 161 — 



160. 

Sarnhagen an £umboltr. 

33 erlin, bcn 8 3fuli, 1854. 

Sftit gerührtem banfbarem ipergen hab 1 id) (Euer Srjcöcnj tl)eure3 
©treiben empfangen. 3a Wohl, ein SeBen^ci^en, ein 3eid}en bc* 
fräftigften, etelften Gebens! SBett» je He grage entftefyeu fönnte, 
Wie (Sie in liefer trüben ^eit getagt unt gefühlt haben, fo würte ein 
folcbea Statt t>ie entfchietenfte Antwort fein, fcas glän$entfte 3 e wg ni P 
einer ©eftnnung unt 2l)ätigfeit, tic ftcte tie gleiche Züchtung gehalten 
unt ftd) nie oerlaugnet l)aben. Xen 33ricf au6 Sonton — ta? ihn 
gegebene SBciwort „fraus" belichtet ihn treffent in jeter 33i^ichin^ 
— fente ich tem 23efel)l (Euer (Ergellcnj gemäfj, Riebet pfltcbtfdjulrtgft 
jurücf ; wie gern hätte id) Um meinen «Sammlungen einverleibt ! 
(Er ift ein merfwürtige^ 3 c i$ e N gegenwärtigen >$erbältniffe, 
manche Sluetrüde ftnt oon ter fcftlagenfcften 53eteutung. 3$ sollte 
nur, ter (Schreiber hatte aueb früher ftd) fo geäußert, o o r ten legten 
pcrfonltchen (Erfahrungen ! Ter wtffenfcbaftlicbe 3^uf, ten (Sie rurd) 
tie trohente (Scbriftenflutt) gefährtet glauben, fcfcemt mir oon Anfang 
auf unfi.cberm 23oten hauptfädjlid) turd) äußere (Stufen gehalten 
Worten ju fein, unt mit tiefen unrettbar fallen ju muffen. 2Sieüetcht 
Wirt ftd) t>te politifcbe 33alm wieter eröffnen, aber gewiß ttidjt turd) 
fttterartfdje £>üV, aU wcld)e tiefe plöj3ltd)e Ueberftürjung tod) wol)l 
mitbeaoftebtigt fdjeint ! (Sdweigente SRuhe wwte weit nüi3lid)cr fein. 
3nte§ barf tiefe an tem gewählten Drte fd)werltch erwartet werten, 
wo ter fatholifche jpaß bereite rege ifr, unt ten polttifchen nährt unt 
tterftärft, ter oon ^ier aus nachhaltig fortwirfen Wirt. 

£er feiige Surft $3tttgenftein beglücfwünfchte mich *m% ta§ td) 
nicht nöthtg hätte im <Staat6rath ju fttjen, unt taö war toch ter alte, 
in welchem auch (Euer (Erjeüenj waren ! Um wie oicl mehr mujj icb 
(Sie beglüdwüttjcben, fcajj (Sie tem neuen ftd) endogen haben, in wel^ 
ehern (Stahl unt 0tanfe ftnt ! £em ledern Wirt wohl niemant tie 
9Me ter lacherlicben $erfon ftreitig machen, tem erftern jetermann 
ten Vorrang teß (Sophiften lajfen. 

Xic Sßorte ©netfenau'ö, weld)e $er£ im Seben (Steint ( V. 262) 
mitteilt, paffen fo ganj unt gar nicht auf Wilhelm oon ipumboltt, 
ba§ man öerfucht wäre, taö £. tort anterä gu teuten, wenn ftch tafür 

3 



— 162 — 



eine ftattljafte 2lnnabme ftnfccn liefe, 3$ fyabe wobl felbjt auö ©neU 
fenau'ö 9flunbe Steuerungen von Unjufrietenfycit gehört, aber nie 
foldje, bie fo auogefd)weift Ritten, Jenen fo leidjt unb voüftänrig ju 
Wtberfpred)en gewefen wäre ! 2Baö ©neifenau an 3^em 23ruter ta* 
belte, mar bauprfädlict;, ta§ er nie öerfudjt fyaU, turd fein Slnfebn 
unfc feine ©eiftesübcrlegenbeit tie ©leidgefinnten gu einer ®emein^ 
famfett vereinigen, mit ter ftdj viefeä fyatte unternehmen unt be^ 
wirfen lajfett* Tod tiefen SSortwurf, wenn e$ überhaupt einer ift, ^at 
©neifenau felbft eben fo vertient, unt von ten Seinigen reidlidft er^ 
fahren! £a3 23ud) von $er(3 wimmelt von Ungerecbtigfetten unb 
©(^iefjeiten, bie gwar meift »on Stein felbft herrühren, von $er£ 
aber mit blinber $artl)eilidfeit bekräftigt werten; er, ter alle* mite 
tyeift, aud) oft gar nidt gur (Sade ©ebiörigeö, laft widrige 5lftenftücfe 
unbetenflicb, fort, fobalt fte ntebt gan3 gumiBortt)cil feines gelten fmt. 
Xaffelbewirt ber %aU fein, wenn er ®neifenau 1 6 23iograpt)ie fd)retbt, 
3U ber bod) vor allem eine fnegsfunbige £ant erforterlid) wäre ! — 

£aß fromme Duäferblart war mir fd)on befannt; man l)ätte folde 
Ungcfyeuerlidfeiten in englifder ©prad)e faum für möglich halten 
follen ! 2lber unfre 3*ü ift «itfy an folgen» 2ln bie ©teile fceö $tf$* 
rüdenö ift ber ^Pfvcfrograpl) gefommen; man will mit©ewalt mir ten 
©lauben an bie 2Ubernt)eit aufdrängen, id) entfd)ulctgc micB, ba§ in 
meinen 3<#en man etwaö gurücfbleibt, td) fei erft beim Sifdjrücfcn, 
von bem aber will man md)U mel)r pren. 23ci tiefem ©egenftante 
fallt mir etwas ein, baö id) nidjt untertvüden mag ! ®ö gefdiel)t na^ 
türlid) febr oft, ba§ Steuerungen Euer örgellenj, befonters folde, bie 
an königlicher Safel vorgekommen, in 1 » große ^ublifum bringen, 
^icr mit Sifer wieberljolt werben, unb tabei tie abweiebenbfren ©e* 
ftalten annehmen ; fo gang furnier; wieber eine Entgegnung an £crrn 
Senfft von ^ilfad), in ter mir bie urfprünglid)c Raffung fet)r verloren 
fd)icn ; e3 wäre bod) würtfd)en£wertl), wenn tiefe jebe^mal irgenbwie 
autbentifd bewabrt würbe ! — 

Sftit wieterpltem innigften £anf, in treufrer Verehrung unb (Er^ 
gebenbeit verharr 1 id) unwantelbar (Euer Spellen} gang geprfamfter 

3Sarnl)agen von (Enfe. 

(Einige ftarfe, mir fo willkommene aU unerwartete, 2lu*trüde in 
bem Sonboner 53rief erinnern mid, ba$ aud) £err von Sftatowtjj in 
äbnliden ftd ergangen t)at, unb fte fogar fyat bruden laffen (©e^ 



— 1G3 — 



fammclte <Sd)riften IV. 210, 256, 281.); in ber mittlem (Stelle 
get)t er fo weit, ben 2Bat)Ifpruc^ „©egen £emofraten Reifen nur <BoU 
taten" in fein ©egentfyetl umjufefyren ! 



161. 

£umbolbt an Sarn^agen. 

2erlin, ben 9. 3ult 1854. 

3* ftnbe, oon bem in (SanSfouci gefeierten rufftfcfyen Samens* 
tage jurüdfebrenb, 3l)reit UebenSwürfcigen S3rief. £a id) Sbntn 
nid)ts abfcblagen !ann, fo lege id) ben £ippofr)tuS Bei ! 23efrietigcn 
(Sie fcafür meine 9Reugierte ! 3$ glaube nie in meinem Seben mit 
#erm (Senfft üon $tlfad) gcfprocben ju fyaben; id) fonnte i^m auf 
ber (Strafe ober in ®cfellfd)aft begegnen unb würte ifyn nidjt erfen* 
nen. 33ei bem allen fann id) wol)l bei bem «ftönig mit ibm gefpeift 
tyaben. 9tad) bem, was td) oon ifym gehört, füble id) mid) ntcbt su 
ü)m hingeneigt. £)a td; bem Könige ftets gegenüber ftjje, fo rete id) 
laut nur ju biefem, aber recbt frei, weil id) wei§, ba§ man es wieber? 
fagt, freilief) gemobelt nad) ber gärbung bes £r$äl)Ienben, in einem 
Sanfce wo baju allerbanb Anfpielung eines garten Jabels, bei oöllU 
gern Langel ber Ausbildung in gefelliger SRebe, verloren gel)t. 

£aS Urtbeil oon ©neifenau betrifft gewiß meinen 33ruber. £;aS 
fmb oft augenblidlid)e Aufwallungen. <Sd)iller fd)reibt an Börner, 
als id) in 3^na anfam, ,,id) fei um oieleS geiftreidjer unr> begabter 
als mein trüber" : fpäter, in einer 3eit als er mid) täglid) fal) unb 
mit 3ärtKc^feit überbaufte, fcbrteb er an Börner : ,,id) fei ein be? 
febranfter 33erftanreSmenfd), ber tro£ aller raftlofen £l)ätigfeit in meu 
nem gacbe nie etwas ©roß es leiften werbe. .Sperber^ 2ßerfe feien 
^ranfbeitsftoffe, teren ftd) feine 9tatur entledige." ( s 3ftan glaubt 
eine ©teile aus 3^ter'S Briefen ju lefen.) 3« einem Autograpl)en 
aus einer (Sammlung in Augsburg, bas man mir fd?enfen wollte, 
unt> baS id) gurücfgefdndt, febretbt mein ^reunb gürjl S. an ^loreff : 
Aleranter begleitet wieDer Den £'6nig auf ten Aadsener Kongreß 
b(o§ als '3pürbunt>! (So wirD für bie gläubige 9tacbwelt auf ber 
SebenSbübne gefpielt. ^aifer Aleranber batte bem vorigen ^önig 
eqafylt, mein 33ruber fei ol)ne allen 3 rt>ei fel im Liener $ongre§ öon 
ben 3«ben, um it)nen nüylid) $u fein, mit ©elb beftoeben worben, wie 



— 164 — 

23aron 23üIom in ber belgifchen Angelegenheit öon ben ^ranjofen, 
laut tem König oon £annooer. 3" Schöning^ fetyr intereffantem 
baierifebem ßrbfolgefrteg, intereffant turd) Die KorrefponDen$ mit 
^rinj Heinrich unt) Die SRücffpicgelung auf bie Jeggen fchamlofen 
3uftänre fW)t @. 294 ein politifd)e3 $rojeft, Da3 mir unbefannt 
ioar, Der öfterreichifche Sorfchlag Dem baierifeben #au[e für Abtretung 
öon Saiem Die 9tieterIanDe ati Königreich SurgunD ju geben, 
91 ad) fo einem £itel König oon SurgunD ftrebte 1815 £er$og oon 
9JL jtd) aber mit Solingen unb Slfa§ begnügenb. Napoleon hat? 
te aud) ten Principe de la Paz für einen Augenblicf jum König 
»on 33ätica (AnDaluften unD ©ranaDa) aus (Erinnerung an „Tele- 
maque", Den König oon SarDimen $um Roi de Numidie mad)en 
iootlen, obgleich Der ®eber über feine (Spanne 2anD in Afrifa ju lite 
poniren ^atte«. 

SSJUt inniger greunbfehaft immer gleich tnforreft unb unleferltch 
3ht treuefter 

A. tt. Jpum&olbt. 

(Sonnabenb Sftadjt. 

(<Sdnm 1843 bot Defrreich bem Kaifer Karl VII. für Saiem 
Die erft ju erobernDen ®lfa§, £ott)ringen unb $rand)e?(£omte als 
Königreich an, <S. Mem. de Noailles Tome VI.) 



162. 

£umbo!bt an 23ettina oon Arnim. 
(3n Slfcförift öon 2>arm>gen'8 §anb.) 

58 er Hn, ben 8. Ötttf 1854. 
2Barum, gnäbigfte Saronin, $at ber (Enrige aus bem ^ütfhorn, 
ba$ er fo fparfam auf unferen elenben, fünbigen (Srbbatf leert, (Sie 
mit getftigen ®aben unb mit ben noch fd)öneren ($)aben 3arter ©efühte 
überfdnütet, tomn (Sie albernen Sieben „über Die oon benen id) mid) 
entferne" trauen! Sa$ (Sie 3h« prophetifchen $ifioncn nennen, 
fonnte mich nid)t erfd)reden, ba folch ein £ettfel)cn mir auch gefefeenft 
ttar ! Ter Konig ^at feine (Silbe »on Stytm Suche gelefen ober ftch 
Xefen $u laffen geroünfcht, tote ich »on Anbern tyxt, ba ich \^tn Den 
Abenb erfdjeine, unb mein beriefen feit Sauren aufgehört hat. 2ßie 
fann i et) aber, hochverehrte ^reunbin, ber ich Könige nie Die 



— 165 — 



Sorte £)omfa pelle, <8d)aufpiell)au3, «ftonjertfaal 
au£fpred)e, nie ein 2ßort oon ber Snftenj eineö afabemifcfycn 3entraU 
£ombanoereinö in 53onn ober von einem SSorftanbe bes fyieftgen $er^ 
einö erfahren t)abe, in tiefer ©acfye mir ®e^5r verfcfyajfcn! s 2tUc^ wao" 
über foldje allerbmgä wünfd)en£wcrtl)e Dinge münrltd) felbft von fo* 
genannten (Einfluj}reid)en vorgetragen würbe, Bleibt jefet ofync ade 23e* 
a^tung unb Söirlung j e$ fann nnr ein Srfolg gehofft werben, trenn 
unmittelbar an ben Äönig ein offizielles Expose beö 23ort)aben3 mit 
verfönliaVr Unterfdjrtft beö 5Sor(ianbeö unb beftimmten ^orberungen 
einfadj gerietet wirb. 3n fc«t Äabinetsvorträgen allein wirb ent^ 
(Rieben, unb eben bej^alb muß baö ©efud) beftimmt unb voflftänbtg 
in einem «Schreiben an ben $ömg bargeftetlt fein. 3u biefer beweg? 
ten 3 e tt> i« ter ber 9flonard) nur wochenlang in ©ansfouet verweilt, 
ifi bteS nod) notljwenbiger als je ! — 3Son SSftaljler fftattVi Titian, 
volttifd)en 2krbäd)tigungen I unb von ^o^en Unbefannten — von bem 
allen l)5re td) aud) jutn erftenmale, unb werbe gern baju beitragen bie 
S3erbäd)tigungen nieber^uftt^lagen, wenngletd) bei meiner befannten 
Färbung bergleidjen "essais de blanchir" eine feljr fd)wad)e £ülfe ' 
ftnb. Unter fo vielen fd)mer$aften Sinbrüden, bie <Sie in Sfyxtt 
glüfyenben frönen Siebe ^u allem 2Baf)ren, freien, Selen unb ®uten 
fo unerfcbütterlict) nal)ren, haben <3ie gu meiner großen $reube, 
neben ben £ürfenftegen nod) $wei anbere ©rünbe ert)ettember ®e* 
nugtljuung. — 3h r ®oetlje*9flonument ijt geftdjert, unb ber mir 
t^eure (Snfel beä großen Cannes $at bienftlidje Slnerlennung unb 
eine freiere Sage errungen in ber römtfdjen ©efanbtfcfyaft. 
5)1 it unverbrüchlicher alter SSere^rung unb greunbfd)aft 

25er Sllte von ben Sergen 
31. v. £t. 



163. 

ipumbolbt an 25arnhagen. 

^Berlin, ben 10 Stoß, 1854. 
Sine fo grob ,,hintervommerfd)e" birefte Antwort konnten <3 i e, 
teurer greunb, mir freiliefe nicht antrauen ! 3<h l)abe leine 5ll)nung 
von ber $rage über bie 23egeifHgung be$ Fichtenholz am Sifdje bes 
Königs, wo jebermann baran glaubt, wie an bie verftfehen £eer? 



— 166 — 



fdjaaren, bie man im (Eid^felb in ber Suft gefehlt ^at. £aö 
„Xrama" ber $rcu3$eitung fyat wie attee wa$ auö tiefer fcMed^ten unb 
an ©eifteearmutt) franfen $artt)ci fommt, las (Gepräge feiger 23o^ 
hut ! @ie [tut nidjt $u beHagen, ba Sfywn ritt @d)a|, baö §etfji tic 
Alraft befeelenber (Erinnerungen au£ einer großen 3rit, 1813, ge^ 
»orten ift. 21ud) id) f)abe mid) immer ^or ber mit ®eift unb 2i(J 
rebigirtett Revue des deux moudes jurüdgefyalten. 2Ba$ man 
glcid^eitig X^a^t, fyajjt man barum nidjt auö gleiten Sftotfoett. Xie 
heutigen liberalen bort glauben ftd) gerechtfertigt, nad) berliner 
Jpunbejwang Bellen, aber niebt beigen gu dürfen, „weil otme ben (ix? 
retter fte atte würben im SBIute gefcfywommen l)abcn." Credat Ju- 
daeus Apella ! 
3tyr treuer 

21. tt. ipumbolbt. 

Montag. Sieber eine Seiche beftattenb.*) 

(Ein mir unbelannter 21rbeit3mann rebete mid) an, bei bem 33e^ 
gräbntj} oon Benjamin (Sonftant: " K'est-ce pas, mon bon Mon- 
sieur, vous n^avez rien de si beau en Prusse, mais ce sera bien 
plus beau quand nous enterrerons M. de La Fayette." 



164. 

ipumbolbt an Sarn^agen. 

33 e r I i n , ben 29 Sttft, 1854. 
3n (Spanien ruft ber tugenbt)afte „Slufftanb" wie ber tugenbfcafte 
3o^anniter-Drben am SBÜfyelmeplajjc: „(E$ lebe bie keufcbfyeit I" — 
viva el pudor ! (3fabella) viva la moralidad (bie uneigennützige 
(Efyriftme), — aber foHten @ie, teurer $rcunb, eö für möglid) galten 
(3uli 1854!) bajj ber .Sperr kultu^minifter, freiließ biö^er £cr^ 
gebend, aud) ruft, viva el pudor ! (Er fyat gan$ officiellement beim 
könig angetragen, ba§ bie unbe^ofeten ©nippen öon ber 23rücfe auf 
königlichen 23efet)( wieber weggenommen unb im 3cugX)aufe i nlax* 
3 er irt werben Jollen, olme $urd)t ^or ber treffe, ba baö neue %xanh 
furter $rcj33Wang^23unbe£gefej3 bod) nur ben genialen im 9ftünd?eucr 
krpftatlpalafte nod) fel)lenben berliner ^unbe^aulförben gleicbt, bie 

*) 25e§ 9)fafd;menbauerS 53orftg, wenige Sage früher ber grau Slmalia 
SÖeer; beiben wohnte ber fünfunbad^igjäfyrige ©reis bei. 



— 167 — 



mtö Sitteraten nur baö Seifen, nttft aber taä Sellen »er* 
wefyrt. Sie oiel iß nicbt fcfcon an tiefen ©unbfcsSDfcaitlf&rfcen gefün* 
fttft worten! Ter tritte SRuf: vivala libeFtadl ift to fcer £afö* 
tnfcl tod) turtfgetrungen trot$ alten *ornebmen Slbleugnenc. 3^ ge* 
treuer, 

21, Jpumbottt. 



165. 

ipumhlbt an Sarnljagen. 

93erHn, ben 31. 3utt 1854. 
Seiter ! nein ! 3$ toav in tem 3n-tf)um, ta§ ter 2(nfauf te3 
Tenfmate für SBeimar gan$ öotfbracbt fei, nur ta§ tie Vergrößerung 
teö XenfmalS, tie unfere tierrttcbe Breuntin gewünfebt, aufgegeben 
fei. 3« fcen ©päbren, tie icfy fenne, ift jef>t an feinen tätigen 2in^ 
t^eit ^u tenfen. — Ter Slu^trucf : „Tie jhtnft ift ja febon ©ewant" 
ift «on Setn^eit unt (Sdjönbett. Tanfbarft 3|r 

2t. ü. £umboItt. 
Montag, burd) Gifenbafyn geträngt. 
3n ben bereinigten (Staaten ift aüertingä üiel Siebe für mtd) 
erwaebt, aber taö ®an$e gewabrt mir tort ten traurigen 2lnblid, taj? 
tie greibett nur e { n 9)?ecbanii?mu3 im (Elemente ter 9tüj3(icbfeit ijt, 
toenig tort üeretetnt, ta» ©eifrige unt ©cmütbjicbe anregent, wa3 
tod) ter gwtd ter poütifcb ; en ^reibeit fein folL Tat)er ©letcbgüU 
tigfeit gegen ©Käserei. 2Iber tie 33. <5t. ftnt ein (EarteftanifaVr 
SBirbcI, alle» fortreißent, langweilig nioeüirent. 



166. 

Sarn^agen an£umbotbt. 

SSertin, ben 8. Januar 1855. 

(£ucr Srjeöen^ 

fyabe icb innigft 3U tanfen, tajj €>ie bei freuntltcber 21u£tbeilung 
l)errlicber ©aben ftcb fteto aueb meiner günftiy erinnern ! 2In (Sifer 
beö (Empfangen», an <8 Haftung te» Smpfangenen, an Tanfbarfeit 
■ für ten etlen ©eber, will id) tton niemanten mict) übertreffen laffen ! 



— 168 — 



£icfeS in fo fcbönem ?CRa§ gehaltene, gediegene, und gugtetcfe elegifck 
Vorwort ift das würtigfte und dauerndfte Xenfmal für den $u frül) 
dabingcfcbiedenen ^rin^en, über den aucb pon andrer »Seite mir 
9iadM-tcbten jugefommen find, die fein 21 bleuen in der 2Mütbe der 
3-ibrc tief bedauern (äffen. $ä> roerde fucben mir fein 2£erf $u per? 
fcbaffcn, das »ort (Suer Spellen;; fo trefflieb empfoblen roird. — 

Xie trübe 9JebclbüÜe, rcelife das Sagedtcbt umfcbleiert, ent? 
(priebt Ten geiftigen Stimmungen, pon denen i cb roenigftenS mieb, 
gedrüeft fu^le ; es bat mir in Den legten Sagen niebt gelingen wollen, 
eine teitre ju gewinnen. — 

Mit den fyeijjeften 2Bünfdsen für (Sie, in treuer $erefyrung und 
danfbarfler Ergebenheit unwandelbar 

Suer GrjeHenj geljorfamfter 
Sarnfyagen pon Snfe. 



167* 

Humboldt an Sarnftagen. 

S3erlin, ben 26. Slpril 1855. 

Sßereftrter freund, 

Sin wunderfamer MifftonSperfucfc, in eine idpllenarrige ®e? 
fpenftergefebiebte eingefleidet, polittjeb und religiös, wunderbar fcbwül? 
ftigen „faubren" (Stils, den icb %hnm mittbeilen mu§, wob;l eber 
das Sßerf eines Cannes, $on dem „warmen" aAtje^niä^rigen ®e? 
burtstag, an dem der SiebeSbund gefcbloffen wurde, perftebe tefy ntebts, 
fe^ne mid) aud) nid)t nad) dem Magnetismus der £ände. — 3& 
fcalte es für bequemer gar nid>t gu antworten. £ie (Saturnalien 
des Despotismus und der (Schmeicheleien, das freche geft der $ e x* 
geffenlutt als gebe es feine ®efdncbte Pon 1813 und 14 ift 
nun auSgefpielt, unter dem freien 3«ff^olfe, eine 2lrt 2lffenfombdie. 
@S gtebt nur einen £roft, der mieb aufridrtet, dajj aus dem allen et? 
Was entfteben wird, was beide £beile gar niebt beabftebtigen. £aS 
ift le principe, das uns Sllle überlebt. 3* bin fo graufam (Sie 
mit einzureiben, deinem Sruder 23ilbelm fdbeint da oben das 
^taffeler 23ucb gute £icnfte geleiftet ju l)aben. Mit aller 2lnbäng* 
lidfeit und $erel)rung $i)v getreuer 

Mittwochs. 21. Humboldt. 

3d) bitte (Sie }a mir die ©efpenftergcfdncbte surüdjufdnden. 



— 169 — 



Slnmerfung oonJpumbolbt, 
(3u gumfcclbt'« Briefe toom 26. %px\l 1855.) 

(£ine „Uri&efannte" wagt es, „5Borte ber 9flacbt beö ©eifhd" 
$u übevfenben. „Sic ftnb t^r gegeben, unb ber 33erel)( labet erlaffen, 
fte wteberjugeben." $}cnn Jpumbolbt antwortet, fo möge er ben 
S3rtcf unter Ter 3ijt cr 21» 2ß» untcn * m 2aten linfö oon Der £aus^ 
tbür 2tnbenftra§e 120 abgeben (äffen, unb rann weiteres oerneb^ 
men. Sin SBcmrerer, ^ cr wtatyt, wirb gefdnlbert. Xer 23ruber 
2ßill)clm erfebeint rem 23ruber 21(eranber, unb mal)nt tl)n, an ba$ 
.Jptmmelteicb, benfen, tüte berrlid) es ba oben, wie nebelhaft es auf 
ter (Srbe fei. 211$ 2£abr$eid?en erinnert er ilm an „ben acbtjelmtett 
warmen Geburtstag/' wo fte ftcb Siebe gelobten, ein Sdnour, ber 
über ben $ob fyinaucreid^t, unb ben er hiermit löft Sin febwülftigeä 
©ewäfd), in welcbem bae 2Bort „fauber" oielmaU oorfommt unb 
als wenig angemeffen auffallt. 

3ur oben angegebenen 2lbrej]fe bemerft £umboltt: „Dort ift ta$ 
$enftonat oon grau oon Sßenfftern unb bie SBittwe 9)oppe." 



168. 

§umbolbt anSamfyagen. 

93 er! in, ben 9. Sluguft 1855. 
3$ fyatte fd)on oon ber inelbegeijterten gürftin oon SBittgenftein 
mit 33etrübni§ oemommen, tag Sie ebler greunb, mebr aU gewolm* 
lid) litten. 9tefymen Sie mid), trol? meinet langen ^uebleibene" unb 
meiner unbequemen Srüogie Berlin, £egcl unb ^potetam, nacbjtd^ 
»oll auf, Sonnabenb gegen 1 Ufyr. 3d) werbe 3*)uen bann 
aueb ein Heiner £anf|'agungcfd)reiben an %l)xtn Jperrn Detter, ben 
^aiferl. braf. ©efdSiftoträger in 9ftabrib, bringen. «Seine © e ^ 
f et? i cb, te, auf arcfyioalifcbe Monumente gegrünbet, fdseint reebt wid)< 
tig in werben ; aber welche fonberbare Senbung, ofyne bie erfreu 
Seiten beizulegen, unb 9?oten aueb, ofyne Anfang.*) 3$ S^ c ^P e / 
taj) td) je in meiner fosmtfcfyen Unorbnung jene Anfänge erfyafcbe. 
Da icb geftern ben ^rinjen öon $reu§en fajl eine Stunbe allein ge? 
fe^en, fo werbe id) 3^nen einiget nid}t Unintereffante, wenn auet) 
gar nid)t (Entfdjeibenbe, fagen fönnen. Der $rtn3, ben td) für 

*) Ilistoria geral do Brazil, tomo primeiro. 2)te l;icr fel)lenben®tücfe 

fyattc er früher als groben gefanbt. 



— 170 — 



wabrbeitliebenb ^alte, oer|tcbert, feinen ©runbfäfcen getreu, überaß 
laut. geäußert^ l)aben, ein $rieg würDe wabrfebeinlich vermieten 
dorren fein, wenn Greußen unD £>efterreicb, gleich anfangt, mttwir* 
fent unD tbätlicb gegen 9tußlanD mit Den Seftmäcbten aufgetreten 
wären. 3n Petersburg antwortete man, ter Äaifer ^Jcifolas würDe 
Doch niebt nachgegeben haben ; Was er be3weifle . . ♦ 
Wlit treuer 5tnt)ängltcbfeit 3hr 

21. ö. ipumbolDt. 
donnerstags. 

cBie werten mir münDlid) Den mtythotogifchen tarnen Sorocaba 
beuten.*) 

Sarnbagen berietet in feinen Jageblättern ben 11» 2lugujt 
1855 : „®egen 1 Ul)r fam £umbolDt, woblausfebenb, gan$ rüfttg, 
frifeben unD lebhaften ©elftes; wenn er üor furjem, wie Xiricblet 
meinte, einen mißlieberen (Sintrud gab, fo war Das Äranfbeit unD 
ift »ergangen. 3 uer ft öon tem 23ucbe meines Setters, Das er lobt, 
für las er in einem 33rief an ihn Danft. den 2lusDrud ©orocaba 
fann icb ihm niebt Deuten. £umbolDt bat erft neuerDings Den gro^ 
ßen brajilianifcben DrDen erhalten, wegen eines (Sdietsricbterfpru? 
ches, Den er jwifeben 23raftlten unD Senegueta ju tbun aufgefortert 
war, es galt Den 23eftfc eines beträchtlichen SanDgebictes. „trüber 
wollte man mid) in 9tio De 3aneiro als gefährlichen $unDfdarter 
oerbaften unD nad) (Suropa gurüeffchiefen, Der Daju ausgeferr 
ttgte Befehl wirD noch Dort als SfterfwürDigfcit gezeigt, jefct maebt 
man mich $um (SchieDsrichter ! 3d) babe natürlicb für 93rafilien ent^ 
fcbteDen, Denn ich wollte Den großen DrDen haben, Die SRepublif Sene^ 
guel'a lt>at feinen I" diefe mit tyeiterftcr 3ronie gefproebenen Sporte 
unterbrach ich mit Dem Ausruf : 2Bte fich Die Reiten änDern ! — %a, 
fiel er fogleid) ein, Der SSerhaftsbefehl unD Dann Der große DrDen l" 
Sich nein, »erfejtfe icb, an Dies ^erfönliche bacbf ich niebt, fonDern an 
Das äßeltgefchicbtliche : fonft übertrug man folebe Slusfprücbe Dem 
^abft! — £>umbolDt fat) Die legten 23änte tton ©tein's Sehen bei 
mir liegen, unD äußerte fein Mißfallen über Die äußere SInorDnung, 
Den geringen SEert unD Den ungeftebteten 3nhaft tiefes S3ucbcs; er 
meinte, Die golDene dofe mit 33ritliantcn, Die Der $bnig bereits an 
$er£ für tiefe 33anDe gefebidt babe, fei ütel }u ttiel. Ungcredtigfett, 
fd)reienDe unD gemeine, gegen Den alten Surften son Söittgenftein 

*) Francisco Slbelfo be SSarnhagcn nennt fid) unter ber ßuneignng 
an ben Äaijer mit feinem Manien ; auf bent Sitelblatte ftefyt : „Por um 
socio do Instituto Historico do Brazil, Natural de Sorocaba" (ber ©e=» 
fcurtSort beö SSerfafferS weftlid) toon Sftio.) 



— 171 — 



»Ott ©teilt. 2lu$ $erfc fei ungerecht gegen 2öittgenftein. ©teilt 
fei gar fein fefter (Sbarafter gewefen, ntemant babe leidster 2lnfirtten 
unD Urteile gewecbfelt (jagte aud) fdbott ©etyme, unD belegte es mit 
33eifpiclen,) feine früt) weit fretßnnigen Knjtiten über ©taatcwivtb- 
jebatt, bürgerltdie Stnridstungen, grüntet imr ©eroer&e, babe er ftd) 
ton ter ßeit geben laffcn, fte aber naebber fcoflfiänDig aufgegeben 
uit5 beftritten, als bieä in Der 3eit »orberrfdte ; er babe (o fcfymacfyDofl 
feine früheren ©runDfäfse aufgerieben, Daß fein [ruberer ^reunü 
$untp, ter ibnen treu geblieben aber aueb Stein nidjt Motetten 
wollte, über Dreihundert ©riefe Deffclben verbrannt bat, weil fte, wie 
er meinte, Dem »ereorten s 3ftann nur ©cbanDe machten, tyn mit fid) 
felbft in größtem Söiterfprud) geigten. 9Som ^ringen son Greußen 
jagte £>umbolDt, Derfclbe l)abe in ©t. Petersburg wie früher liier al- 
len Seuten gefagt, Der .Krieg würDe ttermieDen worDen fein, wenn 
Preußen gieid) anfangs entfcbloffen aufgetreten wäre, Der Aaifer 
9cifolauS würDe naetgegeben baben. £ie ^taiferltcbe ^flutilte fei in 
guter (Eintragt, aud? Der ©ro§fürjl Aonftantin, Der t&m niebt fo ge? 
fabrlid) febetne als man ü)it mad)e: Die Äatferin Butter fage, es 
feien lauter JtinDer, fte muffe bei ibnen bleiben, um fte jufammen^u- 
halten. s JJ?an füble febr Den $rieg, ade» ftotfe, Das £anD fei an 
9J?annfdbaft faft erfeböpft, Die Jpeere aud) rtid>t fo gal)lreid); Polen, 
frie DftfeelänDer, ^innlanD nur f($road) befefct; Die £auptmad)t ftefye 
in Der Arim, Die SSerlufte feien ungeheuer unD gar nid)t gu erfe&en; 
©ortfcbafojf berietet, Die tägUcben ©efeefete foften ifyn 180 bis 200 
S^ann, in einem s 3)?onat eine erfdjrecfente 3 a ^* 9teffelroDe Denfe 
an neue UnterbanDlungen, aber »orber würDen wol)l auf Der einen 
ODer ter andern ©eite große ©d)läge fallen, man fei gar niebt ofyne 
©orgen wegen ©ebaftapol. £>er prin$ ift oon l)ier nad) SrDmannc^ 
Dorf jum Könige gereift, Dann eilte er nad) SaDen. — £er Äönig 
t)at in (Siomannetorf Den ©enerallieutenant öon ©erlacb bei ftd), 
unter attDern aud) 9iaDowi£, falls erDeffelben niebt bereits „febon fatt 
geroorten, wie fo leidjt gefdneljt." £umbolDt fprid)t üon SR. mit 
Sntfdnetenbeit als üon einem 3 e f u tten, nennt Um SijnattuS, fpot< 
tet unD witzelt lange über ibn. „Die großen ©dndfale laffen Den 
Aönig fel)r glei&gülrig, aber eine bunte ©lasfd)eibe, ein ©d)nor* 
fei an einem alten Xenfmal, ein Familienname, Dafür babe er 
Die größte Jbeilnabme, Das befestige ibn, vergnüge U)n, für \oU 
cfcen Aleinfram fei nun Der reebte Sftann ! 3lud) mit SBunfen 
fei Das Der Fall, Der Äontg 6riefroed}äle mit ifym über tfyeologi? 
(cbe, firdjenoäterlicbe -2ibfonDerlid^eiten. ßr l)at ibn aufgefordert, 
gegen Den SSifdjof son Maxni 3 e ^wngSarttfeI 311 fdjreiben, ©unfen 
aber maebt Die ^Beringung, fieb in feinen 2lrtifeln auf Den 2luf^ 
trag Des Königs berufen 31t Dürfen, Da fte fonft weDer 2lnfeben 
noety Sßirfung ^aben würDen. ^umbolDt meint, einer Jpier^er? 



— 172 — 



Berufung würbe 33unfen toeb ntebt rvirerfretien, aueb wenn fte feine 
amtliche, nur eine perfön liebe Tee .Honigs wäre. — Ter £>eqog ton 
^nv.in\^(53otba traebtet na* Q5eLuetc^er < qrb§erung unü böberem %K* 
tel, Ter eines Königs von Dftpbalen ift febon im $orfcblag, Ter jUv 
nig fpriebt öfters Pon ibm fcberjenD, als ob er es febon wäre ! ÜOian 
rennet tabei auf (England unb tfranfreieb, man fcbmetcbclt unb fügt 
(ld) raber gern rem 25onaparte, ten man als ^roteftor eines neuen 
SRfeeinbunbeä nuüig anerfennen nntrte. So ftebt es um bie Xeutfcß* 
beit ! »Sic wirb oon ibren »erpfli ebteten 33efcbüfcern am eifrigfieu 
Perratben." 3 u l f ttf l' a 3 te £>umbolbt : „sßknn man tas Un* 
glücf bat mit foleb elenbm 5C?enfcfcen leben $u mü)fen, roie mit ©er* 
lacb, Räumer, unb was fonft an tiefem Jpore fieb eingeniftet §at" . . . 
Sr fubr Pon mir nacb Der ^ötbener Strafe um ein ©emälfce ju fe* 
ben, unb fyintcrlie§ mieb in großer Aufregung. 9ttd}t ben geinten 
£beil pon allem wa$ er fagte fyab' idj behalten unb nieberfetymben 
fönnen !" 



Ten 12, Auguft 1855 fügt 35arnl)agen nod) bin^u : „2>on 
Greußens Sage meinte Jpumbolbt, fte erinnere ibu an ein ^laiboper, 
bas er einft in $aris gebort, ber 2lb»ofat l)abe eine jllage roegen ei* 
ner Dbrfeige $u fuhren gebabt, unb sulefct triumpbirenb ausgerufen : 
„Au fond nous r^avons pas regu le soufflet, nous ^avons eu 
que le geste I" 



169. 

ipuntbolbt an Sarn^agen, 

33 e r Ii n, ben 13. Januar 1856. 
23eläcbein (Sie, tbeurer $reunb (Sie b^aben Polles 3ftecbt baju!) 
bie wunberbaren ^txkn ber $ürftin Siefen, unb auefy meine laftige 
Anfrage. 9flabame be jQmJottJ, tie feit 25 3<#en nie an mieb ge* 
fdn-ieben bat, will Pon mir wiffen, ob Äaifer $aul, in ber Spocfye 
feinet poltttfd)en 2Bal)nfmnes, fcurdj $oj?ebue ben 5>orfcblag fyabe tbun 
/äffen, ba§ ftatt ber Armeen ftcb bie Sftinifter beö Auswärtigen im 
perfönlicben ßweifampf meffen follten. 3$ ttar damals (1199 unb 
1800) in bem $lu§ne|3e pon Sübamerifa unb rannte bie Slnefbote, 
bereu 23eftättgung bie (wie mir }ej# febeint) febr oeeibentalifeb gefinnte 
rufftfebe gürjHn fud^t, gar ntebt. Waä) unft&ern s Jhd)forfcb/ungcn, 
bie id) bisher gemaebt, follte ber Sorfeblag gewefen fein, ba§ nicfyt bie 
9Jlimfter, fonbern bie 9ftonard)en felbft jtds bueüiren follten. 3<fy 



— 173 — 



flehe, ebler greunb, ba§ (Sic mir ein paar Linien über baö fchmben, 
toaä 3h«en 3h r ^ertliches ©ebädjtntjj giebt, und noch mehr f(el)e ich, 
t>ag ©ie mir beruhigenbe 2£orte fagen über 31)« ©efundfyeit bei der 
Bieter eintretenden feindlichen Äftfte, SBunfen fchreibt mir, er er* 
marte eine vierte Auflage feiner Briefe, 25etoetft das »tele fiefen und 
kaufen des trefflichen oder vielmehr umstehen 23ucbeS tag das deutfche 
$ublihtm minder gum handeln djloroformirt fei, als ioir geglaubt ? 
Dubito. £er deutfche ©aftanrth eines (dicunt) recht fchmujjigen 
Rotels, das unter meinem tarnen in ©an Francisco in Kalifornien 
feit vielen 3^«n — wben einem reinlicheren „von 3ennv, Sind" — 
befteht, fchicft mir von 3*it W teutfc^e falifornifche 3eitungen, 
3n einer Würdigung der moralifd)en unt) geiftigen 3uftände der £ng* 
lander, $rangofen und 3>utfd)en fagte neulich ter SKedafteur: „2ßtr 
«Deutfche find ein 25olfsftamm von Denfern, tief in uttferem 3««ern 
mit der ©edanfenioelt befcfyäfttgt, auch haben mir vor den anbern hier 
lebenben (Bt'ämmm b e n großen 25 o r 3 u g, bafj ivir uns toenig 
ober gar nicht um bie Bürgerlichen unb ftaatltcben 2krhältniffe füm* 
mern." <So rühmen mir uns an bem ©eftabe ber <Südfee, laufen bie 
„3eichen ber 3eit", gehen aper faum 5 $rogent von uns gu ben Ur* 
tvahlem (Ss ift unbequem. Sßir benfen. Sftit alter Siek unb 
Verehrung 3h r 

31. V- Jpumboldt. 

2Öar ber junge S^roler recht liebenswürdige dichter Sldolvb $ich* 
Ter (feine« Jpandiverfs nach eigentlich ein (Geologe) nicht bei 3hnen ? 

3d) glaube in biefem gang aufs toenigfte unbequemen, be* 

mütfyigenben .*) 3<*h r m feinen ^rieben, toofy aber an bie 

Komödie ber unnüfeen btvlomatifchen Unterhandlungen, 



(Slnmerfun g v on 25 arnhagen, 3n ber brüten Seilt 
fteht „Madame be Duifcoro", offenbar unrichtig anftatt „Madame be 
Siefen", 2BaS hier 2lnla§ gegeben ^aUn mag, ba§ ftch jener hier 
völlig bedeutungslofe tarnen vorfdjob, ift nicht gu erraten, ) 



(<8vätere 2lnmerfung von 25arnhagen, Die 
^ürftin Dieven ift eng mit bem ehemaligen rönijter ©utgot verbun* 

*) Obige beiden ©teilen fmb urttefevli^. 



— 174 - 



fcen, man fagt fogar mit ifym ^eimlid) ttcrtjeiratftet. ®ut$ot fceutfd) 
auögejprockn giebt leicbt ten tarnen Duifcoro, einen märfifcben fet)r 
Mannten. Jpumboftt, immer jnm ©pbtteht gereift unfc bejonterö 
auch bier, mag ityr Den — »tetteidtf am ipof fefoon gang un£ gaben — 
Uebernamen l)ier mit »otter Wtfify beilegen, [Xieö ift ganj richtig] ) 

170. 

2jie $ ü r ft t n Siefen an # u m b o I t. 

Paris, le 8. janvier 1856. 

Yous ne m'avez pas oubliee, inon eher baron. Je le sais 
par deux messages bienveillants que le baron Brockhausen m^a 
portds de votre part. Je l'ai bien charge de vous en temoig- 
ner ma vive reconnaissance, mais je trouve mieux encore de 
vous la dire moimeme. Aujourd'hui je la fais servir de passe- 
port ä une question que je me permets de vous adresser. 

Yous, qui savez tout, pouvez vous vous Souvenir du faitsui- 
vant ? I/annee 1799 ou 1800 l'empereur Paul imagina de 
proposer un combat en champ clos, oü PAngleterre, la Russie, 
l'Autriche, je ne sais pas quelle puissance encore, videraient 
leurs differends par la personne de leurs prerniers ministres, 
Pitt, Thugut, etc. La redaction de cette invitation fut con- 
fiee ä Kotzebue, et Tarticle insere' dans la gazette de Ham- 
bourg. Yoilä le Souvenir bien distinet qui me reste. Je n^ai 
pas revd cela. Pouvez-vous completer cette tradition ? je ne 
rencontre personne qui puisse s'en rappeller. J'ai pense" que 
vous pourriez venir en aide ä ma memoire, et j'y tiens, parcequ^n 
croit que je radotte. 

Yraiment Paul I. n^tait pas si fou. Ne trouvez-vous pas 
notre temps plus fou que celui-lä ? quel chaos 1 et pourquoi ? . . . 

Mon eher baron, je vis ici dans un petit cercle intime de 
vieux amis qui sont aussi les vötres et qui vous conservent un 
bien bon souvenir. Quel plaisir nous aurions a vous y voir, et 
oublier ensemble les tristesses du jour. Ah que les hommes et 
les choses valaient mieux jadis ! Est-ce un propos de vieille 
femme que je vous tiens ? 

Adieu, mon eher baron. Je vous demande souvenir et 
amitie, et je vous promets bien la reeiprocite. Toute a vous 

La princesse de Lieven. 



— 175 — 



m. 

SS a r n X) a g e n an £ u m b o t b t. 

93 er l in , ben 27. Januar 1856. 

9ftit freudigem Danf empfange tcb ten flon (Euer (E^eltcnj mir 
gütigft überfanrten ^Ibtrucf 3l)rer fd)bncn, an bie 2tbgcoitneten ber 
©tart 23ertin gerichteten 2lntii?ortrcbc. SÖBärc e$ ntd)t anmaßtet; gu 
toben, feo baö 2ob fcfyon ®eir>ot)nfyeit unt> ttefcerflujj ift, fo müite id) 
fagen, bie 3lebe ift fo getyaltretd^gcbtegcn aU geifttg^ebet. $ür mid) 
aber ift ibr fdjönjier £id)tpunft bie — folt id) fagen glüdticfye ober 
meiftcrfyafte? — SBenbung, mit ber (Sie be» $öntg$ erwähnen, fo 
roürbig ati fein, fo marrn aH anmatbig, unb jebcä reine ©efftfyl muß 
fogleid) einftimmenb befennen, bafj f)ier tiefe (Ermahnung befonbers 
angemeffen nnb fdüm erfd^eint. — 3« Sner (Ergeltcn^ letzter 3ufcbrift 
$at ber 2lu3bru(f "Madame de Quitzow" mir anfangt »ict gu 
fdjaffett gemacht. 3$ barf mid) aber rühmen, ba$ 9tät§fel turd) ßraft 
beö Äopfeö — wie bie 3«ben fagen, wo wir oom 3erbrecrien be$ Äopfeä 
reben — getöft gu haben, nnb famt ntcfyt nm^in, bie Heine Soweit 
nidjt nnr ati fettem ©cfyerg, fonbern im gegebenen 33er|altni§ aud) 
ati mtfr>c3 ©traf map anguerf ernten. — £er ®rof$ergog *on ©adjferu 
Söeimar f)atte mid) fyier gu fprecfyen »erlangt, id) mn^te jebod) in meU 
nen rbeumatifd)en liebeln bleiben ! 

3n treufter $eret)rung nnb banfbarfter Ergebenheit untvanbelbar 
(Euer (Srgetleng ge^orfamfter 

SSarn^agen oon Snfe. 



172. 

#umbolbt an Sarntjagen. 

23 e x l x n , ben 28. Januar 1856. 
9ftein gar nicht fd)Iummernber (Sfyrgeig ift reid)lid) baburd) befrte- 
bigt toorben, ba§ ber Sftetjier ber @prad)e (id) öermeibe ben 2lu£brucf 
3tebeformer) fo anmutbig mid) betobt über meine 2lrt, ben $önig nnb 
mein $erbaltnifj gu U)m gu begeidjnen. Sebent man preifet ba>i wo- 
tton ber anbre feinen SuruS hat, geigt man U)m ben ehrenvolleren 2öeg 
unb rechtfertigt ftcb fetbft vor feiner Nation. Sin 2Öatbmenfd\ ten 
man glaubt an ben£öfen gal)m gemad)t gu haben, bebarf fold)cr SRec^t^ 
fertigung.— 3$ ^ge 9)tab. be Dui^otu, bie id) heute erft ber Königin 



— 176 — 



habe abforbern tonnen, mein ebler greunt, nun als (Eigentum in 
3bre £>änte. Der alte SRinifhr ©cncral Shüe war feji in tem 
©lauben, tie ©utgofd auö ber ©egenb tton Montpellier feien »er^ 
läppte, turd) tie 2lueM"prad>e erweichte, franjöfirtc, proteftantifcb geroor^ 
bene, au^gewanterte 9tefte ber Sang^loterfcfeen öon Duijpow's. 
Unb 3I)re arme/ treffliche <£ore, bie alle %fyxt Sreunbe in ihren von 
3bncn fo gart erleichterten Seiten betauern! (Sagen Sie ihr recht 
freuntlid^c Sßorte von mir» 3h r treuer 

ftafy*. 21. &umboltt. 

©er @roj$er$og, bem Sie entgangen fmfc, hat mir »tele ®rü§e 
für Sie aufgetragen. Sr hat wunberbare Theorien, wahrfchetnlich 
irgenbwo (23öotien war auch alten Althen nahe) aufgegriffen, unb 
mißoerftanben. giebt jwei klaffen öon Silbhauern, beren gerinn 
gere, gu ber Sftauch hinneigt, von a u fj e n n a ch innen, bie höhere 
(Sftietfchel) fchajft üon innen nach äußern ~ 2lber welch Sfan^ 
bal — ber Schall $§itarete im J. des debats ! 3<h fc^rie^ nach 
$)ariö: "vulgaire dans les idees comme daus les formes du lan- 
gage, indigne d'un litterateur du College de France.'' 1 



173. 

£umbolbt an Sarnhagen. 

Berlin, Donnerstag ben 7. ftebruar 1856. 
Da e$ möglich toäxz, theurer ^reunb, bajj «Sie -JRontalemberfä 
Sud) (beö einftigen ^reunbeö uno Steifebegleiterä nad) d\om öon 
2lbbe Samenaiö) nicht gefeben hatten, fo hoffe ich 3§ntn eine flciue 
Breube gu bereiten, intern ich 3hnen teö $önig$ (Eremplar auf 
e i n i g e £ a g e (5—6) anbiete. £aö einige $tfante barin gegen ba$ 
je^ige granfreid) ijt ter (Schluß p. 284—298. SÖenn man boch 
machen tonnte, ta§ tiefer gan$ überfejjt unb ganj in Deutfd)lanb ab^ 
gebrudt würte. Danfbarft 3h** 

51. ö. £umboltt. 
2Ba$ madrt bie gute Dorc ? — 3$ toar patriarcbaltfch geftern biö 
7 Ubr in $ot£tam gur Saufe bei einer redst gebilteten unb fchönen 
Sodter meines ftbinfdcn ßammcrbienerS Seifert, tie einen Steifen^ 
ten Sfööllöaufen, welcher aU Topograph unb 3"cbner für taö ante* 
rifanifche ©ouüernemeut bie grope (Srploration^-iivpebition von S. 



— 177 — 



Suis, ©an Francisco, Manama, mitgemacbt, the exped. of Capt. 
Whipple, auf meine unt teö ®efantten ©erolf 3 Smpfcblung. Qtv 
$önig l)at feit einem 3abre ten jungen SUJüüljaufcn in $ot£tam gum 
$tü\toi ter taftgcn (ScbloßbibliotM ernannt. 

Sin oortrefflicber 2lrtifel uon Saboula^e über tie Domestic 
Institutions unt te$ fcbäntlittVn $ierce Verbreitung ter (Bflaseret 
fco fie bisher nicbt war, ftant geftern im Journal des debats, id) 
glaube 5. gebr.!! 

Seilten <Sit tie fe^r mittelmäßigen $erfe on gentle Ilm. 



174. 

SSarn^agen an $ u m l> o 1 fc t. 

35 et! in, ben 14. 3«ar3 1856. 

Suer Srjelleng 

gütig roertk ©efcfyenfe fornmen in meine 2lbgef$iebenb;eii, rote tiefer 
raufye ^adwinter fie mir auferlegt, heitrer unt freuntlickr aU ter 
©onnenfcbein, ter i^n begleitet! Smpfangen ©ie mit meinem nrie* 
bereiten Danfe tte eifrige Serftcberung, ta§ i&> alles nad) ©ebüfyr 
ju fcbä^eit roei§, am böcbften tecfc t>ie rooWroollente ©efinnung, rcelcbe 
meiner fo günftig getenft, unt mid) fo liebreid) erfreut! £ie 23IeU 
jttftjeilen Je» fterbenten Jpeine ftnt mir ein tf)eure3 2lntenfen, unt 
Heiben in tem Umfrage, öon Suer Srjeüenj #ant überfctrieben, 
eftrenttoll öerroafyrt. 2lud) tie heutige ©abe, tie finnige Verfnüpfung 
ijon 2lrct;imete$ unt $ranfTin be$üglid) ifyrer !£enfjieine, |abe icfy mit 
roärmfier $l)eilnal)me gelefen. 

3d) fefye, tag <3ie nidjt 2öinb nod) ffietter freuen, unt glüdk 
Hd^erroeife nicfot ju fcfeeuen Brausen, wenn e£ gilt eine SfyrenpfUftt 
gu erfüllen. £ie heutige 3ett fcnngt feltfame Aufgaben ! — <Ea§ 
ein $oli$eickf im ^rceifampf erlegt mirt, ift wofyl in ten (Staaten 
fceä neuern Surepa nod) niebt tagewefen. Xie Berufung eines SMi* 
niftere ter auswärtigen Angelegenheiten nad? ^>ariö, um jur abge* 
maebten ©acbe ten ©treufant aus ter 9Dtarf su bringen, erfaVint 
aud) etwas fabelbaft. £od) — 2lÜaü ifr groß ! — 3n treufter Ver* 
el)rung unt tanfbarjkr Srgebenfyett unrcantelbar Suer Srjcllenf ge* 
tyorfamfter 

SSarn^agen üon Snfe. 



— 178 — 



175. 

$ u m 6 o 1 t 1 vi n a v m b a g c n. 

B c vi i n, bcn U, 9C|>rlI 1 856. 

34 mufj reben, ta 14 ber Sftefte brtwfifc&e ©erg&eamre bin, unt 
14 mtd) gern meineti Stanfceä rübme. 9Rein ©ertrauen auf 3$re 
SR a iSpfi ebt, tt eurer efcler Sreuitb, ift fo feft, tafj ieb eä roage, fetöjt 
3^nen biefe unmidjtigen QtXLtn gebrutft barguMeten. ©rar©, 
vertiente biefeä 2o&, ber, frei von ©effnnnng, rem ©ergbau too^U 
t^dtig unt nodj »ifFettfdjafttt<$ befdjitfrigt ift (eitbem er ttc Dhreltion 
niedergelegt bat. jjfttt uuverbriutlidHT Streue 3$* 

». £umboltt. 

üRoutage. 

n m e r l u n g n 8 ö r n b a g e it. SJfctt ter Sftebe $um 
Ticnftiubelfefte er. (SygeKetq beä 2BirH. @e$, 9tarpa nur Cbcr* 
©erg^auptmannä a. D, fcerrn ©rafen tfra ©eiiflj ( J. 2lpril 18560 



17G. 

© 11 Ri 6 1 1 t a n © a r n b a g e n. 

Berlin, ben ll September, 1856. 

©ei tem warmen ?iutbeü, ben ©ie, tbeurer brennt, an ber®öa* 
oenfad)e unb au allem nehmen »aä midj betrifft, (eure ieb 3$nen ten 
legtat ©rief von ©eroft, ber mtt fpät angekommen ift, aber Sit ge* 
Wifj tttterefprt Leiter wirb ©udjanan itnb utitt ^remont, ber fettni* 
nifftoflenbe Sfteifenbe, ber ben fcanbwtg nodj ©an granci&o viermal 
(meflenb) gemalt bat, untrem Wir vertanfeu, bftfj Kalifornien nivtt 
©fla&enjtaat geworben ift, 3)räfu>ent werben« Stufen eic mir 
©rief nur Anlagen n i $ 1 wieber ;urüif. Unt nadj ber afrtfantfäjen 
Sllbcrnbeit, roieter eine etWftä ernftere, tief fomvromittirente, nivtt fü 
febr revaliftifd>e, fontern ariftofratifd^bernifd^e JoUbcit, mit etwa» 
vitfenbabu ^nrereffen (ob bie ©a$n über s ?ien f \i\nel ober vibaur be 
<sont gu begänjtigen fei), alfo mit 2lftienfviel gewürgt !! Unt tcr 
belbenmütbivie ©raf, ter ten ©taatöfrreid) ä la Napoldon auofübrr, 
fommt angeregt i von ©erlin, roabrent roir einen ÜJiinijter bei tem 
©unfec baben, ten mir beute fagen nie anerfannt 31t babeu. SBie ijt 
ta berauesutommen $ ©0 Wirb eä mit ten 3 uberfeeifeben ©eft$Uttgett, 
ber oatc, tem von £ohtmhtö>etiUfriet entterften jjottern unt mit 



— 179 — 



Sfteufdjatel gefyen. 3d) tcflacjc ben fonftantinopoIitamfcBen $our? 
taleä, ber in Bbfcn Sßiterfprud) $wifd>en feine Xumiftie (ras preuftfdje 
©rafenttyum) unt> feinen pffigietteft StberaltStttttä tritt. Cs5(ücflicbcr^ 
weife ift bem englifcfyen Parlament je£t nod) ber Vflum ocrf&loffen. 
3fyr treuer 

21. o. £umBoltt. 



117, 

Der p r e u fj i f cf) e 9JH n t p e r ^ 91 e f i b e n t von ©erolt 
an £ u m B o l b t 

9? e w * 9) o r f, ben 25. Stuguft 1856. 
SDtein t)od)geef)rteper tfyeuerfter (Bonner ! 

(Seit meinem legten ©greiften an £w. Srjeüenj vom 8. b. 
warb id) burd) 3h re 3*ta som 2t. 3utt Begiüdt, worauf id) mit in^ 
nigfter Jtjeilnaljme 3§r vorübergegangene^ Unwotylfetn erfefyen fyaBe. 
$ür bie gütigft mir mitgeteilten 9}ad)ricBten fage id) (En?. Grjeilenj 
meinen fyeqltdjften Tarif, unb id) Beeile mid), 3hrem SßunfcBe gemäß, 
$wei ^u^üge von Diepgen 3^tungen (N. York Herald unb Cour- 
rier des Etats unis) jn üBerfenren, welche %$xt SeröffentltcBung 
üBer bie ©ftaveret in (EuBa enthalten, fo wie bie von §errn Jfyraffyer 
barauf in Diepgen Sangen veröffentlichte £ntfd)ulrigung, welche 
aflerbingä feljr latjm ip. 

3Me <Sac^e ^at hier itBerall großem 2Iuffel)en gemalt unb fonnte 
ben ©egnern ber (Sflaverei, welcBe $remont $u ihrem jlanbtraten ge? 
wählt haBen, nur willfommen fein. 

SSor einigen Jagen gelten bie beutfd)en SBä^ler bejfelBen, viele 
taufenbe an ber ftcity, ein Mass-meeting ju ©unpen ^remonfö unb 
gelten SIBenbö einen glanjenben gatfefjug ju feinen (Ehren. 

Xie (Sflavenfrage wirb täglid) Bebenflicher. SäBrenb bie HHe^ 
präfentenfammer ber Regierung ba* SBubget für bie 21rmee verringert, 
treffen von ßanfas täglid) SRacBrtchten von Blutigen ßonfltften jwifcBen 
ben free soilers unb ben ©flavenBaltem ein. Vflan Bofft jeboeb baß 
nad) Seenbigung ber ^räprentenwal)! (im 9covemBer) ter innere 
triebe wicter hergeftetft werben wirb. 

£a$ ungefunbe SUma in Söafhington hat mid) aud) auf einige 
Jage vertrieBen, ba bie große #ij$e in ben vergangenen Monaten un* 
erträglich war unb jet?t bie JßechfelfteBer Beginnen. 



— 180 — 



£eute reife id) nafy Sttbanp, wo bie SSerfammtung ber 9taturfor? 
frter ifyre <Si£ungen bat, und woui tcb eingeladen bin. 3d) werde 
dort manche befannte (Mehrte treffen, und £w. Spellens fpäter ta$ 
Sftäfyerc darüber bericHen* 

£err Jpetne tft fet>r glücfüdj über bie Steuerungen (En?, ßrjeflenj 
gn feinen ©unften. 

£err Q». — unb bie elegante Seit tyaben langft fid) nad) ben 33er? 
gen ober Seebädern begeben nnb td) werbe tfyn erft in brei bi3 oter 
Soeben wiederfefyen, 

£err gißmore wäre ber befte $raftdent, aber er fdjeint wenig 9lu3? 
ftebt gegen $remont nnb Sucfyanan jn fcaben, nnb bie Knownothings 
tyaben ifyren (Xredit oerloren. 

Steine arme grau nnb bie Binder jaulen bie Jage wenn fte miefy 
Wieberfefyen werben, nnb id) fet)ne mid) nidjt minber, im näd)jten 
3af)re, nad> bem (ScMuffe des $ongrejfe$, aüe$ mir fo tfyeure im 
33aterlanbe wiederzufinden. 

£er nabe Abgang ber $>ojt nad) (England nötigt mtd) für ^ente 
abzubrechen, unb id) fd}Ue§e mit bem innigften Sßunfcbe ba§ biefe 3eU 
len (Euer ßrjcöenj im beften SBofylfeüt finden mögen. 

•üCRit unwandelbarer £odwerefyrung und greuntofdjaft »erharre id) 
(Ew. (ErjeUenj gefyorfamfter 

Gerrit. 



178. 

$arnl)agen an£umboIbt. 

Berlin, ben 13. (September 1856. 

£)ie große Söirlung be6 9lamen3 (Euer Srjellenj in ben bereinig? 
ten Staaten, wie überhaupt in Stmerifa, ift ein feböneö 3^«9 n i§ *> cr 
bortigen waebfenben ©eftttung, und eine fiebre 23ürgfd)aft be3 enblicben 
(Siegel ber menfcknfeeundlicfcen ©rundfajje, ju denen Sie ein ganjeö 
t&aten&otteö Seben l)inburd) ftd) treuli&ft befannt traben. 3d) danfe 
3fmen fyerjMft für die 9fttttbeÜung beö S3rtcfed nnb feiner gebvudten 
Seilagen, die meinen (Sammlungen einreiben $u dürfen mir überaus 
wertl) ift. Sur gremont fd)einen im Sluambüde die 2(u5ftcb;ten aller? 
bingö etroaä getrübt, jedod) neueften 9tod>ri$ten gufolge ift ber (Eifer 
für ibn ungemein tfyätig unb nod) nid)t fyoffnungöloä. — 

Unfre fyeimifd)en Vorgänge — wenn fte auety im SluSlande fpte* 



— 181 — 



len, bo$ für uns ihrer (Entftehung nad) $etmifAe — mochte man 
lieber gar nicht befprechen, Da man Die rechten s ^ue£rücfe Dafür faum 
ftnDen, Die gefundenen fd/fterlid) gebrauten fann. Dod) trifft man 
bei Stilen, Die ohne ^ebenanftcfcten nur Die (Bache beurteilen, eine 
feltne (Einftimmigfeit ter 23erDammung. Den äcbtcn SUtpreujjen 
ftnD ohnehin 3^e6ufcn, Neuenbürg und fogar 3oüern nur 2lüotria, 
mit Dem ^ern De» (Staates $reu§en aujjer 3ufamment)ang. 3d) 
fürchte, Da§ man in betreff Neuenbürgs auf ein augenblidliches 3u^ 
nicfen granfrcichs g U ^i e { 2ß e rth legt unD in ^eitlofe Senoirfelungen 
fommt; Sfteinefe beredet gern feine freunde gu gefährlichen &ben* 
treuem, roie fte jtc^ Dann heraushelfen, das ift il)re (Sache, er fie^t 
fchaDenfroh ju. 

grau Settina ton 2lmim X)at mir in tiefen Sagen für meine 
Sammlungen an taufenD ^arit>fd5riftlict?e glatter gefchenft ; eines Der 
iuerthoolljten ift ein 33rief Surer (Srjeüenj an Sudrotg 5lcbim öon 
Strnim, Serfteinerungen betreffend ; es ift fein Datum Dabei, Dod) 
muß es aus Den 3roan$iger 3<M)Kn fein» 

3d) toeifj recht gut, an welchem £ag ich tiefe 3et(en fchreibe ! (Eä 
ift Der Vortag Desjenigen £ages, ter unter allen unfrer $tit Denf* 
würdigen unD treuem gen?i§ in ioeitefter Ausdehnung unD mit be* 
geiftertfter £h ei foahme gefeiert wird. (Empfangen (Euer (Sxjellen^ Den 
befcheidenen Ausdrutf meiner l)ei§eften ©lücfroünfcbe mit gütigem 
SBohltooflen ! — 3« treuer Verehrung unD Danfbarfter (Ergebenheit 
(Euer (E^etten^ gehorfamfter 

Sarnhagen »on (Enfe. 



179. 

£umboIt>t an^arnhagen» 

Berlin, ben 22. @e£t. 1856. 
Der ®ro§herjog öon 2Beimar, Der mieb eben oerlä§t, trägt mir 
auf, <Ste, verehrter freund, ju bitten, Dringend $u bitten, morgen 
Dienetags ihn $tmfchen 9 unD 11 Uhr su erwarten. (Er null fchled)* 
terdings (Sie felbft befuchen. 3^ treuer 

21. Humboldt. 

2flontag§. 



— 182 — 



180. 

£ u m b p 1 M a n 8 fl r n ( a $ c n. 

53 er I in, bcn 23. ©tyt 1856. 

Cher et introuvablc ami ! 
2£ic ra$ Untt>ct$rfd)einli$e tvabr teerten fann ! SBic (aßen 
ftftttiglitye SeibiSgei unl ßöni{jli<fce Ätttj$ei Sie niebt fintcn, 3fyre 
^treffe niebt im profaifdjen fito^nungäcrnjetger naebfncben fbnnen. 
3dj üttitc riefe treffe tiefen Sfagenfelid an ben ©rojjfyerjog, rcr ten 
Kummer jat, @ie, verebrter ^rcunt», baben ivarten JU Kiffen. SW5ge 
W bei meinem neuen Serftt&e ahietliehT fein. Die Sinlagc ift ein 
berliner Curiosuni für 3$* -Irduc. 

Xreu 34e 

31. ö, ^nmboltt. 



181. 

(ßinlaejc.) 

©er ® v p p b e r j g & a r I 9 I c r et n fr c r » p n © a 4 fe 
85 e i m a r a n § n m b p 1 1 1. 

Au Cbäteau de B e r 1 i n. 
Mardi matin. 

Si j'eusse eu Fart du niarquis de Saint-Germaiu, si je neme 
trompe, dont on raeonte quMl sortit un beau matin pai qnatre 
portes a la fbfe, je n'aurais pas en ineilleure volonte, pour trou- 
ver M. de Yarnhagen quo je n'ai eu. Töot a 6te* neaunioins in- 
utile. On n'a pas pu nie dire oü il demeure, et c'est en vain 
quej'ai arpente La s lUaurenftrafu\ Conime la nature nfa cree 
de tous les graud-dues le plus entete, je ne persiste pas moins 
dans uion iuteutiou de voir Finvisible, et je ni'empresse d'y par- 
venir en priant Yotre Exeellence de nie dire oü demeure effec- 
tivement M. de Yarnhagen. Pardonnez-moi de vous impor- 
tuner de nouveau, mais eu conseieuce je ne counais pas d'autre 
ehemin plus court et plus droit. Je me signe avec l'attache- 
ment inepuisable de Tadmiration, et de la veneration de Yotre 
Exeellence le plus devoue 

Charles Alexandre. 



— 183 — 



182. 

SBarnfyagen an <pumf>olbh 

33 erltn, ben 24. (September 1856. 

(Euer C£racüeri3 

tyaben in tiefen Jagen ntebt wenig Ungelegenfyeit in betreff meiner 
gehabt, waä icfy befebämt betaure. 2lm meiften aber mu§ icb betaue 
ern, 3^ren gütigen 23efucf) — ter jecesmal wie eine (Efyre aueb ein 
©ewinn unt ©lü'cf i% »erfäumt $u fyaben. 'Eafj ter £err ®ro§^ 
^eqog miefy geftern nicbjt ftnten fonnte, obfebon er in ter ^Rauerftrage 
f)in unD fyer fufyr unt mehrmals naebfragen lte§, wäre Wirflid) un* 
begreiflieb, wenn niebt £ofttenerf$aft ganj befonterä geartet wäre. 3$ 
Wofyne beinahe trei§ig 3^^e in tem anfefmlicfrften Jpaufe ter Strafe, 
taä aud) ter ©ro^erjog febon betreten fyat, intern er ten *Prin$en 
SMtyelm öon Säten befugte. — £eute nun traf er aber riebtig ein, 
unt jwar fdwn um 8 W)r, war feb)r freuntlid) unt tterbintlicb, fprad) 
giemlid) freimütig unt fefyr wofylmeinent, befonterä aud) öon (Euer 
(Er^eHen^ mit größter Verehrung unt £anfbarfeit. ©ein eigentlu 
ctjeä Anliegen fam erfr ganj gule^t ; (Euer Spellens tyaben tatureb, 
fcaj? ©te tbn tamit an mid) »erwiefen, mir eine große (El)re bezeigt, 
tabet aber aud) mid) in nid)t geringe Verlegenheit gefegt. Xie 
<Sacbe ift tton grofer SMdstigfeit, unt fann ta$ Sebeneglücf eineö 
würtigen Cannes begrünten, taS Segefyren felbft aber gereiebt aud) 
tem ©ro§t)eqog $ur (Ef)re, unt e3 foll mid) freuen, wenn id) feinem 
etlen $mtd irgentwte tienen fann. 3$ werte tarüber naebtenfen, 
unt (Euer (Erjeüenj ein etwaige» (Ergebni§ gefyorfamft mitteilen. 
3m erften Anlaufe nannf icb ten jungen ötelbegabten wac aber 
o^ne $olge blieb, — ter ©roj^eqog jwetfelte an fyinretebenter $er^ 
tigfeit im granjöjtfcften. — £er Sefud) tauerte faß eine ©tunce, 
unt es fam allerlei ^erfmürtigeö $ur ©prarfje ; tie meinige fann 
wenig gefallen fyaben, nämltd) tie leibliche, al£ welche »on ©cfcnup* 
fen, Ruften unt rbeumatifeber Seflommenfyett gan^lid) »erwüjtet unt 
faft unfenntlid) ift ! 

9ftit ten beften 2ßünfd)en für (Euer (Erjellenj 2öob/lbefmten, in 
treuefter Verehrung unt Danfbarfeit 3^ gcfwrfamßer 

SSarn^agen son (Snfe. 



— 184 — 



183. 

$umbolbt an $arntyagen. 

33 er Tin, ben 24. September 1856. 
(5f)e idj mid) nrieber auf einige Sage, au3 Aufopferung für bie 
Königin unb i^re Sinfamfett morgen in $ot*bam »ergrabe, »itt id), 
teurer $reunb, bod) ben ©roj^erjog unb mid) felbft rechtfertigen. 
£er ©rojjfyeqog fyat Sie Befucfct, n>a3 tfym S^re mad}t, ntdjt um (Sie 
^u f onfulttren, fontem auö Artung für 3^ fd)öncä Salent unb Sfyxtn 
^arafter, weil, n?ie er fagte, ifym in feinem £aufe bie %ltt angeerbt 
fei, ba§ man in Berlin jn?ei Männer, (Sie unb mid), fefyen müjje. 
£>a$ müjfen nür betbe aU Srbfcbaft »om alten £ e r r n unb ber 
$aiferltd)en $otyeit, bie eine nmrbtge ^rau ift, gut aufnehmen. Sr 
fyatte gar ntd)t bie 3^e 3^en »on bem ju reben, maä er fud)t unb 
nid)t finben mirb (gleite Senbenj für Sßijfenfdjaft unb $oefte, geo^ 
grapt)ifd)e (£ntbedungsgefd)td)te unb für Äunft, SJtatyleret, ©emmen, 
(Sfulptur; feiner gefediger £on, fertig franjöfifc^ (Sprechen unb 
Schreiben, tngleidjen Briefen). Qa$ 2Bed)felbaIg wirb erft geboren. 
3d) fagte j'aviserai, unb gan$ anfällig ^aki f ity mürbe Sie be^ 
fragen» ©rft beim SBcggefyen, baä burd) fe§r gezierte kleben über ben 
„eblen 3"9cn^greiö" offt^ieü eingeleitet nmrbe, fragte er mid), ob eä 
mid) fontraiire, wenn er 3fyten m& baö 0tatt)fet vorlegte. £>er 33e^ 
fud) ^atte gum SHotto, 53eroei3 angeerbter SSerebrung unb SÖunfcfy 
(Sffeft ju madjen, n?aö 8 Ul)r Borgens am Sage ber Abreife mit etroaö 
<SeIbftübernnnbung »erbunben fein muß. Um tfym ben fo trefflichen 
£. ju »aeeimren, tonnte man biefen allerbings auf 4 9ftonat nafy 
$art$ unb Sonbon fcfyirfen, aber umrbe ein Salent tou £. es au<^ 
galten ? J'en doute. 

Snnigfl 35r 

SRittwodj«, 31. ». Jpumbolbt. 

(Berlar totil ftc^ »om Äonig trennen unb 3^e^er ijon feinem 
Soften »erbringen, er bliebe fo bem $önig fefyr na^e, ja nat)er, benn 
bie Urfadj Heiner ^etjung (ßontaftsSle&rijttät) fiele bann weg» 



— 185 — 



184. 

# u m b o 1 1 1 an Sßarntyagen. 

$ot8bam, b«n 9. ^otocmüer 1856. 

3$ f)afce serfäumt ^bntn melten, mein oerefyrter %rtuni, tag 
icb 3brcn SGBunfcfc, ten 33rief, ten fte an mtd) gerietet, nad> Weimar 

fenten unt ten sorgefaMagenen „©efyetmfcbreifrer" tringenfc $u 
empfehlen, pünftltcb, erfüllt, unt> groar wenige Sage nähern id) 3fyre 
SlbpAt rannte. — 

Sin teutfefoer SBricf fceä dürften SRettermA, Srnpfuttungen aus* 
trüdent unt ta&et ootl 2lnmutf) ter Spraye, nnrt fie interefftren. 
3$ fcfcenfe %fyntn ten S3ricf für 3^re arcbtoarifdje (Sammlung. Tie 
Sßeranlaffung roar eine (Styp^afcformung unt Slbflatfcbung, $u Ter ter 
Bürft mit ipant angelegt eine altagoptifck Stele son (Kranit, tie er 
»or 25 3at)ren oon SCRefyemet 2t U geferenft frefommen fyatte. Xiefe 
Atopie, 3 — 4 8u§ t)ocb, fcknfte mir ter greife gurfl, um lie lange 
3nicforift in iemotifcfyer Scfcrift ju entziffern. Xte» ift öon rem 
talentvollen jungen 2leg9ptologif&en £r. SBrugfcb, SB ci faffer einer 
allgemein im Sluälante fcenmnterten temotifd?en ®ramatif, gefdeben. 
£r. 23rugfd), Ter tie erfre lateinifer; gefdmefcene 2iuc-ga6e feiner ®ra? 
matif fet/on aU Primaner im Sluguft'fcben ©pmnaftum*) truden 
lieg (lie jroeite Sluegafce ift franjöfifcb) l)at ttiel fefyr merfrcürtige 
Slftronomie in ter 3nfd>rift gefunden, unt um tem alten dürften 
freute $u machen, fyat SSrugfd) taö ©anje aU Stele^etternico in 
ter 3^1'$^ t" ur bat Stftorgenlant unt im 5lt^enee publi$trt. 
33rugfd) mar auf ^önigl. Soften 2 ^ahvt in 5teg^pten, Solm eines 
armen SJacfctmeifterS, ter »ortreffüd} grted)ifd), araMfd), fyeoräifcr>, 
fopttfd? unt perftfd) rceig. 

Seqeiljen Sie ta3 Sdseu»ttd)e metner Scfcrift, unleferlid) unt 
in milD inforreftem Style. 

(Sd ift 3^nen tod) nid)t entgangen ter 55rief tes 9tuteltonig* an 
SoutS $MIippe in ter Spener^fcfyen 3eüung. Non v'a bisogno — 
ganj wie SRocfcoro^Seiffart (in feiner erften Lanier) an tie SIMn* 
ger — „Sa ijt gar nkfyt nöt^ig, tag mein SSolf tenfe, id) tenfe für 
taj]el6e; taä 23olf, ta$ mid) fo oft »erraten $ar, Beugt ftcb, unter 
meiner ©e»alt." 3&r treuer 

51. £um&ottt. 

*) 2)a« ÄBInif^c ®wunafmm in 33erlin. 



— 186 — 



185. 

9ft e 1 1 e rn t $ an £ u m b o 1 1 1. 

ÄönigSmarf, 14. Dftofcer 1856. 
Sftein alter brennt ! 

3$ *)abe 3fjre 2Iusweife über tie (Stele, welcber £err Srugfd) 
meinen tarnen beilegt, mit vielem £anf erbaltcn unt bitte «Sie tie 
SBorte an benfefben, welcbe Sie fyier angelegt finden, tem gelehrten 
$orfcber einjubantigen. 9tacb meiner Sftücffebr nad) Sßien, werte 
id) tie bereits fo reicbfyaltige (Entzifferung tes Monuments benujjen, 
um ten 2lrd)äologen in einer 2ln$eige ten 2Beg $u bezeichnen, auf 
bem fie Slbflatfcbungcn tton bcmfelben erhalten tonnen. £a§ id» 
mid) niebt beffer als an Sie Kenten fonnte, um, mir Unwiffenben, 
Sidtf über ten fäentiftfeben SBertb teö feit 3abren in meinen »tel* 
artigen (Sammlungen fcblummernten ©efebenfes SiJiebemet iNIt^s ju 
»erraffen, ties fonnte id) niebt in Steife! fteüen. Smpfangen (Sie 
un& .Sperr 33rugfd) meinen aufriebtigften £anf. 

3dj babe tas ©lücf genoffen, ten .ftönig in beftem SBoblfein unb 
ber mir aflbefannten ©önnerfebaft ^u ftnten. ©rojje (Erinnerungen 
in langem Seben, büten ein feftes 33anb jwifebert ben SJtenfcben, unb 
erprobt ift beffen $raft, wenn es ten Stürmen ter £rofc ju bie* 
ten wujjte. Sftebr als ein halbes 3^^rbuntert ift üerfloffen feit meU 
ner erften 33erübrung mit bem jungen Sbronfolger ; welcbe ©edsfeU 
falle biefe lange (Epoche ausfüllten, ties gehört ter ©efehiebte an« 
£>a§ tiefelben mir tas Vertrauen ter Könige, SSater unt Sohn, nie 
endogen l)aben, ties gereiebt mir gum Stolj, t. b. *u tem ©efüble, 
welches tie Segriffe son (Seele unt £erjberubigung richtiger belieb- 
nen als tas leicht anbrüchige ©ort, welches mir unter tie $eter ge* 
gefommen ift. Sie, mein Vorgänger um trei 3 a ^re ; haben fo e6en 
3^ren 87ften ©eburtstag gefeiert. £a§ Sie unt td) tie $unft „*u 
leben" »erjhmberr haben, ties türfen wir geftefyen. £>a§ wir recht 
baran tbun werten, fie noch länger gu pflegen, hierfür gilt feine 
ßinrete. 

$Ut wahrer greuntfefeaft unt SBere^rung 

«Metternich 



— 187 — 



186. 

£umbolbt an $arnl)agen. 

33 c r t i n , bcn 20. Sßoöember 1856. 
3d) bebarf %fym litterarifaVn £ülfe, mein ebler $reunb. Unfer 
großer 2anbfd)aftömal)(er £ilbebranbt, ber in S3raftüen, «ftanaba, 
Sleggpten, $alaftma, ©rtcdjenlanb unb neuerbingö am 9corbfap war, 
$at eine wunberfd)öne Aquarelle meinet „3nnern £au£f)aitö" ange^ 
fertigt nm ein Heinere^ $u otelen ljunbert Sremplaren nad) 2lmertfa 
23erfaufte3 ju erfefcen. La renommee, fruit d 1 une longue patience 
de vivre, augmente avec Pimbdcillite. 3$ &in gezwungen, 
blefem meinem 23itbe eine 3«fd)rtft jn machen mit eigner #anb. £a$ 
ift nicht Ieicl)t. 3d) fle^e, fcajj Sie mid) (Sonnabenb um 1 Uf)r, wenn 
<5te tonnen, Befugen» (Sie follen mid) leiten. 3^' banfbarfter 

21. o. £umbolbt 
Donnerstags. 



18t* 

ipumoolbt an^arnljagem 

33 er Ii n, ben 21. 9?oöemI>er 1856. 

3$ flehte geftern, bafj (Bit, teurer $reunb, mid) (Sonnabenb 
mit ifyrem 23efud)e erfreuen füllten, $eute flelje id), ba§ (Sie ni#t 
lommen; td) l)öre mit 23etrüfcmfj, ba§ Sie red)t leibenb ftnb. Das 
gro§e 33ilb £ilbebranbrs bleibt bei mir lange nod) freien. %titv 
fpatere Jag wirb mir aud) nüjjltd) fein. 3d) bitte Sie blo§, mir 
gütigft ben £ag *orl)er münblid) fagen $u Iajfen, wann id) <3ie er* 
warten barfr SÖa^len @te ja bie gwölftc ©tuube, weil id) ftcfyer bin, 
in biefer immer frei gu bleiben. 3d) felbft möchte nod) immer auö 
meiner £aut fahren. letfe atö ©reis wie öon 9ttüden* 
ftid)en, unb bagu fonfultirt mid) nod) son 3eit jn 3t\t ein über ebrift* 
lieber 9Jc. Softer (in Druffel lebenb) ob id) glaube baf in ber (£r* 
löfung mit einbegriffen feien bie unteren Sljterfeelen, ob audj 
Sßanjen unb Etüden feiig werben. (Sie bebroljen mid) alfo aud) bort 
oben, wo id) bie mir ttom Drtnofo tjer Befannten Stjterfeelen wieber* 
ftnbe, einen Sobgefang anjtimmenb. 

$ttt alter greunbfdjaft 31* 

21. £umbolbh 

freitags. 



— 188 — 



Unb bie fdjänbltcBe $artf)ei, bie fünfgtgpfünbige Regerfinber »er* 
lauft, (Efyrenftöde »erteilt, wie ber ruffifdje ßaifer (Efyrentegen, unb 
©rärVfdje (Efyren^Rafen, — tie erweift, ba£ alle weife Arbeiter audj 
Bcffer @fIaoen als ^reie wären, — fyat geftegt. 2Md)e Untfyat ! — 



Den 22. RosemBer 1856 fcfyreiBi $arntjagen in feinen Sage* 
Blattern j „Um BalB 1 Ufyr madjt' id) mid) auf, unb fuBr im größten 
Regenwetter gu $umBoltt. (Er freute ftd) meineö Emmens, unb 
führte mid) Batt in ein ReBengimmer, wo ^UteBrantfö großes 2lqua? 
reüBilt eingeräumt fytng ; wirflid) ein üortrefflid^eö ©emäBlte, in tef* 
fen reicher s JRanntgfaIttgfeit t>ic ft^ente ©eftalt $umBoItr$ Beteutenb 
»orBerrfcBt. Run fam iie $rage wegen ter bafür gu wäBIcnben 3"" 
fcfyrift; td) tjatte richtig geästet, ba§ er nid)t fowotyl $orfd)Iäge »on 
mir erwarte, aU »telmefyr meine Siüigung ber son ifmt fdwn ge* 
Wallten« ®egen meine (Erwartung feine furge (Senteng, fontern eine 
längere Rebe, eine rfyetorifdje ^ompofttion, bie ten forfcfyenben Ret* 
fenten mit t>em tyetmgefefyrten ©elefyrtcn glü'dlid) gufammenfteüt» 
(Einige $eränberungen würben anfangt Beliebt, am (Ente bod) wieber 
verworfen. £a3 ®emäf)lte Bat £tlteBrantt nicBt Jperrn oon £>um* 
Boltt, fonbern beffen Jlammerbiener ©eiffert gefcBenft (Es foÖ ge* 
ftocBen werben, 3Bir Befa^en bie 3t mmer , * n breien liegen feine 
©tubirfad)en untrer, alle brei gu 19° Reaumur gezeigt, mir eine un^ 
erträgliche Temperatur. Sin 33iBIiotf)effaaI ungefyeigt. Silber oon 
$rau ©aggiottt gemalzt, beren Talent er t)od) pries, e£ wunterte unb 
freute i|n ta§ id) fie aud) fannte. (Er flagte über £autjutfen, id) 
fagte, e£ fei ein BefannteS UeBel, pruritus — "senilis 1 ' feilte er fogleid) 
i)in$u. (Er tyatte in einem haften ein IeBente$ (EBamäleon, ba$ er 
mir geigte, unb oon bem er fagte, es fei baö einige Tfyier, welches baö 
eine feiner 2lugen nad) oBen unt äugleid) ba3 antre nad) unten rieten 
fönne, nur unfre Pfaffen fönnten ta« nocb, mit tem einen 2luge nad) 
bem Gimmel, mit tem anbern auf bie ©üter unb 33ort^eÜe ber SBelt 
gerichtet. — 2lud) oon Reufd)atel war bie Rebe, ber «ftönig fei sott 
guter Hoffnung, recBne auf Souiö 23onaparte, SRanteuffel fe^e bie 
@ad)en nid?t fo günftig, ladje aBer barüBer. £er rnfftfd)e Rangier 
©raf öon Reffelrote fyat Bei feiner legten 2lnwefenf)ett gu £umBoltt 
gefagt, tie jeljige 35erfa|fung unt ipaltung ber (Sdjweij macBe it)m ben 
Beften (Eintrucf, fei gang geeignet, ber RepuBUf 2ld)tung unb ®unfl $u 
gewinnend' 



— 189 — 



188. 

Jpumbolbt an Samfyagen. 

33 e r Ii it, bcn 30. Sftotoember 1 856. 

SBerefyrter greunb, 
©bcn erhalte id) einen in (Sprache unb ^lar^eit ber %ltm mä§ig 
ju lobenben 33rief meinem <B cb ül e r $. 3$ fd^reibe nicbt el)er, alö 
icfo üort)er 3fwen gefommen bin, tfyeurer greunb. Die legten 15 
3eilen fceö 33riefe$ finD mir ganj unleferlid) unb unöerftänfclid). 3$ 
fcatte ifym üon bem Segen beö telegrapl)ifd5en ©eile* gmifdjen 9Jeu? 
funblanb unb 3rlanb gefcfyrieben, aber nidjtä angeboten. 3$ lann 
ben Unterfangenen nid)t lefen ! 23el)alten Sie ja meinet @d)üler3 
23rief, aud? bie SRotij, ba§ man in ben belgifcben Kammern über mid) 
als einen ab^ufeijenben SSftaterialiften unb 3ftepublifaner biefutirt ! 
2Bo ba$ Dine be$ 23aron b'Meim (Slrnim) geroefen ift, errate id) 
nicbt. 3$ ^abe üielleicfyt gefagt, „tefy fei fo liberal ati 2lrago," ge* 
ttri§ nie ,,id) fei ein Sftepubltfaner". Segen (Sie, teurer greunb, 
%fl. 3obarb in 3^e 2lrd)ioe. 3^ treuer 

21. »♦ £umbolbt. 

(Sonntag. 

lieber bas toaö bie 9ftenfd?en geglaubt unb nicfyt geglaubt Ijaben, 
pflegt man gerobfynlid) erft nad) bem £obe (wenn man offt^ieö von 
©tyboiu begraben unb befpro&en worden ift) ju (freiten. 

Die (Spener^'cbe 3 e ^ung enthalt alte Jage neben 9teufd)atel 
unb ber Räumung ber Donau^ürftentfyümer ein bulletin de la 
sante son 5 fleinen (Seicen^^äupdjen be$ £ofgärtner ^intelmann. 
2ßie bod) alles an 2Bid)tigfeit abnimmt ! 3$ *w& e batirt auf 
bem »ormals fyifrorifcben $ügel son (Sanäfouci. 3c^t wirb bie 
$Pfaueninfel fytftortfd) burd) baö (£till?2eben tton 2 Sftäupcben. @o 
tterrcanbelt bie Sßelt ftd). greilid), als bie angorifdjen 3ie$tn * n 
granfreid) baS Sfticklieu'fcbe Stftinifterium berühmt maebten, fagte 
ber Boniteur auc^: "Le moral des chevres s^ameliore dejour 
en jour." 



— 190 — 



189. 

ÄarlSlleranber, ©rof^er^oggu @ a d) f e n * 2ß e t * 
mar, an # u m b o 1 b t. 

SB e t m a r, bat 2 9 . 9?otoember 1856. 
$)a id) güdliderweife He öl)re t)abe tton Surer Syjettenj gefannt 
gu fein, wtrflid gefannt ju fein, fo barf td glauben, ba§ (Sie meu 
ne IDanfeöbereitwiü'igfeit für %i)vt wie für £>errn öon ^arnbagen^ 
SBemütmngen nid)t nad rer Sange ter 3^it Beurteilen werten, weU 
d)e feit rem Sage, reo id) 3^ren S3rief 00m 31. ». erbielt, unb 
tyeute tterftrid). 9ftein aufndttger l^anf ftnte fyier feine ©tefle. 
£ie <Sad)e felbjt oerfpätete U)n. (Sie mu§te e$, renn nidt rafd) 
lä§t ein Sntfcblu§ ftd) in fold)er Angelegenheit raffen, unt temgema§ 
fdjretbe id) bleute nur bej^alb, tinmtyiU weil id) nidt unbanfbar er* 
fct)etnen Witt, anbemtfyeiU weil id) mir bie Sftögltdfeit ftdem mufj, 
ju bem fiefcern @ntfd)Iujj nod) $u fommen. Da^u mu§ td? 3 e ^ unb 
2ßal)I r)aben* 23eibeä ifr mir gefiebert burd) 3^e unb Jperrn öon 
Sßarnbagen^ ©efälligfeit, benn <Ste bette fragen mir öor, ten |un? 
gen Sftann fommen $u lajfen, unb oorerft feine 25efanntfd)aft ju ma? 
d)en. ®3 fragt ftd) nun, wenn He3 gefd)eben fonnte,tenn *** gleich 
burd) He ^ofaune ber Aufteilung fyiertjer gu rufen roünfde id nidt. 
SCRir bleibt alfo nichts Anbere* übrig als Suer ör$ellen$ ju bitten ftd) 
erfuntigen ju wollen, wann jener £err eine SRetfe an ten S^ftranD 
maden fb'nne unb wolle. 23et Hefer f^rage würbe td sor allen 
fingen fteben bleiben, um 3U meinem befontem £anf für He merf? 
würtige 9teuigfeit überjugel)en, weide (Sie mir mttsutbeilen He 
©üte fyaben. Söenn id) bann bie ^rage anreibe, ob Suer Srjetlenj 
mir einmal bie ^arte jur bewunternten Anftdt hierher fenben wol? 
len, unb (Sie tiefe $rage mögliderweife bewuntentewürtig jubring? 
lieb, ftnten, fo flüdte id) mid unter ben (Sduj? 3brer(35üte für mid, 
He mid oft ftolg unb bleute Heüeid)t intiyfret gemadt bat. £od) 
bin id jtotj auf 3b;re ©üte, ®üte ift aber fte mit 2ßal)rbeit ge? 
paart, auf ledere aber baue icb, taft «Sie mir meine Sitte entfdieten 
»erweigern, wenn Hefelce @te belaftigt, bem id) in $eref)rung bleibe 
ter banlbarjte (Schüler 

Äarl Slleranber, 



— 191 — 



190. 

3o6arb an £ u m f> o l b t. 

B r u x e 1 1 e s , le 26. novembre 1856. 

Monsieur le baron ! 
Vous ne serez peut-etre pas fachö cTapprendre les röles 
qu^on vous fait jouer dans les tristes debats de notre politique 
religieuse. 

L'ancien ministre Dechamps qui etait ä votre droite au 
diner du barou d'Arhim et qui s'etonnait si fort de vous avoir 
entendu dire que vous etiez republicain comme votre ami 
Arago, ayaut raele votre nom ä ceux des croyants illustres 
qui professent les idees catholiques ; voici ce que lui repond un 
journal liberal ce matin : 

''M. Dechamps, dans la derniere homelie quHl a prononcee 
ä la Chambre, a cite* le nom de M. de Humboldt pour prouver 
que la science pouvait parfaitement etre üubordonnee au dogme. 
Or, il faut convenir, comme M. Devaux l'a fait remarquer, que 
Fexemple ne pouvait etre plus mal choisi. M. de Humboldt est 
un de ces rationalistes purs, contre lesquels M. Dechamps a 
dejä ecrit tant de lettres. Si M. de Humboldt avait enseignö 
en Belgique, il eüt ete bien certainement poursuivi dans les 
lettres pastorales et destitue par M. Dechamps lui-meme, si M. 
Dechamps avait ete ministre. Et voilä cepeudant comment Ton 
ecrit l'histoire, et comment Ton apprdcie les plus hautes ques- 
tious de notre avenir intellectuel et moral l" — 

Yoici une autre opinion philosophique pure et claire : 

"Toute et quand fois vous fonderez votre eglise sur la be- 
tise humaiue, les portes de Tesprit ne prevaudront pas contre 
eile, parcequ'il y aura toujours de grosses betes, de vieilles 
betes et de petites betes pour la soutenir et la reparer. La 
raison pure n'a pas les memes chances." 

Votre tout dävoue 

Jobard. 



— 192 — 



191. 

Sarnfyagen $ n £ U t e b r a n d ®emäl}Ibeber 
SB o n n n g £ n m b o l b t 1 ö nnr reffen beigem 
fügtem (Sprnd). 
@päte$ Tabeim beä einft in rüftia. fantpfcntcr 3ngenb 
^citgcioantcrtcn $orf<fyer$, rcr, gleid)»te £öben rer ßrre, 
£öben reo Nnbmec crfföeg, bat bargefleQt unä tcr s ))iat)ler, 
£ dw, reic&auägeftottet mit berrlita @d)ä£e*i tcö ÖHjfenö: 
SBerfe tcr .unnft, tcr SRatur, unt ©djrtft nur @erät^ beä üklcfyrten. 
2lber ibn fetfrß inmitten r neireneivevtben &ep$tfyttmÄ 
£cbcn nnr frob fein 3ieid> mit finnigem 53lide beberrfden, 
Tentcnre £prade verleiben bem tonnter: ollen ©emäblre, 
■Durdj HaMootler ©cbanfen bererfam glüeflide Fügung 
©d^affenr ein neueä 25ilt, ein gcijtigcö, ftannenrem ^nfebann! 

$arnbagen von Snfe* 

33 erlin, ben 1. Xccember 1856. 



192. 

£ n m b o I b t an 23 a r n I) a g e n. 

Berlin, ben 3. 2)ecember 1856. 
<Bo bat benn meine pebefrre *Profa (»ad midj ßol$ madte, ivenn 
bem ©eltgan^en nidt 3bre ®un|l geborte) ©te, erler grennr, }n rem 
Knieten, erelften 9fc|$t$ttUtä jurütfgefübrt ! Dfocb »erfd>ämter 
aU bie armen, für bie rer ©MpergreiS mit bemooftem Jpaupte ftd für 
5 ©ilbcrgrofden 3cigt, bringe id) 3b"en meinen tiefen Xan! rar. 
SÖBie bcrrli* unb gefc^macföoQ Iwkn Sie ba£ engli de hörne, Za* 
beim, in nnfere ©pradje übergetragen. Unoerglcidlid^ fdön unb 
großartig ift 3bvc ^oefie, eine iHTberrlid)itng ooll 2lnmutb nnr ern? 
ftcr üftafynung an ras rcaö au$ tcr jlnnft unb Statur nnr auä rem 
C^evotb batte gcfdunn't »erben follen. £atte mein dritter SBilbcIm, 
tcr in feinem 33rtef»ed)fel mit 2£olf fo Diel über ftrengere nnr nn^ 
ftrengere £cvametcr bifferttrte, bod) tiefe ^amilien^Styre nod) er? 
lebt ! — 

3br Warb, aud unrfatbmifd> auegerritdr, ift mir ftne ein 33efcM. 
3dj werte ibn fogleid) befolgen, nnr ©ie baben mir rie <Sade febr er^ 
leidtert. Alea jacta sitl könnten Sie mir, tbcurer greunt, roob;! 



— 193 — 

bte jdjtt testen ©Üben (3eiten) beö ©rofföeraoglidjeit SBriefed in 3^re 
mafylerifcfyen 3üge übertragen, bamit id} »ielleicfct erratfye, roaö tdj tfym 
foll üerfprocfyen fyaben. 

SSon $remont, teffen Stfbnijj ganj an Gbatcaubrianb erinnert, 
ift eine mir bebtjirte 33iograpf)ie eben in 9Jero^2)urf fyerauegefommen: 
" Memoir of the life and public Services of John Charles Fre- 
mont by John Bigdon( ?)." Tai 'Eebifationsbiatt fagt: "To 
Alexander von Humboldt this memoir of one, whose genius he 
was among the first to discover and acknowledge, is respect- 
fully inscribed by the author." garte SBorte, etroaö fünftUc^ ^ 
fammengeftelu\ £er 33nef, in bem tcf) xl)m im tarnen be3 $önig$ 
tton (Sanöfouct batirt bte grofe goldene ^retömebaiü'e für Sijfcrtfcfcaft 
unb $unft fct/icfte, 1850, roegen be$ großen Sarometer^iseUemenb 
(500 geograpf)ifd)e teilen öon ■SDWjfourt 6t$ ©ütfee) >ba$ je au^ge^ 
utf)rt roorben ift, roirb X)itx aBgebrucft. (Er enbigt mit ben ^Sorten, 
beren Sanöfouci ftcB; nicBt ju fdjamen l)at; " La Californie, qui a 
noblement resiste ä Pintroduction de Pesclavage, sera digne- 
ment representee par un ami de la liberte et des progres de 
rintelligence. 11 Tit 23iograpb;ie f)at ttmnberBar romanttfcBe (3$e^ 
nen, einmal aU Malte unb junger atte in 2But§ unb f>alben Sßa^n? 
finn fejjt, ®efang unb ©eBet nnb bann ein SibfcBmur son $remont 
abgefordert, ba§ man fict) nic^t mürben unb treffen roerbe. Sßenn icfy 
meine 9teugierbe roerbe Befriebtgt fyaBe, fd)tcfe tcf) 3§nen bas 33udj. 
$ür jejjt baö Sßunber, roelcfyeS ein Xfoiftonäpretiger in SftagtcBurg 
an £erm Affemann in DueblinBurg öerria^tet i)at. 3cf) BaBe es aU 
^aturforfcfyer aufgefpürt. 03 \ta)t ©. 34» £anfbar 3Br 

A. ». £umBoitt. 



(Anmerfurtg son 23arnr;agett. £te Aquarellen öon 
£tlbeBranbt, barunter baö £>umbo!bt 1 fcbe, im ^unftserein jum heften 
ber Armen für 5 ©il&ergrofdjen ju feiert, ) 

,/Eer (SelBftmorb eine SljorBeit unb ein SerBrecBen. 3 w et $re? 
bigten »on £r. griebricb; Srufiuö, Xürifton^pretiger. 9Jiagteburg. 
1855." 8. Aujjer bem 2öunrer, bajj langgehegte ©el&jbnorfcgess 
banfen einem ©eroiflenegepiagten Bei Anrufung fceä Samens 3cfu 
plbfelicf) für immer vergingen, l)at bie ©cfcrift nod) bie ^erfroürrig^ 
feit, baj? fte auf (ScBIeiermacber anfpielt, inbem fte — aucB @. 34 — 



— 194 — 



fagt: „SMvt ja tod) tton einem krümmten ©eiftticben ergäbt, tag er 
einmal eine fein* große $ e rf ud) ung gum (Selbftmorb gebabt babe 
(Sollen ßinfluß tonnen Körper? unt ©emütfysleiten felbft auf redjt-- 
(d>if[cnc unt gotteäfürdjtige Banner ausüben,",) 



193. 

£ u m b o 1 1 1 anSarnjagen. 

SB c rün, ben 17. ©ecemfcer 1856. 
^Bieter ein tantbarer, redst cinfad) Itcben£ivürtiger 33rief ttom 
©rof^ergog. Sr wünfd)t ten 23efud) im gcbruar, unt »itl tag ta$ 
Drama beginne mit einem 2Infud>en in Grebben gu forfd)en. Der 
Srlaubniß foü tarnt, roie er fymoolifdj fagt, taö Materielle folgen. 
(Sie werten, teurer ^rcunt, taö leicht einrichten. 2ßir nähern un» 
tem 3i^ e * 

3d) begrabe morgen nueter an ter (Säule in £eget, welche burdj 
Sfcorroaltfen Hoffnung »er$ei|)t. Die ältefte Siebte [Jod ter] 
meinet S3ruter3, ©eneralin £etemann, 1800 in $ari3 geboren me* 
nige Jage noebtem %vau üon #umbolrt au3 (Spanien gurüeffam, ift 
nad) fielen Seiten (Seberfranfbeit mit Sßajferfudrt serbunten) »er? 
fdneten, eine Heben^roürtige fyeitre §au3frau, 40 3^re in ter glüaV 
Kauften £fye gefunt. 3^ begrabe mein ganjeä ©e|d)Ied)t. 3^ 

2t, »♦ $. 

Sflittrood) Stbcnb. 



194. 

<^arl2lleranter, ©ro§hergog gu (Sad)fen*2Beimar, 
an £ u m b o 1 1 1. 

SS e t m a r , ben 16. 2)ecember 1856. 
Der ewig beanfprudta, ewig gebenten, weit ewig gütigen 9?a? 
tur gteieb, erwictern «Sie tureb jlctö neue ©ütc tem (letö wieterfet)? 
renten 35egebren. Der 2>orfcblag, weldjen l£uer (^rjefleng mir in 
Setreff fce3 jungen ©elebrten matten, entfpreebent tem $Iane te$ 
£errn tton SBarntyagen, ift ein fo trcffü&cr, ta§ td) nur bitten fann 
tbn jur ^uefübrung JU bringen. 3 U * em ö*4uf febeint eä mir paf? 
fent, ta§ $err son 23arnbagen tem jungen Mann ten ©etanfen ein? 
gäbe, in unferm reiben 2lrd)itte ferneren (Stoff $u feinem Sßerfe ju 



— 195 — 



fucfcen, unt um btc (Srlaubnig tyieju bei mir nad^ufucben. 3$ 
würte tiefe fofort geben, tf)r fpäter -tad Materielle nachfolgen lajjent. 
£ie 3fit öom 3 f ^ruar n. 3- an, fckint mir Die beftc }u ter litterarU 
[eben Unterf«d?ung. Ter eigentliche B^ccf ^]tv Sieii'e bliebe ser? 
febwiegen, unt) fo fann id) um fo ungefütterter il)n fel)en, i|n nehmen 
oter it)n niebt nehmen. 

3cfo tanfe 3l)nen öon ganjem jpeqen für tie getrurfte Seilage. 
Sie l)aben aud) tiefe niebt leicfcre Aufgabe als Mcifter geloft, unt 
fonnten es Keffer wie irgenb (Siner, weil Sie me^r als tie Reiften 
turd) £l)aten ju ter Sßelt gefprod)en. 

3d) werte taS 3ournal öon $etermann mir gueignen. Meine 
S3erel)rung für «Sie bürgt für tie tt)ätige Sßabr^ett meines StrebenS. 
3$ bitte @ie, ibm 3&ren 2lntl)eil gu erhalten, wie 3^re ®üte alfo, 
als ^{)xtm tanfbarften 23ere§rer unt Xtener 

Staxl 2Ileranfcer. 



195. 

£ u m b o l b t an Samfyagen. 

Berlin, ben 7. ftefcraar 1857. 
SBenn in 53erlin id) etwas lefe, was mein litterarifd)eS unt po* 
Iitifd)eS 3«tereffe anregt, fo ift mein erfter ©etanfe auf Sie gerief)* 
tet. Safaulr in München, öon ter ÜBaater'fdjen 3 un f^ m ^ r n «r 
als ein Mann ter $reu3$eitung unt S Hubert' feiert Xunfelwelt be* 
fannt, unt in ter neuen l)iftortfd)en Scbrift, tie er mir febieft, finte 
id) niebt eben originelle 21nftcbten, aber turd) 2tnfpielung eine Man? 
nigfaltigfeit pofitber «ftenntniffe offenbart, tie icb bei Safaulr nid)t 
»ermüdete. 93ielfad)e Stationen beweifen große Vorliebe für meines 
Sruters 2Inftd)ten. Sie flaoifd)e MefftaS^Stetle ift aud) fefyr merf? 
toürtig, wie überhaupt tie 9toten eine antife fel)r anmutige 25lu? 
menlefe tarbieten. ^Dergleichen traue id) tem $rajttenten ©erlad) 
unt feinem 33ruter (an tert $rof. ©eljer aus Safel unt antere il)m 
Sntgegengefejjte offiziell ! ! jur ^ceuenburger 9iegociation gewiefen 
ftnt) nicht ju. 2Benn ter Safaulr mit feinen Sßünfcbcn für tie wie? 
fcerl)ergefteüte alte teutfd)e 3fteid)Söerfaj[ung Sfyntn, tl)eurer greunt, 
nid)t getieft ifi, fo Durchblättern Sie i^n wol}I, fd)on ter 9toten 
wegen. — 



— 196 — 



Wlit meinem £antüM geh es um öieles Keffer; au* mit tem 
naebtlicben gleijr, £cr lefcte vierte San? beä floemo* rcirt au$ 
jtoei Abteilungen befteben, r. b. au3 jroet Tanten, jeter ju 35 33o* 
gen, Deren erfter fefon fertig getrutft ift. SRan trueft nun am jrceu 
tcn. §ä fpflen aber bette 2lttbeilungen 5 u 9 l ei cb erfeteinen, um 
Den Sjfeft (»on ter Innern ffiärme fceä ^rrfcrpcre> bU ju Den SKetfcs 
fcben^iHacen) nicht $u m intern. — 

Tie anmahnt un&orflcbnge Art, roie tie 9?euenburgcr ölentig^ 
fett bicr betrieben lvirt, [e|t $reufen großen Xemütbigungcn in «Parte 
aus. 2ßie gegen Siujjlant rcirt man fid> gegen Greußen für 
Sßaterloo rächen. 

ireuntf$aftUd# 3t)r 

21, ». $t. 



196. 

23arnf)agen an ipumbcltt. 

33 e r \ i n , ben 9. gefcruar 1857. 

Suer Srjetlenj 

emp ; angen tas mir von 31>nen güttgfi anvertraute 33ud> biebcifolgent 
mit meinem innigfien Xanfe jurücf. 3cb taffclbe mit fe^r 
nwt feinten Smpftntungcn gclefen, ich mochte fagen mit peinlichem 
3nteref[e. £er Slutor macht oüertingö 3 u 8 e ft anJn MT c unt giebt 
?tn>'a\uutngen, tie ich, it>m nicht gugetraut fcatte, fo n?enig n>ie tie 
üppige ©elebrfamfcit feiner reichen ditate. »Mein tie feböne 33lu^ 
menlefe ter Slnmerfungen fann ten $em teö Xtftti niebt verhüllen, 
bei ein reefct bitterer ift: tie Rechtfertigung ter 9legeqflaverei, fcaä 
brutale 2oG fceS Krieges unt ter (rezenten £>eere, tie Jpeilfamfett 
a r i ft c f r a t i f cb c r Revolutionen ; ungeachtet feiner roeitgreu 
fenten §öfüd)fettett, tie tote öinlatungen 2lnter$tenfenter auefeben, 
bietet ter Autor tiefen toeb nur tie $oft ter ^reu^eitung, nur etroaä 
feiner zubereitet, aU biei ^>rofeffor Seo $u tbun pflegt, reffen 
tungötreef" unt „ffropbulöfeo ©eftntel" nur mit etroaä Söürje »er* 
fct;t [tut. Latet anguis in herba ! Ucbrigenö roiri mir immer 
bange, wenn tie s pirilofopben ten ®ang unt tie Stufen fceä 9Jtenfdj* 
beitclebenc meffen unt vorau*beftimmen, auä tcn roenigen Taten 
unfrei nod> gang flehten ©efebjebte von ein paar taufent Satytn ®e* 



— 197 — 



fefce für tie 9J?ögIidfeiten oon Millionen ^vtn finten wollen. 
Sßeter Sidte, nod <8chelling, noch Steffens, nod) £>egel waren in 
tiefer §3emüt)ung befontcrö glüdlid); tie SejHmmung tcr 3fita(ter 
bleibt am bejten ten Tichtern überlaffen. Sei unferm 2httor ift es 
nod) au§ertem bcmerfenswcrtb, ta§ er befennt, an feine eigene 2ebre 
nidt recht glauben, er mag „im praftifden Seben nidt »erlebten 
auf unfer nationales %ica\, tie 23ieterl)erfteüung son Äaifer unn 
9ieich, obgleich fein theorctifcber ©laube an tie ^erwtrflichung nidt 
groß ift." (@. 157.) 2ßer fo etwas fd)reiben fann, hat ftd) 
eigentlich felbft geridter. — Sine freuntlide 2lntn>ort abfeiten (Euer 
(S^eüen^ tarf ter 2Iutor immerhin erwarten, eine juftimmnte werten 
©ie U)m nicht geben tonnen. 

3u fcören, fcafj 3hr Wohlergehen, ba§ 3$re Sbatigfeit, 3h* 
©daffen, in gewohnter 2£eife fid) behaupten unt fortfd)reiten, ift 
eine (Srfrifdung, eine Srmutbigung für uns Sintere) tie wir großer 
Seifpiele betürfen, um bei unferm Jage werfe — öXiyov re (pihov ts 
— nid/t ju ermatten. £ie 9kd)ridten son ten neuen Tanten tes 
Kosmos ftnt mir fyödft erfreulid, unt id) fage wie (Schiller bei ®e^ 
legenbeit eines ©oethe'fden 9fteifterwerfs: 3$ tanfe ten ©bttern, 
tag fte mid) ties erleben lajfen ! 

Tie 9teuenburger (Sache ^at auch in ihrem jefcigen (Statium 
»iel Unl)eimlid?e$, unt' öon Anfang an mißfielen mir tie 33ejiehun^ 
gen gu $aris, tie fid) wie gangfchlingcn anliefen, in tenen mandes 
hangen bleiben Wirt. £er Sifer gewiffer Seute ift ihnen was tie 
(Sache betrifft gar nid)t Srnft, tient aber als treffliches Littel für 
ihre anterweiten 3roede, tie fte auch rcohl erreiden werten. £en* 
nod bin ich für tie 3uhmft unbeforgt, tas Sidt fann nidt erlöfden 
nnt muß fiegen, nur \\t ter Moment ter Sßertunfelung $ä§ltd) unI) 
fchwer. 

9flit rreueften 2Bünfd)en, in größter Verehrung unb Ergebenheit 
unwantelbar Euer Stettens gehorfamßer 

SSarnhagen »on (Snfe. 



— 198 — 



197, 

23arnf)agen an £ u m b o 1 1 1. 

33 e r I i n, ben 20. gebruar 1857. 

Serren guer ß^eücnj mir oerjeiben, reenn id> einen 21ugenblid 
3Ürtt eclen Qtit in 2lnfprucb nebme ? Sfticot für micb, aber für ein 
Iitcrarifctes Anliegen, tem id> perfönli&eS 3"tereffc, fcfcon roegen aU 
ter 53efanntfd\ift nicht oerfagen fann ! £err ^rcfeffor ^ranj ipoff^ 
mann in 2£ürgfrura,, ter mit aufopfemter (Stantbaftigfcit, man 
fann roobl fagen gegen 2öint unt Detter, tie Verausgabe ter SBerfe 
^ranj oon Saater^S beforgt, tfl je£t, jum 21bfdluffe tiefes Unternet^ 
mens, mit einem SebenSabriffe feines 2lutorS cefcbäfttgt, unt t»ünfd)t 
nidtf unenoäbnt ju laffen, tag 33aater gleichzeitig mit Suer dv^U 
lenj auf ter Sergafatemie in greiberg roar. Unfaßbar roäre 
es ifym, über tiefen llmftant irgent ein begeicbnenteS 2£ort oon 
3bnen ju erlangen, nur eine teeutung, ob nähere 33e$ietwngen 
tamals jroifcben %$nm unt 23aater ftattfanten, ob er befontern 
(Sintrucf auf «Sie gemacht ? 3* roürte nidjt tragen, Suer SrjeHenj 
fyiemü gu belaftigen, roenn icfr nid)t oorauSfei?te, tag im ungünftigern 
%aU ein MogeS 9Mn, im günjttgern ter betrag Einer guie tte 
©acte erledigen tonnte! — 

£as ©erränge unt Euer Erjeüenj eiliges Söeggetjen fyat mid) 
um tie freute gebracht, Sie auf tem Äünjilerfejie bultigent ju be* 
grüben. (Seit metyr als gängig Söhren fyatte idj mid) nic^t auf 
fo fyofyeS SRcer geroagt. 

2Bir ^oren feltfame ©erücbte. 3$ ^offe, tag nur fd)er$afte Er* 
fintung Venn 9?icbul)r ginanjminifter unt $mn SBagener ®e^et? 
men Äabinetsratb roerten lägt. 

9ftit roieterfyolter Sitte um gütige SSer^eit^ung, in tiefjier $eret^ 
rung unt treufter Ergebenheit unroantelbar Euer Spellens gefyor* 
famfter 

SSarn^agen oon Enfe. 



Ueber VumboltfS ÄranfbeitSanfaU fcbreibt SSam&agen oon 27. 
Februar 1857 in feine Jageblatter : „53efucb oon Verrn fytvmarm 
©rimm, er fommt aus VumbolrfS Sßobnung unt jfcat ten «ftam^ 
meriiener Seiffert gefprod)en; nicfyt ein ErfaltungSübel, unt über? 
f)aupt fein leidstes, tyat Vumboltten getroffen, fontern ein <Sd>lagan> 



— 199 — 



faß. ßr befanD ftd) nach Dem £>ofball am Dienftag SfbenDs nidjt 
gang wol)l, in Der 9tacbt ftanD er auf um ein ©lad SEBaffer gu trin* 
fen, — er Wöttte ben Diener uidt ftbren — Da ftürgte er nteter, 
©etjfert hörte Den ßdrtn unD fanD [einen £errn auf Der Srte liegen, 
SBeftnnung unD ©pradje fei)rten erft nad einer SSBeile guiürf. ©et). 
SHatl) ©dwnlein giefet feine große Hoffnung, Die »ergangene Stacht 
war nidt gut. 

Sollten wir $umbolDt ocrlieren, es wäre ein entfetteter $er* 
luft. Sr ift ein ©egengenudt fo oieles (Sdledten unD (Geringen, 
Das ftd) nacb feinem £ote ferf beroorroagen unD breit machen rotrD. 
(£t)re unD 2lnfel)en Der Sßijfenfdjaft ftnD in ibm oerförpert, beiße rcer* 
Den finfen, wenn er niebt mehr Ca ift. $ein 9tame jejjt in DeutfaV 
lanD, in Europa, gleicht Dem feinen, in gang Berlin ift fein 2lnfefyen, 
Das größer, anerfannter wäre, als Das feine. UnD wie fcbmeqlicb 
wäre fem Sßerluft mir ! 5tn feinen tarnen, feine 23efanntfchaft fnüp* 
fen ftd) über funfgig meiner Lebensjahre, er hat noch Die gefannt, t?ie 
mir oertraut unD tt)euer waren." 

Den 14. 9flärg 1857 ergählt ^arnhagen in feinen Tageblättern: 
„211$ ter .ftönig bei JpumbclDt war, fagte ©cbönlein gu liefern, er 
werte längere ^eit nidjt auf Der linfen <5eite fejl ftetjen fönnen, roo* 
rauf JpumbolDt erroieterte: „ „'Darum werte icb cocto nicht nötfyig fya* 
ben, mid) auf Die rechte (Seite gu ©erlach gu fejjen."" 



198. 

SSarn^agen an £umbolDt. 

Berlin, ben 17. 2flärg 1857. 

3$ fann mir nicht oerfagen, Suer örgetfeng meine innigften 
©lücfwünfd)e Dargubringen gu glüdlichen, ootlftänDigen ©ene* 
fung ! Das fünfte, fräftigfte 3^«9ni§ Derfelben ift Die mit feinem 
23eiworte genügenD gu begeid)nenDe 3ufc&rift an ^ ©e|. 3^th 
23ödh, Die wir beute in Den fyiefigen 3eitungen gelefen haben. (Solche 
Sßetfyefcbrift ift nod) niemanDen gu Ifyäi gcworDcn, Der Smpfänger 
wirD jte als Die ^od^fte unD fd)önfte aller ibm Dargebrachten ©aben 
gu ehren wiffen. $us wie frifd)em ©elfte unD wie warmem Jpcrgen 
ift fie hervorgegangen, unD wie geDiegen gugleid) unD aumutfytg ift 
ihr 2lustrud ! 5lud> Da§ jte ergäblt, icb mödte fagen £>eroDotifcb er* 
gählt, ifi ton unfaßbarem SBerthe, Der uns Die erhaltene SugwD 
unD Das gewonnene Hilter eDel oereinigt l)at. — 

3Sergeihen Suer (Ergelleng mir tiefe £ergensergie§ung ! (Sie be? 
Dürfen meiner Söorte nicht, mir aber ift es nicht möglich fo unter* 



— 200 — 



frrürfiTi, nur fo öerfdweig 1 id) aud) meine |ei§eften SBünfcbe niefct, 
fcaj) Der ftrablcnte Stern, über Jen eine 2£olfe binjog, unä noc| 
lange in gercobntem ©lange leuebten, uni in |eimifa>en unt frem* 
ten greifen wie bieber £eil unt Segen bereuten möge ! — 
3n tiefjlcr $ercl)rung tanfbarf* unt treulia>ft 

3br ergebender 

33arn|agen »on (£nfc. 
Tiefe feilen fmt nid)t fo unbefebeiten eine Antwort gu gewar* 
tigen ! 



199, 

# u m & o l fc t an 33 a r n lagen. 

«Berlin, ben 19. üftärj 1857. 

SBie foflte id^ mir tie freute ent$te|en, 3Nen, tem t|enerftett, 
geiftrei&ften, an|ängli*(tcn meiner $reunte gutanfen. 9tic|t 
9lacbftct?r, nein, eine I o b cn fc e 2leu§crung über meine ^antrete an 
23bcft), ein £ob ter $orm, ter Sinfleitung, auö tem Saunte t>eö 
Sfteifterö in ter SpraaV unt ten garten SBentungen teö 2ßo|ln?oU 
len$, ftnt mir gehörten. Sie laben mir öiel freute gemalt, meftr 
als Sie abmieten. 2£aö mein 9ienjenübel war, ta$ eine fo febneü 
ttorübergelente £ä|mung, bei ocüig freibleibender Munition teö ©c* 
|irn£, Unoeranterlicbfeit teö $ulfe£, (5r|altung ,te3 ©eft*U und aller 
tem Sßiüen unterworfenen 23ewegüd>fett ter längern (Bieter, |eroor^ 
bradte,ift mir ratbfel|aft geblieben. &ä giebtmagnctifdje ©ewitter (ta« 
^olarlicbt), elcftrifde in ten Sßolfen, Sfteroengeraitter int s 3ftenfcfeen, 
ftarfe unt fdioad)e, sielletcbt au* ein blofjeö 2Betterleud)ten, $ o r> 
böte tton jenen. 3$ |abe ernfte SoteSgctanfcn QtbaU, comme un 
homme qui part, ayant encore beaueoup de lettres ä ecrire. %xl* 
tere 3ntercffcn, tte ewig in mir lebhaft bleiben, feffeln midi an die 
Erinnerungen te^ geftrigen £age$ ! ! 3$ glaube mid) in voller ©e? 
nefung, ta id aber viel auf rem 53ette babe unbef&aftigt ru|en müj* 
fen, fo laben Sraurigfeit unt Unfrieten mit ter 2ßelt in mir gu? 
genommen. TaS fage icb 31«^ allein. Salt werte \6> ju %bntn 
fommen unt 3lnen müntlic| auö tem 3nnerften ter «Seele taufen. 
Ellies um unö erregt Sdam. 

Wlit innigfier ^reuntf&aft SJr treuefter 

21. o. Jpumboltt, 



— 201 — 



SSarnbagen fc£>rei6t ben 19. SRärj 1851 in (einen Sageblättern: 
„Unerwartet ein 23rief »on Jpumboltt ! 3$ b fl tte unter meinen 
t£)lütfwunfcb gefegt, tiefe ^(ikn feien nicbt fo unbefcbeiten irgent 
eine Antwort gewärtigen. ör aber antwortet toefo, unt auf Die 
fcerbtnfclicfajie, beqerfreuentfte 2lrt. 33on feiner Äranfbeit giebt er 
nterfwürtigen 53ericbt. £te fcblimmen Angaben waren alle falfcb, 
wenigftenä- übertrieben, er fyat nie 23ewu§tfein oter Spracbe oer? 
loren, fein tyulö ift Der nämltcbe geblieben, toeb bat er ficfo niebt oer? 
i)ct)lt, tafj ee ju (Snte geben fönne. ,,3d) bj-abe ernfte $otec-getanfen 
gehabt, corame un hoinme qui part, ayant encore beaueoup de 
lettres ä ecrire V ®ro§ unt febön fügt er fyin^u: „Sintere 3nteref* 
fen, tie eroig in mir lebhaft bleiben, feffeln mia) an tie ßrinnerun* 
gen teä aeftrigen Sageö ! — (Deä 18. s }JJar$!) 3* glaube mieb in 
»oller ©enefur g, ta icb aber otel auf tem Seite babe unbefcbdftigt 
rul)en muffen, fo fyaben Sraurigfeit unt Unfrieden mit ter $Belt in 
mir sugenommen. £a$ fage idj 3fynen allein." 



200» 

£ u nt b o l b t an Sßarn^agen* 

SB e v l i n, ben 6. 2tyrif, 1857. 
SBenn Sie, teurer brennt), ben ©rofjbjerjogficfyen 33rief, wie tcb, 
»erfreuen, fo mu§ *** bte Steife antreten. 3* fyatte nämlich oorge* 
fcblagen, er fomme nad) Söeimar unter bem SBorwanbe bie Slrdjtoe $u 
ftubiren, er bringe einen Empfehlungsbrief oon 3fynen oter mir, 
werte eingeladen, nnb wenn er mifftele, frage man ilm blo|, ob er 
Bieter nacb ff surüefginge. £aö fei ein Scbtboletr) als fc^Iec^ted 
ßnbe beS Xrama^, quod Deus avertat. 3$ f*lug aud) oor tie 
»erabretete «Summe »orjufcfyiefjen. 2luf tiefen $un?t antwortete ter 
£t)rantt nid)t flar. *** gebt wobl über Berlin. (Sollen wir ihm 
bann $ter ben (Empfehlungsbrief mit ben galöanifcb;en Heilmitteln 
geben? 3$ tljue roie (Sie es wünfd)en. 3^ treuer 

21. ». £umboItt. 

Montag. 

behalten Sie ben ®roj$eraoglid)en 23rief, ber fe$r$ü&fdj unb ge* 
fdmtacfoou' enbigt 



— 262 — 



201. 

5t a r I 211 c v a n t c r, (3t r o f b c r 3 g n © a cb f e it*£B e i * 
m vi r vi 11 $ 11 m b 1 1 1. 

IQ c i m a r, ten 3. Slpril 1857. 
ein ifttftte tflanb B t f ift tcr ^eblüffel ntcincö 9?cncbmen3 in 53e^ 
jiivj auf ***. 5* babe nämlict geglaubt unt erwartet, taf; mubtcm 
et — im Januar glaube l<$ — 6et mir um tic Srlaubnifj naebnnbte, 
in tcn OlrcMoen, tic |td> Mcr befinten, 9iacbforfcbungen anjuftcllcn, 
ivt aber riefe crrlaubnij; formt ertbeiltc, er glcieb Meberfommen würbe. 
Tann erft, natürlich, würte icb ihn tic SRcifefoftcn erfef^t haben. 
(Gerate in tiefen legten Sagen wunterte Idj mid\ von *** weter ct^ 
u\u- ui feigen IU>d) 511 beven. 

Ta hm bei jwette ©rief euer SrgeKenj an, tcr, von mir Ruf? 
fcbluji verlangen*, mir 2luffd>luj? giebt, unt icb beeile mid> auf tiefen 
51t antworten, taf in 10 Sagen etwa *** bieberfommen fönnte, id) 
in ietem <satl bereit fein würtc ibm tic Gablung 31t leijicn, teren 
>;obe liner gellen; feltft angaben. — Ter i'erabrctung gemäß 
witrten wir beite, id> unt tcr :>teifcnte, unt g anhieb als uiu 
Q e b u n t c n m\t lefattt^CW unt tangcm&f tic n ö t b i g c XU- 
Netto n über tic eigentliche Urfacbc tiefer Steife bcebaftten. 

Xante batte wabrer noeb gefproeben, fagte er: viver, ck^ im 
correr' a Teterna gioventü. vBic bewpfen cc, tenn ewig verjüngt 
jtd» 3br unjierblidjcr ©eijt. teilte Ci5ütc ift aud> Meson ein £e^ 
weio. 

3« bottftom Bereitung unt Btebe 3$* treu ergebenjht 

Stasi SUcranter. 



202. 

8 vi r u b vi g e u vi u $ u m b 1 1 1. 

er I in, ben 7. Slpril 1S57. 

fiuer £r}ctfcn$ 

gütige unt febr erwünfdrtc -Diittbeilungen babc icb noeb geftem eiligft 
nad) tt befördert, taö bcijjt, ten wefcntlid>en 3"balt. £offcntlieb 
wirt£crr *** nun tic Steife gleicb antreten, 1$ erwarte aber von ibm 
vorber noeb eine Antwort, unt ta icb niebt glaube, tag er bei tcr^üqe 
tcr 3fü, tic tcr @rojjber$og anberaumt bat, ten Ilmweg nacb Berlin 



— 203 — 



machen fann, fo ivird er ivol)l am gtxiccfmägigflen das (EmpfehlungS? 
(^reiben, u>eld)es U)n einführen foll, in SBeimar fclbft empfangen. 

£er ©rofihcrgog beftel)t auf Xtofrction, mit aücm Siecht ! fic ift 
für il)n bequem, und für Die ©egenfeite gart und fdwncnd. *** iwt 
ftd) in tiefem betreff Utifytx gang forreft »erhalten. — %u\ den 2(ucs^ 
gang der gangen Sad)e bin id) fet)r gefpannt; öorauägefejt, da£ über? 
l)aupt ein gutes 33ertyaftnl(j im $cim vorhanden fei, würde das 
(Sulingen mir eine außerordentliche Befriedigung gewähren. (Euer 
(Exgetteng vermittelnder und beifügender ipand ttrird dabei jedenfalls 
der innigfte SegenSdanf gu widmen fein ! — 

(Sehr erfreut mid) das abermalige 0)efd)cnf, das (Sie mir mit dem 
©ropl)ergogUd}cn (Schreiben machen. 9Ud)t nur der <Schlu§ ift ge? 
fdmtadvoll und fein, fondern aud) die (Schreibart im ©angen r)at an? 
genehme Sendungen, und befonders drüdt die Serehrung für (Euer 
(Ergeüeng ftd) in einer Seife aus, deren hergliche 5lufrid)tigfeit unoer? 
fennbar ift. 

(Seit einigen £agen W id) gang in Erinnerungen vergangener 
ßeiten und Serhältntffe. 3>r fo eben bei ßotta erfebienene Srief? 
roed)fel groifd)en ®cn|j und 2ldam Füller hat mich in einen 3auber? 
freis gebannt, und td) mujj den Qan^n Schalt jener Lebensbilder 
nochmals in mir betrachtend durchleben. 3d) fyabt beide Männer 
früh unö vertraut gefannt, und viel mit ihnen gu tbun gehabt, per? 
fönlid) befreundet, in den Sachen meift feindlich. Xie Ueberlegenheit 
von ©enij über den jüngern, von ihm fehr überfebakten freund roar 
mir nie groeifelhaft, und mird |tet aufs neue beftätigt; nur gulctjt, 
als die (Ermordung Äo^ebue 1 S den (Sinn verrohrt und betäubt, treibt 
die ©etvalt des Sd)redenS den fonft Klarheit liebenden Staatsmann 
in die trübe ^ebclfdn'cfcte, in roelcbe der geangftete freund ftd) fchon 
lange gurüdgegogen h^e. tiefer 33riefroed)fel ift wohl eingig in 
feiner 5trt. Die Serhandlungen, (Erörterungen, roechfelfettigcn Sin? 
ivirfungen, 3 une ^9 un 9 en un ^ 53efehdungen tyabm den 5teig eines 
T)rama 1 S. 3^ 2toam Füller ftedt übrigens der voüftändige Äeim 
der ,ftreuggeitungSpartt)ei, jedoch in idealer Jpöbe, noch °^ ne Berührung 
mit der Söirflichfeit, daher ohne geljäfftge (Gemeinheiten. — 

(Euer (Ergetleng haben mir gütigft ein paar ^ükn über $rang 
Baader gugefagt; darf ich ^ ara « wit der 33emerfung befcbeidentlid^t 
erinnern, daß »irfltdj nur ein paar Sailen dem 3mät genügen? — 



— 204 — 



3n rreuefier Verehrung unt banfbarjrer (Ergebenheit unwantelbar 
ßuer Stellet«, get)orfamfter 

$arnf>agen öon önfe. 



203. 

SSarn^agen an £ u m b o 1 1 1. 

33 erlitt, ben 10. 2tyetf 1858. 

Suer Srjeüenj 

$abe xä> He freute melren gu Tonnen, tag £err *** am 14. tiefet 
»on ff nad? Weimar abreifen wirt. 6o fel)r er gemünfcbt batte, 
ten Umweg über Berlin nt macben, fcbon um Quer Spellens ten 
innigfren 2luotrud feiner unbegrenzten Tanfbarfeit für fo »ielfad>cd 
etleö unt menfaVnfreunrlickS Semüben $u Büßen legen, fo nö* 
tojgt gleicbwofyl tie som ©roj^erjoge gefegte furje grt(i für je^t auf 
tie Erfüllung tiefet Sunfcfteä $u »erjicbtett, 3d) wage iejjbalb @ie 
um ta^ gütigjt scvfprocbene Smpfeblung^f&reiben an ten ©roj^ 
$er$og ju bitten, eigentlid) ja nur zwei Sinfüfjrung^eilen, taä td) 
fcann unoerjüglid) nacb Sßeimar fcnten werte, tamit £err *** \cU 
c^eö tort bei feiner 2lnfunft ttorftnre. — Ter junge 9J?ann wei§ redjt 
gut, fcafj mit tem £inreifen nod? nicbt^ cntfd>ieten ift, unt tajj er auf 
eine Verneinung gefajjt fein mujj, aber e$ beglüdt tbn, ia§ nacb fo 
langem zweifelhaftem ©toden nun tiefe ^brterung eintritt unt ter 
2ßeg eröffnet ift. Suer (Srceflenj baben lies turd) 3bre glüdüd?e 
Anfrage fogleid) bewirft unt tie 2ßolfen bee s 3fti£oerftäntniffe3 ger? 
ftreut; tac tanfbarfte ©emütb, erfennt cieö mir innigfter £uraV 
trungenbeit! Tiefen feinen ömpftntungen faMic§entie meinigen ftdj 
eifrigft an, in tiefem ^aüe wieter, wie fd?on fo oft in früheren 
Bällen ! 

SDttt beiheften 2öünfd)en, in treuefter Verehrung unt 2lnf}änglittV 
fett unwantelbar ßuer Srjeßenj get)orfamfter 

SBarntyagen »on Snfe. 



— 205 — 



204. 

§umboIbt an SBarnfyagen. 

33 er litt, ben 13. Slfcril 1857, 
£ier, mein ebler $reunb, ijl ter Slrtos&mpfefylungöbrief für ***, 
ganj wie «Sie i$n öorgefcfyrieben. 9ftöge bie (Sacfye glüefen. 
Sftit inniger 2ln|änglict;fcit 3^ 

21, c. "pumbolbt. 



205, 

§umbolbt a n $ arnl) agen. 

33 er t in, ben 21. gtyrtt 1857. 
3$ beflage, teurer $reunb, 3t)re öinlatung unfc tie 3brer 
liebenswürdigen Siebte ^um Kaffee TonnerStagö nid>t annehmen 
gu tonnen, ba id) TonneretagS fpät unb erntüfcet oon (parierten? 
bürg gurücffommen »erbe, Sä tjaben ftcb, wal)renb meinet Unwofol* 
feinö, ciele unwichtige ©acben angehäuft, bie abgetan werten ntüjV 
fen nad) £ifd)e, weil e$ elenbe D r t> e n $ * unb Xebifattonsfßcbett 
fmb, ein 33 etel reiben wenn man fein ®efo febenfen will, £ie 
eierte klaffe wirft, wie ba$ 23 e te 1* (£ ff e n, fte befebäftigt, aber 
nabrt niebt. X er ^önig fyofft £onneretag mit mir abfdslie§en uns 
aufräumen ju tonnen. #errn ^rofejfor $offmann in SBürjburg 
bitte icb ju febreiben, wie banfbar icb für feinen Sorfo bin, aber com 
$önig ift feine £ülfe ^u erwarten, niebt b!o§ (wa3 ftc ni d> t fagen 
Werten) weil bei lern itönig eine Heine ©efpenfterfurebt (alias 2lb* 
febeu) cor bem fatfyolifcben fiifer con 33aater eingewurzelt ift, fon? 
bern auefy weil alle litterarifcben hülfen im a b i n e t $u ©efeben* 
fen con 40 — 45 Sbalern ermagern. Statt con einem elenren 
(£mpfel)Iung$briefe für 33aaber nad) Dreyen im Vorworte (^ebraud) 
gu machen, ber in einem Unfall üblen JpumorS gefebrieben fein faun, 
lege icb, baS con 3^nen geforderte Slattcben bei. Wlit alter $reun£* 
fd)aft 3*>r 21. Jpumboltt 



Beilage. 
s ilu8 einem 33riefe bon ^umbolbt an 3?orn^agen. 
(Sie fragen, tfyeuerfter ^reunb, welche frü^eften Sinbrücfe td) con 
$ran$ SBaaber empfing! 3d) fa§ ifyn juerfr im 3uni 1191 alö t# 



— 206 — 



nad> ber Sfteife mit ©eorg ^orfier na* önglanb unb ben Slufent^alt 
in ber Hamburger Jpantelßafatemie tton Süfcfy unt (Ebeling mid) in 
^reiberg jum praftifeben Bergbau ausbildete. 2lcbt Monate genofj 
id) faft täglich fceä Umgangs tiefet liebenswürdigen unt geiftreU 
eben Cannes, ^ranj Saarer batte damals fein 2öerf über den 
SBärmeftoff herausgegeben, und feine leidenfcbaftlicbe Sfti&tung war 
ganj eine cfomifcb^p^ftfaltfdje mit einem geringen Anflug oon na^ 
turplnlofop^ifcbcn 3teen vermengt» Sr war fleißig im Slnfa^ren, 
mefyr mtt praftifecem Sergbau und $üttenwefen, als mit ©eognofte 
befebäftigt, gründlich im Seobacbten öon £l)atfad)en, Reiter und fa* 
tyrifd), aber immer mit 2lnmuth, niebt intolerant gegen 2lnderSglau? 
bende. ©eine (Sinbildungcfraft fdnen damals wenig auf religiöfe 
©egenjtande gerietet» Oer war allgemein beliebt, tabei aueb gerürd}* 
tet, wie dies fo gewölmlid) ift bei dem ©efübl ter Ueberlegenheit geU 
ftiger SSorgüge. ©eine polittfehe Dichtung war eine freie, öS war 
bie 3?it ter $illni£er 3ufammenfunft in unferer 9la^e, eine 3t\t 
und yityt, bie politifche 2Ieuj} erungen veranlagten. 



206. 

£umbotbt an Sarn^agen. 

SBerlin, ben 25. 2tprill857. 

„DrafelS Pforte, Abgrund ter 8taatS>2lrdri9e, Slnalogieen bie 
$ur 'JReereStiefe führen", — baß ift weniger fcfcön als ber Ie£te 23rief. 
SRafael l)at allerlei Sanieren. (Er febeint *** (was mich S3unter 
nimmt) ttor ber hannborifefoen fHeife au* Neugier noeb niebt gefeiert 
ju baben ! Seilten ©ie, teurer freund, den niebtsfagenden 33rtef! 
£er Meeresgrund bejiel)t jtd) auf eine $arte des Meeres oon 9teu^ 
funblanb bis 3 l "tand, bie ich bem ©rojjbersog empfohlen, und He man 
ihm niebt febaffen fann, weil fie im naben R a r t h a g o, bei $er^ 
theS erfchienen tjl! ! <£ie $ i m e S fchmeickln fieb ja ganj ernft^aft, 
ba§ Die franjefifebe Sftace ausjierben wird ; ftnb ja bie Mopfe aud) 
auSgcftorben. 3h r 

21. ö. £umbolbt. 

3* habe unangenehme $ubera ber ^torreSponbenj mit einem 
Dr. ©roj^-Spoffinger in 2Bien, ber ftch felbfl anflagt 1848 gegen 



— 207 — 

5>reu§en gefd)rieben S u fafon, unb nun üon $reufjen Smpfehfungen 
an taä ö|lerreiaMfche ®ou»ernement »erlangt; haben (Sie örinnerun* 
gen oon ihm ? 

(2Inmerfung öon $arnhagen. „3m nakn Stav* 
tbago", ®otba, roegen teö feintlicfcen SBetteiferS jejjt liefet DrteS 
mit Seimar, taö aU 0tom gelten mu§ !) 



207. 

Stavl 2Uex an b er, ©rojjljerjocjau© a djf en*23 etmar, 
an # um bo 1 1 1. 

£en SBrief Surer (Sxseüen^ habe tdi aus kr £anb tes *** rieh* 
ttg erhalten, Smpfangen (Sie meinen aufrichtigen £anf für jene 
Seilen, für Jenes neue Reichen 3h™* für mii) frei* gleiten S3o^I< 
rooüenS. £er Ueberbrtnger terfelben i\t einfhr-eilen öerfenft in tie 
2Ibgrünte meiner Slrdnoe. (Sobalb id) ton $annoöer jurüif fein 
werte, rcoljin mid) Sinlatungen für ein paar Sage rufen, um it)n 
erforfchcn, üon ter 3ufunft tie roeitere Sntnncfelung erharrenb, roie 
ba$ |arrente $olf üor teö Drafels Pforte, 

£)ie Analogie fü£>rt mich öon 2Ibgrunb ju 2l£grunt, unb fo fomme 
id) öon ben 2lrdusen gum SffleereSgrunt. 3 e ne -ftarte teffelben, üon 
ter (Sie mir fchrieben, roo erreiche id) fte ? id) öor einiger 3?it 
nacfc ihr in ®otha fragte, h?ar meine ^rage eine vergebliche. Dejj* 
halb fehre ich jurüd an tie Duelle, tie jto reiche uni gütige, ter id) 
mich unterzeichne als ianfbarjter unt ergebender 

flarl SHeranber. 

Sßeimar, ben 22. Slprtf 1857. 



208. 

£ u m b o f b t an Sarnhagen. 

©erlitt, ben 28. Wai 1857. 
donnerstags. 

3d) bin unruhig, teurer $reunfc, roegen Weimar. £er ©roj^ 
herjog ift überall, nur nicht in 2Beimar?2lthen. 2Ba$ »tri aus un^ 
ferm Sarmempfohlenen ? 3fr er »on tem beretten durften befpro^ 
ct)en ? (Sie $abtn mir nicht gratulirt ju tem mir som £amb. 



— 208 — 



ÜSftonit. verliehenen Drten aU Grand officier ten mir ©uijot vor 
15 3al)ren gegeben» 3taumer ift febr interejfant $u boren, er war in 
fPejty, 9ftailant, bei tem Srjbeqog fpetfent unt bei Savour. Sr ift 
micrer niebt ganj ot)ne Vorliebe für tie cfterreicbifd>e Regierung in 
ter Sombartei aurürfgefommen, mie tie 3f.epublifaner, roenn fxe t ic 
bereinigten Staaten befueben, roo 2lrfenif, foltern oter $remonf 
febe Pfleger tem (Xubafücbtigen buebanan ein pro3e§fabige3 Seibmet) 
erregen» Multa sunt eadem sed aliter. Ter rufftfebe 2lufflärung^ 
minij'tcr Sforoeff, rem bei borotino ein betn biö an tie fiente ab* 
gefcbojfen mart unt ter mit tem työljernen Seine in 3enifalem urrt> 
Slegvpten mar, auefe tie ^ramiten erftieg, ift t)ier unt boepitirt un* 
rar ten ©tutenten fifcent bei 3obanne3 Füller unt Tieterict, fein 
Begleiter, ter junge ©raf Dumaroff (berfajfer eineä großen SerfS 
über tie eberfoneftfeben Ijeüenifcb.en 2lltertbümer) bo^pitirt bei "üftiebe* 
let unt boeefb ; bette fe^r angenehme ÜRenfcben; ter erjrere (fagt 
man) etivad ju geiftlicb, aber ot)ne berfolgungcgeift, beite unferem 
freieren (Stutentenmefen unt aller SIbroefenbeit von ^oHjeibeamten 
im llniverfttäti*gebäute febr augetfyan, 3& ^abe ten einbeinigen 
Staumer ntd)t enttäuftben mögen, ta fte balt abreifen, Decipitur 
mundus. 

SEßit alter Siebe 3^ ©te langtvetlenter 

21, V, £umbo!tt. 



(2lnmerfung von barntjagen, „Tie bereinigten 
(Staaten, roo 2trfenif, foltern oter ^remonffebe 9?eger tem £uba* 
fücttigen buebanan ein N pro3e§fät)iges Seibroeb erregen." 

Tiefe Stelle begebt fia> auf ten borgang, tag ter ^räfttent 
buebanan in einem ©aftbofe, jugleicb, mit vielen antern, aueb il)m 
angetragen, $erfonen, nacb tem Wittag 3m able von fertigen £eib* 
fcbmeqen befallen rourte, fo ta§ man Vergiftung argrcbbnte, unt 
erfi tureb gericbtlicbe Unterfucbung ermittelte, tag vertorbeneä 2ßaf? 
fer an allem fcfyult mar.) 



— 209 — 



209. 

$ u m b o l b t an 53 a r n l) a g c n. 

*P o 1 8 b a m , 3)onnevötag, in (Site, 
(4. Sunt 1857.) 

Sin äd)t groj^eqoglidjer 23rief, unzart olme 3tcd)tfcrtigung, alleö 
abfd)neibenb, ba er „auf 2Bicberfel)cn" beim 2Beggel)en (nad) bem oer^ 
abrebeten (Sd)iboletf)) gefagt fyatte. £a$u ftumm über grob erregte 
Äojten. 2ßir werben beibe, (Sie unb td), ntd)t weiter „fteuern in bem 
Dcean ber 9tad)forfd)ungen," ba 23cfanntfd)aft mit bem Sorgufdlagen^ 
ben nid)t aud) (eine Sal)l beftünmt. 3d) teufe etwaö fpottenb 3U 
antworten. Sßielletdt ift eö %{)\m\ f üerel)rter greunb, angenehm, oon 
bem jc^t orleamftifcfyen £l)ierö ein Slutograpl) me£)r in 3^rem Slrduse 
3U fyaben. 2lud) £u»ergier be #auranne fam öon ber 2Ballfal)rt nad) 
(Sifenad). Xie «Sperrgut gel)t nad) Snglanb. galten (Sie beibe 
Briefe, ben böfen unb ben einrad) guten. 

21. ö. £t. 

3$ teufe (Sonnabenb mit bem Könige nadj ^Berlin ju fommem 
Die Äöntgtn reifl Montag. 



210. 

$arl 2ileranber, ©roj}l)er$og tton @ad)fen^2öeimar, 
an ipumbolbt. 

Ettersburg, 1. Sunt 1857. 

(Eure (Spellens 

werben inelleidjt fd)on erfahren l)aben, ba§ id) *** gefeiert, wieberljolt 
gefprod)en, ibm aber enblid) nid)t angeftellt fyabe. (Er bat mid) intern 
efftri, ja id) fann fagen, bap er mir gefallen, allein ben ©efretair, ber 
mid) nicbt nur üon alle bem in ^emttniß feigen foll, baö bie SBiffen? 
fdjaft, bie «ftunft, bie Sitteratur 23emerfen3wcrtfjey bringt, fonbern bie 
^vorreöponbeng, ben 33erfe^r, ben münblid)en, gefelligen, in »crfdne* 
benen «Spradjen beforgen fönne, biefen (Sefretair glaubte id) nidt in 
jenem Spanne erfennen ju fonnen, unb il)n auf ben £crfucb an^u- 
[teilen burfte id) nidt wagen. (So blieb mir bas 3^'üdtretcn allein 
möglid). 3d) tl)at e$ alfo um weiter $u fteuern auf bem Dceait ber 
9tad)forfd)ungen. Db ©ie 3^re ftetö mir gleid) bewiefene ©üte aud) 
fyiebei femer al3 glüdoerl)eif enbeö unb alfo beglüdentc^ ©eftirn Icud^ 



— 210 — 



ten Iajfcn footten ntit mrtcn — icb fcarf e3 toofyl nmnfdjen, icb tarf 
aber ntcfyt tarum bitten, menngjeid) mir übereingefommen waren, tag 
bte 33efanntfcfyaft t>cö SSor^uf^Iagenten ntebt aud) (eine 2ßaM bedinge. 

3d) gielje mid) nnn in »crfdjtefcene fljürtngifdjc Safteinfamfeiten 
mit allerl)an!> 23üdjern juriief, nnter Denen id) mid) auf fca<? Dieifebud) 
Sartt)^ befontcrö freue. 3$ beuge mid) in S()rfurd)t öor foldj einer 
Sluorauer fcer Siebe jur SBijfcnfdjaft, ttor folefj einer ereln Sßittengfraft, 
nüe »iel mefyr tfme id) eö öor feinem SSorMb, öor Sonett, ütrem id) 
mid) nenne 3tyr ergebender, banfbarfter Diener 

Äarl SUeyanfcer. 

211. 

$$terö an$umboIbt. 

Paris, 14. Mai 1857. 
Mou eher Monsieur de Humboldt, 
Je prends la liberte de recommander ä vos bontes pour moi 
et pour les frangais en general, Mr. Duvergier de Hauranne, 
qui va en Allernagne pour la montrer a son jeune fils. Yous 
connaissez trop bien notre pays pour que j'aie besoin de vous 
dire quel röle considerable et toujours hooorable Mr. Duver- 
gier de Hauranne a joue dans nos assemblees, oü il a ete tou- 
jours fidele ä la cause de la liberte raisonnable, et non seule- 
ment fidele, mais singulierement utile. Aujourd'hui, rentre* 
dans la retraite et livre ä Tetucle, il va voir votre excellent 
pays, et pai pensd que je ne pouvais raieux faire que le recom- 
mander a votre bienveillance. Ce sera pour son jeune fils un 
Souvenir imperissabie que d^voir vu le savant illustre qui 
honore le plus notre siecle et que nous frangais nous avons 
la vanite de considerer comme frangais et propre autant qu'il 
est allemand. 

Je ne vous ecris rien des affaires courantes de notre monde; 
car Mr. Duvergier de Hauranne les connait, et vous les fera 
connaitre mieux que personne. 

Agreez le nouvel hommage de mon respectueux attache- 
ment. A. Thiers. 



— 211 — 



212, 

£ u m b o 1 1 1 an $ a r n l) a g e n. 

SBerlin, bcn 19. 3nm 1857. 
Sä ijr mir ju meiner größten $rcitre, »äfyrenl einer Grfurfton 
nad) £egd, rurd) #crrn SUcfrarC 3 cune e * n tocrrlicfreö 23ilmi§ ton 
3bnen, oerebrter ?5reun£, ^gegangen. 3$ n>eig nid^t ob id) mebr 
berouncern fott tie fo aumutbige, faraftcrtjhfc&e, geiftig4cfrenc ; frifd>e 
31ebnlicbfeit mir tbeurer, anfprccbenfccr 3üg e Jafcnt t?c« fünfte 
reiben ^räufeini? Sutmida Slijing), oter tte im ©cfcanfen unr %x&* 
fcruef fo prägnante ©dnüft oon 3^er £ant!. 3* babe t te ledere 
felbjl abgefebrteben unc uml)erge3eigr, toeü fte $u tem heften gebort, 
wa» finnig unfere ©pradje fentengtöS geben farnt. £ie unerwartete 
Slnfunft ter ©ebrüter ©dblaginttoeü au3 $af($mtr ( Jibet unt rem 
überwiesenen jtuenlün*©cbtrge, ca$ Sibct nörMicb, fo lote ter*Jpima? 
latya fitoltd) begräbt, Ijat fca fte jum Äöntg nad) 9J?arienba£ afcgc* 
fyen (tod> niebt mit ten 340 Giften, tie fte mitgebra&t) Ten 3bnen 
gercitmeten £anf unmäßig oerfpätet. (2llle ä ffe, tte ten Sftei* 
fenfcen bequemften, 18000 gu§ bod)!) $on ier liberalen ©rojjijer* 
goglicfcen 5J?ad?t (liberal nidt in ter Se&ensprofa te« 9}?eta(irei$e£) 
feine ©übe, roeii er roabrfcbeinlid) oon un* neue £orfcblage, neue 
Dpfer, erroartet» 9tur ter ungarifdje Sljrenmbn^*) uno tie Sur* 
ftin bleiben mir ratijfelljaft 3^ treuerer 

21. £umboltt 

Xer Äatfcr Napoleon bat tureb febr HcbeneioürMge, an Dell* 
fateffe ter ©praebroentungen reid^e oom f)rin§cn Napoleon (plon 
plon) unfc 2£ale»cfi an mi# gefanete Briefe alles früber jufäüig 
ratbfclfcaft ©emaebte gefebieft oerbeffert. Xa 9fiebufyr ein 33ud^ über 
Sftorrifcbes als preuß. Äa&met$rat$ berausgiebt, muß man fid) über 
nitfcte tountern, aud) ntdt über öif freie Wahlagitation im freien 
^ranfreiefy. 3& glaube, fcaß ein paar SBocfyen in 23ranij3 %f)tuu 
fyeilfam fein »erDen. 

* 2t«jt. §umBoIbt nennt if;n fo roegen feiner Slufna^me in ben gran* 
St^fanerevben. 



— 212 — 



213. 

t> u m b o 1 1 1 an 23arnb;agen. 

23erttn, ben30. 3mü 1857. 

®3 fcblt mir an Korten nm 3b;ncn auejutrüden, »eretyrter^reunt 
3^nen anb ter licbeu^roürtigen geiftreieben $ünfMerin unt @d)riffc* 
jleÜerin Fräulein SubmiHa SStfjlng $u fagen, redeten ©cnu§ ©te mir 
in meiner Sinfamfeit turd) (SUfa »on 2tylefefot gewahrt baben, rocl^ 
ifcv @emtj nad) 2lüen besorfiebt, Die e« mir auf Sage entreifen 
werten. 2Ber tann folebes Sdücffal, fo jart, fo eimaefo, in fo eiler 
Sprache üon Fräulein Sutmitta targefteüt, ol)ne SHufyrung lefett, 
otyne angeregte S3ctrad>tung über bte ©efübleplagen, roelcbe tte etel* 
ften unt gebiltetften Sftenfcfyert jTcb aufzulegen roiffen über balbtog* 
tnatifebe Settenfcbaften, su teren ^Befriedigung ta$ feforoiertge 3nftitut 
ter offtjieüen öfye fein Littel ifr. (SUfa »on Slfylefeltt liebte 2ltoIpfy 
üon 2üf>ow nur alö fräftigen ^eprafentanten einer etien politifdjeit 
Meinung. Xaü OTottü ter Söfung ter Bante, unjart »on feiner 
©citc, bat etwa« ^teterfcbilagenteS. 3ntmcrmann roill ftc^ lieben 
laffen, febredt, rcie £(ifa, »or Dem Jpeiratfy^roang, und tjeiratbettod) !! 
2öer mid) in tem allen am meiften anregt, ift ^riefen, ter 1807 fo 
»iet mit mir an tem merifanifeben 2It(a3 gearbeitet, ter mir fo treuer 
roar. 3$ t)abe feiner im Essai politique sur Ia Nouvelle Es- 
pagne mit 3änlicbfeit erwärmt. #atte id) tie feböne Arbeit »on 
graulein 2ucmiüa gelaunt, id) l)ättc gern einige ^dUn ange? 
boten. £:ie (Scbrift wtrt aber nod) »tele 2luf(agen erleben. Xa 
td) htitv ! auf eine 9tacbt nacb Segel mu§, fo frage tcb; an, teurer 
$rcunt, ob icb @ie Freitag um 3 Ut)r Befudjen Darf unttie Hoffnung 
|abe tann bei 3bnen graulein Sutmiüa ju finden, ©o »iel Äunft 
unt littcrarifebe Segabtbeit in öiner $)erfon ift ein feltener ÖuruS. 
Terglctcbcn !ann 3um Hebet fübren. Xer SBcItiauf ertragt öieleö 
tttdjt am ra&enten ßompenfation^Sr/fteme »on freute uni> Seit. 

21. ö. £umboftt. 
Xienftagö. 

3« großer Site unt inforreft. 

((Einlage, ein 53rtef öon ^riefen au$ tent ^atyt 180t mit ter 
Kuffdpift »on £umboltt:) 



— 213 — 



(Sin Heines CDefcbenf für $räuletn ^ubmitta 2If|tng, ber eblen 
getftreicfyen 95erfa(ferin tton ßiifa tton Weicht, £antfcbrift meine« 
teuren jungen greunfce« griefen, mit ©efü^len inniger Xanfbarfcit 

21. »on £umbo(tt. 
30. 3«ni 1857. 



Sßarnbagen fdrieb ben 4. 3uU 1357 in feinen JagcMättern: 
„#umboItt erzählte geftern aueb »on ter 3eit r mo er in einem «Sei? 
tenbaufe teö ©eorge'fcfecn ©arten« motmte, unt fo emftg in [einen 
magnetifeben Beobachtungen mar, tag er einmal fteben £age unt 
9tdcbte bintereinanter olme gehörigen Scblaf jete l)a(be Stunte in 
bem 9ftagnetenbäu«d)en naebgefeben, mie ter Staut ter Tinge fei; 
»eiterbin »ecbfeltc er tann mit Stellvertretern ab. £a« mar 1807, 
grate oor fündig 3at)ren; td> babe Da« 9)tagnctbäu«den bamaU 
oft gefeben, menn tcb Spanne« »on Füller, ter aueb in einem Sei? 
tenbaufe t»ol)nte, unt gicbte'n, ter in einem ©artenfyaufe mitten im 
mobnte, $u befueben pflegte. 2Benn ter alte ©eorge — reieber 
Branntweinbrenner — feinen ©arten Cremten geigte, ergä^Ite ipum? 
boltt meiter, fo oerfäumte er niebt, aud) mit „feinen ©elebrten" gu 
prägen. „ „Jpter bab 1 tcb ten berühmten Mittler, t)ier ten £umboItt, 
ijter auefy ten Sickte, ter aber nur ein $()Uofopl) fein joüV' " 



214. 

ipumbolbt an Barnt)agen. 

Sellin, ben 6. 3uli 1857. 
3n ber neuern Deutzen Dtcbtfunft fo unwtjfenb, bajj id) »on tem 
!Jiubme be« £errn * * aus bem, mie er e« felbft nennt, fo fd)recfbaft 
langweiligen SDtedlenburg ntdjt« weif, müd}te id) »on 3faen, öerel)r? 
ter $reunb, ba« SSftajj ber $öfltd}fett beftimmen laffen, mit ber id) bem 
Spanne antworten foll. 2ld)t Bünte ä 40 Soutst'or Honorar, 4 für 
mtcb, 4 (wie gewölmlid)) für ben ßönig mit einem unfmnigen Briefe 
liegen oor mir. Der Biaxin fcfyeint ben großen Napoleon unb 9?e» 
befungen, aber bei 9tap. III, Step()ani, SBalewSft, Stgar 9te9 obne 
(Erfolg angeflopft $u Ijaben. -üJftr wirb $ur $flid)t gemacht ateoaft 
einen Srajan, eine Bianca unb £einrid) IY $u lefeu. 25 on bem 
wa« er »on bem Äcmig erlangen wirb, febeint er aud) nidt erfüllt pt 
fein, wa« mid) jur Uebergabe entmutigen tonnte. — ölifa »on 
feltt $at in Segel, wo ic^ gefkm mit ^aulbaa^ mar, aU gart unt ge? 



— 214 — 



febmacfoou' fc^r gefatfen. 9ticbt in £egc(, aber in Berlin, ift sieüeicbt 
bei £of)>rebigern ofcer bei Df(^iercn,bieÄonP(loriafirat^^2;ttel rumu* 
Iircn motten, tie jUrdjcnfrage aufgeworfen turnten, ob neben rem 
(Statten aueb ein $reunt erlaubt fei ? SSaö ter berliner tod) nid>t 
alles befpriebt unt 3U befuteln toetf ! Xanfbar 3fyr 

21» ». £umboltt. 
Montag 9tä*t 

3d) Iaffe tie jjöei 33äntcbcnin einigen lagen nücter aUoUn ! 

Sftetne freuntttd)ftcn tanfbarften ©ruße an grftuletn Sutmilla, 
tie ttd)terifd)e $ünjtlerm, welche ^oeftc unt eile 9kd)bütung ter 
$orm ungeftört vereinigt. 



215. 

SSarn^agen an # u m b f 1 1. 

Berlin, ben 8. Sufi 1857. 

Tic öon Suer Srjelfcnj gütigft mir mitgftbei'tcn gtrei 23äntaVn 
Reepen befunten obne 3»eifel eine nid>t geringe litrerarifcbc SBtltung, 
gemannte 33e$anMung fcer ©prädje uns ter Herren, aber tamit febeint 
mir aud) baä 2ob erfftöpft! £ie 3«^ folget Talente ift febr gro§, 
unt 100 feine befontre Qlu^eidnutng binjutritt, mu§ man |le tooljl 
aU getoötynlicfce reebnen. £ie Sinfprücfee, tvelcbe ftcb auf feerglet^en 
Seiftungen grünten, fint unöerbältni§mä§tg, unt befontero in öor* 
liegentem gälte, reo niebt nur Slnerfennung, fontern aueb. gerate^ 
33c(obnung gefortert nnrt. £er SSerfafer ift mir nidi naber be# 
fannt, fein Stuf gen?i§ nur gering. £a§ er eine barte Sugenfo ge* 
$afct, aueb Je$t neeb in beträngter Sage ftd) befintet, ift febr betauetv 
Itd\ aber tie 2lrt wie er fteb 3U Reifen fudt, tureb 2lnfprade an tie 
©rojjen unt 9Räd)tigen — gejtnnnngähJä allen %arhn bultigent — , 
bleibt immer mißfällig, tote aud) fein Srief an ßuer Srjeüenj, ter 
icon 3bnen fäjon fein ridtige£ (Sptrbeton erhalten l)at ! 3n ter 2lnt? 
»ort, teren Sie ibn »ürttgen werten, ift meinen ftrengen Korten 
tie »ftnfd)en$»ertl)e Filterung tureb 3^re fo unerfdbpflidbe aU 
immer gleite ^enfcbcnfreuntlidfeit unt ©üte rei&licfrjt verbürgt ! 

Steine 9Mte Sutmiüa tauft auä ter $üüe reo $ergen3 tem 
antbeilyoüen ©otylwoflen, tag Suer örjcllenj ibr fo gütig bezeigen, 



— 215 — 



unb tat ftc jtitleBetrt $u ten größten @<$ä|}en rennen wirb, bie ityr 
je $u 2 bei! werten fön neu ! 

SGBir baben geftern gtfltt ©aggiottt Stidjartö befurtt, unü fie, 
feböner aU je, inmitten ibrer fünftlerifcfccn 5Befd)äffctgnng gefunden. 
Tic ganje Familie begt 3&nen eine Iciteniebiutlnte Senkung, unt 
t»teö aüein febon würte fie un3 wertb) macben; fcie perfönlidje Sie* 
benewürtigfeit ter febönen jtünjHerin ift bezaubern?. — 

3n unfren Sagen fann fyter feine ütterarifd>e (Srfcbeinung an^ö 
Sidlt treten, ofyne ta§ fte, fei fte nod) fo tiarmloä unt frietlicb, tem 
Jjfäfßfdjen unb jelotiftfoen ©eift 2lnla§ gebe ftd) $u regen» £em 
fonnte tenn auefy taä Heine S8ud) mrtt entgegen, unt tie 23erfajferin 
ntu§ erwarten, oon tiefer (Seite noeb manchem witrigen (Einfprud) 
ju begegnen, 2Iber fie fyat taö ©lüd gehabt de manger son pain 
blanc le premier, ta3 S3ejle unt (Scfyönjte ift ü)r in (Euer Srjeücnj 
33eifall $u £i)eil geworben, unt fie fann ba$ nachträgliche fct;war$e 
33rot rufyig Hegen laffen ! — 

Sßir benfen am Montage nach Dreyen abgreifen, unt hoffen 
nad) einigen SBocfyen (Euer S^eüenj im beften Sohlfein gttidlich 
Wietequftnten! 

3n ttefjter ^ere^rung unt banfbarfter (Ergebenheit gehjorfamft 

3Sarn^agen oon (Enfe* 



216. 

£umbotbt an 33 attt^agen. 

33crltn, ben 16. September 1857. 

Sine Anfrage über Briefe unb Safere oom 8. unt 22. 2lugu(l 
giebt mir tie angenehme ©ewifebeit, verehrter brennt, üon %fym 
SRürffehr in taö mönebifebe Berlin, wo ber (Beilage ju ^o. 215 
ber iante 33oß, 15, <Sept.) „©ort in ber ©efand)te" wegen eiltet 
erhaltenen unt um aufgeflärten Muffes*, 3U bem £err SHerlet^ubigne 
gezwungen war, te$ Sktionalictnua unb füntl)aften SRomanUmuä 
angesagt wirr, unb (wa$ »iel erfreulieber ift) |>a(tor $int fieb 
rühmt, von einer jungen italiänifeben Slufwärtcrin in Neapel mit 
Sßärme ter e»angelifdjen £>albbefel)rung, auf tie (S&ulter gefügt 
Worten ju fein. — Da id) meinem langweiligen ©eburtetag nah 
feit lern 8. Äuguji über 300 ©riefe unt Ratete erhalten, fo weif) ich, 



— 216 — 



Ute ehvaJ über bafl Datum ber Slnfunft, erinnere midj aber febr 
ivobl, einen ©rief auf Srauervavier vom 15. ^xüi auö 9)iatrit> 
von ^brem auSgejeicbneten Serroanbten SK&olfo te Uarntyagen unt 
fvater ein ßragmeut (einer (tfcfcbicbtc erhalten jn tyaben. 3cb werte 
ibm freuntlutft taufen. Seilte (^efduitte ift niett ebne ^nterejje. — 
(Sie toijfen, bafj torrdj Srnemrung einer ginanjtonunijffon im 
£taatoratb man boffte ten Sfttmjter von ter §ev&t, teffen unab* 
bängige IfcätigfeÜ unbequem ift, le<5$u iverten. Der üftann bat aber 
eine etle Energie gezeigt , unt ter &&nig bat tie gange Jtom* 
miffion (bafl SBerl ^iiebubr'tf) vertagt. 9RU innigfter Srettnb* 
fd>aft 3br 

Steine ^erebrung 3brer talentvollen 9tt$te« 

3<J) glaube, „®ott in ter ©eföidjre" bat unpotü1f$ gebantclt, 
tie freilieb ivieterbolte Jlöuigltd'e Smlatung au^unebmen. SRati 
ivirt ibm, ten icb adjte, maiuteö jnfetyretben, woran er unfdutltig ijh 



217. 

$ U m b o 1 1 1 a n 8 a r n b a g e n , 

©erlitt, ten U. Cftetor 1857. 
(Sei 3»ntef|entunej ter ©riefe von ®enfc unt ©ar»e.) 

Smtigen Dan! J 3$ batte bie ©riefe fcoon erbaiten unt rnieft 
baratl erauidt. SRic^tö fann meinem ©rnberG Sftu^nt mebr »er* 
mebren. SBltttfcerbar, bafj xHncillon ten fdMrfjntnigen ©etuj fo lange 
tauften fonute. 

& St 



Den 3, December 1851 bemerft ©atnfytaen in feinen Sagetfht* 
temr „©efudj bei £umboltt. £err von Dlferö ging eben loeg, uno 
fagt und, bajj Stauch in Dreyen gejtorben fei. Tann gebt ter (State* 
ral ©raf oon ber ©roeben fort, ber fieb febr frennbltd) begebt, unt 
gern bort, bafj id) ibm einen "Kann unreifen will, ter tie OVtiebre 
von @d)enfenborf neu §erau$geben ivirt. £umboltt voll benlidHT 
©itte für Vutmtlla, wie für mid\ enablt vom Könige, von ^rton^ 
lein, von ter v )Mn$ef|tn von ^reujum, von Detter SafraHc, bejfett 



— 217 — 



Jßerf*) er in brel Wägten genau burdjgelefen, son ^riefen, fdult mit 
SBeradjtung auf bte Jheu^eUung, lobt ten G&rafen öon tcr ©roebett 
megeto feineö Störgefu^fe, ten 9/ilttijtet öon tcr £er/tt wegen feine« 
Strebe« t>cn Abfaßtet nebmen ju wollen. (£r bat ein ©(^reiben ter 
Königin erbalten, ter .ftönig wünfebt ttyn 31t fetycn, unt er fabrt teilte 
getnajj nacb Gbarlottcnburg. Gr ift rüftig unD munter. — feiel ge* 
lefen in ^affalle. 8d]on Ter äußere Anblirf einer fo großen unt gc* 
Wichtigen Arbeit erregt (ibrerbictung. 2D?ir mad't eä einen eignen 
(iintruef, wenn tie Stülpen unt (Geltungen, bei reuen id) bergefommen, 
eine naefy ber antern faden, fd^winten. 3Aer Altgewortene muß 
bcrgleid)cn wal)rncbmcn unt ertragen, aber in unfrer $tit ftnt tie 
SÖantlungcn fd)ncüer unt fräfttger, als in früheren Sauften, unt id) 
bin befonters empftntlid) für fle, ©elbji wo ter 3n^a(t mir nidts 
serfebjägt, wo mir fad* lieb mditä verloren gebt, weil Die ©egenjlänte 
nid)t unmittelbar in meinen Slxtiz geboren, ift mir tod) bte ürfdcu 
nung immer etttWä peinlidn (So gel)t es mir {ejjt wieter in Setreff 
©ct/leicrmacfyer'ö ; feine Schrift über ton ©eratieitoä trat* bk-bev tas 
te^te Sßort, ter AbfaMuß über tiefen $$ilofop$en, felbji £egePä ent- 
gegenftet*ente Andeutungen Ratten tiefe ©eltung nid x t aufbeben 10112 
nen, man rubte auf ibr tüie auf einem weiften Riffen ; je|t fommt 
neue $ritif unt giel)t taffelbe ofyne weiters »eg ! Sajfatle fduebtjwar 
ein antreS, großes unt wol)lauSgeftopfteS tafür ein, aber ter 2Be$fel 
ift unbequem. Unt tod) freut midi tie nie raftente ©etfteäarbett, 
ter ©djarfßnn, tie ©ele^rfantfett, tcr freie unt füfjne gortfdjritt." 



218. 

£um bolbt an Sarnfyagen. 

93 er Hn, ben II. Januar 1858. 
SSeretyrter ^reunt: aud) id) bin roterer red>t Icitcnt an meinem 
roieterfe()rentcn £>autübel, eine läftige $olge bes boben Afters. Sie 
fyaben wemgftenS $tyct unbetingte $retf)eit unt tonnen ftds pflegen; 
mir ift feine Sreityeit gegönnt, »on Men gequält, am unbarmber^igften 
unt unabmentbarften öon ter $oft. £as fo freunbltdje Antenfen 
üon 9flrS. (Sarai* Auftin ift mir fet)r ebrcrnjoll, id) öertanfe es 3bnen, 
roie fo vieles antere. SBerben (Sie aud*. ter ©olfmetfdjer meines 
£anfgefüt)ls unt meiner treuen 2Seref)rung für tie geiftreid^e $rau 
unt ü)ren mir treuem ©ruber SR« S^u $<fylf>t* Sunngftoue'S 
^acbricfyten interefftren mid) befonterS wegen feiner Anficht über tie 

*) „2>ie ^fnlofcpf-ie §erafIeito3 bes Sunflen fcon (5*p^efc«." 



— 218 — 



Jttifturfätytgfett be« 9fceger(temmes einer 3eit, too unter rem $or* 
toani freier Weit Sranfrcid) auf einer unfc Sfcorbamerifa auf ter 
anbern ©ette ba$ Stiavenetnfancjen in 2lfrifa auf baä fdMnad^cüfte 
6cgün(llgctt« £ie volitifanm 9ladn-tcbtcn über Sutten von Sapt. 
üfteabowä Stator waren unbeteutenK SSiettetd^t tfi es Sbnen ange* 
uebm für 3fyre Slrdnve ui 6eft^en Drigtnal&rtefe von ©raf Salewäft, 
9>rttQ Napoleon, bet uad) ^egppten gebt, Sotm von ßimtg S^me, 
Sorb (Stratfort be Sftebcltjf, tieftovic eteeä febr fdüut jHUßrten Srie* 
fe$ beä ftefdja^ von Steppten» baä Original mujjte id) bem Xoctor 
©ragfäj faVnfen. 

Coctor Sftidwl @ad)3 I)at fid) von metner §eMifdjett Server** 
Utting uicfct motten aM)aften laffen. Siel $reunrlid)e3 tem et ein 
©eneral von $fuel, ten id) auffud)en tvert>e, foBalt» id) fann. 3Jr 
treuer immer gleid) unleferlid)cr 

21. v. $um&oftt. 



219. 

$rittg Napoleon, <8of)n 3erome^, an £umfcoIbt. 

Paris, ce 13. Octobre 1857. 

Monsieur le Baron, 

Monsieur Marktte ne m^a remis quMl y a quelques jours 
votre lettre du niois de juillet, dans laquelle vous nie parlez de 
Monsieur le docteur Brugsch et de Penvoi de sa grammaire 
demotique que je lPai pas encore reciie. — Je tiens ä ce que 
vous ne nPaccusiez pas de negligence ä vous repondre; au- 
jourd'hui je ne me sens guere le courage de vous parier meine 
de science, votre coeur et votre esprit doivent etre bien affliges 
par la maladie de votre souverain et ami qui nous donne de 
vives inquietudes, je dis nous, parceque les quelques jours que 
j'ai passes ä Berliu nPont fait apprecier les qualites emiueutes 
du Roi et m^ont vivement attache ä lui. Que Dieu le con- 
serve, Vest un voeu sincerel 

Recevez, Monsieur le Baron, Passurauce de mes sentiments 
de haute estime et cousideration. 

Napoleon. 



— 219 — 



£)Ctt 18. geontat 1858 berietet Sarnbagen in feinen JagebläU 
tern: „3n £mnbolct gegangen. ÜRft oeiMmoerttSwüroiger Weiftet 
gegenwart gebenft er foaleicf) afleö teffen, moran unfre 2lmvefenbcit ibn 
erinnern famt, er faßt SubmfuVn tie fdmeidelbafteftcu Sacbcn über 
i^r 33ud\ für teffen gweitc Sittflage, tic tüd>t ausbleiben werte, er ibr 
eine Stelle über ^riefen geben will, tie er ganir and) Jen Seipgiger 
Surnern für tc3 letztem ooo iljneit beabfidttgteo Übrcngccadjtmjj mit* 
tbctlen mödte, intc§ fyabcn, tiefe nad) vorläufiger Anfrage fid) nidt 
wteter gemcltet. 3Cttf ten ©rofjfyergog »Ott SBeimar ift er übel gu 
fpred)en, terfelbe bat tbm unt Den ©ebrütern Scblagintwett bei wieter? 
ioltcm Sefud) mehrere ©hinten geraubt, fie merften balt, tag er ftcfy 
niebt über t>ie Thinge, t>ie fte für il)n gurcdtgelegt, unterrid)ten wolle, 
fontern nur — fie gefproeben Kibcn wolle, aud) bat er jetem ten 
galfenorten crtbeilt. — lieber *** fyat er gegen ipttmoolSt tiefelbe 
Gnt|d)ultigmtg gemad)t rote gegen mid), e3 fei ter 8lpel crfortcrltcb, 
Wa3 £umboltt gang abfd)eulicb ftntet, unt übrigens gang tem perfön^ 
liefen $orurtt)eil te3 ®rojH)ergog3 gemäjj; ter Sater, ber aud) nid)t 
fefyr merfwürtig gewefen, babc riefe (Sinnesart tod) wentgftenö oer^ 
ftedt, ber @of)n äujjere fte wnocrboblen; cinft babe er naebtem ein 
^Bürgerlicher tie ©efettfdjaft oerlafleit, mit großer 33efrietigung baä 
25el)agen au^getrüdt, jegt feien wir unter un3 ! ein anbermal, aU 
man bewerft |atte, man fafe gu treigelm au ter Mittagstafel, erwies 
berte er tröftent, e3 feien gwet 23ürgerlid)e tarunter, tie galten nidt ! 
unb taö faßte er gu ^umboltt frangöftfeb, weil, wie er fagte, jene bei^ 
ben ba<3 gewi§ nid)t oerftünten ! — lieber tie Saft fcow Briefen, mit 
benen £umboltt beimgefud)t wirb, flagtc er bitterlich, otcrbuutcrt im 
SRonat wentgftcnö müffe er lefen, oielc fingen an „Wuin G)rci6" ober 
„(Stier 3ug<mtgrciö" oter aud) fo „Caroline mit id) ftnt glüdlicb, 
unfer ©cbidfal liegt in %i)vtn Tanten." — (Er lobte tie ^»ringcfftn 
Victoria, fte fei gwar nid)t l)übfcb, habe aber ein gefälligem, einfach 
Sßefcn, ein befeelte^ 2luge," 



220. 

§ttntbolbt an Sarnbagen. 

Berlin, ben 19. ftebruar 1858. 
©ie feben, tbeurer $reunt, ta§, troii vieler Heiner £afelelen oon 
9ftr. b'Sloe^ac, 5er oon Malre^run gu gitiren gelernt bat, 3br 9la* 
meneoetter 3^nen redt oiel Sbre madt. 

Unbegretflid) aber ift ta§ Wir. t 1 2bcgac SDoit ter »Ott mir 1830 
ale ^anuffript berau^gegebenen .flarte oon 3«an te la (£ofe ö o u 
1500, 6 3^r ^or Solon'ö 2ot, unt oon einem SBerfe in grof 



— 220 — 



JQuarto unter rem £itel „®efcbicfrte tcö Seefahrers? Stüter Martin 
Sejjaim", wo ter Urfprung IH Samens Slmerifa, tton 20. ©fyiU 
lang unt> 2llejf. £umboltt 1853 gar nidts weiß. 

21. ö. £>umboIrt. 
3n einer 9?ad}t burd)wül)(t, £er eDle 3ugentgreU, Vecchio 
dclla Montagna. 



(ipierkt taö 23ud) „Considerations geographiques sur 
Thistoire du ßrezil. Examen critique d'une nouvelle histoire 
generale du Brezil par M. Francois Adolphe de V arnhagen. 
Kapport fait par M. d'Avezac. Paris. 1857." 8.) 

221. 

£umbolbt an $arn1)agen. 

Vertut, ben 7. 1854. 
3$ ttermutbe, teurer $reunt>, tag Sie Da3 tnDUcrete faft geijte 
lofe 33ud) öött 9torman&9 nidt in ganten gehabt. 3$ werte e3 an 
SaDty SroomftelD m$t jurüdgeben, ol)ne es 3tmen anzubieten. 
Kursblättern Sie eö nad) Dem SHegifler, unt) fänden Sie e3 mir in 
4 bis 5 Sagen }urücf. £s fcbÜEert eine fdjledjtgefptelte jlomöDte. 
3t)r ant)dnglid)fter 

21. ö. £um&oIbt. 
(Sonntag SRadjt. 
Steine ^Berekung öftrer liebenswürdigen 9ttdjte. 
(A year of revolution. From a journal kept in Paris in 
1848. By the marquis of Normanby, K. G. London. 1857. 
2 Vols. in 8°.) 



Ten 8. Wav$ 1858 bewerft ^arnfcagen in feinen Tageblättern: 
„Jpumbolft fentet mir mit freunilidjf« ^dkn Daä 33ucb Des »JJiarquU 
öon 5*iürmanb« über Die SRe&olutton twn 1848. Gr nennt es ein 
inDtefretea unu raft geiftlofeä Suds, id) nenn 1 e3 ein ftupiteg, unt 
Dem 3nbalte nad) öerrätberifcbeö ; es geigt, wie fcbäDltd) cö ift, fid) 
mit Der Diplomatie eingulafftn, bcfonDer« mit einer unamtlicfceit, 
wie DamaU Die Des Marquis war, auf Den fowobl Lamartine aiö 
Sttsatgaac nur ju febr gebort baben. Sr ift einer Der ftumpfeften 
unD langweiligften Snglänter, Die ee je gegeben fyat." 



— 221 — 



£)en 9. 9J?ärj 1858 fügt 33arnbagcn (einem UrtbetI über Wort 
manbv noeb ftolgentef t)tn3u: „3n 9tormanbv weitergelefen. (Er iß 
ein armer £ropf, aber tie (ElentigFeit Souiö $t)ilipp'3, Die «Ecblecb^ 
tigfeit ©uijofä, tie »erterblicben (Etnnnrfungen ter ^cbleicber unt 
Betrüger, lernt man auf feinem fcblecbten 23ucbe geliorig fennen. 
Uebrigenö ift er ein s JReifter, aÜes Sebentige unt «Sprutelnte ter 
geivaltigften (Ereigniffe $u töttentcr Sangiveiligfcit berab3ufttmmcn." 



222. 

£ u m 6 o I t an 55arnt)agen. 

Berlin, ben 13. ftpri! 1858. 

3$ Mn gerührt über ite BreuntUcbfeit 3^ $tiUn nnt ^ 
SIntenfen von ter geiftrei$en ^rculein Sutmiüa. <£a geftem %U 
laire bei mir tvar, fo ^abe tcb alles vorbereitet Jperm * *, tem viel* 
gearteten ©eiftücben in f f nü£licb für eines ter (Spiehverfe ju 
werten, tvelcbe jmar niebt nähren aber eine angenehme Streuung, 
aueb teö fvat aufgeführten Seitens mit ipinterniffen, Slusjtcbt $ur 
(Errettung auö ter Unterwelt ter vierten klaffe gewähren. 3$ 
werte an 3Haire um tie tritte klaffe febretben, flefye aber, tajj (£ie 
mir etwaä tas <$etäd)tni§ auffrifcfyen. — * *'ö Stiel ! 3$ Benfe, er 
»retigt nicfyt; giebt felbft nicht me|r tie fleinen, tem ebemifefy ver^ 
raantten 23rot unionäfeintUcben Dblaten* (Er ift aber, tenle icb, in 
f f eine protejhntifcbe 9Jtacbt. 

3u Sbvzv unt Fräulein SutmtüVä 33e!el)rung lege icb tyljan? 
tafteen über tie 23erlinifcbe 2Beltregenloftgfeit vor ter (güutflurfy bei, 
unD tie feurige SMtjerftörung, tie ein biceben verroüterte $ottafcbe 
im unfcbultigen ^cltfpatb teS ©ranitä in ten legten Jagen bervor* 
bringen tvirt: de la geologie hebraizante, wie icfy tergleicbcn un^ 
vorftebtig im jtoemoä genannt fyabe. 3^ 

£ten*tag. 5t. v. Jpt. 

("Thoughts on the first rainbow, in connexion with certain 
geological facts. London 1852." £ie ©ebrift ift von 2B. 53ate^ 
man Spug, aber an £mmboItt je£t erft tureb ten Sootfen^ jtapitän 
aufjer Dienjten £errn %. Joffes in Hamburg überfantt.) 



Den 24. 2(pril 1858 bemerft $arnf)agen in feinen £ageb(äU 
tern: „®eftern erjäblte §umboltt febr launig von ten Briefen, tie 



— 222 — 



er bcfommen; eine 2Irqab( Xanten in (SlberfelD fyaben (td) tterbun* 
ben, burefa anonyme SBriefe an (einer 25efebrung arbeiten, unb 
baben ibm ties angezeigt; son 3^it gu 3 e i* laufen folefce Briefe ein* 
2lus SRcbraefa bat man an iljn Tie grage gerietet, er möcbte Dod) fid) 
darüber auefpreeben, wo feie ©dwaiben im hinter bleiben; icb 
fragte, ob feieö niebt fortroabrenS eine (dnvebente Unterfudumg fei? 
„Srcilid), envieberte er, icb n>ei(j es fo wenig wie ein auberer, — 
aber, fe£ie er mit fcbeqenrcr Sötdjttgfeü tytnju, Das tyab 1 icb ben 
beuten in Sftebrasfa nidjt geblieben, weil man dergleichen nie ein* 
gefteben darf/' 



223» 

$ u m b o l fc t an $arnfyagen* 

*ßot8bam, ben 15. Sunt 1858. 

3m ©anjen langweilig unb »oll innerem SBiberfprucb, aber 
wegen be3 m^ifeben Deutfcfyamcrtr'anertfyumö bod) ipiftorie unb 
leiber wafyr. <5. 76— 80, aud) <S. 33. 35. 75. 3 au ^ er einer 
gefd)Ied)t(ofen ©pracbe: „Fermez les levres etserrez lesdents."*) 
2lu3 ber unb b t e ift aus gaulbett b e, unb enblid) ein neutrales, 
lebentobtenbeS the geworben. 

©. 88 ftebt gefdrieben, warum mein greunb grobe! niebt erfcbojfen 
(e r b I u m e t) werben ift» 51. £>t. 

3d) bin wegen be» traurigen $ot3bam£ ju lange nid)t bei Su- 
tten erfebienen. 

(Slnmerfung öon $arnl)agett, Dabeiwar: „Die 
fceutfebe Sluswanberung unb il)re fulturbjftortfcbe SBebeutung. 35on 
3ultu3 grobe!. 2eip$ig. 1858»" $on grobe! an Jpumbolbt eiiu 
gefanbter 2lbcrucf. 

<B. 35 fagt grobe!: „Uebrtgcnä ftnt? an unb für ftdj bie engÜfcbe 
unb bie beutfebe (Sprache nur jwei »erfebtebene ©idefte, ober Biel? 
mebr Üntwidciuugc-ftufen. Die engftfCbe ift fttlhtr^ißorifcf) bie l)ö- 
bere »on beiben, benn bie 2lbfcb!eifung ber grammatifalifd)en gor* 
uten ift anerfannterweife ber !)öt)eren geiftigen Sntwidelung entfpre* 
d)enb." fcumbolbt l)at an ben 9tanb gefebrieben: „Dbo". 

6. 88 beutet grobe! auf Dcftreid)* großen 3utunftt&eritf l)in. 
<So!d)e stellen in einer 1848 erfcfyicuenen <Sd)rift Durd) einen 2!b> 



*) ^lt ben „Anglaises pour rire" l)et£$t e§: „Ouvrez la bouche et ser- V 
rez les dents, et vous parlerez anglais." §uiltbo!bt mag bieS tut ©tnne 
gehabt, aber öuvrez irrig in fermez üerwanbeli fjaben. 



— 223 — 



jutanten fcem durften £on 8Mwbifd)grä$ recfytyeittg mttgetyetft, be? 
mirftcn gröbcTe SegnaDigung, wäfyrenD fein .Kollege Staut grau? 
fam erfd)offeu murte,) 

224. 

jpumboltt an $arnr)agen. 

Berlin, beit 9. Sept. 1858. 9?ad?t8. 

3nnigen Danf, mein tljeurer ^reunt, für 3^e fo freunbltdjen 
Seilen* Der Danf &eS trcfflidjeit ** ift mir nidt gleichgültig: man 
ift l)ter fo unartig gcrocfen, mir mit feiner ©Übe ju fagen, ta§ mein 
Antrag erfüllt fei, Da Sie unt %i)xt geiftreic^e 9tidte, Fräulein 
Sutmilta, Curiosa lieben unt in meinem Uralter alle Sdam für 
Selbftlob längft öerfdstmttt&en ift, fo lege id) 3l)"en üor: ten SSrief 
ter Königin Victoria, t>ie turd) tie ^rinjeffm tton $>reufjcn mid) um 
einige Stellen ter 2ln(td)ten ter *ftatur unt teö $o*moy (tidtfcrifdje 
Sftaturbefdreibung) tton meiner £antfdrift fyatte bitten laffen, — 
mit einem antern ^Briefe, M amerifamfden ^riegeminiftere, ter 
mir für ten Sfteiferifcen SRöttljaufen, aU 3eid)ner in ten groei (Erpe? 
titionen nad) ten lüften ter SüDfee, meinet Seiferts Sdnneger? 
fol)n, nüj?lid geroefen ift unt) mirabile dictu allen po(ittfd)en ©roü 
gegen mid), liegen meiner $reuntfd)aft mit $remont bei. Seite gefegt 
l)at. Der letztere mir mora(ifd) erfreulicher, &er großen Tanten roe? 
gen mafios übertrieben. 

$ür tie 9tegentfcbaft ift allerting^, fo notfymenttg fte aueb ift, für 
tte gan$ oergeutete (Efyre i>e$ Scmöeä ift, leiDerl nod) nidt* abgemadt. 
TOge Mx ^Prinj oon ^rcujjen galten, waö er bis je£t öerjpricbt: 
unter feiner antern 23etingung als mit au^gefprodenem £ttel $e? 
gent werte er fortroirfen, aber reo tte Snütartoe bei ter ^bge|'d(o|"fen? 
fyeit fceä üöntgö, ten man mid) felbft feit ter 9tüdfel)r nod) nidt 
fyat fe^en laffen 'i Sagt man Die 3nttiath?e ten Kammern, fo bau? 
telt man übereilt unt in uncntlid)er ?5urd)h Alca jacta, unt tie 
Summe ter 3ntetltgen$, Die im Spiel ift, fdeint cfonomifrt arm 
jttgewiejfett. 

2£aö roiffen Sie, ttjeurer $reunt, oon §emt 3^an ©olomin, 
fcer mit einer fo frednm, beifpieüofen 3ntiüfrction mid) pl)otograpbi(d) 
im fd)redli&ftcn neglige de costume tem $ublifum fcarßeflt, memo, 
hüe icfc il)m fel)r »erlebt gefd)ricben, en nie dotaut de deux lautes 



de frangais — venaient ftatt viennent, pourrait ftatt pouvait. 
2öa<? He s Iftenfcben ficfo erlauben, um antere U)ren 3n?ecfen tienftbar 
gu macben ! — 

3cb flebe, ta§ Sie mir tie trei Curiosa, SIbfcbrift ter Victoria, 
23rief teö .ftriegsminifterc, unt Slostra von (Moroin, bi3 Sonntag 
borgen, roo id) mit 33aron Stodmar SSater nad) £egel mujj, gu* 
rütffcfettfen. 

9)?cin ©eben (ma demarche) nimmt ön alternter fRiätz 
tunqdoftgfeit traurig gu. Jpüten (Sie ftcb vor einer fo langen ®e* 
bulb gu leben. Ter d\u\ nimmt mit ter 3mbeciUität gu, unt tie 
SRoüe reo „tfyeuren 3ugcntgrctfe3, be3 roürttgen (Senior» aller leben* 
ten (Mehrten, Vecchio della montagna" roirt eine febr unbequeme, 
roenn c3 aud) im 9te£Mftrift eine 3ungfrau giebt, tie ter Senior in 
£egel etabliren foll, roeil ter Drt nafye bei Berlin ift, unt jte, gur 
recbten 3«t avertirt, gur Statt fommen fann, um mir tie 2Utgen 
gu f& liegen. 

yilit treuefter frcuntfdjaftlicbfter Verehrung 3^ 

21. v. £umboltt* 



225. 

Jpumbolbt an SutmiUa Effing. 

23 e r I i n , ben 12. Dttofcer 1858. 

2BeIct; ein Sag ter &rfdjürterung, ter Trauer, teö Unglücfö für 
micb, ter geftrige. 3* u?ar von ter Königin nad) Loretam befdne* 
ten, um von tem $önig Sibfcbtct gu nehmen. Gr roar roeinent vor 
tiefer 9^üt)rung. 3$ romme nad> £aufe, 9ladnnittag gegen 6 U^r 
unt erfcredje %l)xcn Scbmcrgensbricf, tbeure, liebe, getftretebe ^reuntin! 
ßr früber tem Srbifdjen entgegen, aU id) ter SReungtgjä^rtge, ter 
Stire »oit ten Sergen. ift niebt genug gu fagen, bafj TeutfaManb 
einen grojjen Sd;ri[tftetfer, ten verlor, ter tie Spraye am etelften 
gum Sluäbrmf ter garteften (imvftntungen gu mobein »Ufte — aber 
totö ift tie $orm bei fo viel S&arfblid, fo prägnanter ©eiftigfeit, \oU 
cbem ©eelenabel, fot^er 2ßeltHu<$eu\ 2öa$ er mir roar, i»a$ er 
mir tem nun gang Vereinzelten war, bas fönnen Sie in Sfcvtm 
frönen, feinen Sinne allein gang faffen. 3$ ^erte calt fommen e$ 
3$nen gu fagen. 

v 3)itt tiefem Seeleufd^merge 3^ 211. £umboltt. 



nomcn-Dcr|cid)nifi 



(2)ie 3dI)Ien fcejieljen Pd) ««f bie Hummern ber SBrtcfc ) 



Slberbeen 106. 

Ulbert, yxm\ 124, 131, 132. 
SUembert 143. 
Sllbre^t 48. 
Sltoenöleben 46, 61. 
Man 46. 

Mierige 9Se§£ucä 36. 
MctUon 22, 217. 
Mago 50, 68, 75, 76, 78, 153, 155, 

157. 
tobt 48. 
Strnim, 2t. to. 64. 

Effing, SubmiHa 213, 214, 217, 222 

224, 225. 
Mguft, <J3rm$ 4, 87. 
Mgufte, ^rinjeffin 22. 
SBaljac 75, 83. 
35aubin 128. 
S3auer, 33. 60, 66, 94. 
Sßamngarten 42. 
SBaabcr 145, 205. 

Bettina 43, 48, 51, 52, 63, 71, 75 
88, 120, 133, 144, 162, 178. 
SBeffet 48, Iii. 
SBcpmc 158. 
Söoecf^ 208. 
23e»tf> 11. 
SBeuft 175. 
Sollmann 19. 

S3cbelf^tt)ing^ 106, 107, 110. 

93oM> 48. 

23uf3> 111. 

Srugfd? 184. 

»reffon 22, 75, 76, 78. 

Brunei 75, 76. 

©rottm, 9t. 76, 84. 

23u$anan 176, 208. 

^ueloto 8, 48, 49, 61, 65, 69, 70, 71, 

72, 97, 101, 103, 106, 111. 
Sunfen 11, 61, 68, 75, 159, 168. 
S3ugeaub 27. 
S3ud), 2. fc. 39, 41, 150. 
SaboS 80. 

(Sanilj 61, 74, 75, 126, 134. 
ßanino, gürftin 116. 
CEarbanu« 6, 7. 



Sarotatfy 12. 
(Sarlple 70. 
Karriere 70, 132. 
Sfyatcaubrianb 16, 36. 
<Sfya§te8 62, 172. 
SberuMni 63. 

Sfyriftian VIII. toon 2)änetnarf 43, 44, 

53, 76, 81. 
(Slanncarbe 41. 
Conftant 36. 
(Sorneliuö 142. 
(Sotta 10, 16, 24, 35, 56. 
Sofomfcu« 28, 36, 61. 
Suftine 71, 73. 
Sonftant 163. 
2)abtmann 48. 
®eti8te 17. 
2)of)tn 64. 
(Scfertnann 71. 
(Sfyrbarb 7. 

(Sic^ont 48, 51, 60, 08, 75, 107, 

133, 134. 
©Isner 11. 
(Sncfe 74, 111. 
(Sttingfyaufen 42. 
@nblicf>er 42. 
<5ngcl 64. 
(Sptert 8. 
ftaltereteben 106. 
ftifcber 64. 
gittere 177. 
gierte 97, 196, 213 
geuerbad? 94. 
gorfter 16. 

gremont 176, 177, 192. 

gretligratt) 62. 

griebrid? ß. 64, 68. 

griebrt<$ Sffiü&elmlJI, 8,22, 35, 42. 

groriep 159. 

^riefen 213. 

griebriefy 2BiIf>elm IV. 35, 40, 42, 
45,46,49,51,52, 53,54, 60, 
63,67,68,75,76.91,92,110, 

134, 154, 156, 158, 168, 185. 
groeM 223.. 

§10, 2Jh8. 46. 



— 226 — 



(Mike 41. 

@anö 7, 25, 29, 30. 

©anta 28. 

&a\), SWab. 73. 

@a», guffac 88. 

©aluSti 125, 135, 147. 

©auö 44. 

©ivarbin, yjZab. 73. 
©agern 134, 141. 
©en£ 36, 202, 217. 
©erolt 177. 
©erarb 33, 83. 
©rau 149. 
©ec§e 28. 
©reijenau 159. 

©erlad) 68, 92, 159, 168, 183, 195. 
©eetbe 10, 43, 52, 71, 171. 
©clctoirt 224. 
©eetbe, Ottilie ö. 145. 
©cerrcS 41. 
©ubrauer 106. 

©rcObcr^cgin fc. Sßcimar 135, 183. 

©rejjberjea. fc. SSeimar 171, 179, 
180, 181, 182, 183, 189, 193, 
194,200, 201,202, 206,207, 
208, 209, 210, 212. 

©rctfd; 41. 

©reftbei^og fc. £c$caua 88. 
©rimm, ©ebrüber 40, 48, 51. 
©uijct 48, 49, 60, 62, 99, 106, 172, 
221. 

^erjogin t>. 2)ino 75, 76. 

Raufen 81. 

§>arbeiibcrg 7. 

Lebemann 48, 193. 

§erfd;et 75, 76, 82. 

£egel 3, 7, 29, 30, 41, 54, 196. 

^erjcgin Crlecmö 27, 75, 76, 117, 

118, 119, 139, 148. 
£>engftenberg 68, 159. 
§erjcg t. ©ctba 168. 
Reifert, gvau ö. 75. 
^evl^berg 64. 
£>eine 174. 
§ci)tie 38, 64. 
Öevjcgin fc. Seffern 14, 15. 
§oeningbau8 76. 
©itbefcratibt 186, 187, 191. 

£>0Vbt 64. 

£crniai)r 60, 95, 101, 103. 
fliege! 42. 

§>umbolbt, 23itb. ü. 10, 16, 18, 21, 
27, 31, 33, 36, 64, 67, 70, 
129, 133, 140, 152, 153, 154, 
159, 167, 192, 217. 



3aco£8 38. 
3aeger 42. 
3 kftein 97. 
Saitin 99. 
3cbarb 190. 
Äampfc 26, 76. 
tat 33, 73, 107. 
Äcrcff 2. 
Äolcwrat 129. 
Äehebue 169, 170. 
£lem 64. 

Äönig &. Belgien 48. 
Äönig fc. §anncüer 31, 40, 66. 
Äronprinj &. Skiern 123. 
Äcenig 41. 

Sönigra Greußen 75, 183. 
Königin ber ^ieberlanbe 22. 
£rie3 38. 
Äuntb 64. 
i'afaqette 20, 151. 
£affaÜe 217, 224. 
Saptace 16. 
Safaulr 195. 
Babenberg 48. 
Saüater 6, 105. 
Seonarbo ba 33inci 52. 
2eo 196. 
Seift 31. 

Sieüen, prftin 169, 170, 172. 

Kirf 68. 
2i«3t 68. 

Siegnil^, ^nnjcffin 35. 
^ccffler 64. 

Soutä ymp\> 75, 139, 184, 221. 

Somfe, ^rinjeffin 33. 

äRanpotit 114. 

üDfana, ^rinjcffm 22. 

äRarco ^clo 36. 

SWaltjan 61, 68. 

SDWgnet 127. 

SDRar&etnefe 41, 68, 44. 

3)?aßniann 110. 

SWcttom 68. 

ÜDiettcrnid) 35, 42, 45, 68, 75, 76, 85, 
98, 106, 122, 130, 137, 184, 

185. 
9)Me 78. 

2Rütter, 31. 36, 202. 
Füller, O. 16. 
SWütter, »b&ofat 28, 68. 
Sftüücr, (Sbancettor 106. 
SDMgimeff 41. 
Stobt 19. 

WUütibttt 88, 99. 

SWune* 104. 



— 227 — 



fünfter 60. 

äJlüfflttig 43. 

Napoleon I. 45, 71, 161. 

Napoleon Hl. 141, 146, 147, 212. 

s Jtüioff 208. 
9iaecte 39. 
SWeanber 45. 

Siitolau«, ftatfer fc. fthtfetanb 35. 

s Jiiebul?v ty. 40. 

yticbul^r yji. 154, 212, 216, 

s Jieffelrobe 

s Jtüi-manby 221. 

Dltmantt 13. 

Dtferö 142. 

Oerzen 26. 

£)erfkbt 44, 

^evfigup 146, 

s j>ourtaIe§ 176. 

USeel 75, 76, 84. 

$reöcott 75, 76, 86, 

^reujj 105. 

^atmerftott 48, 124. 

$rhu fc. ^reufecn 74, 158, 168, 224. 

$uect'ler, ^rinjefftn 26. 

^rirtjeffiit fc. ^reujjeu 52. 

$rufe 90, 104, 106. 

$id;ler 169. 

$ierce 173. 

$er£ 160, 

Ouinet 43. 

Sttaboroik Gl, 68, 75, 142, 159, 168, 
föa^ael 52, 
Zemmer, (£(?arle§ 41. 
^aimiev, gr. 23. 64. 
Räumer, yjfinifter 154, 168. 
datier 7, 9, 10, 24, 33, 36, 132, 133, 
145. 

Meinte 5, 68, 86, 105, 159. 
SKautf) 25. 
9£eeben 64. 
Gebern 88, 

9tecarmer, 9flab, 36,75, 76, 87, 

s Jiteß 67, 68. 

Weimer 70. 

Weuntont 75. 

Stteitemepcr 64, 

9iod)oro 45. 

Robert 52. 

SJoefeJ 42. 



3tet(;er 75. 
Wucbje 25. 
»tucefevt 59, 75, 113, 
SRumofa 68. 

©ad;ö 101, 103. 

©aüary 50. 

©abgilt) 68, 133. 

©d;eUüig 41, 42, 54, 64, 75, 196. 

©d;iUev 2, 129, 161. 

Riegel, 9lug. 55, 125. 

©d;legcl, $r. 13, 14, 151. 

©d;leiennad;er 66. 

©d;toffcr, 68. 

©d;oenlein, 197. 

<&d;uuiad;er 45, 81, 111. 

©d?n>erin 61. 

©erfeiiborf 60. 

©intenis 41. 

©tillfrieb 176. 

©piter ]3, 55, 57. 

©taet, 3)iab. 87. ' 

©tab,l 159. 

Steffens 52, 75, 196, 

©ttUing 105. 

©eifert 50, 173. 

©teilt 160, 168. 

©taegemann 47. 

©tanlcty 75, 76. 

©d;laginüueit 154, 212. 

©pontini 68, 88, 91. 

©tieglitj 31, 33. 

©tolberg 75. 

©traufj 64, 66. 

Saücijranb 33, 78. 

Mn'ete 68, 107, 172. 

Sbevefe 133. 

Stiers 48, 102, 115, 116, 211, 
i^outaö 102, 115. 
ZbcM 65. 
$iecf 55. 

Srube^foi, prftitt, 73. 
Uroaroff 68. 
Ulbert 158. 

Victoria, Königin, 124, 224. 
33oigttaenbcr 42. 
33arntyagcn, gr. %. 168. 
SBittgenftein, gürft, 5, 45, 88, 60. 
ßeune 16, 212. 
^injenborf 6, 105.